Translate

HiFime optischer S/PDIF DAC: ein einwandfrei transparenter und günstiger Wandler - [Review] 🇩🇪

Prolog:

HiFime, bei denen alles mit der Produktion des Tripath TK2050 Chips für Lautsprecher begann, ist heutzutage insbesondere für portable DACs mit hochwertigen Wandlern, jedoch gutem Preis-Leistungsverhältnis bekannt.

Ich kann schon von mir behaupten, die SABRE Audio-Chips von ESS sehr zu mögen – in manchen Applikationen ist der Klang sehr klar, dynamisch und schnell, wobei man hier keineswegs von Welten, sondern recht geringen Unterschieden (wenn überhaupt) sprechen muss, solange elementare Sachen wie etwa der ausgegebene Frequenzgang stimmen (korrekt durchgeführt und mit messtechnisch abgeglichenem Pegel sind die Unterschiede zwischen einzelnen Geräten, was die Transparenz, Bühne, subjektiv wahrgenommene Tonalität (aufgrund von „noise floor moduation“) oder Geschwindigkeit angeht, in der Regel relativ gering, wenn überhaupt wahrnehmbar, solange man nicht gezielt nach minimalen Unterschieden sucht – Audio ist nun mal kein Hexenwerkt mehr und die meisten Applikationen sind sauber und neutral).
Dennoch, ich mag das als typisch beschriebene „SABRE-Glitzern“ mancher Applikationen mit ihrem schnellen, klaren Hochton, obwohl sie sich neutral messen, weshalb ich den iBasso DX90 und den HiFime 9018d auch liebe, letzteren aufgrund des hohen Grundrauschens jedoch nicht direkt mit empfindlichen In-Ears verwende.

Nun hat HiFime einen neuen DAC herausgebracht, der ebenfalls einen 9018 Chip von ESS verwendet. Beim neuen Modell handelt es sich um einen preisgünstigen, sehr kleinen (semi-) transportablen DAC mit optischem Digitaleingang und analogem 3,5 mm Line Out (http://hifimediy.com/SPDIF-9018-DAC). Die Stromversorgung erfolgt über einen Micro USB-Eingang (der wirklich nur für die Stromversorgung vorhanden ist und nicht als USB-DAC Schnittstelle dient).
Wie sauber der optische HiFime 9018 DAC klingt und ob er ein lineares, sauberes und stabiles Signal ausgibt, wird dieses Review zeigen.

Bevor ich mit meinem eigentlichen Review fortfahre, möchte ich mich bei Nick von HiFime für das Bereitstellen eines Exemplares des optischen 9018 DAC im Gegenzug für eine ehrliche, unbefangene Einschätzung bedanken.


Technische Daten:

Preis: ~ 52,98€
Input: Digital SPDIF optical signal, accepts all sample rates up to 192kHz, 16, 24 and 32 bit
Output: Analog audio through 3.5mm connector
Sabre ES9018k2m DAC chip and SABRE9601 headphone and line out driver
Requires power from microUSB (not included). Note: It doesn't work as a USB DAC! The microUSB connector is only for power.
Works and sound great with most headphone (including low impedance IEM and high impedance headphones) and all line level devices (preamps, amplifiers)
Ultra low noise regulator LP5907 with added noise reducing aluminium solid capacitors (NCC PSF series)
Optimised 4 layer PCB for greatest performance
122dB SNR
110dB THD+N: 2V rms @ 600 ohm load
100dB THD+N: 30mW @ 32 ohm load
No DC blocking capacitors on the output
Power usage: <80 mA depending on sample rate and volume
Dimensions:5.5 x 3.5 x 1.8 cm (without cable)
Weight 30g


Lieferumfang:

Im Lieferumfang befindet sich lediglich der DAC. Um eine Stromversorgung (hierfür genügt ein Ladegerät für Mobiltelefone) sowie Anschlusskabel muss man sich als Käufer selbst kümmern.




Optik, Haptik, Verarbeitungsqualität:

Das Gehäuse des DAC besteht aus schwarzem Kunststoff, auf dessen Oberseite sich ein eingelassenes HiFime Logo befindet; auf der Unterseite findet man das Firmenlogo sowie einen „Made in China“ Schriftzug vor.
An den Längsseiten befinden sich zwei LEDs und die Anschlüsse, welche praktischerweise weiß beschriftet sind.



Die Kanten des Gehäuses sind schön abgerundet und der DAC ist sehr klein. Das mattschwarze Plastik fühlt sich sehr robust an und ist mit dem Material des Xbox 360 Controllers vergleichbar.

Optisch ist der DAC somit zwar schlicht, jedoch stabil und nicht wie manche günstigen Produkte klapprig oder fragil wirkend.




Funktionen, Anschlüsse:

Auf der einen Seite befinden sich der Micro USB Eingang für die Stromversorgung sowie ein optischer 3,5 mm S/PDIF Eingang. Die gegenüberliegende Seite beherbergt den 3,5 mm Line Out Ausgang, neben dem sich je links und rechts eine rote LED befindet.
Die rechte der beiden LEDs leuchtet permanent und signalisiert, dass die Stromversorgung funktioniert. Die linke LED beginnt zu leuchten, sobald ein Signal anliegt. Gut finde ich dabei, dass beide LEDs nur dezent leuchten.


Alle Stecker rasten sicher und fest in den Buchsen ein.


Klang:

Als Zuspieler dienten mein Windows 7 Laptop, Pioneer PD-S701 CD-Spieler sowie iBasso DX80.
Angeschlossen wurde der DAC an meinen Gain-reduzierten Leckerton UHA-6S.MKII und der hauptsächlich verwendete In-Ear war mein UERM, doch nutzte ich auch den Triple.Fi 10, Shure SE846 sowie Pai Audio MR3 zum Hören.

Frequenzgang:


Wie man sehen kann, ist der ausgegebene Frequenzgang unverfälscht linear und damit so, wie er sein soll.
Die anderen Messungen veröffentliche ich wie üblich aufgrund meiner dafür nicht Referenz-tauglichen Soundkarte nicht (denn diese eignet sich wirklich hauptsächlich nur für die Messung des Frequenzganges mit und ohne Last). Dennoch liegen die gemessenen Dynamik-, Rausch- und Verzerrungs-Werte mit meiner Soundkarte bei etwa -115 dB und auch die Signaltrennung ist bei gut -84 dB, was so viel ist, wie meine Soundkarte maximal aufzeichnen kann, was bedeutet, dass der DAC messtechnisch noch besser ist und diese Werte somit übertrifft und ein einwandfrei sauberes Signal ausgibt.

Rauschen:

Mein Leckerton ist in der Low Gain Stellung praktisch rauschfrei, selbst mit den empfindlichsten In-Ears. Damit ein DAC hörbares Rauschen an einen Verstärker leitet, muss er schon extrem schlecht konstruiert sein und der HiFime ist es (wenig überraschend) nicht – das Signal ist einwandfrei sauber und rauschfrei, was die RMAA-Messungen aber zuvor auch indizierten.

Transparenz, Präzision, Bühne:

Nun zum ganz klar subjektiveren Teil meines Reviews. Meine Ansicht bezüglich des Verstärker- und Geräteklanges stellt sich wie folgt dar: Verstärker- und Geräteklang gibt es in begrenztem Umfang und er ist hörbar, jedoch sollte er nicht überschätzt werden – die grundlegende Charakteristik eines Kopfhörers wird durch ein (sauber konstruiertes) Gerät nicht verändert, jedoch „formt“ das Wiedergabegerät den Klang des Kopfhörers manchmal minimal, was sich aber (wenn überhaupt, dann) eher in Nuancen ausdrückt und sich oft auch anhand der Eigenschaften oder Messwerte erklären lässt (einen etwas ausführlicheren Bericht über den Eigenklang von Audiogeräten gibt es unter folgendem Link).
Nun also weiter mit meinen subjektiven Eindrücken:

Der DAC klingt so, wie er soll: transparent, unverfälscht und sehr sauber. Genauer gesagt, er klingt quasi gar nicht, was gut ist, da dadurch ein reines Signal ausgegeben wird.
Der Bass ist schnell und trocken, der Klang transparent, die Bühne dreidimensional mit einer identischen Breite sowie Tiefe und der Hochton crisp.
Ist das in manchen Applikationen etwas vorhandene „Sabre-Glitzern“ auch bei dieser Kreation von HiFime über den Leckerton als Verstärker vorhanden? Ich würde nein sagen, der Klang ist einfach sauber, neutral, klar und unverfälscht transparent. Eine geringe „Sabre-Schärfe“ wie beim iBasso DX90 (mit dessen etwas breiterer als tiefer Bühne), einen besonders schnellen Hochton wie beim Zorloo ZuperDAC oder etwas Sabre-Glitzern wie beim HiFime 9018d (der abgesehen vom deutlich höheren Rauschen für mich wie mein rauschfreier DX90 klingt) nehme ich nicht wahr, nur die natürliche Helligkeit im oberen Hochton meines UERM im Vergleich zum direkten Anschluss an den Kopfhörerausgang der eben genannten Geräte (wobei ich erwähnen muss, dass sich die Unterschiede der anderen Geräte objektiv verglichen auch nur eher in Nuancen bis geringen Unterschieden als Welten bemerkbar machen).

Kurze Vergleiche:
Die Vergleiche entstanden natürlich mit den gleichen Audiodateien und bei der gleichen Lautstärke am Leckerton.

Vs. iBasso DX90 -> LO -> UHA-6S.MKII:
Beim Vergleich des internen DAC des DX90 mit dem HiFime konnte ich keine objektiv reproduzierbaren Unterschiede feststellen – der ausgegebene Klang über den Line Out des DX90 ist ebenso transparent, räumlich und sauber wie mit dem HiFime an einer S/PDIF Quelle.

Vs. FiiO X3 -> LO -> UHA-6S.MKII:
Hier kann ich wieder das Gleiche wie beim DX90 schreiben – über den Line Out lassen sich keine objektiv reproduzierbaren Unterschiede feststellen.

Vs. Shanling M2 -> LO -> UHA-6S.MKII:
Hier gilt das Gleiche und sowohl der Line Out des M2 als auch der HiFime geben ein klanglich sauberes, transparent klingendes Signal aus.

Vs. iBasso DX80 -> LO -> UHA-6S.MKII:
Der etwas analoge, sanfte und geringfügig warm angehauchte Klang des DX80 bleibt ein Stück weit über den Line Out erhalten und der Klang ist somit am Line Out des DX80 etwas wärmer und weniger „crisp“ als über den HiFime. In Sachen Transparenz geben sich beide nichts, doch ist der Klang mit dem DX80 als Quelle etwas sanfter und „organischer“ im Hochton. Ist dies besser oder schlechter? Weder noch, es ist einfach Geschmacksache.
In Sachen Bühnendarstellung kann ich übrigens keinen objektiv reproduzierbaren Unterschied ausmachen.

Vs. PC -> LH Labs Geek Out IEM 100 -> „LO“ -> UHA-6S.MKII:
In Sachen Transparenz sind beide auf Augenhöhe, nur ist der Klang mit dem Geek Out eine winzige Spur sanfter, ohne jedoch einen Drall zum Warmen zu erhalten. Die Bühne des Geek Out erscheint ganz geringfügig tiefer.

Vs. Laptop/CD-Player/DX80 -> S/PDIF -> UHA-6S.MKII:
Hier habe ich also den HiFime DAC mit dem internen optischen DAC meines UHA-6S.MKII verglichen. Häufig wird dem internen DAC des UHA-6S.MKII eine mittelmäßige Transparenz zugesprochen, womit ich also nicht sagen kann, ob die nachfolgenden Eindrücke mit etwas Beeinflussung meines Kleinhirns entstanden sind:
Bei einem messtechnisch angeglichenen Pegel (der DAC des Leckerton besitzt eine geringere Ausgangsspannung und spielt somit also leiser als der über den Line In angeschlossene HiFime) würde ich schon sagen, dass der HiFime mit In-Ears ein wenig transparenter klingt und dass die Bühne des Leckerton etwas kompakter und weniger klar erscheint – um Welten handelt es sich dabei nicht, dennoch würde ich sagen, dass der HiFime DAC mit empfindlichen In-Ears dem Leckerton in Sachen Transparenz ein wenig überlegen ist.


Fazit:

HiFime hat mit dem auf dem ESS 9018k2m Chip basierenden Wandler einen kleinen, preisgünstigen DAC mit S/PDIF Eingang auf den Markt gebracht, der einwandfrei transparent, klar, neutral und sauber klingt.
Wer auf der Suche nach einem solch einwandfreien optischen DAC ist und der ein Abspielgerät ohne ein linear/sauber ausgegebenes Signal besitzt, das vielleicht auch einen zu geringen Ausgangspegel über den Line Out ausgibt, jedoch einen S/PDIF Ausgang besitzt, kann beim Wandler von HiFime bedenkenlos zugreifen, denn dieser leistet sich keine Fehler.

Damit ist es sehr einfach für mich, diesen DAC bedenkenlos zu empfehlen und ihm die Bestwertung von 5 von 5 möglichen Sternen zu geben.

GearBest