Translate

Fidue SIRIUS: Ein hybrides Flaggschiff, gefertigt aus Sternenstaub (und scharfen Kanten) - [Review] 🇩🇪

Prolog:

Benny Tan, Fidues Chef-Ingenieur, besitzt über 20 Jahre Erfahrung, was die Entwicklung und
Produktion von Premium-Kopfhörern betrifft und hat in der Vergangenheit bereits für einige bekannte Kopfhörer-Hersteller Produkte entwickelt. Dass das Team rund um Benny Tan und Fidue nicht aus unerfahrenen Personen im Audiobereich besteht, merkt man ihren Produkten auch an – in der Vergangenheit hatte ich die Ehre und das Vergnügen, Fidues hybriden Dual-Driver A73, den dynamischen und Titan-beschichteten Single-Driver A65 sowie den hybriden Triple-Driver UPQ Q-music QE80 (, der die OEM-Version des Fidue A83 von Fidue für UPQ ist,) testen zu dürfen, und ich kann dabei ganz ehrlich sagen, dass ich alle drei Produkte enorm überzeugend finde und diese auch sehr mag respektive sogar liebe. Alle dieser drei In-Ears empfinde ich als sehr musikalisch klingend (jeder auf seine eigene Weise), mit einer gut dosierten Portion Spaß, ohne jedoch essentielle Eigenschaften wie Kontrolle oder Auflösung zu vernachlässigen.
Der Fortschritt bleibt niemals stehen, und so ist nun die Zeit gekommen, dass Fidue (http://fidue.com/brand/view?brand=fidue_en) nach intensiver zweijähriger Abstimmung und Entwicklung einen neuen In-Ear auf den Markt bringt, der nichts anderes als ein Flaggschiff sein will und wieder ein hybrider In-Ear ist, der diesmal mit vier Balanced Armature und einem dynamischen Treiber ausgestattet ist. Dieser Gipfel der In-Ear Entwicklung aus dem Hause Fidue trägt den Namen „SIRIUS“ (wie das Sternbild) und soll zum Stolz der Firma werden. Während er mit einem internationalen Preis von 899$ definitiv nicht günstig ist, ist er preislich dennoch etwas geringer angesetzt als manche Flaggschiff-Produkte anderer Firmen, besonders wenn man sich die stetig ansteigende Preisentwicklung im Hi-Fi Bereich in den letzten paar Jahren ansieht.

Ihr könnt mir deshalb also glauben, wenn ich sage, dass ich darum besonders hohe Erwartungen an den SIRIUS hatte. Im Verlauf dieses Reviews werde ich also herausfinden, was der In-Ear zu bieten hat.


Erhältlich ist der SIRIUS mittlerweile übrigens auch bei Amazonhttp://amzn.to/2ar


Bevor ich fortfahre, möchte ich mich noch persönlich herzlich bei Fidue und Michael für den Erhalt des SIRIUS In-Ears für einen ehrlichen, unbefangenen Test bedanken.


Technische Daten:

Preis: 899$/5678¥
Treiber: 5 (4x BA, 1x dynamisch)
Frequenzgang: 4 – 45000 Hz
Impedanz: 20 Ohm
Empfindlichkeit: 113 dB
Maximale Eingangsleistung: 30 mW
Kabel: 2,5 mm TRRS symmetrisch (inklusive 2 Adapter auf 3,5 mm TRRS symmetrisch und 3,5 mm TRS unsymmetrisch), rhodinierte Stecker


Über hybride In-Ears:

Wie man den technischen Daten und der Einleitung bereits entnehmen kann, unterscheidet sich der SIRIUS von den meisten gängigen In-Ears und setzt nicht lediglich auf dynamische oder Balanced Armature Schallwandler, sondern kombiniert beide – bei ihm handelt es sich um einen hybriden In-Ear, einer in den letzten Jahren vermehrt aufkommenden Bauweise.

Die meisten In-Ears verwenden dynamische Treiber für die Audiowiedergabe. Diese haben den Vorteil, ohne allzu großen Aufwand das gesamte für den Menschen hörbare Frequenzspektrum abzudecken und ebenfalls ohne große Mühe einen stark angehobenen Bassbereich zu erzielen. Hochwertigen dynamischen In-Ears wird allgemein ein körperhafter, musikalischer Bassbereich nachgesagt, der im Ausklang jedoch meist eher weich als hart und analytisch ist. Im Gegensatz zu anderen Wandlerprinzipen besitzen dynamische Treiber jedoch meist auch eine etwas niedrige Detailauflösung.

Im höherpreisigen und professionellen Bühnenbereich findet man fast nur In-Ears mit Balanced Armature Treibern vor, welche in der Regel eine höhere Auflösung als ihre dynamischen Konsorten besitzen und sehr detailreich, schnell, präzise und auch sehr pegelfest aufspielen, was insbesondere für Bühnenmusiker von Bedeutung ist. Auf der Schattenseite steht, dass ein einzelner BA-Treiber kaum oder nur mit größerem Abstimmungsaufwand den größten Teil des hörbaren Frequenzspektrums abdecken kann und dabei nur mit größerem Aufwand, wie mehreren und voluminösen Treibern für den Tiefton in der Lage ist, extremere Betonungen zu erzielen. Einige Menschen empfinden den Klang von In-Ears mit BA Treibern auch als analytisch, leblos, klinisch oder kalt (in meinen Jahren der Mitgliedschaft, Reviews und Kaufberatung in einem großen deutschen Onlineforum für Audio sind mir diese Begriffe schon mehrfach in Bezug auf die Wahrnehmung von BA-basierten In-Ears, insbesondere bezogen auf den Tiefton,  begegnet).

Hybride In-Ears vereinen die positiven Aspekte aus beiden Welten und setzen auf einen dynamischen Schallwandler für die tiefen Frequenzen und mindestens einen BA Wandler für die mittleren und hohen. Dadurch bleiben der Körper und der oft als „musikalisch“ beschriebene Charakter des dynamischen Basses und die Detailauflösung und Präzision des Balanced Armature Mittelhochtöners erhalten – und auf genau diese hybride Technologie setzt Fidue mit dem SIRIUS und spricht damit diejenigen an, welche den klinisch-schnellen Bass eines BA-Treibers als unnatürlich empfinden, jedoch die Auflösung, Schnelligkeit und Präzision in den Mitten und Höhen beibehalten wollen, bei der parallelen Musikalität des dynamischen Treibers.


Lieferumfang:

Ich erwartete eine gute Auspack-Erfahrung mit einem hochwertigen, schönen Inhalt.

Und genau das bekam ich.
Im Gegensatz zu den Verpackungen von Fidues günstigeren In-Ears ist die des SIRIUS quadratischer

und besteht aus einer schwarzen Kunstledertruhe (ehrlich gesagt war ich mir anfangs nicht einmal ganz sicher, ob es sich um Kunstleder oder echtes Leder handelt, aber eine Schicht im Inneren enthüllte dann, dass es sich um Kunstleder handeln muss), die von einer Banderole aus schwarzer Pappe mit weißem Text auf grünem Hintergrund umhüllt wird – ein Design, das man von Fidue gewohnt ist. Der Text gibt nicht nur Aufschluss über die technischen Daten oder Merkmale der In-Ears, sondern ebenfalls über den Hintergrund darüber, weshalb der Name „SIRIUS“ gewählt wurde.
Entfernt man diese Banderole, erblickt man auf dem Deckel der Truhe in silberfarbenen Buchstagen die Worte „Fidue“ und „SIRIUS“. Klappt man den Deckel auf, sieht man direkt die In-Ear Hörerteile sowie vier Silikonaufsätze auf einer separaten Platte.

Diese Ebene ist ebenfalls mit Kunstleder überzogen und kann herausgenommen werden. Auf der Rückseite befinden sich zwei Kabelpeitschen-Adapter (2,5 mm TRRS auf 3,5 mm TRS sowie 2,5
mm TRRS auf 3,5 mm TRRS), die mithilfe eines blauen Bandes herausgenommen werden können.
Unterhalb dieser Ebene findet man eine schöne Gebrauchsanweisung mit Bildern sowie Instruktionen vor, nebst einer Garantiekarte.
Zu guter Letzt findet man darunter wiederum eine schöne Aufbewahrungsdose, in der sich ein Paar an Comply Foam Aufsätzen, das reguläre symmetrische 2,5 mm Kabel, ein Flugzeugadapter, ein 6,3 mm auf 3,5 mm Adapter sowie eine merkwürdig aussehende Metallplatte mit einem Pin, die sich als Hilfe zum Entfernen der MMCX Kabel sowie zum Reinigen der In-Ears herausstellen, befinden.















Optik, Haptik, Verarbeitung:

Hier erwartete ich einen schönen In-Ear mit makelloser Verarbeitung sowie einer stabilen Anmutung.

Die In-Ears bestehen aus je zwei Teilen (und gänzlich aus Metall) und besitzen das einzigartige und Fidue-typische, dreidimensionale Schuppenmuster, wie man es bereits vom A73 oder A83 kennt, doch ist dieses beim SIRIUS noch etwas aggressiver designt und wirkt sehr schön. Auf der Schuppen-Faceplate befindet sich dann noch ein Fidue Logo sowie eine silberfarben glänzende, umlaufende Kante.
Durch das Schutzgitter an der Schallaustrittöffnung kann man drei separate Schallkanäle erkennen, die zu den fünf Treibern führen, welche in einer fünf-Wege-Konfiguration verschaltet sind.

Wie man sehen kann, gibt es an den Kabelaufnahmen der In-Ears ein Gewinde, da für die MMCX-
Stecker ein Schaubverschluss eingeführt wurde (nichtsdestotrotz kann man jedes reguläre MMCX-Kabel von Drittanbietern mit dem SIRIUS nutzen und dessen eigenes Kabel auch mit anderen In-Ears, die einen normalen MMCX-Anschluss besitzen, verwenden). Das Gegenstück am Kabel ist ein Kragen, der festgeschraubt wird und somit verhindert, dass sich die Stecker drehen können (damit zählt der MMCX-Kabelanschluss des SIRIUS zu einem der wenigen, die ich auch persönlich als sehr vertrauenswürdig erachte). Und was ebenfalls sehr praktisch ist, sind die verschiedenfarbigen Krägen, wodurch man sofort weiß, welche Seite die richtige ist.
Das Kabel ist ziemlich dick und gewebeummantelt, was zwar sehr schön aussieht, aber dennoch mit der Zeit wahrscheinlich ausfransen wird und auch Körperflüssigkeiten aufsaugt – wie man sehen kann, bin ich kein sonderlich großer Anhänger solcher Kabel, obwohl sie schön aussehen, und hätte mir beim SIRIUS ein normales, mehradriges und verdrilltes Kabel gewünscht. Dennoch muss ich mir innerlich eingestehen, dass das verwendete gewebeummantelte Kabel enorm flexibel ist.
Bis auf direkt an den MMCX-Steckern ist der Knickschutz sehr gut. Auf dem Y-Splitter befindet sich die Aufschrift „A91“, was die interne Modellbezeichnung des SIRIUS darstellt. Was ich sehr gut finde, ist, dass man nicht auf einen Kinnschieber verzichtet hat, ganz gegensätzlich zu Fidues anderen, älteren In-Ears.
Der 2,5 mm Klinkenstecker besitzt ein Fidue-Logo. Was ich dabei recht praktisch finde, ist, dass beide Kabelpeitschen-Adapter beschriftet sind (z.B. „2.5mm TRRS to 3.5mm TRS“).

















Ob der silberfarbenen Stecker bei einem Flaggschiff mag man sich zuerst wundern, aber es ist nicht so, dass man auf die Vergoldung verzichtet hätte, ganz im Gegenteil, denn die Stecker des A91 SIRIUS sind sogar rhodiniert (na wenn das nicht mal ein Flaggschiff-Feature ist…).

Die runde Aufbewahrungsdose aus Metall ist ziemlich groß und schwer, was jedoch (meiner Meinung nach) in Ordnung geht, da der SIRIUS, um es mit einer automobilen Analogie auszudrücken, nicht das Alltagsauto für die Stadt, sondern eine luxuriöse Limousine, welche ebenfalls groß und schwer ist, darstellt.
Auf dem Deckel ist das Fidue-Logo schön eingraviert und innen ist die Dose vorbildlich gepolstert.
Etwas schade hingegen ist, dass die In-Ears nur hineinpassen, wenn man zuvor den Kabelpeitschen-Adapter entfernt (hoffentlich führt dies mit der Zeit nicht zu Kontaktproblemen).





Tragekomfort, Isolation:

Meine Erwartung war, dass die In-Ears komfortabel und problemlos mit den Kabeln über den Ohren getragen werden können (nun, bei meinen großen und normalerweise In-Ear-freundlichen Ohren ist dies kein Hexenwerk).

Leider hat mich der SIRIUS hier dann doch etwas enttäuscht.
Die Gehäuse befinden sich in der Tat auf der größeren Seite, also kann es von Vorteil sein, große
Ohren zu besitzen. Zwar gibt es in meinen großen Ohren noch etwas Platz und der A91 SIRIUS ist auch etwas kleiner als mein maßgefertigter UERM (jedoch nur geringfügig), aber ich benötige doch eine gewisse Zeit, bis ich einen guten Seal (luftdichter Abschluss) erreiche, was hauptsächlich den doch recht kurzen Schallröhrchen geschuldet ist.
Meine Ohren sind zwar recht groß, aber auch relativ tief. Daher wären längere Schallröhrchen beim Fidue für mich definitiv ein großes Plus an Komfort (ähnlich wie beim ATH-IM03, bei dem ich ein sehr ähnliches Phänomen beobachten kann). Und auch wenn dann der Komfort einigermaßen okay ist, schneidet die untere Kante der Faceplate dann etwas in meine Ohrmuscheln und sorgt für einen sehr mäßigen Komfort in meinen Ohren, was mit etwas mehr abgerundeten Formen auf der Außenhälfte/Faceplate zusammen mit längeren Schallröhrchen hätte vermieden werden können.
Somit ist der Komfort ähnlich schlecht wie bei meinem IM03 und etwas längere Schallröhrchen wären für Menschen mit tiefen Ohren sicherlich von Vorteil.
Alternativ kann man zur Lösung/Minderung dieses Problems natürlich auch andere Aufsätze mit einem längeren Stamm nutzen, was ich aufgrund meiner „keine Modifikationen“-Philosophie bei Kopfhörern jedoch nur äußerst ungern täte.

An den Kabeln gibt es keine Drahtverstärkung, also kann man diese theoretisch auch ganz simpel so anbringen, dass man die In-Ears mit dem Kabel nach unten tragen kann. Professioneller und auch so vorgesehen ist hingegen eine Trageweise mit der Kabelführung über den Ohren.
Dadurch, dass sich die MMCX-Stecker aufgrund der Gewinde nicht drehen lassen, gehören sie beim SIRIUS zu den wenigen koaxialen Steckverbindungen bei In-Ears, denen ich auch längerfristig traue.
Mikrofonie/Kabelgeräusche gibt es am Rande erwähnt übrigens so gut wie überhaupt nicht.

Die Isolation von Außengeräuschen ist eher schwach bis durchschnittlich im Vergleich zu In-Ears mit geschlossenen Gehäusen, was man aufgrund der Belüftungsöffnungen aber eigentlich auch absehen konnte.


Klang:

Zum Hören nutze ich den symmetrischen Ausgang des Luxury & Precision L3 sowie den unsymmetrischen des iBasso DX90, DX80 sowie LH Labs Geek Out IEM und Leckerton UHA-6S.MKII.
Zum kritischen und vergleichenden Hören nutzte ich den DX90 als auch Geek Out IEM 100.

Obwohl ich kein Vertreter der Burn-In Theorie bei Kopfhörern bin, habe ich den A91 SIRIUS sicherheitshalber für 200 Stunden mit Rausch-, Sinus- und Musiksignalen eingespielt, bevor ich zum Hören überging.

Zum Hören nutzte ich die größten inkludierten Silikonaufsätze.

Tonalität:

Ich hatte natürlich keine Ahnung, wie der SIRIUS abgestimmt ist, aber ich nahm eine sanfte, musikalische Tonalität mit einem etwas angewärmten unteren Frequenzband, jedoch ausgleichendem wenngleich nicht übertriebenem Funkeln im Hochton, mit einem gleichmäßigen und zusammenhängenden Klang mit etwas Spaß jedoch ohne Vernachlässigung von Klasse und Reife, an.

Wie sich herausstellte, lag meine Annahme gar nicht mal so weit vom eigentlichen Klang entfernt, doch stellte sich der SIRIUS als ausgewogener heraus – was ich höre, ist eine äußerst moderate Anhebung im Bassbereich der jedoch keineswegs übertrieben sondern recht zahm ist und ziemlich weit hinunter reicht, mit einem nur geringen Abrollen im tiefsten Tiefbass. Wenn er benötigt wird, gibt es genug Tiefbass, doch ist er nicht vordergründig und im Vergleich zum Mid- und Oberbass etwas weniger präsent. Der Oberbass kickt ganz nett, mit sehr moderater Sanftheit und Wärme im unteren Grundton, welcher jedoch schnell genug wieder abebbt und somit nicht in die unteren Mitten hineinstrahlt und dem restlichen Grundton keine unnötige Wäre hinzufügt – nur genau die richtige Menge, dass der Tiefton etwas musikalisch spielt jedoch nicht zu sanft oder warm erscheint.
Das Timbre im Mittelton ist in meinen Ohren ziemlich neutral, mit realistisch und unverfälscht klingenden Stimmen. Aufgrund einer beginnenden Betonung im unteren Hochton besitzen die Obertöne des Mitteltons einen geringen Aufwärts-Drall, ohne jedoch in meinen Ohren ins hell Verfärbte abzugleiten – das Timbre stimmt also größtenteils. Wenn wir schon darüber sprechen, besitzen Klaviere und Trompeten oder Saxophone einen natürlichen Klang und wirken auf mich nicht verfärbt, gegensätzlich zum UPQ Q-music QE80 (OEM des Fidue A83), bei welchem diese geringfügig dünner spielen, als sie sollen, oder beim Audio Technica ATH-MSR7, dessen Obertöne in den Mitten zwar auch etwas hell sind, bei welchem Trompeten jedoch eher wie ein Quietschen klingen.
Der Hochton ist insgesamt etwas mehr der hellen Seite zuzuordnen, mit einem von den unteren in die oberen Höhen gleichmäßig ansteigenden Pegel. Eine ausgleichende Senke irgendwo im mittleren Hochton würde mich nicht wundern, da es keine Kantigkeit oder Unebenheiten gibt und der Hochton trotz der moderaten Betonung nicht aufdringlich klingt, aber das werde ich in kurzer Zeit, wenn ich die Sinus-Sweeps durchführe, schon noch herausfinden. Nach 10 kHz scheint es noch eine gute Luftigkeit sowie einen guten Superhochtonumfang zu geben, denn hier nehme ich noch schönes subtiles Glitzern wahr.
Was mich, ähnlich wie beim Q-music QE80, fasziniert, ist, dass obwohl der obere Frequenzbereich etwas heller spielt, dieser frei von Schärfe ist und zusammenhängend sowie sehr tolerierbar erscheint. Er ist nicht ganz so harmonisch wie beim Etymotic ER-4S, dessen Hochton womöglich zu den gleichmäßigsten und flachsten bei allen In-Ears gehört, aber unter den im Hochton hell spielenden In-Ears gehört der des SIRIUS definitiv zu denen mit einem enorm gleichmäßigen, schärfe-freien oberen Frequenzband.
Insgesamt würde ich also sagen, dass der SIRIUS zu den tendenziell badewannigen In-Ears gehört, dennoch recht ausgeglichen erscheint und im Hochton der helleren Sorte angehört, jedoch ohne zu nerven.

Die Bassquantität hängt etwas davon ab, wie stark die Belüftungsöffnungen von den Ohren verdeckt werden. In meinen Ohren werden sie kaum verdeckt, also gibt es nur einen recht geringen „Boost“ im Tiefton, sodass der Bassbereich nicht langweilig wird und seine Musikalität nicht verliert, aber dennoch sehr gemäßigt klingt (mehr oder minder vergleichbar mit dem Brainwavz M3). Je nach Ohranatomie kann der Bass also dünner oder etwas voluminöser erscheinen. Wer experimentierfreudig ist, kann natürlich auch die kleine Belüftungsöffnung mit Klebeband verschließen, um die Bassquantität zu erhöhen.
Weiter untern, wenn ich mit Sinussignalen sowie Rauschen teste sowie einen Equalizer bemühe, werde ich die Intensität der Bassbetonung des SIRIUS in meinen Ohren herausfinden können. Meine Schätzung lautet um die 4 oder 5 dB im Vergleich zu einem sehr flachen In-Ear wie dem ER-4S und ca. 2 dB mehr als beim UERM.

Insgesamt kann man schon sagen, dass der SIRIUS Fidues Haus-Sound bei hybriden In-Ears besitzt, jedoch erwachsener, gereifter klingt und somit weniger Bassquantität als etwa der A73 oder UPQ QE80 besitzt, mit weniger Wärme im Bassbereich sowie Grundton und dem besseren Tonumfang im Tiefbass. Insgesamt scheint es auch so, als hätte man den A83/QE80 als Basis für den SIRIUS genommen, welcher dann jedoch erwachsener abgestimmt wurde, was in einem natürlicheren Timbre im unteren Hochton resultiert, obwohl ich hier auch schon beim QE80 nicht wirklich etwas zu bemängeln hatte.
Alles in allem ist die tonale Abstimmung definitiv sehr gut gelungen und eines Flaggschiffes würdig, mit einer guten Balance zwischen Ernsthaftigkeit, Musikalität und moderatem Spaß.

Nun geht es also weiter mit den Sweeps, Rauschsignalen sowie dem EQ-Gegencheck: bei etwa 450 Hz beginnt der Tiefton nach unten hin anzusteigen und erreicht seinen Klimax mit etwa 5 dB nördlich eines komplett flach spielenden In-Ears bei 200 Hz, welcher nach unten hin bis 35 Hz aufrecht gehalten werden kann. Darunter rollt der Tiefbass gen 20 Hz etwas ab. Diese Abstimmung gibt dem Tiefton einen unübertriebenen, sehr milden Boost sowie genug untere Grundtonwärme, um nicht zu langweilig zu klingen.
Von 1,3 kHz aufwärts beginnt der Hochton anzusteigen, mit dem Zenit bei 7,6 kHz in meinen Ohren. Von da an ist der Hochton etwas weniger im Vordergrund, reicht jedoch noch gut weiter als 17 kHz. Entgegen meiner vorigen Annahme höre ich im mittleren Hochton keine ausgleichende Senke um 4 bis 6 kHz, und trotzdem ist der Hochton nicht übertrieben und sehr gut erträglich, was hauptsächlich auch daran liegt, dass ich keine Peaks im Hochton wahrnehme, nur eine moderate und gleichmäßig ansteigende Betonung.

Auflösung:

Bevor ich den In-Ear überhaupt einmal gehört geschweige denn erhalten hatte, nahm ich einen runden sowie gut kontrollierten Tiefton mit einem schnellen Anschlag und etwas langsameren Abklang, der für einen schönen Körper und Musikalität sorgt, jedoch sehr kontrolliert und crisp klingt, zusammen mit einem detaillierten Mittel- und Hochton ohne Schärfe oder nervige Attribute, an.

Mich erwartete ziemlich genau das, was ich erwartet hatte – hybride Flaggschiff-Performance.
Der Tiefton ist extrem gut kontrolliert und ziemlich schnell sowie leichtfüßig. Und er ist keineswegs weich, obwohl, typisch für einen dynamischen Treiber, Anschlag und Ausklang nicht ganz so schnell wie bei den meisten BA Treibern sind (persönliche Randnotiz: dennoch schlägt der Tiefton des SIRIUS manche In-Ears mit rückseitig belüftetem BA-treiber in Sachen Festigkeit und klingt weniger weich sowie besser kontrolliert). Gegensätzlich zu meiner Annahme sind Anschlag sowie Ausklang etwa gleich schnell und das Ausschwingen liegt ein ganz kleines Stück hinter dem der Geschwindigkeit des dynamischen Treibers des FLC8s, aber dafür besitzt der SIRIUS im Gegenzug einen schöneren und dennoch keineswegs vordergründigen Basskörper, welcher der hauptsächliche Grund dafür ist, weshalb viele Menschen den Charakter eines dynamischen Treibers im Tiefton mögen. Und oh ja, der SIRIUS verrichtet sehr gute Arbeit im Bassbereich und findet genau die richtige Balance zwischen Geschwindigkeit, Kontrolle und Körper. Mit schnellem Metal oder elektronischer Musik kommt er sehr gut zurecht und wirkt kontrolliert, mit einer guten Leichtigkeit und dennoch dem schönen dynamischen Körper. Ganz wundern würde es mich auch nicht, wenn einer der BA-Treiber als Unterstützung auch für den Bassbereich zuständig wäre, denn das untere Frequenzband ist sehr sauber und schnell, trotz des schönen Körpers.
Weiter geht es mit dem Mittelton. Dieser ist schön texturiert sowie sehr detailliert und deckt kleine Variationen im Gesang oder mehrere Tonspuren schön auf und klingt dennoch sehr leichtfüßig sowie sanft, mit einem hoch detaillierten Charakter. Aufgrund des gleichmäßig ansteigenden Hochtons gibt es eine geringe Präferenz für weibliche Stimmen aufgrund der stärker präsenten Obertöne, aber selbst männliche Gesangsstimmen sind nicht minder detailliert oder fein gestaffelt.
Der Hochton löst ebenfalls sehr gut auf und obwohl er hell ist, wird er nie nervig und einzelne Noten werden sehr sauber und präzise voneinander getrennt.
Insgesamt ist der Klang höchst dynamisch und auch sehr realistisch, mit einer wirklich guten Aufdeckrate feiner Details.

Dazu klingt alles auch sehr kohärent. Ich weiß, dass noch etwas mehr Auflösung möglich ist, wenn man im Preis nach oben geht, aber dann muss man schon merklich über 1000$, nah an 2000 ausgeben, um noch eine vergleichsweise sehr moderate Steigerung in Sachen Klang zu erreichen (bedenken muss man dabei, dass der Preis exponentiell und die Klangqualität mit einem beschränkten Wachstum ansteigt).

Räumliche Darstellung:

Ich erwartete eine offen klingende, holographische Bühnendarstellung mit guter Staffelung und Authentizität.

Die imaginäre Bühne ist in der Tat groß, geräumig und rund. Sie ist nicht so riesig wie beispielsweise beim UE18 Pro und auch nicht super breit, aber sehr gut gestaffelt und rund sowie mit einer sehr präzisen Instrumentenplatzierung als auch sauberen Instrumententrennung, weshalb der Raum sehr aufgeräumt wirkt, ohne dass Instrumente in irgendeiner Weise ineinander einstrahlen. Dies sorgt auch dafür, dass der Eindruck einer sehr schönen und groß erscheinenden Bühne entsteht.
Insgesamt ist die Bühne gut losgelöst und erscheint auch eher um den Kopf herum.
Einzelne Instrumente und Noten oder deren genaue Position zu lokalisieren gelingt sehr einfach, ebenso wie die Platzierung von Sängern. Dabei ist die Front-Projektion wirklich gut und die klangliche Bühne erscheint auch ziemlich realistisch und – was ich am wichtigsten finde – überaus authentisch, was ziemlich vielen In-Ears im günstigeren Preisbereich meist nicht ganz so gut gelingt. Um Instrumente und Töne herum gibt es wirklich eine schöne Luftigkeit.

Ich muss sagen, hier hat Fidue wirklich gute Arbeit geleistet und der SIRIUS erfüllt meine klanglichen Erwartungen.

---------

Im Vergleich mit anderen In-Ears:




UPQ Q-music QE80 (OEM-Version des Fidue A83):
Wie bereits zuvor erwähnt, erscheint der SIRIUS wie das erwachsener klingende Pendant zum QE80.
Der UPQ besitzt mehr Bass, welcher auch wärmer klingt und mehr in den Grundton hineinstrahlt und diesem einen volleren, cremigeren Charakter verleiht. Die oberen Mitten des QE80 befinden sich etwas stärker auf der hellen Seite, zusammen mit dem unteren Hochton, weshalb Trompeten und Pianos ein wenig heller klingen, als sie sollten (dennoch, dies ist nur ein geringer Kritikpunkt beim UPQ) – hier erscheint der SIRIUS realistischer. Im Hochton ist der SIRIUS auch etwas weniger hell als der QE80, trotz der Senke in den mittleren Höhen beim UPQ (diese ist aber auch nur bei Sinus-Sweeps hörbar).
In Sachen Detailauflösung ist der SIRIUS definitiv ein Upgrade: während der Basskörper des QE80 stärker ausgeprägt ist, geht dies zu Lasten der Geschwindigkeit und Kontrolle bei schneller Musik, also besitzt der SIRIUS den besser kontrollierten sowie schnelleren Tiefton. Die Mitten des SIRIUS sind auch besser aufgeteilt und texturiert, mit der höheren Aufdeckung winziger Details. Im Hochton gibt es keinen gravierenden Unterschied aber auch hier erscheint der SIRIUS besser separiert, obwohl er weniger hell klingt.
Die Bühne des SIRIUS ist etwas breiter während beide annähernd gleich viel räumliche Tiefe besitzen (aber auch hier besitzt der SIRIUS geringfügig mehr Tiefe). Was man der Bühne des SIRIUS hingegen sofort anmerkt, ist, dass diese besser gestaffelt, separiert und differenziert ist, mit der höheren Präzision und mehr Luft zwischen Instrumenten, wodurch sie authentischer klingt.
Ja, der SIRIUS ist ein Upgrade zum QE80/A83 auf der technischen Ebene und klingt ebenfalls ausgewogener. Nichtsdestotrotz liebe ich den QE80 aufgrund seiner spaßigen und dennoch zusammenhängenden, sanften sowie harmonischen Abstimmung noch immer.

FLC Technology FLC8s (grey – grey- gunmetal Filter):
Der SIRIUS besitzt etwas weniger Bassquantität, ist im Grundton aber auch ein wenig wärmer. Im Mittelton sind beide recht vergleichbar obgleich der FLC8s geringfügig vordergründiger ist. Im Hochton ist der SIRIUS der hellere In-Ear, besonders in den mittleren Höhen, wo der FLC8s eine Senke besitzt.
Der Bass des FLC8s besitzt den etwas schnelleren Einschlag, bei gleichwertiger Kontrolle sowie Präzision im Tiefton. Auf der anderen Seite ist der Tieftonkörper des Fidue etwas schöner.
Der Mittelton des FLC8s ist detaillierter und enorm gut texturiert – sogar etwas mehr als bei meinem UERM. Hier übertrifft der FLC8s den SIRIUS also etwas.
Im Hochton hingegen klingt der SIRIUS etwas realistischer um 10 kHz herum und deckt etwas mehr Details auf, klingt gelassener.
Die Bühne des SIRIUS ist etwas breiter und tiefer, aber nicht deutlich. Ein wenig besser platziert und authentischer erscheint sie beim Fidue ebenfalls, obgleich beide eine sehr vergleichbar präzise Instrumententrennung besitzen.
Insgesamt sind beide nicht weit voneinander entfernt, wenn man sie direkt vergleicht. Hier und da ist der SIRIUS dann aber doch ein wenig besser, obwohl der FLC in Sachen Mittelton gewinnt.

DUNU DN-2002:

Der DN-2002 besitzt den vordergründigeren Bass in meinen Ohren, jedoch etwas weniger Quantität im Tiefbass, wenngleich er im Grundton sowie Oberbass mehr Vordergründigkeit besitzt. Der (insbesondere untere) Mittelton des DUNU befindet sich stärker auf der wärmeren Seite.
Beide In-Ears besitzen eine vergleichbare Bassqualität sowie -kontrolle, und sogar der Körper ist sehr gut vergleichbar obgleich der des DUNUs aufgrund des stärker ausgeprägten Bassen vordergründiger ist.
Im Mittelton erscheint der Fidue ganz geringfügig detaillierter, was aber eine recht knappe Entscheidung darstellt.
Im Hochton erscheint der SIRIUS leichtfüßiger und besitzt den natürlicheren und besser differenzierten oberen Hochton – aber auch hier ist es eine mehr oder minder knappe Entscheidung.
In Sachen Bühne besitzen beide In-Ears eine sehr vergleichbare Größe, wobei der SIRIUS etwas mehr Platz und Leere zwischen einzelnen Instrumenten zu generieren vermag und dadurch etwas präziser klingt.

Ultimate Ears Reference Monitors:
Obwohl der UERM beim Hören von Musik, Sinus- und Rauschsignalen nicht ganz so neutral wie der Etymotic ER-4S klingt, ist er dennoch ein insgesamt sehr neutral klingender In-Ear.
Vergleicht man die beiden, besitzt der Fidue etwas mehr Bassquantität, wenngleich wirklich nur ein bisschen. Im Mittelton sind beide vergleichbar obwohl der SIRIUS die etwas helleren Obertöne besitzt, bei einem vergleichbaren Timbre im Bereich der Mitten.
Im mittleren Hochton besitzt der UERM etwas weniger Quantität. Unter 10 kHz klingt der Fidue heller, aber um 10 kHz herum ist es der UERM, der vordergründiger spielt, was daran liegt, dass er hier einen Peak besitzt.
Mit seinem BA-Treiber besitzt der UE den etwas schneller einschlagenden sowie ausklingenden Bass, bei geringfügig höherer Kontrolle. Überraschenderweise kommt der SIRIUS dem UERM jedoch sehr nah, besitzt aber den typischen Körper des dynamischen Treibers (wenngleich mit exzellenter Kontrolle und Qualität).
Im Mittelton sind beide vergleichbar detailliert.
Im Hochton gelingt es dem UERM etwas besser, feine Details ans Licht zu bringen und er klingt hier ein wenig höher auflösend. Im oberen Hochton um 10 kHz herum hingegen ist er der SIRIUS, der etwas authentischer klingt (dieser obere Hochton war schon immer etwas, von dem ich dachte, dass der UERM mehr realistisch sein könnte).
Was die Bühnendarstellung betrifft, skaliert der UE etwas besser, je nachdem, wie die Informationen auf der Aufnahme vorliegen, und besitzt etwas mehr Breite als auch Tiefe. Beide In-Ears generieren aber eine vergleichbare Leere um Instrumente herum, dennoch scheint die Bühne des UERM bei schnellen Aufnahmen etwas kontrollierter (, was höchstwahrscheinlich an den unterschiedlichen Basstreibern liegt).
Insgesamt ist der UERM noch immer der etwas authentischere In-Ear, aber der SIRIUS kommt in den meisten Kategorien sehr nah und besitzt sogar in meinen Ohren den etwas realistischeren Bereich um 10 kHz herum.

Shure SE846 (Hochton-Filter):
Beim Shure ist der Tiefbass stärker vorhanden, da der SE846 hier eine Betonung besitzt. Der SIRIUS besitzt in meinen Ohren auch etwas weniger Mid- und Oberbass als der Shure, klingt im Bassbereich also ein wenig zahmer (wie aber irgendwo weiter oben erwähnt, hängt die Bassquantität davon ab, wie nah die Belüftungsöffnungen den Ohrmuscheln kommen). Die Mitten des Shure sind etwas vordergründiger und klingen ganz minimal dunkel in meinen Ohren. Der SIRIUS besitzt den gleichmäßigeren aber insbesondere höher reichenden Hochton – oberhalb von 8 kHz rollt der Pegel des SE846 recht schnell ab und lässt den Einschlag von Becken etwas abgeschnitten wirken.
Im Tief- und Mittelton sind beide In-Ears sehr gut vergleichbar, was ihre Detaildarstellung betrifft. Mit seinem dynamischen Treiber besitzt der Fidue den etwas präsenteren Körper im Bassbereich wohingegen der SE846 geringfügig kontrollierter spielt und schneller einschlägt. Im Hochton hingegen klingt der SIRIUS nicht nur realistischer (obwohl er heller ist), sondern besitzt auch den merklich besseren Hochtonumfang und ist detaillierter als der SE846, der obenrum im Vergleich etwas stumpf wirkt.
In Sachen Bühnendarstellung ist der Shure ein wenig der kleineren Seite zuzuordnen, wenn man ihn mit anderen universellen sowie maßgefertigten In-Ears um 1000$ vergleicht, jedoch ist seine Räumlichkeit nicht minder präzise, authentisch oder dreidimensional. Obwohl die Bühne des SIRIUS etwas breiter und tiefer als die des Shure ist, besitzen beide In-Ears eine ziemlich gleichwertige Authentizität, Separation und Luft zwischen Instrumenten und klingen dazu gleichwertig holographisch.
Wäre nicht der etwas unterdurchschnittliche Hochton des Shure in angesichts des Preises, befänden sich beide In-Ears so ziemlich auf dem gleichen technischen und klanglichen Niveau (trotz der unterschiedlichen Tonalität). So würde ich dem Fidue aber aufgrund des Hochtons den Sieg zusprechen, was den Klang betrifft.


Fazit:

Ich habe mit dem Fidue SIRIUS klanglich ein Flaggschiff erwartet und dieses auch bekommen.

Der Klang ist exzellent  und definitiv eines Flaggschiffes würdig. Der In-Ear klingt wie eine erwachsen gewordene Version des A83/Q-music QE80 und behält dennoch eine gute Musikalität bei, während der Fidue-Haussound nicht verloren geht, aber doch merklich ausgewogener wird.
Nicht arg verwunderlich, da von Fidue kommend, klingt der SIRIUS entspannt und dennoch hell, dazu musikalisch und gleichzeitig sehr detailliert, mit exzellenter Kontrolle und Ausgewogenheit. Was ihm auch sehr gut gelingt, ist moderat spaßig und musikalisch zu klingen, obwohl der Klang nicht ins Künstliche oder Unnatürliche abdriftet und natürlich wirkt.
Von der tonalen Abstimmung bis hin zur Detailauflösung, der Basskontrolle und dem Tiefton-Körper und schließlich zur geräumigen und gut separierten, authentischen Bühnendarstellung, gibt es wenig, das man am SIRIUS nicht mögen kann (solange man nicht gerade einen warmen und tendenziell dunklen Klang bevorzugt).
Fidues Ziel, einen Flaggschiff-würdigen hybriden In-Ear zu erschaffen, ist sehr gut aufgegangen – gute Arbeit, Mr. Benny Tan!


Wo ich jedoch definitiv Verbesserungsbedarf sehe, ist das Design/die Funktionalität: die Schallröhrchen sind ziemlich kurz und erschweren dadurch für Menschen wie mich, die große jedoch ebenfalls tiefe Ohren besitzen, einen gute Sitz und Seal zu erreichen (ich zum Beispiel benötige mit dem SIRIUS recht viel Zeit, bis ein guter Seal entsteht) und die kantige Unterseite der äußeren Hälfte/Faceplate könnte auch für Komfortprobleme für Menschen mit tiefen Ohrmuscheln sorgen (so wie in meinem Fall; eine etwas rundlichere Form wie beim UPQ Q-music QE80/Fidue A83 wäre viel besser). Und obwohl das gewebeummantelte Kabel besser als übliche Modelle dieser Bauweise ist, denke ich, dass es mit der Zeit ausfranst und dass ein übliches verdrilltes Kabel die bessere Wahl gewesen wäre.

Während der Klang also exzellent ist, könnte der Komfort doch deutlich besser für mich und auch für Menschen mit großen jedoch tiefen Ohren sein.


Bei meiner üblichen 70% Klang (97/100) zu 30% Qualität/Sitz/Komfort (in meinen Ohren mit den mitgelieferten Aufsätzen) Gewichtung komme ich zu einem Ergebnis von 84,7% oder 4,235 von 5 möglichen Sternen, was gerundet 4 ergibt.