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Brainwavz HM2 - Review 🇩🇪

Prolog:

Kürzlich hat Brainwavz ein neues Modell, den portablen, kabelgebundenen Over-Ear Kopfhörer namens HM2 (http://www.brainwavzaudio.com/products/hm2-headphones?variant=6644195525), vorgestellt.
Kurze Zeit darauf erhielt ich von Brainwavz‘ (/GPGSHKs) Pandora eine Einladung, den geschlossenen Bügelkopfhörer zu testen, was ich nicht ausschlug, und so erreichte mich das Paket bereits kurze Zeit später.


Erhältlich ist der Kopfhörer mittlerweile auch bei Amazonhttp://amzn.to/23VKEL9

Technische Daten:

UVP: 49.50$
Typ: ohrumschließend, geschlossen
Treiber: dynamisch, 40 mm
Impedanz: 32 Ohm
Frequenzgang: 10 Hz ~ 10 kHz
Empfindlichkeit: 104 dB bei 1 mW
Maximale Eingangsleistung: 100 mW


Lieferumfang:

Auf der Vorderseite der kompakten Verpackung befindet sich ein großes Bild des Kopfhörers; auf den Seiten sieht man neben einer (sehr treffenden) Klangbeschreibung piktografisch dargestellt den Lieferumfang inklusive Benennung sowie Beschreibung. Die Rückseite gibt die technischen Daten an.
Durchbricht man die drei Siegel auf der Oberseite und öffnet den Deckel, findet man im Inneren des Kartons ein stabiles, hochwertiges Aufbewahrungsetui im für Brainwavz typischen schwarz-roten Design vor, welches den Kopfhörer, die beiden Kabel sowie eine Garantiekarte enthält.








Optik, Haptik, Verarbeitung:

Das Gehäuse des Kopfhörers besteht aus Kunststoff und besitzt auf der Außenseite eine
mattschwarze Soft-Touch Oberfläche, die Innenseiten sind matt-grau und besitzen Seitenmarkierungen. Außen auf den Hörermuscheln gibt es einen Plastik-Zierring im Chrom-Look sowie einen kleinen Brainwavz-Schriftzug, oben auf dem Kopfband (das auf der Innenseite überraschenderweise nicht gepolstert ist, aber dazu mehr im „Tragekomfort“-Abschnitt) befindet sich ein großer.
Der Metall-verstärkte Verstellmechanismus, oberhalb dessen sich das Gelenk zum Zusammenklappen der Hörermuscheln befindet, besitzt gut fühl- und hörbare Rasten.
Die Kunstlederpolster des leichten Kopfhörers sind grau, sehr weich sowie ordentlich vernäht und lassen sich um 360° drehen.
Auf der linken Seite rastet der 3,5 mm Klinkenstecker sicher und fest ein.

Der Kopfhörer scheint recht robust, besitzt aber eine für die Soft-Touch Oberfläche typische, bei naher Betrachtung günstig wirkende Erscheinung, sieht aus einer etwas größeren Entfernung jedoch nicht mehr so billig aus.

Das Aufbewahrungsetui wirkt hochwertig, ist praktisch und bietet neben gerade ausreichend Platz für
den zusammengefalteten Kopfhörer noch eine Tasche mit Stauraum für das zweite Kabel oder Audio-Equipment. Zwar passt der Kopfhörer mit angeschlossenem Kabel in das Case, doch wird es nah des Steckers stark gebogen, weshalb man es vor dem Verstauen abstecken sollte.
Keine Kritik, jedoch eine Anregung an Brainwavz für zukünftige Modelle: ein Karabinerhaken oder wenigstens eine kleine Schlaufe an der Außenseite wäre praktisch.

Das Mikrofon-Kabel mit der Fernbedienung besitzt einen angenehmen Druckpunkt der gut fühlbaren Taste sowie einen analogen Lautstärkeregler – dieser bietet zwar den Vorteil, an jedem Gerät zu funktionieren, doch kann er mit der Zeit verschleißen und aussetzen (meiner Meinung nach hätte man ihn weglassen sollen). Der Knickschutz ist an allen Übergängen gut ausgeprägt; das Kabel besitzt (wie auch das andere) mit 1,2 m eine angenehme und für den portablen Gebrauch gute Länge.
Das normale Kabel ist leider weniger gut: im Gegensatz zum Fernbedienungs-Kabel ist es nämlich nicht rund, sondern flach und besitzt keinen Knickschutz – ein wenig schade ist dies schon.




Tragekomfort, Isolation:

Ich besitze recht große Ohren, weswegen diese nicht ganz in die Ohrmuscheln hinein passen – die Polster bilden für mich also eine Art Hybrid zwischen On- und Over-Ear (Menschen mit kleinen oder durchschnittlich großen Ohren dürften keine Probleme mit der Größe haben). Zwar bekomme ich einen guten Seal (die Polster sind weich und passen sich gut an), doch drücken die Polster deshalb nach einiger Zeit etwas bei mir (~ > 60 Minuten), sind jedoch (noch) nicht schmerzhaft, da sie wie gesagt recht weich sind.
Zu meiner Überraschung ist das Kopfband nicht gepolstert, zu meiner noch größeren Überraschung jedoch fällt dies nicht negativ auf – weswegen? Nun, erstens ist der Kopfhörer sehr leicht, und zweitens ist der Anpressdruck etwas höher als durchschnittlich (geringer als ein Sennheiser HD 600, jedoch glücklicherweise klar fester als ein Shure SRH440), weshalb der Kopfhörer sicher sitzt und kaum Druck von oben kommt. Einen Nachteil bringt das Fehlen der Polsterung am Kopfband jedoch, nämlich für Menschen mit eher kleinem Kopf (ich etwa) und Kinder: bei diesen kann der Kopfhörer oben etwas zu viel Spiel haben, bei mir genügt die Größe bei 0-1 Rasten je Seite jedoch gerade so, dass der Kopfhörer von oben auch gut sitzt.
Bis auf die (aufgrund meiner großen Ohren) nach einer gewissen Zeit etwas drückenden Ohrpolster ist der Komfort also exzellent und Mikrofonie wird vom Kabel auch nicht übertragen.




Die Geräuschisolation ist eher mittelmäßig ausgeprägt (geringer als beim Shure SRH440, jedoch klar höher als beim MEElectronics Air-Fi Matrix²), dafür werden Umgebungsgeräusche jedoch natürlich und unverfälscht bedämpft.



Fernbedienung, Mikrofon:

Über das Fernbedienungs-Kabel habe ich weiter oben bereits etwas geschrieben, also gehe ich hier nun lediglich auf das Mikrofon ein: die übertragene Sprache wirkt natürlich, könnte jedoch gern eine Spur klarer und detailreicher sein – im Großen und Ganzen gehört das Mikrofon jedoch zu den besseren.


Klang:

Den einfach anzutreibenden Kopfhörer habe ich hauptsächlich mit meinem iBasso DX80, DX90 sowie iPhone 4 evaluiert. Hauptsächlich kamen FLAC-Dateien zum Einsatz, doch verwendete ich auch ein paar MP3s und WAVs.
Sicherheitshalber habe ich den HM2 eingespielt, obwohl ich eigentlich kein Burn-In Mensch bin.

Tonalität:

Die von Brainwavz angegebene tonale Richtung ist ziemlich treffend: der HM2 klingt sanft, bassig, dunkel und auch etwas warm – eine Klangsignatur, die viele für mobiles Hören bevorzugen.

Bei ca. 700 Hz beginnt die Grundtonbetonung, welche sich im Bassbereich bis ca. 45  Hz erstreckt. Die größte Betonung findet im unteren Grundton, Kick- sowie Midbass statt, wo der Pegel etwa 9 dB nördlich von neutral (Etymotic ER-4S) liegt. Tiefbass kann der Kopfhörer auch wiedergeben und reicht noch mit ausreichend Druck in meinen Ohren bis 30 Hz.
Der Mittelton befindet sich auf der etwas dunkleren und auch wärmeren Seite; um 1 kHz ist der Pegel in meinen Ohren etwas zurückgesetzt, bei 1,7 kHz jedoch nicht mehr.
Oberhalb von 2,5 kHz befindet sich der Hochton klar im Hintergrund und ist sehr gleichmäßig, ohne Betonungen oder Einbrüche (persönlich hätte ich mir vielleicht eine kleine Betonung um/vor 10 kHz gewünscht). Oberhalb von 10 kHz ist der Tonumfang auch gut.

Auflösung:

Für den Preis ist die Detailfülle ordentlich und befindet sich stellenweise oberhalb der des MEElectronics Air-Fi Matrix². Der Bass des HM2 ist insgesamt etwas fester und kontrollierter, doch ist der MEE im Tiefbass ein wenig schneller.
Was mich beim Brainwavz persönlich ein wenig stört, ist die durch die Abstimmung bedingte Wolligkeit und der daraus entstehende Schleier, wodurch Stimmen und der gesamte Klang etwas wie hinter einem Vorhang erscheinen, obwohl der HM2 in den Mitten etwa minimal mehr Details als der Matrix² aufdeckt.

Wie auch der MEE befindet sich der HM2 Auflösungs-mäßig mindestens eine halbe Klasse unterhalb des Shure SER440, welcher hörbar mehr Details aufdeckt, natürlicher klingt und den schnelleren sowie kontrollierteren Tiefton besitzt – nicht arg überraschend beim doppelten Preis des Shure.


Räumliche Darstellung:

Wie bei den meisten geschlossenen Kopfhörern fällt die Bühne des Brainwavz HM2 eher klein aus, bietet jedoch trotzdem etwas Räumlichkeit (und spielt damit etwa nicht so klein wie der Sennheiser Amperior). Das Verhältnis zwischen Breite und Tiefe wirkt (trotz des begrenzten Raumes) ausgeglichen.


Fazit:


Für den Preis bietet der Brainwavz HM2 einen guten Gegenwert für das Geld. Die Klangsignatur ist für den portablen Gebrauch gut geeignet, sanft sowie bassig und macht Spaß. Die Bühne ist eher klein (typisch für die meisten geschlossenen Kopfhörer); die Detailauflösung ist für den Preis ordentlich, doch wirkt der Klang aufgrund der Abstimmung etwas verhangen.
Ende des Jahres hat Brainwavz mit dem HM2 nochmal ein zufriedenstellendes Produkt auf den Markt gebracht.
3,5 von 5 Sternen.