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Luxury & Precision L3: Ein vollsymmetrisch aufgebauter Audio-Player mit ein paar Software-Schwächen - [Review] 🇩🇪

Prolog:

Luxury & Precision (http://www.luxuryprecision.net/) ist eine eher neue chinesische Firma für Audioprodukte und besteht seit 2014. Auf den ersten Blick neu auf dem Markt erscheinend (wenngleich die Audio-Player LP5, L5 sowie L5 Pro doch eine recht große Bekanntheit in Hi-Fi-Kreisen besitzen), ist das Team der Firma jedoch definitiv nicht unerfahren und war in der Vergangenheit für andere geschätzte Audio-Produkte wie etwa den Colorfly C4 Player zuständig (und ich bin mir sehr sicher, dass so gut wie jeder, der halbwegs ernsthaft das Hobby Hi-Fi nicht erst seit gestern betreibt, diesen Audio-Player mit Holzgehäuse wenigstens namentlich kennt).


Vor nicht allzu langer Zeit hat Luxury & Precision einen kleinen und (in Anbetracht der Funktionen) Budget-freundlichen digitalen Audio-Player vorgestellt, der sich L3 nennt und eine UVP von 399$ besitzt. Was ihn von den meisten Konkurrenzprodukten in diesem Preisbereich unterscheidet, ist der hundertprozentig symmetrische („Balanced“) interne Aufbau (je Kanal kommt ein Cirrus Logic CS4398 Chip als DAC, ein Crown 18120 Chip als Operationsverstärker sowie ein Crown 1812A Chip als Kopfhörerverstärker zum Einsatz), für den es ebenfalls neben dem regulären („single-ended“) 3,5 mm Kopfhörerausgang einen vierpoligen, symmetrischen 2,5 mm („Balanced“) Ausgang gibt, nebst einem kombinierten 3,5 mm Line Out mit umschaltbarem, koaxialem Digitalausgang (die Beschriftung sagt S/PDIF, aber der Ausgang ist koaxial elektrisch).
Da mich dieser vollständig symmetrische interne Aufbau an meinen heißgeliebten iBasso DX90 erinnert, bin ich besonders gespannt, wie sich der L3 gegen ihn schlägt (laut Luxury & Precision war ursprünglich übrigens der Einsatz von ESS Sabre 9018 Chips für die Wandlung aufgrund der sehr guten Messwerte als eine Möglichkeit vorgesehen, doch entschied man sich wegen subjektiver klanglicher Vorlieben für die nun zum verwendeten Cirrus Logic DAC Chips) und wie er sich auch im Vergleich mit anderen Audio-Playern behauptet.

Lasst uns nun also gemeinsam herausfinden, wie viel „Luxus und Präzision“ der Luxury & Precision L3 (, der übrigens nativ DSD-Dateien abspielt,) bietet.


Bevor ich zu meinem eigentlichen Review übergehe, möchte ich mich bei John Yang sowie Herr Wan für die Möglichkeit dieses Tests sowie des Zusendens eines Exemplars des Luxury & Precision L3 für eine ehrliche, unbefangene Bewertung bedanken.


Technische Daten:

UVP: 399$

16 GB interner Speicher, Micro SD bis zu 128 GB
DAC Chip: Cirrus Logic CS4398 (x2)
Operationsverstärker: Crown 18120 (x2)
Kopfhörerverstärker-Chip: Crown 1812A (x2)
Coprozessor: 1812M
Abtastraten bis 32 Bit/768 kHz, unterstützt DSD256
USB: Abtastraten bis 24 Bit/192kHz
Leistungsausgabe: 1,2V (3,5mm Single-Ended Ausgang), 2,4V (2,5mm Balanced Ausgang), @ 35 Ohm Last


Lieferumfang:

Der L3 kommt in einer länglichen schwarzen Pappschachtel, die sich bei näherem Hinsehen als zwei einzelne herausstellt, die mit einer schwarzen Banderole mit glänzend schwarzem „Luxury & Precision“ Logo zusammengehalten werden.

Schiebt man die obere Schachtel heraus, findet man auf ihrem Deckel das gleiche schwarz glänzende Logo vor. Im Inneren befindet sich dann der Audio-Player selbst, sicher eingebettet in Schaumstoff und schwarzem Samtstoff. Eine Bildschirm-Schutzfolie ist bereits angebracht und eine weitere befindet sich in einem sich unter dem Player befindenden Briefumschlag, nebst einer kurzen Bedienungsanleitung und Garantiekarte.
Die zweite Schachtel ist mit dem englischen Wort für „Zubehör“ bedruckt. In ihrem Inneren befinden sich zwei kleinere Schachteln, in denen sich ein USB-Kabel beziehungsweise eine Leder-Hülle befinden.














Obwohl die gesamte Aufmachung der Verpackung doch eher schlicht und nicht sonderlich luxuriös wirkt, besteht der Inhalt (Audio-Player sowie Lederhülle) definitiv aus optisch sehr schönen und hochwertigen Produkten, welche einen die unauffällige Erscheinung schnell vergessen und verzeihen lassen.


Optik, Haptik, Verarbeitung:

Ehrlich gesprochen empfinde ich das Design des L3 extrem als sehr gut gelungen und kann auch

nicht abstreiten, dass es mich zu einem gewissen Grad an die Formensprache von Porsche Design erinnert.
Das Gehäuse ist an den Seiten aus mattem und auf der Vorderseite aus gebürstetem, CNC-gefrästem Aluminium gefertigt und sieht nicht nur sehr gut als auch hochwertig sowie massiv aus, sondern fühlt sich auch so an. Die Rückseite besteht aus einer schönen Carbon-Platte.

Der große Touchscreen des L3 besitzt zwar keine Smartphone-typische Auflösung, ist für ein Audio-Wiedergabegerät jedoch noch immer crisp genug – und dieser große Bildschirm passt wunderschön in das optische Gesamtbild.

Oberhalb des Bildschirms befinden sich in der linken Hälfte drei Tasten (die rechte sperrt und entsperrt den Bildschirm beziehungsweise versetzt den Player bei einem längeren Druck in den Hold-Modus; die anderen beiden sind frei konfigurierbar). Rechts gibt es ein Dreh-Potentiometer, mit welchem man die Lautstärke regelt. Das Poti ist dabei schwergängig genug, um nicht versehentlich gedreht zu werden, aber leichtgängig genug, damit man es gut mit einem bis zwei Fingern blind
bedienen kann. Jede der einzelnen Abstufungen ist dabei fühlbar und geringfügig hörbar, obwohl ich lieber ein scharfes, metallisches Klicken und Gefühl anstatt des etwas weichen bevorzugt hätte.
Insgesamt gibt es 60 Lautstärke-Abstufungen und obwohl ich persönlich auch nichts gegen die doppelte Menge einzuwenden hätte (möglicherweise in den Einstellungen zuschaltbar), ist die geringstmögliche Lautstärke noch immer gering genug, um auch mit recht empfindlichen In-Ears noch verhältnismäßig leise hören zu können – dennoch, beim Einsatz von extrem empfindlichen In-Ears hätte ich manchmal abends nichts dagegen, wenn ich noch etwas leiser hören könnte, wenn ich ganz leise Hintergrundbeschallung wünsche; aber da bin ich wohl etwas übermäßig pingelig und der L3 kann leiser als einige andere Player spielen, namentlich der Cowon Plenue D oder die Geräte von AGPTek.
Auf der rechten Seite befinden sich in der oberen Hälfte drei Tasten zur Wiedergabesteuerung (die „Play“-Taste dient ebenfalls zum Ein- und Ausschalten), darunter gibt es einen einzelnen Einschub für Micro SD Karten (leider müssen diese im FAT32-Format formatiert sein, denn exFAT unterstützt der L3 nicht). Zusätzlich bietet der Luxury & Precision Player noch 16 GB an internem Speicherplatz, was ich recht praktisch finde.
Die Unterseite bietet eine recht üppige Auswahl an Anschlussmöglichkeiten: neben einem regulären, unsymmetrischen 3,5 mm Kopfhörerausgang gibt es daneben noch einen symmetrischen 2,5 mm Ausgang sowie eine kombinierte Line Out/digitale Koax-Buchse nebst einem Micro-USB Eingang zum Laden, Datenaustausch und für die Verwendung des L3 als DAC.











Alle Knöpfe sind übrigens gut erreichbar und besitzen einen angenehmen Druckpunkt.


Eigentlich würde ich der Lederhülle nur einen oder zwei Sätze widmen, aber da die mitgelieferte aus hellblauem Echtleder einfach nur wunderschön und hochwertig ist sowie perfekt zu „Luxury & Precision“ passt, gibt es ein paar mehr Zeilen.

Wer mit den Lederhüllen von DIGNIS vertraut ist, wird schnell feststellen, dass diese ebenfalls von der koreanischen Firma stammt und als OEM-Auftrag von DIGNIS für Luxury & Precision mit deren Logos gefertigt wird.
Wenig überraschend übermittelt die Lederhülle die von DIGNIS gewohnte Qualität mit der perfekten, engen Passform, der sehr schönen Verarbeitung und der Detailverliebtheit wie den Nähten oder den präzise geprägten Logos.












Bedienung, grafische Nutzeroberfläche:


Firmware Version 1.0.0.2:

Der L3 besitzt eine recht simple wenngleich gut strukturierte Nutzeroberfläche: nach dem kurzen

Startvorgang wird man von einer simplen Bibliotheksdarstellung empfangen,  die einen (von unten nach oben) zwischen einer „Album“-Ansicht (leider ohne Miniaturansicht der Albumcover), „Artist“-Sortierung (leider und nicht arg überraschend jedoch ohne Unterstützung des „Album Artist“ Tags, einem Tag, den nur wenige Player beherrschen), Anzeige aller Titel sowie Ansicht der internen und externen Ordnerstruktur wählen lässt. Dumm nur ist hierbei, dass die Ordner nicht in alphabetischer Reihenfolge sondern dem Datum der letzten Änderung sortiert werden, weshalb man für die richtige Reihenfolge ein Programm wie „FATsorter“ über die Karte laufen lassen muss – bei dem Preis des Players ist dies eigentlich ein Unding.
Eine darüber liegende virtuelle  Schaltfläche, welche die Musikbibliothek neu einliest, wenn man auf sie tippt, ist ebenfalls störend, denn es kann recht einfach passieren, diese versehentlich zu berühren, was mir des Öfteren passiert ist. In den Systemeinstellungen wäre diese Option wohl besser aufgehoben.



Darüber wiederum befinden sich drei Kacheln, die man auf jedem der drei Haupt-Bildschirme wiederfindet und die einen mit einer Berührung in die Bibliothek, zum Wiedergabebildschirm und in die Einstellungen bringen, was ich recht praktisch finde.

Ganz oben gibt es eine Statusbar, die Informationen über den aktuellen Wiedergabezustand, die eingestellte Lautstärke sowie den Akkuladezustand gibt. Aktiviert man die Hold-Funktion (Taste für die Bildschirm-Sperre länger gedrückt halten), erscheint ein kleines Schloss neben der Akkuanzeige und beim Nutzen des Line Out gibt es ebenfalls ein zugehöriges Symbol.

Die Einstellungen des L3 haben mich ziemlich positiv überrascht: neben selbstverständlichen Dingen

wie dem Wiedergabemodus und einfachen EQ-Voreinstellungen (einen frei konfigurierbaren Equalizer gibt es leider nicht), kann man auch entscheiden, ob man sich den Musiktext oder die ID3 Tags anzeigen lässt – eine Option, die für manche vielleicht interessant sein könnte.
Ebenfalls gibt es Einstellungen für den elektrisch koaxialen Digitalausgang, wie etwa DoP over S/PDIF (welcher koaxial und nicht optisch ist) (wobei ich mir nicht sicher bin, welche DACs dies überhaupt unterstützen), neben verschiedenen Digitalfiltern (slow und sharp roll-off) und schließlich eine Möglichkeit, die Ausgangsphase um 180° zu drehen, was das erste Mal ist, dass ich diese Option bei einem Audioplayer sehe (das einzige andere portable Gerät, das ich kenne und das diese Funktion unterstützt, ist der ifi Audio micro iDSD DAC-Amp).
Einstellungen für die Helligkeit, Bildschirmaktivität, einen Sleep-Timer, verschiedene Sprachen oder das automatische Abschalten gibt es zusätzlich auch noch, aber das war noch nicht alles, denn man kann, wie bereits weiter zuvor erwähnt, zwei der Tasten individuell frei mit verschiedenen Funktionen belegen (nichts, Wiedergabemodus, Liedtext, S/PDIF, Digitalfilter, Ausgangsphase, Bibliothek, Systemeinstellungen, Wiedergabebildschirm, Zurück-Taste), was ich als sehr praktische Funktion erachte. Aber dies war noch immer nicht alles und man kann etwa die seitlichen Tasten oder den Lautstärkeregler sperren, den USB-Modus auswählen (Massenspeicher oder DAC), eine USB-DAC-Audioverzögerung aktivieren (kurz oder lang) und bestimmen, ob der L3 Strom vom USB-Gerät bezieht oder den integrierten Akku benutzt.












Was nun noch übrig bleibt, ist der Wiedergabebildschirm, der recht rudimentär gestaltet ist und

dennoch alle wichtigen Informationen anzeigt (Albumcover, Auflösung/Abtastrate, Wiedergabemodus, Künstler, Titel, Zeitleiste, Titelzähler). Neben den virtuellen Tasten zur Wiedergabesteuerung auf dem Bildschirm ist der Wiedergabebildschirm leider überhaupt nicht interaktiv und ich denke, dass es zeitgemäß wäre, sofern man mit einem Druck auf das Wiedergabemodus-Symbol diesen auch ändern könnte und wenn man die Musik mit dem Finger auf der Zeitleiste vor- und zurückspulen könnte, was aktuell nur über Gedrückt Halten der Vor-/Zurück-Tasten möglich ist (auch wenn das Spulen dann schnell vonstattengeht, wäre eine iOS-ähnliche Spulfunktion praktischer).
Was auch etwas störend ist, ist der Mangel von einwandfrei lückenloser Wiedergabe mit FLAC Dateien (bei unterbrechungsfreien Aufnahmen gibt es zwischen den einzelnen Titeln eine kurze Unterbrechung beim L3).

Neben dem Bildschirm kann man auch die seitlichen Tasten zur Wiedergabesteuerung verwenden, um

durch die Menüs zu navigieren, sodass beinahe der gesamte Player ohne Nutzung des Touchscreens verwendet werden kann. Und ich denke auch, dass die Bedienoberfläche ursprünglich so vorgesehen war, denn in Listen oder langen Ordnern/Menüs kann man nicht intuitiv scrollen, sondern muss mit zwei virtuellen Tasten auf dem Bildschirm durch die „Seiten“ blättern, was relativ umständlich ist. Insgesamt frage ich mich hier deshalb auch ein wenig, weswegen man überhaupt einen Touchscreen verwendet hat, wenn die Software und Bedienung (zu diesem Zeitpunkt) eigentlich so rudimentär gestaltet ist.

Es ist ja nicht so, als wäre die grafische Nutzeroberfläche schlecht (mir persönlich gefällt das schlichte, minimalistische Design sogar recht gut, zusammen mit dem sehr reaktiven und verzögerungsfreien Touchscreen/UI), aber es sind die kleinen Dinge, die sich summieren und trotz der intelligenten Einstellungen für etwas Zwiespalt sorgen (Umständliches Scrollen durch Ordner, keine alphabetische Ordnersortierung, Position der „Media Library Update“ Schaltfläche, nur FAT32 Unterstützung, kein Touch-Scrolling, kaum mögliche Interaktion auf dem Wiedergabebildschirm). Ja, ist mag das Design und die Einfachheit sowie Übersicht der verschiedenen Menüs, aber auf der Software-Seite gibt es noch ordentlich Raum für Verbesserungen.













Firmware Version 1.0.0.3:


Die nächste veröffentlichte Firmware behob nur kleinere Fehler und brachte keine großen Änderungen, was man auch anhand der Namengebung/Nummerierung der Firmware gut erkennen kann.
Während kleinere Mängel also behoben wurden, gibt es noch immer ordentlich Raum für Verbesserungen auf der Software-Seite.

Dies ist übrigens der Change-Log für jene Firmware-Version:
1. External artwork support
2. AAC support
3. Better detection for headphones under USB DAC
4. Fix some incompatible issues with USB DAC
5. Fix a bug with volume not reset[t]ing after using line out.
6. Partially fix shuffling. (only partially)

Firmware Version 1.0.0.4:
Offizieller Change-Log:

This is the change-log for that firmware version:
1. Improved system stability.
2. Improved single-ended sound signature.
3. Fix some VBR MP3 files problem.
4. Fix a issue where L3 would crush when locking and unlocking frequently.
5. Added PNG file type support for album artwork.
6. Added option to keep device on during charging. 
7. Added support for APE files with high (compress) rate. 24 bits/192 kHz up to normal, and 24 bits/44.1 kHz up to Extra High.

Zusätzlich befindet sich die Schaltfläche zum Aktualisieren der Bibliothek nun im unteren Bereich des Bildschirms, weshalb man sie versehentlich viel seltener berührt. Obwohl es sich um eine sinnvolle Änderung handelt, wäre die Schaltfläche in den Einstellungen noch etwas besser aufgehoben.



Akkulaufzeit:

Mein Test der Akkulaufzeit bestand daraus, meinen günstigen Superlux HD 681 am unsymmetrischen Ausgang mit einer Lautstärkeeinstellung von 30 mit circa 65% CD-Format (16 Bit/44,1 kHz) und 35% 24 Bit Hi-Res FLAC Dateien zu bespielen. Dabei entsperrte ich von Zeit zu Zeit den Bildschirm und navigierte in den Menüs.
Mit dieser Testmethode hielt der Akku ziemlich genau 10 Stunden und 15 Minuten.



Klang:

Frequenzgang, Ausgangsimpedanz (single-ended):

Wenig überraschend ist der Frequenzgang ohne angeschlossene Last perfekt linear und somit so, wie er sein sollte:




Um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen, geht es mit der Messung von Multi-BA In-Ears weiter, denn diese benötigen ein Quellgerät mit einer sehr geringen Ausgangsimpedanz (möglichst unter 1 Ohm), um ohne Abweichung des Frequenzganges angetrieben zu werden. Mit meiner üblichen Mess-Referenz, dem Ultimate Ears Triple.Fi 10, welcher recht kritisch auf einen erhöhten Ausgangswiderstand reagiert, erhalte ich das:




Mit ein paar anderen Multi-BA In-Ears zeigt sich ein ähnliches Bild, das zu der Schlussfolgerung führt, dass die Ausgangsimpedanz im unsymmetrischen Betrieb nach modernen Standards nicht sehr gering ausfällt, aber auch nicht enorm hoch ist:




Die daraus errechnete Ausgangsimpedanz beträgt demnach um die 3+ Ohm, was zwar mehr oder weniger tolerabel ist, jedoch nicht so gering ist, wie es möglich wäre – der Ausgangswiderstand ist weder sehr schlecht noch vorbildlich gut und für die meisten Mehrtreiber In-Ears nicht mehr ganz ideal. Definitiv könnte der Widerstand dennoch nach modernen Standards um ein gutes Stück geringer sein. Ob der Widerstand noch in Ordnung ist, um Mehrtreiber-In-Ears zu betreiben oder nicht, bleibt eine persönliche Entscheidung, da jeder einfach seine eigenen Ideale und Grenzen besitzt und die Grenzen da teilweise fließend sind. Zum konzentrierten und semi-stationären Betrieb zumindest wäre die Ausgangsimpedanz für mich in Verbindung mit Multi-BA In-Ears und jene ohne einen flachen Impedanzgang zumindest zu hoch, da die Abweichungen für mich doch bereits sehr gut wahrnehmbar bei In-Ears sind, die ich gut kenne. Mit den meisten dynamischen In-Ears hingegen (, welche meist einen geradlinigen Impedanzgang aufweisen und denen der Ausgangswiderstand somit praktisch egal ist,) sowie in Verbindung mit Bügelkopfhörern jedoch ist der L3 sehr gut geeignet, da letztere ebenfalls nicht vom Ausgangswiderstand beeinflusst werden, da ihr Widerstand entweder merklich höher oder der Impedanzgang geradlinig ist und es dadurch zu keinen Abweichungen im Frequenzgang kommt. Mobil wäre die Impedanz für mich gegebenenfalls manchmal auch mit manchen Multi-BA In-Ears halbwegs tolerierbar, wobei es sich dabei um eine Grenzentscheidung handeln würde.

Auf der individuellen Seite kann ich mir aber vorstellen, dass sich manche Menschen, die nicht so sehr auf Messwerte bedacht sind, nicht zu sehr an der Ausgangsimpedanz stören würden, so gibt es andere Geräte wie etwa den AK240, der sich im single-ended Betrieb mit dem SE846 fast gleich misst (Quelle dieser Behauptung ist eine Messung in einem deutschen Audio-Forum).
Nun, wenigstens gibt es keinen Bassabfall mit niederohmigen In-Ears, wie es noch zu Zeiten des Colorfly C4 der Fall war.

Rauschen:

Hier kann der L3 vollends überzeugen: Ich selbst bezeichne mich als recht Rausch-empfindliche Person und höre Musik bei recht geringer Lautstärke, womit ein rauschfreies Gerät für mich beim sehr konzentrierteren stationären Hörern eine hohe Priorität besitzt.

Der Ostry KC06A ist ein extrem rauschempfindlicher In-Ear und obwohl er nur ein dynamisches Exemplar ist, deckt er Rauschen noch früher auf als manche andere enorm empfindliche In-Ears wie etwa der Shure SE846 oder Pai Audio MR3. Ja, er ist so empfindlich, dass er wirklich das geringste Rauschen aufdeckt.
Audio-Player mit sehr gutem Rauschverhalten sind beispielsweise der Cowon Plenue D (den ich jedoch aufgrund ein paar Sachen, die mich an ihm störten, sehr kurze Zeit nach meinem Kauf wieder veräußerte) und insbesondere der iBasso DX90, welcher sogar so rauscharm ist, dass ich in einem wirklich stillen Raum sein und extrem empfindliche In-Ears verwenden muss, um überhaupt ein ganz geringes, Blut-Rauschen-lautes Rauschen erahnen zu können, wenn keine Musik spielt. Und was soll ich sagen, während ich mit dem DX90 so ein Mikron an Rauschen wahrnehmen kann, rauscht der L3 sogar noch weniger und übertrifft damit meinen eigentlich bereits perfekten iBasso sogar minimal.
Wer ebenso wie ich also sehr Rausch-empfindlich ist, wird am L3, wie auch mit dem DX90, seine helle Freude haben.

Transparenz, Präzision, Bühne:

Nun zum ganz klar subjektiveren Teil meines Reviews. Meine Ansicht und Erfahrung bezüglich des Verstärker- und Geräteklanges stellt sich wie folgt dar: Verstärker- und Geräteklang gibt es in begrenztem Umfang und er ist hörbar, jedoch sollte er nicht überschätzt werden – die grundlegende Charakteristik eines Kopfhörers wird durch ein (sauber konstruiertes) Gerät nicht verändert, jedoch „formt“ das Wiedergabegerät den Klang des Kopfhörers manchmal minimal, was sich aber (wenn überhaupt, dann) eher in Nuancen ausdrückt und sich oft auch anhand der Eigenschaften oder Messwerte erklären lässt (einen etwas ausführlicheren Bericht über den Eigenklang von Audiogeräten gibt es unter folgendem Link).
Nun also weiter mit meinen subjektiven Eindrücken über den 3,5 mm Klinkenausgang:

Bevor ich den L3 überhaupt einmal gemessen hatte, habe ich zuerst mit meinem UE Triple.Fi 10 Musik gehört. Was ich zu allererst merkte, war etwas weniger Funkeln und Glitzern im oberen Hochton im Vergleich zum

Anschluss an anderen niederohmigen Quellen. Mein UERM zeigte ebenfalls einen etwas geringer ausgeprägten Hochton und mein InEar StageDiver SD-2 klang etwas heller als an einer sehr niederohmigen Quelle. Mein SE846 klang im Mittelton auch etwas verfremdet. Dies waren alles schon Indizien dafür, dass der Ausgangswiderstand etwas höher als ein Ohm ist. Dennoch, es war merklich, dass die Ausgangsimpedanz noch immer mehr oder weniger tolerierbare Ausmaße besitzen musste, denn der Frequenzgang dieser Mehrtreiber-In-Ears war hörbar weniger verbogen als mit recht hochohmigen Quellen wie dem Shanling M2, Shozy Lancea oder Zorloo ZuperDAC. Bei manchen Menschen wäre ich mir sogar nicht mal sicher, ob diese den Unterschied merken würden.
Wie im üblichen Fall, wenn die Ausgangsimpedanz für mich klar hörbare Verbiegungen im Frequenzgang von Mehrtreiber-In-Ears hervorruft, musste ich zum vergleichenden Hören zu dynamischen In-Ears (und dem Etymotic ER-4S) wechseln (DUNU Titan 5, Sennheiser IE 800, Ostry KC06A), da die meisten dieser einen geradlinigen Impedanzgang besitzen und daher nicht von einer höheren Ausgangsimpedanz eines Quellgeräts beeinflusst werden, ebenso wie die Bügelkopfhörer, die ich auch zum Testen heranzog (Audio Technica ATH-MSR7, Audeze LCD-X sowie Shure SRH440).

Was ich dann höre, ist ein sehr sauberer und neutraler Klang. Zuerst mit den In-Ears beginnend, höre ich

einen dynamischen und transparenten, gut kontrollierten Klang, mit einer Lautstärke, die auch sehr hoch gehen kann. Das subjektiv empfundene Timbre ist neutral und natürlich, wenngleich der obere Frequenzbereich dem einen oder anderen vielleicht aufgrund der rauschfreien Wiedergabe hell erscheinen mag, obwohl der Klang neutral ist (auch ein subtil im Hintergrund stehendes Grundrauschen sorgt häufig für einen sanfter wahrgenommenen Klang). Der Anklang von Instrumenten sowie der Hochton klingen weder aggressiv noch sanft, sondern einfach richtig und so, wie sie sollen.
Der Bass erscheint subjektiv geringfügig fülliger im Vergleich zu anderen Geräten, was daran liegen könnte, dass er minimal weicher als bei Verwendung der In-Ears an anderen Playern einschlägt, wenngleich er an sich nicht langsam ist (immerhin sprechen wir hier noch immer von subtilen, geringen Unterschieden und nicht Welten). Die könnte womöglich am geringeren Dämpfungsfaktor aufgrund der Ausgangsimpedanz liegen.
Auf mich wirkt die Bühne relativ durchschnittlich in ihrer Ausdehnung, mit gleich viel Tiefe wie Breite. Instrumente erscheinen gut im imaginären Raum dargestellt.
Zusammenfassend kann man sagen, dass es am Klang nichts Schlechtes gibt und er mit einem sauberen, neutralen, jedoch weder aggressiven noch sterilen Charakter überzeugt.

Weiter geht es also mit den oben genannten, einfach anzutreibenden Bügelkopfhörern, mit denen es noch

immer ausreichend Lautstärkereserven gibt. Die dynamischen Kopfhörer klingen dabei praktisch wie an jeder beliebigen anderen Quelle, nur beim LCD-X konnte ich einen geringen Unterschied feststellen, da dieser zwar im Mittel- und Hochton sehr transparent spielt, im Bass jedoch verglichen mit manchen anderen Quellen (z.B. DX90 und Geek Out IEM 100) etwas weicher erscheint, wenngleich er fester als beispielsweise an einem MacBook Air ist – aber auch hier sollte einem bewusst sein, dass ich über eher subtile Unterschiede spreche.

Für leistungshungrigere Kopfhörer wie etwa den Sennheiser HD 800 oder Beyerdynamic DT880 Edition in der Ausführung mit 600 Ohm, wird der reguläre 3,5 mm Ausgang für viele Menschen wohl zu leise sein, weshalb diese sich nach einem anderen Audio-Player oder separaten Kopfhörerverstärker umsehen sollten oder alternativ mithilfe eines dedizierten Kabels den Balanced Ausgang des L3 nutzen könnten.

Line Out, Digitalausgang, USB-DAC, Balanced Ausgang:

Wie bei den meisten anderen Geräten auch gibt der Line Out des L3 einen sauberen und neutralen Klang aus.
Wenn ich dieses Signal mit dem Line Out der meisten anderen Audio-Spieler vergleiche, meinen Leckerton UHA-6S.MKII als Verstärker nutzend, kann ich keine reproduzierbaren klanglichen Unterschiede feststellen, im Gegensatz zu den manchmal geringen Unterschieden über den Kopfhörerausgang.

Wenn ich den L3 in den „self power supply“ Modus versetze und den DAC aktiviere, kann ich den Player mittels des Apple LOD mit meinem iPhone verwenden. Die Lautstärke wird dabei am Luxury & Precision geregelt, wenngleich es leider keine Lautstärke-Anzeige mehr gibt.
Beim ersten Anschließen an meinem Windows 7 Laptop wurden die Treiber automatisch installiert und jedes Mal danach wurde der Player automatisch erkannt und verbunden. Das ist Plug & Play, wie es sein sollte – jedoch, gänzlich stimmt dies nicht, denn jedes Mal, wenn ich den L3 an den PC anschloss, wurde er zwar sofort erkannt, gab jedoch keinen Ton aus. Daher musste ich ihn entfernen und erneut anschließen, woraufhin die Tonausgabe endlich funktionierte.
Nachdem man den Player neu startet, gehen übrigens die DAC-Einstellungen verloren und man muss sie erneut setzen – hier hoffe ich auf Nachbesserung mit zukünftigen Firmware-Updates.

Mit einem koaxialen Kabel lässt sich der L3 ganz einfach als digitale Quelle für einen externen DAC verwenden, nachdem man diese Option in den Einstellungen aktiviert. Mit meinem Leckerton UHA-6S.MKII funktionierte dies problemlos.

Etwas recht Besonderes in diesem Preisbereich ist der symmetrische 2,5 mm „Balanced“ Ausgang. Während ich kein Fan von Upgrade-Kabeln bin (, was an meiner „keine Modifikationen“-Einstellung liegt,) und deshalb keine solchen symmetrischen Kabel für meine In-Ears besitze (was vielleicht ein Fehler ist, so nehme ich an, dass die Ausgangsimpedanz im „Balanced“ Modus geringer ist), kam mein Audeze LCD-X mit zwei Kabeln, eines davon in symmetrischer Ausführung, weshalb ich dafür einen Adapter lötete.
Wie bei den meisten symmetrischen Ausgängen gibt auch der L3 über diesen eine höhere Spannung aus,

weshalb mit leistungshungrigeren Kopfhörern eine höhere Lautstärke erzielt werden kann.
Mit meinem LCD-X reduzierte ich die Lautstärke, damit diese mit dem unsymmetrischen Pegel übereinstimmte (zumindest so gut es ging und mit einer Abweichung von nur 0,28 dB). Was ich hörte, war eine etwas größere Bühne sowie ein etwas festerer Bass im Vergleich zum 3,5 mm Ausgang (was sich jedoch, wie bereits gesagt, aber eher in Nuancen ausdrückte). Aufgrund dessen denke ich, dass der Fokus bei der Entwicklung etwas stärker auf dem symmetrischen Ausgang lag.
Mit dem Fidue Sirius hingegen, der bereits von Werk aus mit einem symmetrischen Kabel terminiert ist, bestätigte sich dieser Eindruck und auch hier gab es am symmetrischen Ausgang eine etwas geräumigere Bühnendarstellung sowie einen geringfügig festeren Bass. Rauschen oder Ähnliches konnte ich trotz der höheren Ausgangsleistung mit dem Fidue auch nicht hören.

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Vergleiche:
Selbstverständlich wurde die Lautstärke der Player messtechnisch so präzise wie möglich angeglichen, um einen objektiveren Vergleich zu gewährleisten. Weil es für mich aufgrund der unterschiedlichen Ausgangsimpedanz zu einfach gewesen wäre, die Player mit Mehrtreiber-In-Ears auseinanderzuhalten, habe ich ausschließlich dynamische In-Ears mit einem geradlinigen Impedanzgang (Sennheiser IE 800, Ostry KC06A, DUNU Titan 5) sowie den Etymotic ER-4S für diese Direktvergleiche verwendet, nebst Bügelkopfhörern (Audeze LCD-X, Audio Technica ATH-MSR7). Zum Hören nutze ich den unsymmetrischen Kopfhörerausgang, da ich einfach kein Fan von Modifikationen und Drittanbieter-Kabeln bin.








iPod Classic 7G:
Ehrlich gesagt weiß ich selbst nicht so richtig, weshalb ich diesen Player überhaupt in den Vergleich aufnehme – ich mochte ihn sehr vor einigen Jahre, aber mittlerweile nicht mehr so richtig. Im Vergleich zu neueren Geräten wirkt alles einfach altbacken und das Fehlen einer Sortierung nach dem „Album Artist“ Tag, was mit neueren iDevices möglich wurde, ist auch nur nervig, da es keine Ordneransicht gibt; insbesondere bei Alben wie „Yello – Touch Yello“, wo es mehrere Gastkünstler gibt, ist das Fehlen dieser Sortierung einfach nur nervig. Dies ist ein Grund, weshalb ich diesen iPod eigentlich nicht mehr wirklich nutze.

Vor nicht langer Zeit habe ich RockBox installiert, wodurch einige Dinge, insbesondere die Datenbank, verbessert wurden, jedoch läuft die Alternativfirmware nicht so stabil und intuitiv, wie ich es gern hätte – vielleicht sollte ich eine neuere Version aufspielen.
Was den Klang betrifft, finde ich den Kopfhörerausgang ein wenig arm an Transparenz und „alt“ klingend, ganz zu schweigen von der etwas erhöhten Ausgangsimpedanz. Kurzum diente mir der iPod Classic eigentlich schon von Beginn an hauptsächlich als Quellgerät, um einen externen Verstärker über den Line Out zu betreiben. Für den folgenden Vergleich nutze ich hingegen selbstverständlich den Kopfhörerausgang.

Was die Verarbeitung und Optik betrifft, bevorzuge ich den L3. Während ich die scrollenden Menüs des iPod besser finde, präferiere ich jedoch die etwas höhere Bediengeschwindigkeit des Luxury & Precision.

Was den Klang betrifft, gibt es beim L3 kein Rauschen, während der iPod in Verbindung mit dem DUNU Titan 5 und Ostry KC06A etwas rauscht (, mit dem IE 800 jedoch still bleibt).
In Sachen Transparenz ist der L3 der Sieger im Vergleich zum etwas verhangen klingenden Classic 7G.
Die Bühne des L & P erscheint auch etwas besser gestaffelt.
Anmerken sollte man dabei aber auch, dass es sich definitiv um keine Tag- und Nacht-Unterschiede handelt.

FiiO X3 (erste Generation):
Was den Klang betrifft, macht der X3 eine Menge richtig und bietet einen richtig guten Gegenwert für das Geld. Meine Kritik äußert sich aber in Sachen Navigierung/Bedienung: die Tastenanordnung ist gewöhnungsbedürftig und durch die Menüs zu navigieren besonders seit dem finalen Update etwas umständlich.


Der L3 besitzt die bessere Tastenanordnung und lässt sich einfacher bedienen und navigieren, jedoch unterstützt der FiiO exFAT Karten und sortiert die Ordner alphabetisch korrekt, was der L3 ohne Umwege leider nicht beherrscht. Der X3 besitzt eine sehr geringe Ausgangsimpedanz wohingegen die des L3 höher ist; dafür besitzt letzterer einen symmetrischen Ausgang.

Was das Rauschverhalten betrifft, ist der L3 perfekt wohingegen der X3 mit empfindlichen In-Ears moderat rauscht.
Der L3 erscheint mir etwas klarer aufgrund der Abwesenheit des Rauschens, bei vergleichbarer Bassperformance und Bühnenreproduktion.

iBasso DX80:
Der DX80 ist ein ebenfalls sehr gut ausgestatteter Player mit einem sehr kraftvollen Ausgang und besitzt sogar zwei Speicherkartenschächte sowie Digitalausgänge. Und was die Nutzeroberfläche betrifft, hat iBasso meiner Ansicht nach wirklich sehr gute Arbeit geleistet – zur Perfektion fehlen meiner Meinung nach lediglich eine Suchfunktion sowie Sortierung nach dem „Album Artist“ Tag. Die Schattenseite stellt dann jedoch die Implementierung der DAC-Chips zusammen mit der hohen Verstärkerleistung dar, denn der Player rauscht recht merklich und gibt beim Pausieren/Titelwechsel manchmal ein tieffrequentes „Pump-Geräusch“ von sich.


Was das optische Erscheinungsbild angeht, bevorzuge ich das silberfarbene Aluminium des L3, zusammen mit seinen Alu-Bedienelementen, im Vergleich zu den Plastikbeplankungen an den Seiten des DX80.

Was jedoch die Bedienung und Nutzeroberfläche betrifft, ist der DX80 meiner Meinung nach deutlich besser.
Während beide einen sehr schönen und großen Touchscreen besitzen, löst der des iBasso etwas besser auf. Der DX80 ist es auch, der die feinstufigere Lautstärkeskalierung zusammen mit mehr Verstärkerleistung besitzt.

Beide Player besitzen die gleichen DAC-Chips und sind intern gänzlich symmetrisch aufgebaut, wobei der DX80 keinen symmetrischen Audioausgang besitzt.

Mit empfindlichen In-Ears wie dem KC06A oder Titan 5 gibt der DX80 ein für mich recht merkliches Rauschen aus. Mit weniger empfindlichen In-Ears wie dem IE 800 hingegen ist das Rauschen fast gänzlich abwesend.
Was den Klang betrifft, ist der DX 80 etwas wärmer und sanfter, „organischer“ klingend. Nichtsdestotrotz klingt er etwas transparenter, bei (Rausch-bedingt) etwas weniger Klarheit im Hochton. Die Bühne des DX80 wirkt auf mich etwas größer und der Bassbereich ist ebenfalls etwas fester.

Es ist nicht ganz einfach für mich zu sagen, welchen ich auf der klanglichen Seite bevorzuge – der DX80 besitzt eine sehr geringe Ausgangsimpedanz, rauscht jedoch merklich, und der L3 verbiegt den Frequenzgang von Mehrtreiber-In-Ears aufgrund seines erhöhten Ausgangswiderstandes, ist aber rauschfrei.

In Sachen Software und Nutzeroberfläche sehe ich den DX80 jedoch merklich vorne.

Shanling M2:
Was die Bedienung und Nutzeroberfläche angeht, war ich anfangs skeptisch, den M2 betreffend. Völlig zu Unrecht, denn die Navigation dieses Players hat sich als sehr intuitiv und schnell für mich herausgestellt. Am Kopfhörerausgang hingegen gibt es noch Verbesserungspotential für empfindliche Mehrtreiber-In-Ears, da der Shanling ein recht hohes Grundrauschen und eine recht hohe Ausgangsimpedanz besitzt. Währen der Kopfhörerausgang sehr kraftvoll ist, finde ich persönlich dennoch, dass der M2 als Quellgerät mit einem externen Verstärker oder DAC doch besser etwas geeignet ist als als eigenständiges Wiedergabegerät. Für diesen Vergleich jedoch habe ich selbstredend den Kopfhörerausgang verwendet.


Während der M2 schön verarbeitet ist und ich sein Design sehr mag, ist der L3 doch eine Klasse höher und wirkt etwas luxuriöser und massiver, wozu auch der große Touchscreen beiträgt (, der jedoch eine geringere Pixeldichte als der des Shanling besitzt).

Was die Benutzeroberfläche und Bedienung betrifft, muss ich zugeben, dass ich den Shanling doch recht merklich bevorzuge, da sich dessen Navigation einfach intuitiver und schneller anfühlt.
Mit dem DUNU und Ostry lassen sich beide recht einfach unterscheiden (hörbares Rauschen mit dem M2). Mit dem IE 800 hingegen wird es schon schwieriger, da es praktisch kein Rauschen in Verbindung mit dem Shanling gibt.
Obwohl der M2 recht stark rauscht (Rauschen wird häufig als ein etwas sanfterer Klang wahrgenommen), finde ich, dass der er etwas aggressiver im Anschlag von Noten klingt und trotzdem noch neutral ist.
Was die Bühne betrifft, empfinde ich die des Shanling als geräumiger als die des L3, welcher jedoch insgesamt transparenter klingt, obgleich sein Bass marginal langsamer einschlägt. Aber auch hier gilt, dass es sich um Nuancen und keine gravierenden Unterschiede handelt.

Was das UI und die Bedienung betrifft, würde ich den M2 dem L3 vorziehen. Letzterer wäre hingegen für den direkten Betrieb von portablen Kopfhörern und In-Ears meine erste Wahl zwischen den beiden Playern (aufgrund der geringfügig höheren Transparenz, der Abwesenheit von Rauschen und der geringeren wenngleich ebenfalls nicht perfekten Ausgangsimpedanz).

iBasso DX90:
Während die Nutzeroberfläche des DX90 eher simpel gehalten ist, liebe ich seine Qualitäten als Audio-Player sehr: sein (intern ebenfalls vollständig symmetrisch aufgebauter Signalweg, jedoch ohne symmetrischen) Kopfhörerausgang gibt ein sehr sauberes, transparentes, klares und rauschfreies Signal aus und bietet zudem noch eine sehr geringe Ausgangsimpedanz, zusammen mit einer sehr feinstufig skalierten Lautstärkeregelung. Einzig könnte seine Bühne im Vergleich zur Breite ein wenig mehr räumliche Tiefe vertragen.


Was die Verarbeitung und Optik betrifft, wirkt der Luxury & Precision hochwertiger.

Der L3 besitzt den größeren und auch etwas höherauflösenden Bildschirm. In Listen jedoch lässt sich der DX90 etwas besser navigieren, da man mit ihm wirklich scrollen kann und da Ordner nativ alphabetisch sortiert werden. Was der L3 in Sachen UI dennoch besser macht, ist ein Titelzähler auf dem Wiedergabebildschirm, welcher dem iBasso leider fehlt.
Die Lautstärkeskalierung des DX90 ist genauer und feinstufiger.

Weiter geht es mit dem Klang: beide liegen in Sachen „subjektiv empfundenem ‚Timbre‘“ nicht weit auseinander, aber der iBasso besitzt den geringfügig aggressiveren Anklang von Noten und im Hochton, was wohl für dieses typische „SABRE-Glitzern“ sorgt und ihn minimal dünner klingen lässt.

Beide Player sind annähernd perfekt, was das Rauschverhalten angeht.
In meinen Ohren ist der Bass des DX90 ein wenig schneller während der des L3 etwas fülliger erscheint, was am minimal weicheren Einschlag liegt. Wenn es um die Transparenz geht, empfinde ich den DX90 ebenfalls als etwas vorne liegend.
In Sache räumlicher Darstellung nehme ich die Bühne des DX90 als etwas breiter als die des L3 wahr, welche jedoch runder klingt und gleich viel Breite wie Tiefe besitzt.
Aber auch hier gilt, dass die Unterschiede objektiv betrachtet am Ende eher gering ausgeprägt sind, wenn man dynamische Kopfhörer verwendet.


Fazit:

Der Luxury & Precision L3 bietet ein recht gutes Preis-Leistungsverhältnis und ist technisch richtig

gut ausgestattet und mit vielen Funktionen bestückt, die man in diesem Preisbereich eher selten vorfindet. Ich weiß zwar nicht, wie der symmetrische Ausgang mit anderen In-Ears als dem Fidue Sirius klingt, aber ich denke, dass der unsymmetrische ein wenig besser sein könnte (was jedoch hauptsächlich die Ausgangsimpedanz betrifft), da der Player aufgrund seiner Leistungsausgabe meiner Meinung nach recht merklich für portable Kopfhörer und In-Ears designt wurde. Mit meinem LCD-X und dem Fidue glaube ich sogar, dass der symmetrische Ausgang bei der Entwicklung die etwas höchste Priorität besaß und der unsymmetrische Kopfhörerausgang nur eher als „Dreingabe“ gedacht war.
Meine hauptsächliche Kritik bezieht sich beim L3 auf die Software, denn über den Klang gibt es eigentlich nichts Schlechtes zu berichten (kein Rauschen, saubere Klangausgabe, keine Verfärbungen), bis auf die etwas erhöhte Ausgangsimpedanz: während der Bildschirm/die Oberfläche sehr schnell und verzögerungsfrei reagiert, könnte die Software von einem etwas besseren Layout profitieren („Update Media Library“ Schaltfläche) und ein Smartphone-ähnliches Verhalten in Listen sowie auf dem Wiedergabebildschirm wäre auch ein Zuwachs an Komfort, zusammen mit exFAT Unterstützung und einer alphabetischen Ordnersortierung im Ordner-Browser.

Während der L3 also definitiv „Luxury“ in Sachen Design, Verarbeitung, Ausstattung

(vollsymmetrischer interner Signalweg, symmetrischer sowie unsymmetrischer Kopfhörerausgang, koaxialer Digitalausgang, USB-DAC, native DSD-Unterstützung, 16 GB interner Speicher, frei konfigurierbare Tasten), Rauschverhalten und generellem Preis-Leistungsverhältnis bietet, fehlt es ihm an etwas „Precision“, was die Nutzeroberfläche/Bedienung/Software als auch Micro SD Kartenformat-Unterstützung betrifft und für kritische Mehrtreiber-In-Ears wäre eine geringere Ausgangsimpedanz am unsymmetrischen Ausgang auch nicht ganz verkehrt.
Es sind die kleinen Dinge, die (meiner Meinung nach) noch etwas Verbesserungspotential besitzen – mit ein paar kleinen Änderungen auf der Software-Seite („Update Media Library“ Schaltfläche in den Einstellungen, eine „echte“ Scroll-Funktion, alphabetische Ordnersortierung, exFAT Unterstützung) wäre der L3 ein gut klingender Audioplayer mit symmetrischem („Balanced“) Ausgang sowie einer guten Ausstattung in einem sehr schönen und hochwertigen Gehäuse.

Wer mit den Software-Limitierungen zurechtkommt und hauptsächlich symmetrisch terminierte Kopfhörer anschließen will, kommt mit dem L3 dennoch auf seine Kosten.


Am Ende komme ich damit auf ein Endergebnis von 3,5 von 5 möglichen Sternen.


Details des Endergebnisses:
- 0,3 Sterne für die Ausgangsimpedanz, die im single-ended Modus niedriger sein könnte

- 0,25 Sterne für das Fehlen einer „Album Artist“ Sortierfunktion und andere Kleinigkeiten (leider fehlt diese Sortierung den meisten Audio-Playern, weshalb man eine gute Ordnerstruktur haben sollte)
- 0,3 Sterne für eine noch immer etwas unfertig erscheinende Software ohne alphabetische Ordnersortierung sowie fehlendes Gapless Playback
- 0,3 Sterne für die etwas behelfsmäßige Bedienung (virtuelle Testen statt „richtigem“ Scrollen)
- 0,2 Sterne dafür, dass nur FAT32-formatierte Micro SD Karten unterstützt werden
- 0,15 Sterne für den geringfügig weichen Bass im unsymmetrischen Betrieb