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Nubert nuPro A100 - zwei kleine Schwäbische Aktiv-Monitore im Review 🇩🇪

Prolog:

Neben meinem 18,4" Laptop wirken die beiden Aktiv-Monitore
recht klein, in der Realität sind sie für "Desktoplautsprecher"
jedoch ziemlich groß.
Vor geraumer Zeit war ich Besitzer eines Paares der kleinen nuProA100 Aktiv-Monitore des Schwäbischen Unternehmens Nubert.
Etwas schamhaft muss ich gestehen, dass sich meine teureren Swans M1 Lautsprecher, welche bis dahin für den Musikgenuss im Raum dienten, den günstigen kleinen Aktivlautsprechern deutlich geschlagen geben mussten und diese in allen Belangen, bis auf die Instrumentenseparation, klar besiegten.

Nach einer eher kurzen Zeit des Besitzens verkaufte ich sie, wenngleich auch schweren Herzens, da die räumlichen Gegebenheiten nicht sonderlich optimal waren und meine Priorität doch eher bei Kopfhörern liegt.

Ein Review hatte ich zu dem Zeitpunkt des Besitzes eigentlich nicht geplant, jedoch ein paar Notizen gemacht, aus denen ich dann dieses Review erstellt habe. Verzeiht mir deswegen bitte auch die lausigen schwarz-weiß Bilder, die ich nur für mich selbst gemacht habe.



Doch lest am besten selbst:


Lieferumfang:

Im Lieferumfang befinden sich die Bedienungsanleitung, die magnetische Stoffabdeckung, eine Infrarotfernbedienung inklusive Batterie, ein USB Kabel, ein Stromkabel, ein 3,5mm Klinke auf Stereo Cinch Kabel, ein optisches Digitalkabel sowie ein Linkkabel zum Master-Slave Betrieb der Lautsprecher.


Verarbeitung:

Die Verarbeitungsqualität der Lautsprecher ist gut, die Chassis sind gleichmäßig und plan eingelassen, die Oberfläche mattiert glänzend Weiß gehalten und weist keine Lufteinschlüsse oder sonstige Makel auf, ebenso verhält es sich mit der Rückseite.
Die ebenfalls schön eingefrästen gebürsteten Aluminiumelemente des Displays und der Elektronik auf der Rückseite verleihen den Lautsprechern einen eleganten Charakter.
Dass die mitgelieferten Stoffabdeckungen magnetisch angebracht werden, ist für mich ein Pluspunkt, da somit die Halterungslöcher auf der Vorderseite entfallen.


Die Hochtonkalotte wird von einem Gitter geschützt.
Der kleine 120 mm Tieftöner spielt sehr trocken und präzise mit
einem für die Größe beachtlichem Tiefgang.



Anschlüsse, Funktionen:

Anschlussmäßig bietet die nuPro A100 eine Menge, so lässt sie sich nicht nur analog via Cinch betreiben (der Eingangspegel wird hier übrigens automatisch angeglichen), sondern auch via optischem Digitalsignal und USB; ein separater externer Wandler (DAC) ist also nicht erforderlich.
An Ausgängen gibt es einen Subwoofer Ausgang für die Bassunterstützung (die Übernahmefrequenz lässt sich bei den nuPros im Menü einstellen) und einen spdif Ein-/Ausgang, welcher jedoch lediglich für den Master-/Slave-Betrieb der Lautsprecher dient (der linke Lautsprecher dient dabei als Master und auf dessen Display wird dann die Lautstärke angezeigt und die Einstellungen vorgenommen. Per spdif Kabel wird das Signal an den rechten Lautsprecher, welcher die Slave Funktion übernimmt, geleitet).

Per Fernbedienung lassen sich bequem die Lautstärke (in 1dB Schritten), die Eingänge und der Equalizer schalten.
Die Displays kann man übrigens deaktivieren, falls die Beleuchtung als störend empfunden wird.


Klang:

Was jedoch zählt, ist der Klang - was können diese kleinen Lautsprecher denn?
Recht viel, in Anbetracht der Größe, das sei schon mal vorweg gesagt.

Nach reichlich Einspielzeit mit rosa Rauschen und Musik ging es dann zum ersten Hören der Lautsprecher.

Was fällt positiv auf?
Die nuPros rauschen nicht, zumindest nicht, wenn man den Pegel im normalen Bereich lässt und nicht bis -20dB oder noch lauter aussteuert.
Die nuPro A100 Lautsprecher haben einen wirklich erstaunlichen Tiefgang für die Größe - die angegebenen 50Hz (-3dB) sind definitiv keine lapidar dahergeschriebene Herstellerangabe, sondern tatsächlich möglich und werden auch erreicht; mittels Sinussignalen habe ich das selbst ermittelt.
45 Hz vernehme ich auch noch ausreichend laut, darunter wird steilflankig mittels DSP abgeschnitten.
Ein Mehr an Tiefgang wäre wohl auch noch drin gewesen, jedoch mit Einbußen des erstaunlich hohen Maximalpegels, den man im Nahfeldbereich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht erreichen muss.

Der Frequenzgang ist schön linear und ausgewogen, wie es sich für einen Monitor auch gehört. Da kann man wirklich nichts beanstanden.

Der Maximalpegel der Lautsprecher ist sehr hoch, das hätte ich den kleinen Chassis nicht zugetraut. Ohrenbetäubende Lautstärken (im Nahfeld) bei sehr geringem Klirr sind definitiv realisierbar und keine Utopie.

Pegelfest sind die kleinen Chassis, das ist wirklich beachtlich. Strömungsgeräusche des rückseitig angebrachten Bassreflex-Ports treten bei normalen und hohen Lautstärken nicht auf, werden bei enormen Pegeln jedoch vereinzelt hörbar.

Der Bassbereich ist sehr trocken, präzise sowie gut konturiert und kann auch ordentlich Druck aufbauen. Gen Tiefbass (also in den unteren Regionen des Midbasses) beginnt er dann, an Präzision zu verlieren und wirkt etwas weniger druckvoll und präzise.
Einem solch kleinen Lautsprecher traut man zumindest nicht solch knackige, tiefreichende Bassschläge zu - da stehen ein paar größere Lautsprecher mit erheblich größeren Chassis in Sachen Präzision und Impulstreue den kleinen nuPro Monitoren hinterher.

Der Mittelton ist frei von Verfärbungen, mehr muss man eigentlich nicht sagen. Stimmen, sowohl männliche als auch weibliche, werden realistisch und tonal korrekt wiedergegeben, wenngleich ich mir hier vielleicht eine Nuance mehr Feinauflösung und Details wünschen könnte.

Der Hochton bietet eine gute Mischung aus Detailreichtum und Weichheit und ist feinzeichnend. Nubert ist es hier recht gut gelungen, einen Kompromiss aus Langzeittauglichkeit und schnellem Ausklingen zu realisieren, wobei ich mir subjektiv etwas mehr „Schmutzigkeit“ gewünscht hätte.


Räumliche Darstellung:

So beeindruckend die Performance der nuPro A100 in Sachen Pegelfestigkeit, Tiefgang und Linearität in Anbetracht ihrer Größe ist, gibt es doch Kritikpunkte - nämlich an der räumlichen Darstellung.
Ein Bühnenwunder ist der Lautsprecher nicht, auch wenn er, je nach Aufnahme, von der Breite auch mal weiter nach außen spielt als die Position, an denen sich die Chassis befinden.
Tiefenstaffelung ist zwar vorhanden, doch wirkt diese nicht wirklich gleichmäßig nach hinten gehend, sondern irgendwie tendenziell grob und so, als wären nur zwei oder drei Schichten vorhanden - ein besseres "Layering" ist das, was ich mir wünsche.
Die Ortungsschärfe und Instrumentenseperation ist auch nicht gerade eine Stärke der nuPro; Instrumenten fehlt es ein wenig an klarer räumlicher Trennung voneinander und die Übergänge wirken nicht klar abgegrenzt, sondern etwas verwaschen, wodurch „Leere“ zwischen einzelnen klanglichen Elementen nicht wirklich zu entstehen vermag. Dennoch, die nuPros generieren einen glaubhaften dreidimensionalen Raum und man kann Instrumente und deren Position erhören, doch käme hier etwas mehr Präzision bei der Abbildung der gesamten räumlichen Darstellung mit weniger Nebligkeit zugute.


Fazit:

Abgesehen von der mittelmäßigen räumlichen Präsentation bietet die nuPro A100 eine Menge: Tiefgang, den man bei solch geringen Gehäuseabmessungen und Chassisdurchmessern nicht erwartet, tonale Ausgewogenheit, Präzision, Pegelfestigkeit, eine Vielzahl an Anschlüssen und eine gute Detailauflösung.
Einen Vorverstärker oder einen DAC benötigt man ebenfalls nicht - alles ist schon bei der kleinen nuPro integriert.
Insgesamt würde ich dem Lautsprecher circa 4,4 von 5 Sternen geben - den Abzug von 0,6 Sternen gibt es aufgrund der Bühnendarstellung, des Mitteltones, der teils hätte besser auflösen können und auch wegen des Preises, welcher zwar noch immer gut ist in Anbetracht der Features und des Klanges, jedoch beträgt der Abstand zur nuPro A200 keine Unsummen und ist es wohl wert.