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Brainwavz Hengja: Ein preiswerter, aber nicht perfekter Kopfhörerständer/-Hänger aus Metall - [Review] 🇩🇪

Prolog:

Manche Menschen ziehen es vor, ihre Kopfhörer permanent auf einem Ständer oder Hänger
aufzubewahren, wohingegen andere, mich eingeschlossen, solche nur nutzen, wenn sie eine kurze Pause vom Musik-Hören benötigen.
Zu diesem Einsatzzweck existieren einige Produkte, welche von einfachen und günstigen Hängern/Ständern über komplexere und teurere reichen. Beispielsweise liebe ich meinen Sieveking Omega Ständer und finde auch, dass sein Preis in gewisser Weise gerechtfertigt ist (sonst hätte ich ihn offensichtlich auch nicht gekauft), dennoch muss ich auch zugeben, dass es sich bei ihm eher um ein Design-Objekt handelt und dass es für weniger Geld praktischere Lösungen gibt.
Eine davon ist der Brainwavz Hengja Kopfhörer-Hänger (http://www.brainwavzaudio.com/collections/accessories/products/hengja-headphone-hanger), den man an einem Tisch oder Regal anbringen kann.

In diesem Review wird sich zeigen, wie der Hengja mit mehreren Kopfhörern zurechtkommt, wie etwa meinem schweren Audeze LCD-X.

Der Hengja ist übrigens auch bei Amazon erhältlich: http://amzn.to/2iXadMG


Bevor ich fortfahre, möchte ich mich bei Pandora von Brainwavz Audio für das Zusenden des Hengja für den Zweck eines ehrlichen, unbefangenen Testberichts bedanken.


Technische Daten:

Preis: 15,00$
Gewicht: 112g
Clamp Depth: 40 mm
Plate Depth: 50 mm
Plate Width: 45 mm
Max. Clamp Size: ~40 mm
Min. Clamp Size: ~14 mm
Material: Metall (komplett)


Lieferumfang:

Der Hengja besitzt eine sehr schlichte Umverpackung aus Plastik und wird ohne Bedienungsanleitung oder sonstigen Papierkram geliefert (dieser lässt sich als PDF-Dateien ansehen und herunterladen – meiner Meinung nach wäre ein aufgedruckter Link zu diesen auf der Verpackung dennoch von Vorteil). Neben dem bereits zusammengebauten Kopfhörer-Hänger findet man in der Box noch einen multifunktionalen Schraubendreher, um den Hengja anzubringen und zu justieren.






Optik, Haptik, Verarbeitung:

Der Hengja ist gänzlich aus Metall gefertigt und besteht aus vier grundlegenden Teilen – einer
Aufhängevorrichtung für den Kopfhörer, einem L-förmiges Teil, an dem die Platte befestigt ist und das eine Innensechskantschraube zum Feinjustieren der vertikalen Ausdehnung und Ändern der Ausrichtung besitzt, einem weiteren L-förmigen Teil mit einer Feststellschraube und Scheibe zum Befestigen am Tisch oder Regal und schließlich einem Gegenstück mit Schaumstoff-Auflage des just genannten Teils, das zusammen mit diesem ein „C“- oder „U“-Profil bildet (je nach Betrachtungsposition) und die eigentliche Klammer als Befestigungsvorrichtung darstellt.

Der Hengja sieht gar nicht billig sondern sehr solide und stabil mit seinem schwarzen Metall und dem weißen Brainwavz Logo und Schriftzug aus.

Dennoch bin ich mit zwei beziehungsweise drei Aspekten nicht ganz zufrieden: Zum einen dreht sich
die Scheibe der Feststellschraube mit, ist aus Metall gefertigt und nicht gepolstert. Dadurch hinterlässt sie unschöne Spuren im Holz, wenn man sie festzieht. Entweder mit einer Polsterung oder einer sich ab einer gewissen Spannung nicht mehr drehenden Scheibe, wie es etwa bei einer Schraubzwinge auch der Fall ist, könnte dieses Problem einfach behoben werden.
Zum anderen denke ich, dass sich die Innensechskantschraube etwas zu nah an der Auflageplatte befindet und auch zu groß ist. Wäre sie flacher, sähe der Hengja nicht nur noch besser aus, sondern auch die Wahrscheinlichkeit, diese Schraube mit dem Kopfband versehentlich zu berühren, wäre geringer (dieser Fall ist natürlich nicht schlimm, dennoch würde ich eine stets kontaktlose Aufhängung des Kopfhörers bevorzugen).

Zusätzlich, was jedoch mehr ein persönliches Anliegen und keine offizielle Kritik darstellt, würde ich mir auch eine rutschfeste Ablagefläche wünschen, die ein versehentliches Verrutschen oder Herunterfallen des Kopfhörers verhindert.

Da beinahe all diese Dinge mit recht einfachen Mitteln selbst verbessert werden können, denke ich, dass ich den Hengja früher oder später etwas modifizieren werde.





Noch eine Randnotiz: Recht praktisch wäre es, befänden sich zwei Auflage-Platten im Lieferumfang, mit einer etwas größeren, um auch mit Kopfhörern, die ein breites Kopfband besitzen, mehr Auflagefläche und eine kleine „Puffer-Zone“ zu erreichen, da manche Kopfhörer, obwohl sie nicht überstehen, die Auflagefläche doch so ziemlich gänzlich ausnutzen.


Installation:

Das Anbringen ist sehr einfach.
Für eine horizontale Installation muss lediglich die Schraube auf der Unterseite festgezogen werden. Sollte der Tisch oder das Regal zu dick sein, kann man den Hengja mittels der Innensechskantschraube noch ein wenig horizontal erweitern, wodurch er dann passt, was ziemlich praktisch ist.



Um den Hänger vertikal anzubringen, befolgt man die gleichen Schritte, mit der Ausnahme, dass man zuerst die Innensechskantschraube beinahe gänzlich herausdreht, woraufhin man die Befestigungseinheit und die Auflagefläche drehen kann.


Wie schon zuvor kritisiert, hinterlässt die untere Schraube leider ohne Modifikationen Spuren im Holz. 







Verwendung des Produkts:

Für dieses Review zog ich vier meiner Bügelkopfhörer heran – einen portablen, einen semi-stationären sowie zwei stationäre. Zwei dieser Kopfhörer sind ziemlich leicht, einer durchschnittlich schwer und der letzte ziemlich schwer.

Ein großer Vorteil eines Kopfhörer-Hängers/-Ständers wie dem Hengja ist es, dass die Ohrmuscheln und Ohrpolster gänzlich frei hängen können und belüftet werden, weshalb potentieller Schweiß einfach trocknen kann. Dies finde ich recht gut, ebenso, wie dass kein Druck auf die Ohrpolster ausgeübt wird, wie es etwa bei meinem geliebten Sieveking Omega der Fall ist. Gedenkt man, seine(n) Kopfhörer über einen längeren Zeitraum auf einem Ständer zu lagern, finde ich es persönlich wichtig, dass so wenig Druck wie möglich auf die Ohrpolster und das gesamte System ausgeübt wird (durch die Bauweise ist eine Belastung des Kopfbandes unvermeidlich, aber einen der beiden Kompromisse muss man hier eben eingehen).

Audio Technica ATH-MSR7:
Der MSR7 ist leichte Kost für den Hengja – er ist leicht, besitzt ein schmales Kopfband und ist generell ein eher kompakter Kopfhörer.



Fostex T50RP MK3:
Der Fostex ist ebenfalls ein recht leichter Kopfhörer, der jedoch ein breiteres Kopfband besitzt. Obwohl noch ein bisschen der Auflagefläche der Platte sichtbar ist, würde ich mich definitiv nicht über eine etwas größere beschweren, die auch eine rutschfeste Oberfläche besitzt. Solange man den Kopfhörer aber nicht versehentlich stark anstößt, fällt er aber auch nicht herunter.





Sennheiser HD 800:
Der HD 800 ist ein durchschnittlich schwerer bis eher leichter Bügelkopfhörer und besitzt ein recht breites Kopfband, das nur geringfügig schmaler als das des Fostex ist. Ein geringer Teil der Auflagefläche der Platte kann hier auch gesehen werden, dennoch handelt es sich nicht um viel und aufgrund des Kopfband-Materials ist der Sennheiser auch anfälliger gegenüber Rutschen. Ich denke, eine rutschfeste und etwas größere Auflagefläche wäre besonders für diesen Kopfhörer ein wenig besser geeignet.



Audeze LCD-X:
Der Audeze ist schwer und dennoch bereitet er dem Hengja keinerlei Probleme und dieser gibt auch kein bisschen nach. Das Kopfband des LCD-X ist ziemlich breit und bedeckt die ganze Auflagefläche des Hengja, ja ist sogar geringfügig breiter, steht hingegen nicht wirklich hervor. Aufgrund des hohen Gewichtes und des Leders ist der Audeze nicht wirklich rutschanfällig, dennoch würde ich eine etwas größere Auflagefläche der Platte des Hengja begrüßen.






Resümee:

Während ich persönlich den Hengja ziemlich mag, gibt es doch ein paar Stellen, an denen ich
Verbesserungspotential sehe: Die Schraube zum Festziehen der Klammer hinterlässt Spuren im Holz, da sich ihre Feststellplatte mitdreht. Die Innensechskantschraube ist meiner Meinung nach zudem auch etwas zu nah an der Auflagefläche der Platte, welche gern etwas größer und entweder durch ihre Form oder Oberfläche rutschfest sein dürfte.

Aber natürlich besitzt der Hengja auch einige positive Attribute: Sein Preis ist sehr fair, er sieht gut aus und fühlt sich hochwertig an, er lässt sich sowohl horizontal als auch vertikal anbringen, gefertigt ist er aus sehr widerstandsfähigem Metall und auch schwere Kopfhörer bereiten ihm keine Probleme.


Ich denke, etwas weniger als 3,5 von 5 möglichen Sternen sind eine sehr faire Bewertung so, wie der Hengja ist. Mit ein paar simpel durchführbaren Modifikationen können es 4+ sein und bei einer gänzlichen Revision durch den Hersteller könnten es gar 5 werden.