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Touchscreen-Stift [Review] [Lounge-Tech] 🇩🇪



Prolog:

And now for something totally different: für Geräte mit kapazitivem Touchscreen gibt es verschiedene Touchscreen-Stifte, die eine fingerlose Eingabe ermöglichen. Die Preise reichen von ein paar Cent bis hin zu hochwertigen Geräten im mittleren zweistelligen Eurobereich."Was hat das denn bitteschön mit Hi-Fi zu tun?", mag sich der eine oder andere Leser fragen. "Nicht viel", ist meine einfache und ehrliche Antwort darauf - aber "nicht viel" bedeutet eben nicht "nichts".

Beim semi-stationären Hören von Musik kommen in manchen Haushalten NAS-Mediaserver zum Einsatz, die über ein über WiFi ins Netzwerk eingebundene Endgerät, meist Tablets oder Smartphones, gesteuert werden.
Klar, dazu kann man seine Finger verwenden, doch ist dies mit einem Eingabe-Stylus eleganter, gegebenenfalls auch bequemer und oft auch präziser (ganz abgesehen davon, dass man nicht immer saubere Finger hat).

Nun folgt der Test eines solchen billigen Eingabestiftes.

Gekauft habe ich ihn irgendwann für ca. 1,50€ bei ebay. Bei welchem Händler genau, weiß ich nicht mehr.


Verarbeitung:
Der Hauptkörper des Stiftes besteht aus einem Aluminium-Hohlrohr, der obere Teil mit dem Clip aus weicherem Kunststoff. Die "Spitze" selbst ist aus weichem Gummi gefertigt.
Das Aluminiumrohr weist leider mäßige Grate an beiden Enden auf; der Teil mit dem Clip lässt noch deutlich die Abdrücke der Gussform erkennen.
Der Stift selbst ist recht leicht.




Optik, Haptik:

Die allgemeine Optik des Stiftes empfinde ich als recht gelungen, dazu liegt er gut in der Hand, obwohl oder gerade weil er durch den (verhältnismäßig schweren) Clip nicht kopflastig abgestimmt ist.
Die Spitze ist sehr weich und flexibel, fühlt sich jedoch wider Erwarten Papier-artig an, also eben und ein wenig rau.




Praxistest:

Der Touchscreen aller meiner Geräte funktioniert eigentlich sehr gut und präzise - abgesehen vom BlackBerry Q10. Die Hardware des Touchscreens ist sicherlich nicht schlechter als bei meinem anderen Geräten, die mit iOS oder Android laufen, jedoch ist die Software-Implementierung stellenweise nicht ganz präzise ausgereift, so kommt es gerade im Browser gelegentlich vor, dass ich auf das falsche Element tippe. Das Löschen der URL-Adresse per Bildschirmberührung ist auch eine mittlere Qual und die genaue Position des Cursors im Text zu bestimmen, ist auch nicht immer ganz einfach.
Mit dem Touch-Stylus funktioniert dies alles nun hervorragend; alle Eingaben, sei es auch der kleine "x"-Button im Browser zu Löschen der URL, werden präzise ausgeführt. Für die Eingabe bedarf es auch keines großen Druckes auf den Bildschirm; ein geringer Druck mit nur geringer Kompression der Gummispitze genügt völlig.

Schlieren bilden sich beim Gebrauch auf dem Bildschirm auch nicht, jedoch habe ich ein wenig Bedenken, dass es mit der Zeit Kratzer geben könnte, was zum einen an der leicht rauen Gummi-Oberfläche (wobei diese Sorge sicherlich unbegründet ist), andererseits jedoch insbesondere an den Graten des Alu-Rohres liegt.

Mit Android-Geräten hat man zudem den Vorteil, dass der Chrome-Browser Zoom-Gesten mit einem Finger unterstützt (Doppeltippen und dann in eine Richtung ziehen), wodurch eine gänzlich fingerlose Bedienung möglich ist.

Fazit:

Halbwegs ordentlich aussehende Touch-Stifte für die Bedienung von Geräten mit kapazitivem Touchscreen gibt es auch für geringes Geld und die Eingabe funktioniert auch sehr ordentlich und präzise, jedoch ist die Verarbeitung eher mau und am Aluminium gibt es Grate.
Wer nicht viel Geld ausgeben will, kann ruhig zu einem solch billigen Stift greifen, jedoch ist auf längere Sicht die Investition in ein höherwertiges und -preisiges Modell zur Steuerung der Touch-Geräte für den Mediaserver die bessere Entscheidung.
Ich für meinen Teil bleibe jedenfalls bei der klassischen und bewehrten Finger-Eingabe.