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AntLion ModMic 4.0 omnidirektinales Mikrofon - Review 🇩🇪

Prolog:

Vor Beginn meines eigentlichen Reviews möchte ich mich bei GTDevice LLC für das Bereitstellen eines AntLion ModMic 4.0 in der omnidirektionalen Ausführung mit Mute-Schalter (http://www.modmic.com/collections/frontpage/products/modmic-4-0-omni-directional) für meine ehrliche Einschätzung bedanken; die UVP dieser Variante beträgt 49,95$.

Die ModMics von AntLion sind besonders in Gamer-Kreisen keine unbekannten Geheimtipps mehr, sondern erfreuen sich einer nicht zu unterschätzenden Fangemeinde.
Nun falle ich sicherlich nicht mehr in das Muster des typischen Gamers und finde nicht sehr viel Zeit für Videospiele;, an manchen Abenden setze ich mich jedoch gern vor den Fernseher, um an der PlayStation 3 oder Xbox 360 eine oder zwei Stunden abzuschalten. Am PC spiele ich schon seit langer Zeit nur noch selten, jedoch starte ich zuweilen mal ein älteres Videospiel.
Die aktuelle Konsolen-Generation und neuere Videospiele interessieren mich nicht mehr so sehr, als dass ich sie kaufen wollte, und so beschränkt sich meine mit der Zeit reduzierte Sammlung auf ein Videospiel auf der Xbox, zwei auf der PlayStation und ein paar wenige digitalisierte auf dem Computer.

Das Videospiel, mit dem ich wohl die meiste Zeit verbringe, ist BurnOut Paradise für die PS3, ein Action-Rennspiel aus einer bekannten Reihe, das erstmals mit einer offen befahrbaren Welt aufwartet, in welcher sich acht Spieler gleichzeitig online aufhalten können. In BurnOut Paradise habe ich schon immer recht gern die Voice-Chat Funktion genutzt und so kamen schon ein paar interessante Gespräche mit Menschen aus der ganzen Welt zustande. Zugegebenermaßen schwindet die Community ob des Alters des Videospiels, doch findet man auch heute noch einige Mitspieler online, wenngleich auch nicht mehr so viele wie früher.
Bevor ich noch mehr abschweife, fasse ich mich kurz, indem ich sage, dass ich das ModMic hauptsächlich an der PS3 mit BurnOut Paradise, am PC mit Counter Strike (der Klassiker für Voice Chat in Spielen) sowie Skype und Audacity verwendet habe.


Mittlerweile ist das ModMic auch bei Amazon erhältlich: http://amzn.to/23VKTG5

Technische Daten:

Richtcharakteristik: omnidirektional
Frequenzgang: 30 Hz-17,5 kHz ± 3 dB
Empfindlichkeit: -26 ± 3 dB
SNR: 58+ dB
Impedanz: 2,2k Ohm
Maximale Spannung bei 2,0V: 500 µA
Maximaler Eingangspegel: 110 dB


Vorteile des ModMic:

Der auf der braunen Umverpackung prangende Slogan „Keep your Headphones, add a ModMic“ beschreibt die Vorteile des AntLion ModMic eigentlich treffend und präzise: will man sich ein Headset mit Mikrofon zulegen, hat man die Auswahl vieler Modelle in unterschiedlichen Preiskategorien. Einige davon taugen etwas, andere hingegen sind schlichtweg überteuerter Klangbrei. Eine Sache fehlt jedoch allen von ihnen: möglicherweise passen sie nicht zu den persönlichen Präferenzen, die Bauweise oder Klangsignatur betreffend, zudem habe ich noch kein
wirkliches High-End Headset im vierstelligen Preisbereich gesehen (was aus marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten aber auch sehr gut nachvollziehbar ist).
Das ModMic bietet dem Nutzer die Möglichkeit, seine Lieblingskopfhörer (seien es offene oder geschlossene) ohne viel Aufwand zu einem richtigen Headset umzufunktionieren und das Mikrofon schnell wieder entfernen zu können – gut, letztere Möglichkeit bieten auch manche „richtige“ Headsets, doch besteht bei diesen wieder das Problem, dass der Klang möglicherweise nicht zu den eigenen Vorstellungen passt.
Da durch das ModMic beinahe jeder Kopfhörer in ein Headset umgewandelt werden kann, ist die Auswahl an unterschiedlichen Modellen natürlich dementsprechend größer und durch die zwei mitgelieferten magnetischen Basisplatten (weitere sind separat erhältlich) lässt sich das Mikrofon an mehreren Kopfhörern verwenden.


„Welches ModMic ist das richtige für mich?“:

Neben der Variante mit dem Mute-Schalter gibt es noch eine günstigere, welche ohne diesen auskommt. Wer auf die Taste zum Stummschalten des Mikrofones verzichten kann und/oder Geld sparen möchte, kann zu dieser greifen. Dabei möchte ich jedoch erwähnen, dass eine schnelle Stummschaltung von Vorteil sein kann, wenn man den „virtuellen“ Gesprächspartnern Konversationen mit anderen sich im Raum befindenden Personen vorenthalten möchte.

Dann steht man natürlich vor der größeren Entscheidung, so bietet AntLion nämlich eine Variante des ModMic mit omnidirektionaler und eine mit unidirektionaler Mikrofon-Charakteristik zum gleichen Preis an. Beide Versionen haben sowohl ihre Vor- als auch Nachteile:
Mikrofone mit einer unidirektionalen Charakteristik nehmen Schall gerichtet auf, quasi wie eine bündelnde Taschenlampe, welche nur in eine Richtung Licht abstrahlt und die Bereiche neben und hinter sich dunkel lässt. Zwar wird unidirektionalen Mikrofonen eine höhere Detailtreue nachgesagt und sie nehmen kaum Umgebungsgeräusche auf, jedoch müssen sie für einen guten und konstanten Klang genau positioniert werden und sind anfälliger gegenüber Pop-Lauten.
Mikrofone mit einer omnidirektionalen Charakteristik hingegen nehmen Schall aus allen Richtungen (mehr oder weniger gleich stark) auf – man kann sich diese wie eine Lichtkugel vorstellen, welche ihr gesamtes Umfeld ausleuchtet. Dies bietet den Vorteil einer einfacheren Positionierung, bringt jedoch den Nachteil mit sich, dass Umgebungsgeräusche wie das Klackern der Tastatur oder Lüftergeräusche des Computers ebenfalls aufgezeichnet werden.

Was man bevorzugt, ist Geschmacksache; ich persönlich bevorzuge bei Headset-Mikrofonen jedoch die omnidirektionale Richtcharakteristik wegen der einfacheren Positionierung und weil ich Umgebungsgeräusche als natürlich empfinde.


Lieferumfang:

Zum ersten Mal in der Geschichte der ModMic Mikrofone kommt das Modell der vierten Generation mit einem praktischen und schützenden Aufbewahrungsetui.
Neben dem eigentlichen Mikrofon mit bereits installiertem Popschutz sind im schwarzen Etui mit Gummizügen fünf Kabelclips, zwei magnetische Basisplatten, ein separates doppelseitiges 3M Klebe-Pad, ein Alkohol-Reinigungstuch sowie eine bebilderte Bedienungsanleitung enthalten.





Optik, Haptik, Verarbeitung:

Das Mikrofon mitsamt dem Kabel ist recht klein gehalten, weshalb es nicht zu stark auffällt, was ich gut finde.

Das Kabel ist 3,3 Meter lang sowie 2,5 mm dick und endet am unteren Ende in einem dreipoligen 3,5 mm Klinkenstecker mit Knickschutz; direkt darüber befindet sich ein Klettband zum besseren Kabelmanagement beim Verstauen.
Etwa auf Schulterhöhe befindet sich der Mute-Schalter, welcher klein im Profil ist und sich gut bedienen lässt, am Kabel jedoch leider keinen Knickschutz besitzt. Vom Kabel sprechend: unterhalb des Mute-Schalters ist dieses etwas steif, darüber jedoch überraschenderweise sehr flexibel.

Der Übergang vom Kabel zum sehr flexiblen Tonarm ist mit einem Knickschutz versehen; direkt
darauf folgt das Befestigungselement, welches clevererweise am Tonarm verschraubt ist und damit zulässt, diesen in der Länge anzupassen und das Mikrofon sowohl rechts als- auch linksseitig anzubringen. Die Befestigungsplatte mit ihrem Gegenstück hält das Mikrofon magnetisch sicher an der Basisplatte fest, ist jedoch nicht zu stark, weswegen man das Mikrofon einfach wieder abnehmen kann. Die ineinander greifenden Zacken verhindern unerwünschte Drehungen.
Der Tonarm ist sehr flexibel und lässt sich gut ausrichten; das Mikrofon selbst ist auf der Vorder- und Rückseite mit jeweils neun Löchern perforiert und optisch meiner Meinung nach nicht unbedingt ein Highlight, wird vom Popschutz jedoch ästhetisch verdeckt.





Installation:

Die eigentliche Installation verläuft recht simpel: auf dem Kopfhörer sucht man sich eine etwa 0,5 cm große Stelle aus, auf der das Mikrofon angebracht werden soll, daraufhin hält man es probeweise an jenen Platz. Passen Position und Abstand, kann man die Stelle am Kopfhörer mit dem mitgelieferten Alkohol-Reinigungstuch von Schmutz und Hautfett befreien, an der Basisplatte die Schutzfolie entfernen und das Mikrofon schließlich so anbringen, dass es sich auf Mundhöhe befindet und seitlich des Mundes, neben dem Luftstrom, steht.
Ist dies erledigt, kann man den Tonarm gegebenenfalls noch ein wenig justieren.
Mithilfe der fünf mitgelieferten Kabelclips lässt sich das Kabel des Mikrofons mit dem des Kopfhörers fusionieren, wobei die Clips für manche Kopfhörerkabel gegebenenfalls nicht groß genug sein könnten – in dem Fall helfen entweder Kabelbinder oder Klettband.

Wer möchte, kann nun an einem weiteren Kopfhörer eine Basisplatte auf die gleiche Art und Weise anbringen.



Klang:

Wie bereits weiter oben geschrieben, verwendete ich für den Test das ModMic am Computer (Counter Strike, Skype, Audacity) mit an der Onboard-Soundkarte als Mikrofoneingang (welcher recht gut ist und über das gesamte Frequenzspektrum linear aufzeichnet, weshalb ich diesen auch für Messungen von Hi-Fi-Geräten verwende) und an der PlayStation 3 (BurnOut Paradise), an welcher ich das ModMic mithilfe einer günstigen USB-Soundkarte nutzen konnte.
Für den Aufnahmetest in Audacity waren alle Mikrofon-Verbesserungen deaktiviert.

Tonalität:

Mit Popfilter: Das Mikrofon ist ein wenig mittenbetont abgestimmt, mit leicht abrollenden Tiefen und Höhen. Aufgenommene Stimmen klingen leicht warm, obenrum fehlt es ein wenig an Brillanz und Hochton – wobei dies so nicht wirklich stimmt, die Mitten sind einfach einen Tick präsenter (nicht viel, jedoch hörbar). Der Klang allgemein wirkt etwas weich, scharfe Zischlaute oder Plopp-Geräusche werden jedoch durch den Popschutz sauber herausgefiltert.

Ohne Popfilter:
Bei abgenommenem Popfilter wird die Klarheit etwas gesteigert und der Hochton gewinnt etwas an Energie, dennoch sind Stimmen noch etwas auf der dunkleren Seite. Die Detailfülle bei Stimmen nimmt etwas zu, jedoch sind Plopp- und Zischlaute präsenter, wenngleich noch recht gering ausgeprägt, weshalb eine störungsfreie Verwendung ohne den Schaumstofffilter problemlos möglich ist.

Allgemein ist, durch die omnidirektionale Aufnahmecharakteristik bedingt, noch positiv anzumerken, dass das Mikrofon, wie erwartet, recht unkritisch bezüglich der Positionierung ist und eine Platzierung etwas weiter vorne oder etwas weiter seitlich noch zu tadellosen Ergebnissen führt.

Rauschen:

Der Signal-Rauschabstand von 58 dB (je größer der Wert, desto besser) ist eher Mittelmaß und klar unterhalb von Studio-Mikrofonen anzusehen.
Beim Sprachkonferenzen fällt das Rauschen (sofern der Mikrofoneingang selbst rauscharm ist) nicht unangenehm auf und ist zwar vorhanden, jedoch noch relativ leise ausgeprägt und nicht störend, bei Sprachaufnahmen hingegen ist das Rauschen etwas präsent, lässt sich jedoch per Software gut herausfiltern.

Sprachverständlichkeit:

Die Sprachverständlichkeit des ModMic stellt sich für den Preis und für ein Headset-Mikrofon als gut heraus, mit einer kräftigen und gut verständlichen Stimmwiedergabe. Hier gibt es eigentlich nichts zu bemängeln, da das Mikrofon viele günstige und mittelpreisige Headsets übertrifft. Wie auch bereits oben geschrieben, bleibt die Stimme auch bei „off-axis“ Positionierung relativ unverändert.


Fazit:

Das ModMic von AntLion ist ein überzeugendes Produkt, welches klar eine Alternative zu fertigen
Headsets darstellt: man kann seine eigenen Kopfhörer mit nur geringem Aufwand zu einem vollwertigen Headset umfunktionieren und durch die magnetische Halterung auch schnell wieder entfernen, wodurch der Kopfhörer auch wieder als solcher verwendet werden kann - auch in der Öffentlichkeit (wer läuft denn schon gern mit einem Headset-Mikrofon durch die Straßen?!).
Praktischerweise wird das ModMic 4.0 (zum ersten Mal in der Reihe) mit einem Aufbewahrungsetui geliefert, welches einen sicheren Transport gewährleistet.
Die Sprachverständlichkeit ist gut, wenngleich das Mikrofon Stimmen etwas weniger naturgemäß wiedergibt. Die omnidirektionale Ausführung ist zudem noch die Positionierung betreffend recht unkritisch.
Das Material betreffend gibt es nicht viel, das verbessert werden könnte, jedoch könnte das Kabel unterhalb des Mute-Schalters, an dem ich einen Knickschutz vermisse, flexibler sein.

Alles in Allem bekommt das gut durchdachte ModMic von mir eine Gesamtbewertung von 85 Prozentpunkten.