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Brainwavz Jive Review 🇩🇪



Prolog:

Vor Beginn des eigentlichen Reviews möchte ich mich bei Pandora von GPGSHK und Brainwavz für das Bereitstellen eines Exemplars des Brainwavz Jive für mein Review bedanken.

Brainwavz ist eine chinesische Firma, die besonders für die Produktion von Kopfhörern mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis bekannt ist.

Der „Jive“ ist Brainvavz‘ neuester niederpreisiger In-Ear mit einem Gehäuse aus Aluminium und entweder mit einer Android- oder iOS-Fernbedienung mit drei Tasten und integriertem Mikrofon erhältlich. 


Erhältlich sind die In-Ears auch bei Amazon: http://amzn.to/1stZ0qW

Technische Daten:

Schallwandler: Dynamisch, 9 mm
Impedanz: 26 Ohm
Tonumfang: 20 Hz ~ 20 kHz
Empfindlichkeit: 98 dB at 1 mW
Eingangsleistung: 20 mW
Kabel: 1,3 m, Kupfer
Stecker: 3,5 mm, vergoldet
Fernbedienung: drei Knöpfe (Android oder iOS), Mikrofon


Lieferumfang:


Geliefert wird der Jive in einer an den Rockabilly-Stil erinnernden kleinen Plastikbox, die auf der Rückseite die technischen Daten und weitere Informationen über den In-Ear bereithält.
Durchbricht man das Siegel, findet man das in den bekannten Brainwavz-Farben Schwarz und Rot gestaltete Aufbewahrungsetui vor, das jedoch nun in einer etwas veränderten Ausführung daherkommt und breiter ist, wodurch es mehr Platz für ein Abspielgerät (z.B. einen iPod Nano 7G) oder das Zubehör bietet.
Im Etui befinden sich zwei weitere Aufsatzpaare aus Silikon in unterschiedlichen Größen, ein Paar Comply Foam Aufsätze, ein Kleidungsclip und ein Aufkleber mit dem Brainwavz Schriftzug.









Verarbeitung:

Der in drei Farben erhältliche In-Ear besitzt gut verarbeitete geschlossene Gehäuse aus Metall, auf denen der Brainwavz Schriftzug und eine Seitenmarkierung eingraviert sind.
Das Kabel ist recht flexibel, fühlt sich recht stabil an und besitzt bis auf die Stelle oberhalb des Y-Splitters einen guten Knickschutz, der Kabelbrüchen vorbeugt.
Typisch für Brainwavz ist der 3,5 mm Stecker um 45° angewinkelt, wovon ich persönlich nicht unbedingt ein großer Fan bin, jedoch ist das Kabel an dieser Stelle sehr flexibel und biegsam, wodurch der Stecker nicht negativ auffällt.
Optisch wirkt der Teil mit der Fernbedienung und dem Mikrofon recht billig, fühlt sich jedoch nicht so an; dazu jedoch weiter unten im entsprechenden Abschnitt mehr.


Tragekomfort, Isolation:

Den Jive kann man ganz gewöhnlich mit dem Kabel nach unten tragen; durch die gelungene Gehäuseform lassen sich die In-Ears jedoch auch sehr komfortabel mit dem Kabel über den Ohren tragen, was Mikrofonie eliminiert und den Halt/Sitz verbessert, sich jedoch ob der Fernbedienung als nicht sonderlich praktisch erweist.
Aufgrund des geschlossenen Gehäuses ist die Isolation auch wirklich ordentlich.


Fernbedienung, Mikrofon:

Wie bereits oben geschrieben, wirkt die Fernbedienung optisch recht billig; dieser Eindruck bestätigt sich haptisch jedoch glücklicherweise nicht: der Druckpunkt der Tasten ist sehr angenehm, dazu lassen sich die Tasten sehr einfach und intuitiv finden. Etwas ungewöhnlich ist hierbei jedoch, dass sich die Fernbedienung auf der linken Seite befindet.
Die Sprachverständlichkeit und -qualität des Mikrofons sind außerordentlich gut, was mich wirklich positiv überrascht hat. Einzig könnte man hier kritisieren, dass Stimmen ein wenig distanziert klingen.




Klang:

Als Abspielgeräte dienten mein gejailbreaktes und auf den Musikbetrieb optimiertes iPhone 4 und mein iBasso DX90. Das Musikmaterial lag hauptsächlich als CD-Rips (16 Bit, 44,1 kHz) vor, jedoch kamen auch Hi-Res Material und MP3s (320 kBps cbr) zum Einsatz. Gehört wurde mit den großen Silikonaufsätzen.



Tonalität:

Tonal lässt sich die Charakteristik des Jive als bass- und höhenbetont beschreiben, was jedoch zu simpel wäre.
Der Bassbereich ist, wie gerade geschrieben, betont; genauer gesagt befindet sich die größte Betonung im Midbass, wo der Pegel um etwa 11 dB recht stark angehoben ist. Der Tiefbass besitzt etwas weniger Pegel, ebenso der Kickbass; beide sind jedoch ebenfalls klar betont. Der Grundton ist ebenfalls betont, jedoch recht moderat und hält sich aus den Mitten und Stimmen heraus, welche tonal in meinen Ohren ziemlich korrekt spielen, vielleicht sogar mit einer Vordergründigkeit in den oberen Mitten.
Im Hochton gibt es stellenweise Peaks, die jedoch eher breit- als schmalbandig ausfallen. Beim Sweepen konnte ich Betonungen bei 3, 6 und 13 kHz wahrnehmen, wovon gerade die untere der dreien für eine gewisse Vordergründigkeit im Bereich der Stimmen verantwortlich ist. Insgesamt wirkt der Hochton zwar ein wenig anstrengend, nervt mich jedoch nicht so sehr wie der des Zero Audio Carbo Tenore (der bei mittlerer Einsetztiefe auch Peaks im Hochton bei mir im Gehörgang hervorruft), was wohl an den etwas breitbandigeren Betonungen beim Brainwavz liegt. Dazu ist der Hochton etwas weniger angehoben als der Bassbereich.
Durch die oberen beiden Betonungen wirkt der Ausklang von Hi-Hats etwas unrealistisch und scharf, trotzdem ist der Hochton hier in meinen Ohren klar realistischer und gleichmäßiger als der des Sony XBA-C10.

Typisch für In-Ears mit dynamischem Treiber ist der Tonumfang des Jive sehr groß, weshalb auch sehr tiefe Töne bei 25 Hz und sehr hohe Töne bei 18 kHz noch mit ordentlich Pegel wiedergegeben werden.

Auflösung:

Für einen günstigen In-Ear mit dynamischen Treibern ist die Auflösung mehr als nur gut; die Stimmverständlichkeit ist exzellent und beinahe auf dem Niveau des MeElectronics A151, welcher Balanced Armature Treiber verwendet.
Den Brainwavz R1, der für seinen Preis meiner Meinung nach nur durchschnittlich auflöst, überbietet der Jive klar, muss sich jedoch dem A151 geschlagen geben, der feine Details besser aufdeckt und insgesamt kontrollierter spielt.



Trockener als der Bass des R1 ist der Tiefton des Jive, jedoch vermisse ich noch immer Trockenheit und Schnelligkeit; Tiefen sind etwas schwammig, jedoch nicht wirklich unkontrolliert. Mit ihren BA-Treibern haben der Sony XBA-C10 und MeElec A151 einen klar schnelleren und präziseren Bass, ebenso der Zero Audio Carbo Tenore, der wie der Jive auf dynamische Schallwandler setzt.
Was mir neben der gewissen Schwammigkeit beim Jive negativ auffällt, ist dass der Tief- und Grundton merklich zu viel Energie besitzen (nicht zu verwechseln mit zu viel Pegel; andere In-Ears mit stärkerer Tieftonbetonung haben weniger Tieftonenergie), was man sicherlich auch an einem Zerfallsspektrum-Diagramm sehen könnte.
Ein wenig Verzerrungen, möglicherweise durch das zu viel an Energie, kann ich im unteren Grundton auch ausmachen.
Zwar besitzt der Hochton Peaks, wirkt insgesamt jedoch nicht übermäßig unnatürlich und klingt einigermaßen gleichmäßig, und auch allemal gleichmäßiger als der Sony XBA-C10, den ich im Hochton als komplett künstlich klingend empfinde.
Bei schnelleren und komplexeren Musikstücken wirkt der Jive ein wenig überfordert und angestrengt, was ich jedoch schon von In-Ears mit dynamischen Treibern in diesem Preisbereich gewohnt bin.

Was der Jive hier an Auflösung abliefert, ist jedoch ziemlich beeindruckend für einen kostengünstigen In-Ear mit dynamischen Treibern.

Räumliche Darstellung:

Das erste Schlagwort, das mir beim Hören im Bezug auf die Bühne einfiel, war „distanziert“. Der virtuelle Raum wirkt hier in der Tat etwas vom Zuhörer entfernt, als befinde man sich selbst auf den Sitzplätzen in einem Konzertsaal.
Auffallend für mich ist hierbei auch die gute und auch präzise Instrumentenseparation des Jive, der Instrumente recht klar voneinander getrennt erscheinen lässt. Die Bühne ist hierbei recht breit (jedoch nicht so riesig wie die des R1) und besitzt auch verhältnismäßig gut Tiefe, jedoch wäre hier eine minimal bessere Tiefenstaffelung und Abgrenzung der einzelnen Ebenen in der Tiefe wünschenswert.


Fazit:

Was Brainwavz hier mit ihrem neuesten preisgünstigen Modell geschaffen haben, ist in der Tat eines Lobes wert.



Die Auflösung, Sprachverständlichkeit und Instrumentenseparation mitsamt der Bühnendarstellung befinden sich auf einem guten Niveau, dazu hat mich die Qualität des Mikrofons und der Fernbedienung, die nur optisch billig wirkt, positiv überrascht.
Weniger gut hat mir der Tiefton gefallen, der etwas zu viel Energie speichert. Der Hochton ist etwas unruhig, jedoch zumindest für mich nicht nervig. Den Verkaufspreis im Hinterkopf habend liefert der Jive hier eine sehr gute Performance ab.