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LH Labs Geek Out IEM 100 Review 🇩🇪



Prolog:

Bedanken möchte ich mich vor Beginn des eigentlichen Reviews bei den Jungs von LH Labs für das Bereitstellen eines Review-Exemplars des Geek Out IEM 100 (nachfolgend stellenweise auch „GO“ genannt).

In den meisten Desktop-Rechnern und Laptops ist nur eine Standard-Soundkarte verbaut, die in der Mehrzahl der Fälle nicht sonderlich für gehobenen Audio-Genuss geeignet ist (und leider oft keinen linearen Frequenzgang über das hörbare Spektrum besitzt, ein hohes Grundrauschen aufweist oder verzerrt), erst recht nicht in Verbindung mit hochwertigen In-Ears mit mehreren Balanced Armature Miniaturlautsprechern, welche noch höhere Ansprüche an die verwendete Soundkarte stellen, da sie einen niedrigen Ausgangswiderstand des Quellgeräts benötigen, damit der Frequenzgang nicht verbogen wird; dazu decken sie Grundrauschen besonders deutlich auf.
Zwar gibt es gute interne Soundkarten, jedoch können sie nicht in ein Laptop eingebaut werden, sind nicht portabel und häufig auch nicht sonderlich für In-Ears geeignet, dazu sind sie auch noch anfälliger gegenüber Störeinflüssen und Einstreuungen aus dem Inneren des Computers, was sich meist durch hörbare Störgeräusche äußert.
Hier kommen nun externe mobile USB-DACs mit integriertem Kopfhörerverstärker ins Spiel. Diese sind oft klein, portabel, benötigen keinen separaten Stromanschluss und sind weitaus weniger anfällig gegenüber Einstreuungen aus dem Inneren des PCs.
Zu dieser Kategorie gehört auch der Geek Out IEM 100, den ich in diesem Review ausführlich testen werde.

Erhältlich ist der DAC auch bei Amazon: http://amzn.to/1J8v4au


Über Light Harmonic/LH Labs:

Bekannt geworden sind Light Harmonic durch ihren Da Vinci DAC, dem ersten Wandler weltweit, der Dateien mit einer Auflösung von bis zu 32 Bit und einer Abtastrate von sage und schreibe 384 kHz wandelt.
Weitere Ableger und Evolutionen des Da Vinci DAC folgten.

Mit den ebenfalls in Kalifornien gefertigten Geräten der „Geek“-Reihe entwickelte LH Labs High-End Audiogeräte mit hochwertigen Komponenten zu einem verhältnismäßig geringen Preis.

Finanziert wurde die Kampagne durch Crowdfunding und brachte die Geek Out USB DAC-Amps als erste Produkte hervor, danach folgte der Geek Pulse, ein stationärer DAC mit Kopfhörerverstärker; mit dem Geek Wave wird ein portabler Hi-Res-Player in naher Zukunft folgen.


Technische Daten:

aktuelle UVP: $189
Frequenzgang: 20 Hz – 55 kHz (-0,1 dB)
maximale Ausgangsleistung: 100 mW @ 16 Ohm
maximale Ausgangsspannung: 3,4 V (RMS)
THD+N: 0,01%
Signal-Rauschabstand: >101 dB
Eingang: USB 2.0 (asynchron)
Ausgänge: 2x 3,5 mm Stereo analog
Ausgangsimpedanz: 0,47 Ohm (rechts), 47 Ohm (links)
Verstärker: Texas Instruments TPA6120A1
Verstärkertyp: Class A
DAC: ESS SABRE 9018K2M
USB Controller: XMOS XS1-SU01A-FB96
unterstützte Abtastraten (PCM): 44,1 kHz, 48 kHz, 88,2 kHz, 96 kHz, 176,4 kHz, 192 kHz, 352,8 kHz, 384 kHz
unterstützte Abtastraten (DSD): 2,8224 MHz, 3,072 MHz, 5,6448 MHz, 6,144 MHz
unterstützte Bit-Auflösungen: 1 Bit, 16 Bit, 24 Bit, 32 Bit
Lautstärkeregelung: 64 Bit
Puffer: patentierter drei-Schichten-Puffer
Digitalfilter: 2 (TCM, FRM)
Gehäuse: CNC-gefrästes T6061 Aluminium
Abmessungen (B x L x H): 35 x 78 x 13 mm
Gewicht: 36 g


Lieferumfang:

Der Geek Out IEM 100 wird in einer mit humoristisch verfasstem Rückentext bedruckten Pappschachtel geliefert, welche neben einer ebenfalls sehr amüsant geschriebenen Schnellstartanleitung den DAC selbst, einen Aufbewahrungsbeutel und nicht zuletzt ein kurzes USB-Verlängerungskabel beinhaltet. 











Optik, Haptik, Verarbeitungsqualität:

Optisch gefällt mir der eher schlicht gehaltene GO sehr gut.
Sein schwarzes CNC-gefrästes Aluminiumgehäuse besteht aus zwei Teilen, besitzt auf der Oberseite das „Geek“-Logo mit zwei es einfassenden aufeinander zulaufenden Linien, die ein spitzwinkliges

Dreieck bilden, in dem sich auch die LEDs zur Bestimmung der Abtastrate befinden, und besitzt auf der Unterseite einen spiegelnden Aufkleber, auf welchem man die Legende zum Errechnen der Abtastrate findet, dazu gibt er auch den Ausgangswiderstand des jeweiligen der beiden Audioausgänge an, die sich auf der Vorderseite befinden.
Auf der rechten Seite befinden sich zwei silberfarbene Aluminiumknöpfe (je ein konkaver und ein konvexer), mit denen man zwischen den beiden Digitalfiltern des DAC wechseln kann.
Auf der Rückseite befindet sich der USB-Stecker.

Das Aluminiumgehäuse, das frei von Graten oder unsauberen Kanten ist, fühlt sich hochwertig an und die LEDs leuchten gleichmäßig hell, jedoch sind die beiden Tasten ein wenig klapprig, was hier aber auch meine einzige geringe Kritik darstellt.


Treiberinstallation unter Windows:

Plug & Play funktioniert mit dem GO unter Windows nicht, was jedoch nicht weiter schlimm ist, da die Treiber auf der LH-Website einfach heruntergeladen werden können und die Installation ebenfalls ziemlich einfach, schnell und automatisch funktioniert.

Hier ein paar Impressionen des Download- und Installationsvorganges:


Auf der LH Labs Website installiert man das neueste
Treiber-Paket, im Screenshot gelb markiert.


Die zu installierende Datei.
Der Installationsvorgang.

In der Systemsteuerung kann man nun
den Geek Out als Standard-Gerät wählen.


Im Light Harmonic Control Panel lässt sich die Lautstärke schön fein regeln.



Die Abspielsoftware sollte die ASIO-Treiber für eine bitgenaue Audioausgabe unterstützen, wofür ich Foobar 2000 als Player mit ASIO und SACD Plug-Ins verwende und den Light Harmonic ASIO Treiber in den Playback → Output → Device Einstellungen nutze.

Zusammen mit den Treibern wird auch das Light Harmonic Control Panel heruntergeladen, mit dem sich unter anderem auch die Lautstärke des GO regeln lässt, was auch anzuraten ist, da mit dem Standard-Windows-Mixer eine feinstufige Regelung vollkommen unmöglich ist und das Erhöhen der Lautstärke um lediglich ein Prozent sehr große Lautstärkesprünge verursacht.
Nach dem Trennen vom Computer wird die letzte eingestellte Lautstärke übrigens im Light Harmonic Control Panel gespeichert, was ich sehr vorteilhaft  finde.


Funktionen, Besonderheiten:

Ziemlich praktisch ist das Vorhandensein von zwei Audioausgängen, wobei beide einen unterschiedlichen Ausgangswiderstand besitzen, der auf der Unterseite angegeben ist.
Der rechte Audioausgang ist mit gerade einmal 0,47 Ohm Ausgangsimpedanz ideal für jede Art von Kopfhörer geeignet und bietet sich hier besonders für In-Ears mit mehreren BA-Treibern an, die aufgrund ihrer Impedanzcharakteristik ein niederohmiges Quellgerät benötigen, damit es keine Abweichungen im originalen Frequenzgang gibt.


Mit einem Ausgangswiderstand von 47 Ohm bietet sich der linke Ausgang als Line Out an oder aber auch für große Bügelkopfhörer, die manche an einem etwas höherohmigen Ausgang bevorzugen, wobei Modelle mit schlechtem Wirkungsgrad am für In-Ears optimierten Geek Out IEM 100 mit seinem auf 100 mW Ausgangsleistung gedrosselten Class A-Verstärker (ja, die Jungs haben doch tatsächlich einen Analogverstärker in den kleinen Kasten gebaut) logischerweise nicht sonderlich laut aufspielen; für In-Ears hingegen ist die Leistung mehr als ausreichend und der dadurch feinere Regelbereich eignet sich besser für eine gefühlvolle Lautstärkeregelung.
Eine weitere Besonderheit des Geek Out ist seine digitale Lautstärkeregelung, die mit einer Auflösung von 64 Bit ohne Dynamikreduktion bei allen Dateiformaten und Abtastraten verlustfrei regelt, was ihn von den meisten anderen Verstärkern mit digitaler Lautstärkeregelung abhebt, die die Lautstärke meist mit 24 oder 32 Bit regeln.

Auf der Oberseite des GO befinden sich einige LEDs, anhand derer sich (mit ein wenig Kopfrechnen) die aktuelle Abtastrate ablesen lässt.





Hierbei übernimmt der kleine DAC-Amp die Eigenschaft des Da Vinci DAC und wandelt Dateien mit einer Auflösung von bis zu 32 Bit und einer maximalen Abtastrate von 384 kHz.

Mithilfe der beiden sich auf der rechten Seite befindenden Aluminiumknöpfe lässt sich zwischen den beiden Digitalfiltern wechseln.
Standardmäßig wird beim Einstecken des DAC in den Computer der TCM (Time Coherence Mode), ein minimum Phase Digitalfilter, gewählt, der durch Neuanordnung der Impulsantwort und dem Zeitoptimierungs-Algorithmus, welcher die bei der Wandlung entstehenden Vor-Echos und Artefakte eliminiert, was zu einer besseren und natürlichen Bühnendarstellung führen soll, den Klang optimiert.
Mit einem Druck auf den konkaven Knopf wechselt man in den FRM (Frequency Response Mode), einem slow roll-off Filter, welcher im Hochton die totalen harmonischen Verzerrungen senkt.
Beim Auswählen des TCM Filters leuchten kurz drei, beim FRM zwei LEDs auf.

Eine Neuheit im Audiobereich, die der GO besitzt, ist ein neuartiger, patentierter, aus der Computer-Technologie bekannter dreischichtiger Puffer, welcher unerwünschtes Jitter eliminiert.


Klang:

Zum Testen der klanglichen Eigenschaften des GO verwendete ich drei meiner In-Ears (Shure SE846, Ultimate Ears Triple.Fi 10, Ultimate Ears Reference Monitors) und zwei meiner Bügelkopfhörer (Audeze LCD-X und den günstigen Superlux HD681).

Als Testmaterial dienten normale CD-Rips (16 Bit, 44,1 kHz), Hi-Res Material (24 Bit, 192 kHz), DSD Material sowie MP3s (320 kbps cbr).

Wichtige Anmerkung des Autors (Mai 2016):
Vielleicht bin ich beim Testen weiter unten ("Auflösung, Präzision, Bühne") etwas zu subjektiv und nicht ganz neutral genug an die Sache herangegangen. Zwar habe ich die Pegel beim vergleichenden Hören mit meinem iBasso DX90 und Gain-reduzierten Leckerton UHA-6S.MKII bis auf 0,2x dB Abweichung mühsam angeglichen, bin beim Schreiben jedoch nicht so neutral vorgegangen, wie ich sollte, und habe zu viele (beim erneuten Lesen) Übertreibungen verwendet - dafür möchte ich mich entschuldigen und Versichern, dass dies der einzige Fall war und ich diesen Fehler meinerseits in den nächsten Zeilen, vor den Messwerten, nun zu verbessern versuche.

Wie die meisten anderen Geräten weisen die unten genannten bei Weitem keine Tag- und Nacht-Unterschiede (Lesern empfehle ich hierzu diesen Artikel) auf, sondern nur eher geringfügig ausgeprägte. Hier muss man schon länger und konzentrierter (und insbesondere gezielt suchend) Hören, als dass diese von Relevanz wären. Zwar stehe ich zu den unten aufgeführten Beschreibungen (ein recht moderates Plus an Kontrolle bei manchen Bügelkopfhörern gibt es), doch sollte man sie nicht als drastische Unterschiede zu den anderen Geräten ansehen - es handelt sich bei angeglichenem Pegel eher um Nuancen als mittelgroße oder gar kleine Unterschiede. Wie man diese geringen Unterschiede letztlich wahrnimmt, kann sich von Person zu Person unterscheiden.
Müsste ich hier auf die geringen Unterschiede eingehen, würde ich die Geräte wie folgt vergleichen (beachten sollte man dabei, dass der Leckerton hier als reiner Verstärker gelistet wurde - mit dem integrierten DAC ist der Klang leider geringfügig weniger transparent):

Rauschen (Ausprägung mit empfindlichen In-Ears): DX90 ~ UHA-6S.MKII < Geek Out <<< MacBook Air


Helligkeit (In-Ears): DX90 > UHA-6S.MKII ~ MBA ~ GO

Bühnenbreite (In-Ears): DX90 > UHA-6S.MKII ~ MBA > GO


Bühnentiefe (In-Ears): GO > UHA-6S.MKII ~ MBA >~ DX90


Bühne (Bügelkopfhörer): GO ~ UHA-6S.MKII ~ MBA ~ DX90


Basskontrolle (In-Ears): GO ~ DX90 ~ UHA-6S.MKII > MBA


Basskontrolle (Magnetostaten (LCD-X, HE-400)): GO ~ DX90 ~ UHA-6S.MKII (geringfügig) > MBA


Basskontrolle (dynamische Bügelkopfhörer): GO ~ DX90 ~ UHA-6S.MKII (meist) ~ MBA


"Tranzparenz" (empfindliche In-Ears): GO ~ DX90 ~ UHA-6S.MKII > MBA (Rauschen)


"Tranzparenz" (unempfindliche Bügelkopfhörer näher am Grenzbereich des Verstärkers, angeglichener Pegel): DX90 ~ GO ~ MBA >> Gain-reduzierter UHA-6S.MKII

Von "Welten" sind wir also ganz weit entfernt - der Geek Out ist auch kein "Zauberkasten" und heutzutage sind die Unterschiede zwischen Wiedergabegeräten meist verschwindend gering und beim Hören von Musik eigentlich irrelevant.

Was bleibt, ist dass der Geek Out IEM 100 ein sehr sauber und transparent klingender DAC-Amp ist. Stellenweise ist er mit sehr empfindlichen In-Ears etwas besser als manche Geräte, was bei Bügelkopfhörern jedoch nicht mehr so "deutlich" auffällt - hier erkenne ich keine wirklich nachvollziehbaren Unterschiede zu anderen solide konstruierten Geräten.

Ausgangsimpedanz, Frequenzgang:

Angegeben wird für den Geek Out eine Ausgangsimpedanz von 0,47 Ohm am Kopfhörerausgang, ein Wert, der ideal für kritische In-Ears ist.
Wird dieser Wert denn auch in der Realität erreicht? Ja, das wird er, wie meine Messungen unten zeigen: selbst mit der Impedanz-Mimose, dem Triple.Fi 10, bleibt der am Kopfhörerausgang ausgegebene Frequenzgang linear:


Über den gesamten hörbaren Bereich ist der Frequenzgang selbst mit einem kritischem In-Ear als Last vorbildlich linear und der Bassbereich bricht mit niederohmigen In-Ears nicht ein – die Jungs bei LH wissen wirklich, was sie da tun.

Schön finde ich hier auch, dass sich der slow roll-off Filter im Frequenzgang nur eher gering bemerkbar macht und sich somit hauptsächlich auf die anderen Parameter wie die totale harmonische und intermodulare Verzerrung auswirkt.


Rauschen:

Hauptsächlich verantwortlich für die Wahrnehmung von Rauschen ist die Empfindlichkeit des verwendeten Kopfhörers (damit man beispielsweise mit einem großen Bügelkopfhörer Rauschen wahrnimmt, muss das Gerät schon sehr schlecht konstruiert sein), aber auch, wie empfindlich man selbst auf Rauschen reagiert – ich zum Beispiel bin ein ziemlich rausch-empfindlicher Mensch, was Quellgeräte betrifft.

Zum Testen des Grundrauschens kam gleich ein In-Ear zum Einsatz, der zu den am empfindlichsten auf Rauschen reagierenden Modellen in meiner Sammlung gehört, nämlich der Shure SE846.
Getestet wurde zuerst bei recht niedriger Lautstärke: ja, Rauschen war vernehmbar bei pausierter Wiedergabe und auch beim Abspielen von Musik. Bei mittlerer Lautstärke war das Rauschen nur sehr schwierig heraushörbar, bei höherer Lautstärke bereits gar nicht mehr.
Von der Intensität her würde ich sagen, dass sich das Rauschen des Geek Out IEM 100 in etwa auf dem Niveau zwischen dem FiiO X3 (erste Generation) und iPhone 4 befindet, also noch immer ziemlich gering. Deutlich leiser ist das Rauschen des GO als das des FiiO E6, Electric Sumo DIY cMoy und des iBasso DX50, der für mich so extrem rauschte, dass er bereits drei Stunden nach dem Kauf in den Kleinanzeigen zum Verkauf landete.

Danach folgten mein UE Triple.Fi 10 und maßgeferigter UERM, beides auch In-Ears, die sehr rauschempfindlich, jedoch keine solchen Diven wie der Shure SE846 sind.
Bei pausierter Wiedergabe war das Rauschen nur äußerst gering und nur bei Stille im Raum wahrnehmbar und verschwand bei gestarteter Wiedergabe sofort.
Das ist sehr vorbildlich und soll auch so sein.

Mit dem Audeze und Superlux war, wie erwartet, kein Rauschen wahrnehmbar.

Auflösung, Präzision, Bühne:

TCM Filter:


Zu allererst verwendete ich meinen günstigen Superlux HD681 mit dem Geek Out IEM 100. Auffallend war für mich, dass der Superlux, dessen Instrumentenseparation nur eher durchschnittlich ist, nun plötzlich präziser spielte und einzelne Instrumente besser voneinander getrennt wurden.
Auch gewann der Bass an Präzision und Schnelligkeit, dazu wirkte der Hochton „aufgeräumter“.

Direkt danach kam mein Shure SE846 als erster meiner In-Ears zum Einsatz.
Gleich bei den ersten Takten der Musik wurde mir die wirklich präzise Raumdarstellung des GO bewusst. Der Shure ist bereits ein räumlich sehr gut und präzise spielender In-Ear (wenngleich seine Bühne im Vergleich zu anderen high-end In-Ears eher „klein“ ist), jedoch wurde dieser Eindruck in Verbindung mit dem Geek Out nochmals verstärkt. Die Instrumentenseparation wurde nochmals besser, einzelne Instrumente waren klar voneinander abgegrenzt und sauber getrennt. Auch der Tiefeneindruck gewann nochmals an Layering und Abgrenzung.
Auffallend war auch, wie trocken der Bass rüberkam mit wie präzise er einschlug. Der gesamte Tiefton war trocken, präzise und schnell. Der Ausgang des Geek Out war hier komplett frei von Weichheit und Schwammigkeit.
Im Hochton fiel mir auf, dass dieser sehr sauber, schnell und auf den Punkt kam.

Der Triple.Fi 10 ist in meinen Ohren ein In-Ear, der eigentlich keine räumliche Tiefe besitzt. Mit dem GO waren doch tatsächlich Ansätze von Tiefenstaffelung zu erkennen.

Den straffen und präzisen Bass und die geniale Räumlichkeit des UERM unterstrich der Geek Out IEM 100; der Hochton war schnell und sauber, jedoch ohne zum Nerven zu neigen.

Bei meinem Audeze LCD-X machte sich der Zugewinn an Klangqualität insbesondere in einem strafferen und festeren Bass sowie einer besseren Instrumentenseparation bemerkbar.

FRM Filter:

Der größte klangliche Unterschied zum TCM Filter besteht nach meinem Empfinden darin, dass der Klang mit dem FRM Filter etwas „smoother“ wird, ohne jedoch an Detailreichtum oder Auflösung zu verlieren.
Der Hochton und Sibilanten werden entschärft, gleichzeitig wirkt der Hochton jedoch ein wenig „schmutziger“ und weniger präzise/auf den Punkt als beim TCM Filter.
Bei schlechten und alten Aufnahmen mit unsauberem und zu lautem, verzerrendem Hochton ist der FRM Filter jedenfalls angenehmer, wenngleich der Unterschied eher subtil ausfällt.

Natürlich ersetzt der Geek Out keinen guten Kopfhörer, welcher neben der Aufnahme noch immer für den größten Teil der Klangqualität verantwortlich ist, jedoch unterstützt er deren Stärken geringfügig und bietet einen festen Bass, eine tolle dreidimensionale und präzise Raumabbildung und nicht zuletzt einen auf den Punkt genauen Hochton.
Dazu ist der Klang keineswegs leblos digital, sondern im positivsten Sinn analog, ohne jedoch Verfärbungen oder sonstiges zu haben.


Schwächen:

Hat der Geek Out denn auch Schwächen?
Neben den etwas klapprigen Tasten ist die einzige Schwäche, die ich finden konnte, die durch den Class A Verstärker große Hitzeentwicklung, die durch das Aluminiumgehäuse abgeleitet wird. Temperaturen von über 70°C sind hierbei normal und werden so auch in der Bedienungsanleitung angegeben.
Nach dem Ausstecken des Geek Out aus dem Computer kühlt das Gehäuse jedoch sehr schnell wieder ab.


Fazit:

Light Harmonic/LH Labs ist mit dem Geek Out IEM 100 ein wahrlich einwandfrei gut und sauber klingender kleiner

USB DAC-KhV gelungen, der gerade einmal so breit wie zwei handelsübliche USB-Sticks ist.
Die Ausgangsimpedanz ist selbst für kritische In-Ears perfekt, dazu ist das Rauschen auch mit empfindlichen In-Ears nur ziemlich gering und verschwindet bei der Musikwiedergabe.
Ein paar wenige Kritikpunkte gibt es auch, diese beschränken sich jedoch ausschließlich auf das recht heiß werdende Aluminiumgehäuse (das ist eben der Preis, den man für Class A Verstärkung zahlen muss) und die etwas klapprigen Tasten. Der exzellente Klang und der sehr faire Preis machen diese Schwächen jedoch allemal wett.
Einen hochwertigen Kopfhörer ersetzt der Geek Out selbstverständlich nicht, unterstützt diesen jedoch in seinen Eigenschaften und bietet eine sehr saubere und hochwertige Audiowiedergabe.

Gute Arbeit, Jungs!