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PaiAudio 3.14 Flat Earbuds: Koss Porta Pro im Kleinformat - Review 🇩🇪


Prolog:

Den 3.14 Flat habe ich zum vollen Preis von $20 direkt von PaiAudio erworben.

PaiAudio ist eine noch recht junge im letzten Jahr gegründete chinesische Firma mit Sitz in
Shenzhen, die sich auf die Produktion von In-Ears spezialisiert hat und laut eigenen Angaben im dreizehnköpfigen Team nationale Elite-Entwickler hat.
Die noch relativ unbekannte Firma besitzt derzeit vier Kopfhörer im Sortiment, davon einen Earbud, einen dynamischen In-Ear und zwei Balanced Armature In-Ears, wobei bis auf die Earbuds alle Modelle trotz des verhältnismäßig günstigen Preises austauschbare Kabel besitzen.

Bei der Vermarktung setzt PaiAudio auf einen Direktvertrieb auf den drei Plattformen ebay (http://stores.ebay.com/paiaudio), Amazon (http://www.amazon.com/gp/aag/main/ref=olp_merch_name_1?ie=UTF8&asin=B00ZU89S6E&isAmazonFulfilled=0&seller=A4X08XUDEJ1P3) und AliExpress (http://www.aliexpress.com/store/1738335).

Wie sich das aktuelle Einsteiger-Modell, der 3.14 Flat, schlägt, könnt ihr in meinem Review lesen.



Technische Daten:

Schallwandler: dynamisch, 13 mm
Empfindlichkeit: 110 dB (@ 500 Hz)
Tonumfang: 20 – 20000 Hz
Verzerrung: < 3% (@ 500 Hz)
Impedanz: 32 Ohm
Empfohlene Dauerleistung: 10 mW
Maximale Belastbarkeit: 30 mW
Kabel: 125 cm; gerader 3,5 mm Klinkenstecker


Lieferumfang:

Die Earbuds kommen in einer kleinen, runden, durchsichtigen Plastikdose, welche seitlich die Modellbezeichnung und technischen Daten auf einem innenliegenden Papierstreifen aufgedruckt hat.
In einen Schaumstoffblock eingesetzt befinden sich die Earbuds; darunter sind ein Kleidungsclip, zwei Paar schwarze und ein Paar rote Schaumstoffaufsätze enthalten, die sich nur durch die Farbe unterscheiden und ansonsten was die Dichte angeht identisch sind, was auch der spätere Hörtest zeigte.
Auf einen Stoffbeutel oder sonstige Transportmöglichkeit wurde verzichtet, dafür ist die zylindrische Plastik-Box, in der die Earbuds kamen, jedoch auch gut geeignet.






Optik, Haptik, Verarbeitung:

Das Kabel ist rot und wirkt einigermaßen stabil, dazu gibt es einen guten Knickschutz am Klinkenstecker. Auf einen „Chin-Slider“ wurde leider verzichtet.
Die Earbuds besitzen rückseitig belüftete transparente und sich sehr stabil anfühlende Gehäuse, durch die man das Kabel und den großen Treiber sehen kann.
Die dem Ohr zugewandte Seite besitzt eine großzügig perforierte Metallscheibe zum Schutz des Treibers und wird von einem Plastikring eingefasst.
Verarbeitungsmängel à la scharfer Kanten oder sonstige Fehler kann ich nicht erkennen.

Tragekomfort, Isolation:

Aufgrund meiner recht großen Conchas halten Earbuds häufig nicht ganz so gut wie erhofft, beim 3.14 ist dies jedoch, wie auch beim SoundMagic ES10, nicht der Fall. Aufgrund des großen Durchmessers und des schwarzen Plastikringes sitzen die 3.14 Flat bombenfest und einwandfrei ohne zu verrutschen; auch ein Handstand ist möglich, so fest und sicher sitzen sie. Aufgrund dessen kann ich das Kabel auch über die Ohren verlegen, was Mikrofonie verringert; nach unten getragen ist die Mikrofonie jedoch auch nicht übermäßig stark ausgeprägt.

Mit den aufgezogenen Schaumstoffaufsätzen ist der Halt ebenso fest, dazu wird jedoch vor allem die Identifizierung von links und rechts erleichtert, wenn man auf die rechte Hörerseite den roten Schaumstoffaufsatz aufzieht.

Zur Isolation brauche ich wohl nicht viel zu sagen, denn diese ist typisch für Earbuds sehr gering bis nicht existent, je nachdem, wie fest und dicht diese am Gehörgang sitzen.


Klang:

Den Klang habe ich mit dem iBasso DX90 und hauptsächlich FLAC- und MP3-Dateien evaluiert. Beim Testen habe ich die Earbuds sowohl mit als auch ohne Schaumstoffaufsätze verwendet, was ihr gleich jedoch auch genauer lesen könnt.

Tonalität:

Die nachfolgenden Eindrücke sind mit einem sehr festen und den Gehörgang ziemlich gut abschließenden Sitz entstanden.

Ohne Schaumstoffaufsätze:

Den Klang kann man als dunkel, warm, bassig und voluminös beschreiben. Der gesamte Bassbereich ist merklich betont, mit einem dominanten Midbass. Ein minimales Fragment an Tiefbass gibt es auch, dieses ist jedoch nicht wirklich der Rede wert. Vom Midbass über den Kickbass und den gesamten Grundton erstreckt sich die Tieftonbetonung und strahlt unten auch etwas in die präsenten Mitten herein, weshalb sich diese auf der dunklen und warmen Seite befinden, was auch am klar zurückgesetzten Präsenzbereich um 2 kHz liegt. Auch insgesamt ist der Hochton zurückgenommen, wobei es bei 6 und 10 kHz je einen Peak gibt, welche die Nulllinie jedoch nicht touchieren. Aufgrund dieser beiden Betonungen wird der Klang jedoch nicht übermäßig dumpf und erinnert auch ein wenig an den Koss Porta Pro (direkt habe ich beide jetzt aber nicht verglichen, weshalb diese Aussage nicht als Absolution dargestellt werden kann).
Im oberen Hochton ist der Pegel auch zurückgesetzt, reicht jedoch noch wahrnehmbar bis 16 kHz.

Hänge ich die Earbuds nur eher leicht in meinen Gehörgang, verlieren Midbass und Grundton an Mächtigkeit, der prominente Kickbass bleibt jedoch. Folglich verlieren die Mitten und Stimmen auch an Wärme und werden tonal korrekter.

Mit Schaumstoffaufsätzen:

Im Vergleich zu anderen Earbuds, die auch Schaumstoffaufsätze im Lieferumfang besitzen, haben diese beim 3.14 Flat keinen solch drastischen Einfluss auf die Tonalität, wirken sich jedoch trotzdem auf den Bassgereich aus:

Der Grundton, Kick- und Midbass gewinnen mit den Schaumstoffaufsätzen noch etwas an Präsenz (1-2 dB), was dem Tiefbass zugutekommt, der nun auch in den höheren Gefilden zwischen 35 und 40 Hz bei Musik hörbar wird (obgleich er auch abrollt, was aber in der Natur von Earbuds liegt), jedoch auch den Mittelton dunkler werden lässt. Die Höhen werden etwas abgedämpft, klingen gleichzeitig leider auch etwas diffus.

Auflösung:

An die Auflösung der teureren EarPods von Apple reicht die der 3.14 Flat nicht heran, beide besitzen jedoch auch eine gänzlich andere Tonalität.
Für sehr preisgünstige Earbuds geht die Auflösung gut in Ordnung und ist zur Beschallung nebenbei auch gut geeignet, jedoch weniger für ernsthafteren Musikgenuss. Hier sind viele günstige In-Ears besser, was aber auch am anderen Bauprinzip liegt.
Soweit ich es beurteilen kann, klingen Instrumente nicht übermäßig unrealistisch und der Hochton ist insgesamt auch recht fein, trotz der Unterbetonung.
Trotz der Betonung dröhnt der Bassbereich nicht zu sehr, sondern spielt eher kontrolliert, jedoch weich.

Mit den Schaumstoffaufsätzen wird der Klang etwas diffus und die Tiefen verlieren an Festigkeit und werden schwammiger, weshalb die Aufsätze hauptsächlich für diejenigen von Relevanz sein sollten, die sich noch mehr Bass wünschen.

Räumliche Darstellung:

Die Bühnendarstellung ist gut gelungen und vermittelt eine präzise Vorstellung von Räumlichkeit. Seitlich reicht die Ausdehnung sehr weit, besitzt jedoch auch noch eine ordentliche Tiefe. Die Instrumentenseparation- und Platzierung sind für Earbuds überraschend gut und fein und schlagen auch manche In-Ears bis 30€.
Die Tiefenstaffelung ist ordentlich, könnte jedoch einen Tick präziser sein.


Fazit:

Für günstige Earbuds schlagen sich die 3.14 Flat sehr ordentlich, sind jedoch der bassbetonten,
warmen und durch den zurückgesetzten Hochton auch dunklen Fraktion zuzuordnen, wobei der Bass erfreulicherweise nicht dröhnt. Mit einem etwas lockereren Sitz werden die Mitten tonal besser, sind jedoch noch immer warm.
Für Earbud-Verhältnisse reicht der Tiefton außerordentlich tief, ohne zu sehr abzufallen. Richtig gut hat mir die Bühnendarstellung gefallen, die recht präzise und räumlich ist.
Fans des Koss Porta Pro finden sicher am 3.14 Flat, der dazu noch die bessere Räumlichkeit bietet, Gefallen.

An die meisten günstigen In-Ears reicht der Klang zwar nicht heran, diesen Anspruch stellt jedoch auch kein Earbud, und der 3.14 Flat spielt für ein preisgünstiges Modell auch ganz ordentlich.

3,2 von 5 möglichen Sternen.