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MEEaudio Pinnacle P1: MEEs erster Versuch eines higher-endigen Modells - [Review] 🇩🇪


Prolog:

Bevor ich mit meinem Review beginne, möchte ich mich bei Mike von MEEaudio für das Bereitstellen eines Exemplares des P1 für eine ehrliche, unbefangene Beurteilung bedanken.

MEEaudio, ehemals MEElectronics, besteht nun bereits seit 2005. Die amerikanische Firma, die sich auf Audio-Produkte spezialisiert hat, brachte im Laufe der Jahre einige ordentliche Produkte auf den Markt, darunter hauptsächlich Kopfhörer. Von denen ist der sanfte, etwas warme A151, der einen BA-Treiber je Hörerseite benutzt, mein Lieblingshörer. Was alle Modelle jedoch gemeinsam hatten, seien es nun In-Ears oder Bügelkopfhörer, war, dass sich der Preis im eher niedrigen Bereich befand – ein richtiges höherpreisiges High-End Modell gab es bis jetzt nicht. Aber eben nur bis jetzt.
Es ist schon einige Zeit her, dass MEE den Pinnacle P1 (http://www.meeaudio.com/pinnacle), einen dynamischen In-Ear mit der UVP von 199,99$ erstmals vorgestellt hat. Nun, ein gutes Jahr später, ist der Pinnacle P1 endlich erhältlich.
Pinnacle – der Höhepunkt, Gipfel. Bereits der Name macht deutlich, welche Richtung MEE dabei einschlagen will: High(er) End. Ob dies gelungen ist und wie sich der P1 im Vergleich zu anderen dynamischen In-Ears im gleichen Preisbereich schlägt, werde ich im Verlauf dieses Reviews zusammen mit euch herausfinden.

Bei Amazon ist der Pinnacle P1 für 208,61€ erhältlich (http://amzn.to/24Np0uQ).



Technische Daten:

Treiber: dynamisch, 10 mm
Frequenzgang: 20 Hz bis 20 kHz
Impedanz: 50 Ohm bei 1 kHz
Empfindlichkeit: 96 +/- 3 dB (1 mW bei 1 kHz)


Lieferumfang:

„Pinnacle ist mehr als ein Name – es ist ein Statement […]“ steht auf der Rückseite der Verpackung – und dabei handelt es sich um kein leeres Versprechen, was die Aufmachung betrifft.
Der Pinnacle P1 wird in einem schwarzen Karton geliefert, der von einem Papp-Schuber, der im typischen MEE Design gestaltet ist, zusammengehalten wird und alle wichtigen Informationen bereithält.
Der schwarze Karton lässt sich durch einen zweigeteilten Deckel öffnen, was ziemlich einzigartig ist – sehr schön!
Ich muss ehrlich sagen, dass diese Art, die Packung zu öffnen, für mich neu ist und ich sie noch bei keinem anderen Audio-Produkt gesehen habe. Damit grenzt sich der Pinnacle P1 von anderen Produkten ab und bietet etwas Einzigartiges, was mir persönlich gefällt, denn so merkt man, dass man sich bei MEE Gedanken gemacht hat, um dem Nutzer eine gute Auspack-Erfahrung zu bereiten, was meiner Meinung nach auch sehr gut gelungen ist.







Im Inneren findet man dann die Gehäuse der In-Ears, ein Aufbewahrungsetui aus Leder, einen 6,3 auf 3,5 mm Adapter, einen Shirt-Clip, zwei Kabel (1x mit Fernbedienung/Mikrofon, 1x versilbert) und schließlich 9 Paare an Aufsätzen (3x Silikon (eine Lamelle), 3x Comply Foam, 2x Silikon (zwei Lamellen), 1x Silikon (drei Lamellen)) vor.
Dies ist ein ziemlich beeindruckender Lieferumfang und die Auspack-Erfahrung ist ebenfalls sehr gut.






Optik, Haptik, Verarbeitung:

Die In-Ears sehen nach Premium-Produkten aus und fühlen sich mit ihren Zink-Gehäusen auch so an.
Das Design ist ziemlich einzigartig und erneut etwas, das ich in dieser Form bisher noch nicht gesehen habe.
Die In-Ears und Kabel besitzen MMCX-Steckverbindungen, die im Vergleich zu früheren Produktionschargen nun enger sitzen.

Das Aufbewahrungsetui ist aus schwarzem Leder gefertigt und innen mit Samt gepolstert. Auf der Außenseite gibt es eine Plakette, auf welcher sich die Seriennummer befindet. Obwohl das Etui schön aussieht, hätte ich mir persönlich ein stabileres mit Reißverschluss gewünscht.

Die Kabel sind wirklich sehr hochwertig. Sie sind aus einzelnen Litzen gefertigt, die dann verdrillt wurden – etwas, das man in diesem Preisbereich nicht ganz so häufig vorfindet (und der MEE besitzt gleich zwei dieser Kabel). Solche Kabel werden üblicherweise bei maßgefertigten und teureren In-Ears eingesetzt. Sehr flexibel sind sie natürlich auch.








Tragekomfort, Isolation:

Die In-Ears können sowohl mit dem Kabel über die Ohren geführt als auch nach unten getragen werden, wenn man die Seiten tauscht (erstere Trageweise ist jedoch die professionellere).
Ich persönlich trage den MEE mit den Kabeln über den Ohren, wodurch Kabelgeräusche auch gänzlich eliminiert werden.
Der Komfort ist übrigens hervorragend und ich merke die In-Ears bereits nach einer kurzen Zeit nicht mehr. Durch die relativ geringe Gehäusegröße in Verbindung mit der ergonomischen Form wird es wohl auch für Menschen mit kleinen Ohren zu keinen den Tragekomfort betreffenden Problemen kommen.

Die Geräuschisolation ist minimal besser, als man es von belüfteten dynamischen In-Ears erwarten könnte. Nutzt man die Aufsätze mit mehreren Lamellen oder Schaumstoff-Aufsätze, isolieren die Pinnacle P1 In-Ears sogar recht gut.


Klang:

Obwohl ich bei Kopfhörern nicht an Einspieleffekte glaube, habe ich den P1 vor dem ersten Hören sicherheitshalber mit Rausch- und Sinussignalen eingespielt.
Als Quellgeräte dienten mir zum vergleichenden Hören hauptsächlich mein iBasso DX90 und Leckerton UHA-6S.MKII sowie LH Labs Geek Out IEM 100.
Zum regulären Hören nutzte ich auch den Luxury & Precision L3 zusammen mit dem Elekit TU-HP02.

Zum Hören verwendete ich die größten mitgelieferten Silikonaufsätze mit einer Lamelle.

Randnotiz: Der P1 ist ein recht ineffizienter In-Ear und benötigt spürbar mehr Ausgangsleistung als andere vergleichbare Mitbewerber, um die gleiche Lautstärke zu erzielen.

Tonalität:

Wie klingt den nun MEEaudios erster Versuch abseits des günstigen Preisbereichs?

Kurz zusammengefasst würde ich den P1 als eine „sichere Abstimmung“ habend bezeichnen, die einen recht sanften, größtenteils zusammenhängenden Klang besitzt, der eher eine badewannige Kurve anstrebt, wenngleich er nicht übermäßig verfärbt ist – der Bass und Grundton ist recht voll, besitzt aber nicht die typische Mächtigkeit, die viele andere dynamische In-Ears häufig aufweisen. Die Quantität wird Bassheads sicher nicht ansprechen, aber auch nicht diejenigen, welche eine eher neutrale Abstimmung suchen. Die Mitten befinden sich ebenfalls auf der wärmeren, volleren sowie dunkleren Seite, was am voluminösen Grundton liegt. Der untere Hochton tritt etwas in den Hintergrund und darauf folgt dann ein angehobener, etwas Sennheiser IE 800-artiger oberer Hochton um 10 kHz herum, obwohl der MEE insgesamt etwas wärmer und weniger hell als der Sennheiser klingt. Ja, insgesamt erinnert mich der P1 tonal an einen wärmeren, im Grundton volleren IE 800 mit etwas weniger Helligkeit sowie Vordergründigkeit im oberen Hochton und ebenfalls etwas geringerer Tiefbassquantität – mehr dazu aber weiter unten bei den Vergleichen.

Wenn ich zusätzlich zum Hören von Musik und den gleich folgenden Sinus-Sweeps ebenfalls Rauschsignalen lausche, bestätigt sich der Eindruck eines voluminösen unteren Frequenzbereiches und etwas warmen Mitten beim P1, mit ebenfalls voluninösen, jedoch nicht übertriebenen unteren Mitten. Diese liegen irgendwo zwischen „warm“ und „etwas verfärbt“. Insgesamt könnte der Klang etwas mehr Energie im Bereich zwischen 1 und 3 kHz in den Oberen Mitten besitzen, um im Mittelton ausgeglichener zu erscheinen.

Weiter mit den Sinus-Sweeps:
Wie bereits erwähnt, befindet sich der Tiefton auf der sanfteren, betonteren Seite, mit einer Betonung, die recht hoch bei rund 750 Hz beginnt und dann nach unten hin bis 170 Hz ansteigt, wo sich der Höhepunkt mit etwa 7,5 dB mehr Bassquantität als beim Etymotic ER-4S befindet. Unterhalb von 50 Hz fällt der Pegel gleichmäßig etwas ab, aber der Tiefbass befindet sich noch immer etwas nördlich davon, was neutral wäre.
Der Mittelton befindet sich auf der sanfteren und wärmeren Seite. Beim Hören von Sinussignalen stellt sich dabei heraus, dass es zwischen 1 und 3 kHz eine Senke gibt, die männlichen Stimmen einen Teil ihrer Obertöne entzieht und normalhelle Frauenstimmen etwas gedämpft und stumpf klingen lässt. Recht überraschend ist dabei jedoch, dass höhere weibliche Stimmen tonal korrekt klingen, was daran liegt, dass der Pegel oberhalb von 3 kHz wieder auf einem normalen Niveau zurück ist. Diese Eigenschaften sorgen im Bereich der Stimmen manchmal für etwas Verwirrung, denn männliche Stimmen klingen angewärmt und intim wohingegen normale weibliche distanzierter und bedeckt erscheinen und helle weibliche Stimmen dann wieder präsenter und tonal korrekt wirken. Wer einen Sinusgenerator und Equalizer oder wenigstens nur einen Equalizer besitzt, kann mal versuchen, den Bereich zwischen 1 und 3 kHz etwas anzuheben – voilà, die Anomalie und Verfärbung verschwindet und der gesamte Bereich der Stimmen tönt wieder korrekt und ohne Verfärbung, und auch der kleine Schleier wird gelüftet. Aber ich bin ja nicht hier, um den Klang mit aktiviertem Equalizer zu beurteilen, also muss ich ein paar Punkte für das in meinen Ohren etwas eigenartige Verhalten im oberen Mittelton abziehen.
Von 3 kHz an steigt der Pegel gleichmäßig an und formt eine breitbandige Betonung zwischen 9 und 11 kHz, wodurch der Anschlag von Becken etwas spritzig und zischelnd ist, womit er dem Sennheiser IE 800 im oberen Frequenzbad etwas ähnelt. Darüber hinaus ist der Umfang im Superhochton ziemlich ordentlich, wenngleich der Pegel etwas weniger präsent als darunter ist.

Auflösung:

Im Großen und Ganzen verrichtet der MEE P1 relativ ordentliche Arbeit, was die Detailauflösung betrifft, wenngleich er nicht der beste In-Ear in seiner Klasse ist.
Während ich die Auflösung etwas oberhalb des Sennheiser IE 80 sowie RHA T20 sehe, gibt es ein paar andere dynamische In-Ears in diesem Preisbereich, die starke Konkurrenz für den Pinnacle P1 darstellen und die ich in einigen Bereichen als dem MEE überlegen ansehe. Und bei dem Preis ist man nicht mehr weit von In-Ears mit BA-Treibern oder alternativ hybriden In-Ears entfernt (letztere, wenn man mehr potentielle Bassquantität im Vergleich zu BAs wünscht).

Der Bass ist für einen dynamischen Treiber recht straff und klingt auch ziemlich schnell ab, wodurch unnötiges Dröhnen verhindert wird, jedoch könnte der Einschlag schneller sein. Dadurch, dass der Einschlag etwas weicher und langsamer als das Ausschwingen ist, erscheint der P1 nicht ganz so schnell, wie er könnte, was besonders beim Abspielen von schnellem Rock, Metal oder elektronischer Musik auffällt. Versteht mich nicht falsch, der Bassbereich ist etwas schneller als bei In-Ears wie dem Sennheiser IE 80 und rumpelt weniger als der des RHA T20, besitzt aber nicht die Geschwindigkeit und Details des DUNU Titan 5 und löst auch nicht so gut wie der LEAR LHF-AE1d im Tiefton auf (obgleich der MEE hier etwas schneller als der LEAR ist).
Insgesamt habe ich auch das schwach ausgeprägte Gefühl, als ziehe sich ein geringer Schleier durch den Grundton, jedoch haben meine Sinus- und EQ-Experimente weiter oben gezeigt, dass dies an der Senke zwischen 1 und 3 kHz liegt (hebt man diesen Bereich an, verschwindet der Schleier). Nichtsdestotrotz weicht der Tiefton gen Tiefbass etwas auf, obwohl der Oberbass noch recht fest und kontrolliert klingt. Auch könnte die Kontrolle ganz unten etwas besser sein, denn obwohl der Tiefbass nicht matschig wird, ist er etwas zu weich.

Im Mittel- sowie Hochtonbereich hingegen ist die Detailauflösung recht gut, auch wenn nicht das Detailniveau teurerer Modelle erreicht wird.

Insgesamt verrichtet der P1 einen relativ ordentlichen Job, aber ich habe das Gefühlt, dass hier noch mehr möglich wäre. Während das Zubehör, die Ausstattung sowie Verarbeitung definitiv die geforderten 199,99$ wert sind, bin ich mir beim Klang angesichts des Preises nicht hundertprozentig sicher.

Räumliche Darstellung:



Die Bühnendarstellung dieses In-Ears ist schon ein wenig süchtig machend: der generierte Raum ist recht dreidimensional, mit einer wirklich schönen Breite und noch besseren Front-Projektion. Die Bühne kreiert eine Sphäre um den Kopf herum und man kann förmlich in ihr einsinken. Auf der anderen Seite könnte es etwas mehr Raum und Luft zwischen den Instrumenten geben.
Bei komplexer und großer orchestraler Musik behält die Bühne dennoch noch recht gut ihre Kontrolle und kollabiert auch nicht.

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Im Vergleich mit anderen dynamischen In-Ears:

Während ich sagen würde, dass der MEE Pinnacle P1 den Sennheiser IE 80 und RHA T20 zu einem gewissen Grade schlägt, lasse ich ihn danach gegen viel ernsthaftere Gegner im Preisbereich unter/um 200$ sowie den Sennheiser IE 800 antreten.

Sennheiser IE 80 (Bassschraube gänzlich geschlossen):
Der Sennheiser besitzt den voluminöseren, wärmeren Klang mit dem stärker ausgeprägten Grundton. Der Pinnacle P1 besitzt den besseren Tiefbassumfang, wenn die Schraube des Sennheiser geschlossen ist (öffnet man sie, reicht der Tiefton zwar ohne Abrollen bis in den Tiefbass, weicht aber noch mehr auf). Im Mittelton befinden sich beide vergleichbar etwas auf der wärmeren Seite. Im Hochton ist der IE 80 der insgesamt etwas entspanntere In-Ear.
In Sachen Detailauflösung ist der MEE der bessere In-Ear, denn er deckt mehr kleine Details auf. Besonders bei schneller Musik kollabiert der Sennheiser etwas, wohingegen der MEE relativ standhaft bleibt.
Im Bassbereich ist der IE 80 relativ langsam sowie schwammig und könnte auch eine gute Ecke mehr Kontrolle als auch Festigkeit besitzen. Der Pinnacle P1 besitzt den viel schnelleren, besser kontrollierten Tiefton.
Die Bühne des IE 80 ist etwas breiter sowie tiefer und gehört auch insgesamt zu den größten Bühnen bei In-Ears überhaupt. Die des MEE ist nicht ganz so groß aber etwas präziser (bei orchestraler Musik fällt dies besonders auf).

RHA T20 (Referenz-Filter):
Der T20 ist der bassigere In-Ear und besitzt einen stärker ausgeprägten, hämmernden Oberbass und rollt im Tiefbass auch minimal mehr ab. Im Mittelton ist der RHA der neutralere In-Ear, verglichen mit dem etwas angewärmten Stimmbereich des P1. Im Hochton ist der MEE in den unteren als auch mittleren Höhen etwas entspannter, in den oberen dafür jedoch präsenter.
Was die allgemeine Detailauflösung betrifft, geben sich beide fast nichts. Müsste ich mich entscheiden, würde ich vielleicht sagen, dass der P1 ganz minimal besser ist, was aber eine sehr knappe Entscheidung wäre. Wenn es jedoch um den Bassbereich geht, ist der MEE der Gewinner: Während der Bass des T20 etwas rumpelt, ist der des P1 merklich besser kontrolliert. Dem RHA mangelt es nicht unbedingt an Geschwindigkeit, manchmal jedoch etwas an Kontrolle – der untere Frequenzbereich des MEE ist nicht nur schneller, sondern auch recht hörbar besser kontrolliert.
Die Bühne des MEEaudio In-Ears ist etwas größer und auch geringfügig präziser.


DUNU Titan 5:
Der MEE besitzt den beeindruckenderen Lieferumfang und die Flaggschiff-würdigere Verarbeitung. Beide besitzen austauschbare Kabel (MMCX) und lassen sich recht komfortabel tragen, doch ist es mit dem P1 etwas einfacher, einen komfortablen und dauerhaft guten Sitz zu finden. Und während die Bassquantität beim DUNU von der Ohranatomie abhängt (mehr Concha-Nähe = mehr Bass, weniger Concha-Nähe = weniger Bass), ist der MEE nicht von diesem Effekt betroffen.
Der DUNU besitzt den geringfügig präsenteren Bass in meinen Ohren und reicht ohne Abrollen bis in den tiefsten Tiefbass. Der Titan 5 ist stärker Tiefbass- und weniger Grundton-fokussiert. In den Mitten spielt der DUNU weniger verfärbt. Im Hochton jedoch ist der MEE realistischer und gleichmäßiger als der bis auf den oberen Hochton um 10 kHz hellere DUNU.
Im Mittelton löst der P1 ein wenig besser auf, der DUNU besitzt jedoch den schnelleren und besser kontrollierten Tiefton bei ähnlich schnellem Ausklingen. Im Hochton klingt der Titan 5 differenzierter obwohl der MEE obenrum gleichmäßiger spielt.
Die Bühne des Pinnacle P1 ist etwas größer, bei einer etwas weniger präzisen Instrumententrennung.

Echobox Audio Finder X1 (mit den am wenigsten hellen Filtern):
Der Finder X1 besitzt keine wechselbaren Kabel, jedoch Filter, die auf die Tonalität Einfluss nehmen. Die Menge an mitgeliefertem Zubehör des Pinnacle P1 ist weitaus beeindruckender. Was den Sitz angeht, ist dieser mit dem MEE ein wenig einfacher erzielbar.
Während beide In-Ears badewannig abgestimmt sind, klingen sie doch etwas anders und unterscheiden sich in der Ausprägung des Soundings. Der Finder X1 ist quasi ein P1 auf Drogen, so besitzt er einen merklich stärker vordergründigen Bass- und Hochtonbereich, ist aber Tiefbass-fokussierter – kurzum ist der Finder X1 ein In-Ear, der ausschließlich auf Spaß getrimmt wurde. Und dennoch besitzt er ein realistischeres Timbre im Mittelton.
Der Tiefton des Echobox weicht gen Tiefbass nicht auf und klingt insgesamt kontrollierter während beide In-Ears etwa gleich schnell ausschwingen (der Finder besitzt jedoch einen schnelleren Einschlag). Im Mittelton und den Höhen sind beide vergleichbar detailliert; beim MEE ist der Hochton gleichmäßiger.
Die Bühne des Pinnacle P1 ist etwas breiter während beide In-Ears gleich viel räumliche Tiefe besitzen. Dennoch, der MEE zieht mich ein wenig tiefer in das Bühnengeschehen hinein.

LEAR LHF-AE1d (Upgrade-Schallröhrchen):
Beide In-Ears besitzen austauschbare Kabel (2-Pin beim LEAR, was ich persönlich bevorzuge). Der LEAR besitzt zudem ein Potentiometer, anhand dessen sich die Bassmenge regeln lässt und dem Nutzer somit die Wahl zwischen einer neutralen bis hin zu einer exzessiv basslastigen Klangsignatur überlässt. Auch insgesamt ist der LHF-AE1d ein sehr beeindruckender und höchst detaillierter sowie authentischer In-Ear, obwohl nur dynamische Treiber verwendet werden (der Nachteil ist ein etwas weicher Bassbereich). Was den Komfort anbelangt, sind beide gleich gut, aber mit dem MEE ist es einfacher, einen guten Seal zu erreichen als mit dem LEAR, wenn bei diesem die kürzeren Upgrade-Schallröhrchen montiert sind.
Wie bereits erwähnt, ist die Bassquantität von der Position des Potentiometers abhängig. Im Mittelton ist der LEAR viel realistischer im Timbre und lediglich mehr oder minder vergleichbar warm, wenn man die normalen Schallröhrchen anbringt. Im Hochton ist der AE1d gleichmäßiger sowie natürlicher.
Der LHF-AE1d ist ein extrem schwierig zu schlagender In-Ear in seinem Preisbereich und zeigt dies dem Pinnacle recht deutlich. Der LEAR besitzt die merklich bessere Detailauflösung im Mittel- und Hochton und seine einzige Limitation ist, dass sein Bassbereich etwas langsamer und weniger kontrolliert bei schneller Musik daherkommt (, jedoch gleichzeitig detaillierter klingt). Seine überlegene Auflösung sowie Authentizität und Ebenmäßigkeit gleichen dies aber locker wieder aus.
Der MEE besitzt die etwas breitere Bühne; die des LEAR ist etwas tiefer und erscheint auch insgesamt authentischer.
Ich bin noch keinem dynamischen In-Ear in diesem Preisbereich begegnet, der dem LEAR das Wasser reichen kann – dem MEE gelingt dies nicht, aber er ist auch tonal für eine andere Zielgruppe abgestimmt.

Sennheiser IE 800:
Der IE 800 besitzt keine wechselbaren Kabel, was mich nicht stört, solange gute Kabel verwendet werden. Leider ist es so, dass beim Sennheiser keine wirklich guten Kabel verbaut wurden und diese in Anbetracht des Preises meiner Meinung nach sogar recht mies sind, wenn man sie mit denen von (viel) günstigeren Konkurrenzprodukten vergleicht. Hier sehe ich den MEE dann doch ein ganzes Stück vorne.
Wie zuvor erwähnt, ähneln sich beide In-Ears tonal teilweise. Nichtsdestotrotz konzentriert sich der IE 800 stärker auf den Tiefbass (ohne dort aufzuweichen) und besitzt weniger Wärme im Grundton, zusammen mit tonal korrekt dargestellten Mitten und einem etwas helleren, spritzigeren oberen Hochton, obwohl beide einen „IE 800-esquen“ oberen Hochtoncharakter besitzen.
Der Sennheiser besitzt den besser kontrollierten Bass mit dem schnelleren Einschlag und löst auch insgesamt besser auf – nicht 3+ Mal besser, jedoch spielt er schon in einer höheren klanglichen Klasse.
Die Bühne des Sennheiser ist breiter und besser skaliert, besitzt aber auch weniger räumliche Tiefe.


Fazit:

Verarbeitungsqualität, Zubehör und Eigenschaften sind für diesen Preisbereich ziemlich einzigartig und definitiv eines Flaggschiffes mit dem Namen „Pinnacle P1“ würdig. Dazu sind
Verarbeitungsqualität, Komfort und Passform exzellent.
Die Klangsignatur ist sanft und angewärmt, mit einem spritzigen oberen Hochton und einer gelungenen Bühnendarstellung, die einen förmlich in die Musik eintauchen lässt.

Dennoch, obwohl der Pinnacle P1 manche dynamische In-Ears in seinem Preisbereich übertrifft und recht solide klingt, ist er nicht perfekt und es gibt definitiv noch Raum für Verbesserungen. Außerdem besitzt er starke Konkurrenz im Preisbereich um 200$.


Alles in allem komme ich bei meiner üblichen 70% Klang (74/100) zu 30% Verarbeitung/Komfort/Passform/Zubehör Gewichtung (99/100) auf 4,075 von 5 möglichen Sternen.

Nichtsdestotrotz bin ich gespannt darauf, was MEE in der Zukunft zu bieten hat.