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UPQ Q-music QE80: "Des Fidue A83s türkise Kleider", oder "Ein extrem gut gelungener hybrider In-Ear" - [Review] 🇩🇪

Prolog:

Mein Dank gilt DMM.make für das Organisieren eines Exemplars der In-Ears für einen ehrlichen, unbefangenen Test.

Habt ihr schon mal von „UPQ“ gehört? Ich zumindest nicht, bis ich vor nicht allzu langer Zeit zufällig auf einen In-Ear der Firma stieß.
Aber mal schön der Reihe nach: UPQ (http://upq.me/en/) sitzt in Japan und ist ganz neu auf dem Markt – die Firma wurde am ersten Juli 2015 gegründet. Sieht man sich das Produktportfolio des Neueinsteigers an (neben drei In-Ears, einem Bluetooth-Lautsprecher sowie einer Designer-Tastatur vertreibt das Unternehmen auch eine LED-Lampe und Steadycam für Smartphones), fällt insbesondere eines auf: alle Produkte sind in der Farbe Türkis gehalten, was ein ziemliches Alleinstellungsmerkmal ist und das Design somit einzigartig macht sowie von der Konkurrenz abhebt. Die Produkte von UPQ werden international exklusiv von DMM.make vertrieben, mit Standpunkten in Deutschland (für den europäischen Markt), China, Japan, Amerika und demnächst auch Indien (http://make.dmm.com/global/en/about/%3Bjsessionid=8F935C9E5F9CA26574B31891A52550C6.web02).

Das Audioprodukt von UPQ, das ich hier ausführlich testen werde, ist der hybride In-Ear namens Q-music QE80, ein Triple-Driver mit drei akustischen Wegen.
Schön und gut – aber kann man dem Unternehmen denn überhaupt trauen und eine gute Klangqualität erwarten, so neu wie es auf dem Markt ist? Die Antwort lautet definitiv ja, denn sowohl der QE50 als auch der QE80 sind nach UPQs Design-Spezifikationen vom bekannten und etablierten Hersteller Fidue als OEM-Auftrag hergestellt worden, und der QE80 ist unverkennbar das OEM-Produkt des A83 mit anderem Farbschema, den UPQ Logos sowie einem etwas abgewandelten Lieferumfang. Und das richtig Interessante am QE80 ist, dass sein Preis unterhalb des A83 angesiedelt ist.

Erhältlich ist der QE80 mittlerweile auch über Amazon Deutschland von DMM.make unter dem verkäufer-Namen „DMM.make Europe“: http://amzn.to/1WL8XsT



Technische Daten:

UVP: 239$
Treiber: 1x 10 mm dynamisch, 2x Balanced Armature
Frequenzgang: 20 Hz – 20 kHz
Impedanz: 11 Ohm
Dauerbelastbarkeit: 5 mW
Maximale Belastbarkeit: 10 mW
SPL: 106 dB
Kabellänge: 1,35 m


Über hybride In-Ears:


Wie man den technischen Daten bereits entnehmen kann, unterscheidet sich der QE80 von den meisten gängigen In-Ears und setzt nicht lediglich auf dynamische oder Balanced Armature Schallwandler, sondern kombiniert beide – bei ihm handelt es sich um einen hybriden In-Ear, einer in den letzten Jahren vermehrt aufkommenden Bauweise.

Die meisten In-Ears verwenden dynamische Treiber für die Audiowiedergabe. Diese haben den Vorteil, ohne allzu großen Aufwand das gesamte für den Menschen hörbare Frequenzspektrum abzudecken und ebenfalls ohne große Mühe einen stark angehobenen Bassbereich zu erzielen. Hochwertigen dynamischen In-Ears wird allgemein ein körperhafter, musikalischer Bassbereich nachgesagt, der im Ausklang jedoch meist eher weich als hart und analytisch ist. Im Gegensatz zu anderen Wandlerprinzipen besitzen dynamische Treiber jedoch meist auch eine etwas niedrige Detailauflösung.

Im höherpreisigen und professionellen Bühnenbereich findet man fast nur In-Ears mit Balanced Armature Treibern vor, welche in der Regel eine höhere Auflösung als ihre dynamischen Konsorten besitzen und sehr detailreich, schnell, präzise und auch sehr pegelfest aufspielen, was insbesondere für Bühnenmusiker von Bedeutung ist. Auf der Schattenseite steht, dass ein einzelner BA-Treiber kaum oder nur mit größerem Abstimmungsaufwand den größten Teil des hörbaren Frequenzspektrums abdecken kann und dabei nur mit größerem Aufwand, wie mehreren und voluminösen Treibern für den Tiefton in der Lage ist, extremere Betonungen zu erzielen. Einige Menschen empfinden den Klang von In-Ears mit BA Treibern auch als analytisch, leblos, klinisch oder kalt (in meinen Jahren der Mitgliedschaft, Reviews und Kaufberatung in einem großen deutschen Onlineforum für Audio sind mir diese Begriffe schon mehrfach in Bezug auf die Wahrnehmung von BA-basierten In-Ears, insbesondere bezogen auf den Tiefton,  begegnet).

Hybride In-Ears vereinen die positiven Aspekte aus beiden Welten und setzen auf einen dynamischen Schallwandler für die tiefen Frequenzen und mindestens einen BA Wandler für die mittleren und hohen. Dadurch bleien der Körper und der oft als „musikalisch“ beschriebene Charakter des dynamischen Basses und die Detailauflösung und Präzision des Balanced Armature Mittelhochtöners erhalten – und auf genau diese hybride Technologie setzt UPQ/Fidue mit seinem Q-music QE80 und spricht damit diejenigen an, welche den klinisch-schnellen Bass eines BA-Treibers als unnatürlich empfinden, jedoch die Auflösung, Schnelligkeit und Präzision in den Mitten und Höhen beibehalten wollen.


Lieferumfang:

Dieser Abschnitt ließe sich eigentlich in einem Satz zusammenfassen, denn der Lieferumfang des QE80 besteht nur aus dem Nötigsten.
Die stabile weiße Verpackung aus Karton mit dem silberfarbenen UPQ-Logo auf der Vorderseite wird von einem vorn und hinten durchsichtigen sowie an den Seiten türkisfarbenen Plastik-Schuber zusammengehalten. Im Inneren der Karton mit weißem Schaumstoff gefüttert, der eher durchschnittlich anmutet und als Polstermaterial in Stühlen wohl besser aufgehoben wäre.
Neben der Garantiekarte und den In-Ears selbst findet man lediglich drei Paar an Silikonaufsätzen sowie ein Aufbewahrungsetui mit UPQ-Branding vor, das auch beim Fidue A73 verwendet wird.








Optik, Haptik, Verarbeitung:

Die Außenseite der In-Ears besteht aus silberfarbenem Metall mit UPQ-Logo und besitzt ein dreidimensionales, Schuppen-artiges Muster. Die Innenseite besitzt die für UPQ typische türkise Färbung und ist semitransparent, wodurch man die zwei kleinen BA-Treiber und den vergleichsweise großen dynamischen Woofer erblicken kann.

Das Kabel, dessen 3,5 mm Klinkenstecker ebenfalls einen türkisfarbenen Ring besitzt, ist vieradrig, verdrillt, silberfarben und erinnert in seiner Beschaffenheit und Materialaufmachung an das meines UERM. An allen Stellen gibt es einen sehr guten Knickschutz und die Ohrbügel besitzen den typischen formbaren Draht. Einzig ein Kinnschieber fehlt.
Überdies besitzen die In-Ears zusammen mit dem Kabel koaxiale MMCX-Stecker, die jedoch untypischerweise nicht frei beweglich sind, sondern recht fest sitzen und sich durch ihre proprietäre Form nicht im Geringsten drehen lassen, was die Abnutzung deutlich minimiert.

All dies macht einen sehr guten Eindruck auf mich.






Tragekomfort, Isolation:

Die Form der In-Ears ist sehr ergonomisch, weshalb sie sehr gut in meinen Ohren sitzen, was jedoch auch meist so ist, da ich recht große Ohrmuscheln besitze. Wem In-Ears von Westone und Shure sehr gut passen, der wird, was den Tragekomfort betrifft, sehr wahrscheinlich auch mit dem QE80 seine Freude haben.

Wie auch im höheren Preisbereich ist es bei den QE80 In-Ears vorgesehen, diese mit den Kabeln über den Ohren zu tragen, was sowieso nur Vorteile bietet und ich deshalb auch generell so gut wie alle meiner In-Ears so trage (auch diejenigen, bei denen dies nicht unbedingt vorgesehen ist).

Trotz des Fehlens eines Kinnschiebers ist der Tragekomfort (zumindest für mich) sehr gut, bei praktisch nicht vorhandener Mikrofonie.

Trotz zwei kleinerer Belüftungsöffnungen (eine vor und eine hinter dem dynamischen Treiber) ist die Geräuschisolation im Hochton gut, lässt gen Mittelton und Bass jedoch hörbar nach.


Klang:

Zum Hören verwendete ich hauptsächlich meinen iBasso DX90 sowie FiiO X3, jedoch kamen auch der iBasso DX80, LH Labs Geek Out IEM 100, HiFiMe 9018d (hauptsächlich für die Sweeps) und mein für Musik optimiertes iPhone 4 zum Einsatz.
Die hauptsächlich gehörte Musik lag im 16 Bit/44,1 kHz FLAC-Format vor (Rips meiner CDs), doch nutzte ich auch einige Copyright-freie 320 kBps MP3s und käuflich erworbene Hi-Res FLAC und DSD-Dateien (ausschließlich aufgrund des Masters und nicht wegen der angeblichen Höherwertigkeit des Formats).
Obwohl ich kein Anhänger der Burn-In Theorie bei Kopfhörern bin, habe ich den QE80 sicherheitshalber vor dem ersten Hören 50 Stunden lang mit Rausch- und Sinussignalen eingespielt.
Zum Hören kamen die größten mitgelieferten Silikonaufsätze zum Einsatz.

Tonalität:

Der tonale Charakter des QE80 lässt sich am besten als „Badewanne mit fokussiertem Midbass, unterem Grundton und oberem Hochton“ zusammenfassen.

Der Bassbereich ist um etwa 7 dB im Vergleich zu einem strikt neutralen In-Ear wie dem Etymotic ER-4S angehoben, erscheint jedoch recht typisch für den dynamischen Treiber geringfügig gewichtiger.
Von etwa 500 Hz abwärts an beginnt der Tiefton anzusteigen und bildet etwas unter 200 Hz den Höhepunkt, der bis ca. 40 Hz linear aufrecht gehalten wird. Ab da, also im Tiefbass, rollt der Pegel geringfügig ab. Der Übergang vom Bassbereich in den Grundton erfolgt dabei recht gleichmäßig und eben, dennoch besitzt der untere Grundton etwas Fülle, die für eine gewisse Wärme im Bass verantwortlich ist, jedoch etwas weniger als beim Fidue A73, der mehr unteren sowie mittleren Grundton besitzt.
Von 1 bis 3 kHz steigt der Pegel im Mittelton gleichmäßig ein wenig an, was zur Folge hat, dass hohe Stimmen sowie Obertöne einen geringfügigen Hang zum Hellen besitzen, was jedoch in meinen Ohren überraschend nicht zur Folge hat, dass die Tonale Balance in den Mitten ins Verfälschte abdriftet, sondern tonal noch immer sehr korrekt erscheint. Im Vergleich fällt der Mittelton des DUNU DN-2000J etwa eine ganze Ecke heller und dünner aus.
Von 3 bis 4,3 kHz fällt der Pegel dann ab; hier (bei 4,3 kHz) befindet sich dann die tiefste Senke, und eben genau diese ist es, die dafür sorgt, dass die tonale Balance im Mittelton stimmt und er nicht zum Hellen oder Dünnen überläuft (da der DN-2000J hier in den mittleren Höhen etwas zu präsent ist und er den oberen/unteren Hochton nicht durch eine Senke in den mittleren Höhen ausgleicht, klingen die Mitten und Stimmen bei ihm etwas zu hell – was die einzige Schwäche ist, die der DUNU in meinen Ohren hat, der Rest ist nämlich fabulös). Von da an steigt der Pegel dann wieder an und formt zwischen 7 und 10 kHz eine gleichmäßige Betonung, die oberhalb der Nulllinie liegt. Blicken wir über 10 kHz hinaus, ist der Superhochtonumfang bis 14 kHz noch gut.
Der Hochton ist hier sehr gut gelöst – die Betonung in den oberen Höhen fällt nicht zu stark aus und sorgt lediglich für einen subjektiv punktgenauen Ausgleich des Bassfundaments, ohne spitz, metallisch oder zu unnatürlich zu wirken. Von der Balance ist dies eine der besten Hochtonbetonungen, denen ich begegnet bin.

Einen Schnitzer leistet sich der QE80 doch, so tönen Instrumente im Bereich der unteren Höhen, wie etwa Trompeten, etwas verfälscht - das war es aber auch schon in meinen Ohren.

Die Bassbetonung des dynamischen Woofers sorgt für genug Rumpeln und Fundament im Tiefton, der Mittelton ist trotz der eher badewannigen Abstimmung sehr gut gelöst und klingt weder distanziert, dünn noch blutleer, wie man es manchmal bei dieser Art von Tuning erfährt. Der Hochton ist, wie gerade erst beschrieben, extrem gut gelöst und klingt natürlich – das machen manche andere teurere In-Ears mit Höhenbetonung teils nicht ganz so gut.
Ganz ehrlich, Benny Tan, Fidues Toningenieur, hat hier, was die tonale Abstimmung angeht, ein Meisterwerk geschaffen, dessen Frequenzbereiche perfekt aufeinander abgestimmt sind.

Auflösung:

Der QE80 gibt sich hier auch keine wirkliche Blöße: er klingt schnell und detailliert, mit einer homogenen Verteilung der Auflösung.
Der Bass ist für einen dynamischen Treiber gut gemacht und klingt recht kontrolliert, befindet sich im Ausklang hingegen etwas auf der weicheren Seite, ohne jedoch zu langsam zu wirken (schnelle Doppelbass-Töne kann der QE80 so etwa ohne viel Matschen noch wiedergeben), ist damit dem Tiefton des Fidue A73 also nicht ganz unähnlich, klingt jedoch etwas knackiger, schneller und kontrollierter. Als Resultat schafft der In-Ear dadurch einen sehr schönen und „greifbaren“, natürlichen Basskörper mit einer Magie, die in Richtung des DUNU DN-2000J geht, der jedoch noch ein Stück schneller zu Werke geht, ohne jedoch den Körper zu verlieren.
Die Schnelligkeit und Präzision eines guten geschlossenen BA-Basses erreicht der dynamische Treiber des QE80 nicht, was aber auch vorhersehbar war und nicht sonderlich überraschend ist, so legt ein dynamischer Woofer seinen Fokus auch auf andere Werte wie „Natürlichkeit“ sowie Basskörper, und eins kann ich dabei sagen, der QE80 macht seine Sache hier wirklich gut. Was ich höre, gefällt mir für die Momente, wenn ich eher nach einem ausgewogen spaßigen In-Ear greifen möchte, der einen gtößeren Wert auf den Basskörper als auf absolute Geschwindigkeit und Knackigkeit legt, und ich mag den UPQ sehr.

In den Mitten und Höhen übernimmt dann je ein Balanced Armature Treiber die Tonwiedergabe und sorgt sodann in diesen Bereichen für ein hohes Detailniveau, mit wirklich sehr schönen Details im Bereich der Stimmen – man meint, alle feinen Nuancen der Sänger wahrnehmen zu können. Danach folgt der trotz der bei den obersten Tönen größeren Präsenz wunderschön gleichmäßig klingende Hochton, welcher keine Spitzen aufweist und dadurch sehr harmonisch und natürlich erscheint.

Räumliche Darstellung:

Ja, auch in Sachen Bühnenreproduktion weiß der QE80 insgesamt sehr zu gefallen. Der präsentierte Raum ist dabei ziemlich groß, mit einer schönen, gleichmäßigen und authentisch erscheinenden Ausdehnung in die Tiefe, Breite und Höhe. In ihrem Charakter wirkt die Bühne dabei in etwa so unbeschwert wie beim UERM, InEar StageDiver SD-2 und DUNU DN-2000J, besitzt jedoch nicht ganz die fast schon messerscharfe Präzision bei der Instrumentenplatzierung wie der DUNU, Ultimate Ears oder FLC8s.
Variable Nähe und Weite kann der In-Ear dabei recht gut wiedergeben, zur Perfektion fehlt ihm hierbei lediglich ein ganz kleiner Hauch mehr Präzision bei der Trennung und insbesondere Platzierung von Instrumenten.

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Randnotiz des Autors: Ich liebe diese In-Ears – sie generieren ein wirklich gutes Mitwipp-Gefühl und lassen einen förmlich in die Musik eintauchen, die Umgebung vergessen und im Rhythmus mitgrooven. Der UPQ Q-music QE80, Fidues OEM-Version des A83 nach den Design-Spezifikationen von UPQ, übernimmt alles, was ich am Fidue A73 liebe, und verbessert dies um eine bis zwei Klassen, jedoch mit etwas weniger Wärme und mehr Glitzern. Von den fünf hybriden In-Ears, die ich aktuell zur Hand habe, ist der QE80 subjektiv mein Favorit. Bedeutet dies auch, dass er objektiv besser als die anderen ist? Nein, nicht zwangsweise – der (teurere) FLC8s löst zum Beispiel höher auf, bietet die höhere Geschwindigkeit sowie schärfere Instrumententrennung, und der (ebenfalls teurere) DN-2000J klingt noch etwas „magischer“ im Tiefton, bei einer für einen dynamischen Treiber sehr hohen Geschwindigkeit zusammen mit einem gleichzeitig schönen, „fühlbaren“ Körper sowie einer präziseren Bühne, und der Primacy klingt im positiven Wortsinn unauffällig sowie unaufregend und sanft. Dennoch, aus all den fünf hybriden In-Ears ist der QE80 persönlich mein Liebling und kombiniert eine gute Räumlichkeit mit einer sanften, nicht nervigen und gut gemachten Badewanne in Verbindung mit einem schönen Basskörper sowie kontrollierten Tiefton.
Aber nun zurück zu den etwas objektiveren Beschreibungen und Direktvergleichen:

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Im Vergleich mit anderen hybriden In-Ears:
Fidue A73:
Beide In-Ears haben mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede, doch ist der Triple-Driver QE80 dem Dual-Driver A73 in so gut wie allen Kategorien um mindestens eine Klasse überlegen.
Im Tief-, Mid- und Oberbass ist die Bassquantität beider In-Ears gleich, doch besitzt der A73 mehr unteren sowie mittleren Grundton, weshalb er auch fülliger und wärmer als der UPQ klingt.
Im Mittelton klingt der QE80 gen den oberen Mitten/unteren Höhen heller, ohne jedoch wirklich verfärbt zu erscheinen. Insgesamt ist der QE80 eher eine aufeinander perfekt abgestimmte Badewanne, der A73 hingegen eher eine dunkle und warme Badewanne.
Der UPQ klingt durch die Bank detaillierter und präziser, besitzt zudem auch den schnelleren Tiefton.
Die Bühne des QE80 ist etwas größer, bietet jedoch vor allem die größere Ausdehnung mit genauerer Platzierung und Staffelung.
Unbestreitbarer Sieg für den UPQ.

Oriveti Primacy:
Der Primacy besitzt den flacheren und tiefer reichenden Bass, mit weniger Grundtonwärme und dadurch weniger empfundener Fülle. Den Mittelton interpretiert der QE80 etwas heller als der Primacy, jedoch klingen hier beide für mich ebenbürtig korrekt. Im Hochton ist der Primacy zurückhaltend, jedoch genauso gleichmäßig, realistisch und „smooth“.
Der Bass des Primacy ist etwas fester und schneller, der des QE80 körperhafter und bei schneller Musik etwas weniger kontrolliert. Die Entscheidung bezüglich der Detailfülle im Bass geht trotzdem knapp zugunsten des UPQ aus. Im Mittelton deckt dieser auch etwas mehr feine Variationen und Nuancen auf, der Hochton vermittelt ebenso einen etwas differenzierteren Charakter (selbst wenn man ihn mittels Equalizer absenkt).
Die Bühne des QE80 ist größer, mit präziser platzierten Instrumenten – der Primacy ist hier nur durchschnittlich.
Die Entscheidung, welcher objektiv besser ist, ist hier nicht ganz einfach, fällt jedoch zu Gunsten des QE80 aus, obwohl der Primacy den etwas festeren Bass besitzt – der QE80 deckt im Mittelton etwas mehr feine Details auf und bietet die gelungenere Bühne.

DUNU DN-2000J:
Der DUNU klingt ausgewogener und flacher, eher mit einer geringfügigen Badewannenabstimmung ähnlich wie beim Sennheiser HD 800. Der QE80 besitzt mehr Grundtonwärme und ist auch insgesamt im Bass präsenter. In den Mitten klingt der DUNU dünner und heller, was insbesondere daran liegt, dass der mittlere Hochton auch etwas betont ist und in den höheren Frequenzen irgendwo eine ausgleichende Senke fehlt, gegensätzlich zum (etwas badewanniger klingenden) UPQ oder (dem ebenfalls ausgewogenen) HD 800. In meinen Ohren ist das die Einzige Schwäche des DN-2000J, bringt ihn jedoch auch gleichzeitig dazu, dass er im Mittelton und den mittleren Höhen um 5 kHz (wo ich recht empfindlich bin) manchmal grenzwertig erscheint – im Mittelton und den unteren mittleren Höhen gefällt mir der QE80 deshalb von der Abstimmung besser und klingt dadurch auch an dieser Stelle natürlicher, obwohl die Detailauflösung hier in etwa bei beiden In-Ears auf Augenhöhe ist.
Der Bass des DUNU ist einfach magisch – er ist für einen dynamischen Treiber wirklich ziemlich schnell, kontrolliert und dennoch greifbar körperhaft. Der QE80 kann hier in Sachen Bassqualität leider nicht ganz mithalten. Im Mittelton ist die Detailfülle bei beiden in etwa auf Augenhöhe, der DUNU gewinnt jedoch im Hochton, wenngleich der QE80 hier etwas gleichmäßiger abgestimmt ist.
Die Bühnenbreite beider In-Ears ist etwa gleich, der DN-2000J spielt allerdings räumlich tiefer. Kategorien, in denen der DUNU klar als Sieger hervorgeht, sind Instrumentenseparation, Ortungsschärfe, Darstellung von Leere sowie Staffelung.
Durch die präzisere Instrumentenplatzierung als auch den schnelleren Bass bei einem noch immer schönen Körper und aufgrund der insgesamt etwas höheren Detailfülle gewinnt der DUNU objektiv, auch wenn der QE80 im Hochton glatter ist und in den Mitten in meinen Ohren tonal dementsprechend korrekter spielt.

FLC Technology FLC8s:
Der FLC8s ist durch seine Tuning-Filter in Sachen tonaler Abstimmung vielseitiger, wird jedoch immer die geringer ausgeprägte Grundtonwärme besitzen.
Der FLC, den ich insgesamt schon als ein wenig besser als den DUNU einstufe, übertrifft den UPQ hier ebenfalls. Der Bass des FLC8s ist schneller und fester als der des QE80, welcher jedoch den schöneren Körper generiert (was allerdings auf Kosten der Schnelligkeit geht). In Sachen Detailauflösung ist der FLC auch besser, mit der ebenfalls höheren Detailauflösung im Mittelton.
Einzig im oberen Hochton klingt der QE80 durch seine breitbandiger ausfallende Betonung etwas glatter.
Die Bühne des FLC ist ein wenig breiter, bei etwa gleich viel Tiefe. In Sachen räumlicher Präzision gewinnt der In-Ear mit 36 möglichen Klangsignaturen ebenfalls.
Sieg für den FLC8s in allen Kategorien bis auf die Gleichmäßigkeit in den oberen Höhen.

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Insgesamt sehe ich den QE80 technisch und objektiv betrachtet zwischen dem Primacy und DN-2000J.


Fazit:

Sowohl objektiv als auch subjektiv kommt der QE80 dem, was ich als Perfektion für hybride In-Ears in diesem Preisbereich ansehe, recht nah, indem er einen guten, spaßig abgestimmten Klang bietet, welcher einen kontrollierten und gut gestaffelten Bass mit schönem Körper, guten Mitten mit betonten, jedoch
relativ gleichmäßigen/“smoothen“ und nicht offensiv klingenden Höhen zusammen mit einer gelungenen räumlichen Präsentation besitzt. Dadurch eignet er sich sehr gut als In-Ear für die Stunden, in denen etwas mehr mobiler Spaß und weniger stationäre Perfektion gefragt sind.
Irgendwelche klanglichen Schwächen? Keine größeren fallen mir angesichts des Preises ein - einzig die etwas Hochton-orientierte Präsentation gefällt womöglich nicht jedem und Balanced Armature-Puristen werden wohl einen etwas strafferen Klang im Tiefton bevorzugen. Vielleicht etwas schärfer platzierte Instrumente sowie ein schnellerer Bass wären als wünschenswert auf der technischen Seite anzumerken, aber das war’s auch schon.

Ich kann ein Produkt objektiv sehr gut finden, was jedoch nicht automatisch bedeutet, dass es auch den Weg in die Liste der Produkte, die ich persönlich liebe, schafft – dem QE80 gelingen beide Sachen.
Okay, etwas Kritik, die ich in meinen Notizen auf Papier niedergeschrieben habe, gibt es dann doch noch: ein Kinnschieber wäre nicht schlecht, dazu lässt sich der Lieferumfang in einem kurzen Satz zusammenfassen und das Innere der Verpackung vermittelt nicht unbedingt das hochwertige Gefühl, das andere Produkte bieten und Instrumente in den unteren Höhen, wie etwa Trompeten, klingen etwas verfremdet – sowohl der Preis als auch der Klang für den Preis gleichen dies jedoch wieder mit Leichtigkeit aus und machen UPQs Q-music QE80 zu einem empfehlenswerten hybriden In-Ear mit einem guten Gegenwert für das Geld.

Verarbeitung? Check.
Komfort und Kabelgeräusche? Check.
Tonalität (hauptsächlich Mittelton)? Check - wenngleich mit Einschränkungen je nach persönlicher Präferenz.
Musikalität und Spaß? Check.
Auflösung, Genauigkeit, Bassgeschwindigkeit + Kontrolle sowie Bühne für einen hybriden In-Ear in diesem Preisbereich? Check.

Langer Rede kurzer Sinn, der UPQ ist ein In-Ear, der mich objektiv und subjektiv überzeugen kann.