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Luxury & Precision L3 Pro: Mehr Luxus, mehr Speicher, Holz und ein etwas anderer interner Aufbau - [Review] 🇩🇪

Prolog:

Luxury & Precision (http://www.luxuryprecision.net/) ist eine eher neue chinesische Firma für Audioprodukte und besteht seit 2014. Auf den ersten Blick neu auf dem Markt erscheinend (wenngleich die Audio-Player LP5, L5 sowie L5 Pro doch eine recht große Bekanntheit in Hi-Fi-Kreisen besitzen), ist das Team der Firma jedoch definitiv nicht unerfahren und war in der Vergangenheit für andere geschätzte Audio-Produkte wie etwa den Colorfly C4 Player zuständig (und ich bin mir sehr sicher, dass so gut wie jeder, der halbwegs ernsthaft das Hobby Hi-Fi nicht erst seit gestern betreibt, diesen Audio-Player mit Holzgehäuse wenigstens namentlich kennt).

Vor nicht allzu langer Zeit hat Luxury & Precision einen kleinen und (in Anbetracht der Funktionen) Budget-freundlichen digitalen Audio-Player vorgestellt, der sich L3 nannte und eine UVP von 399$ besaß. Getestet habe ich ihn übrigens neulich (
http://kopfhoerer-lounge.blogspot.de/2016/08/Luxury-Precision-L3.htmlhttp://kopfhoerer-lounge.blogspot.de/2016/08/Luxury-Precision-L3.html).

Was ihn von den meisten Konkurrenzprodukten in diesem Preisbereich unterschied, war der

hundertprozentig symmetrische („Balanced“) interne Aufbau, für den es ebenfalls neben dem regulären („single-ended“) 3,5 mm Kopfhörerausgang einen vierpoligen, symmetrischen 2,5 mm („Balanced“) Ausgang gab, nebst einem kombinierten 3,5 mm Line Out mit umschaltbarem, koaxialem Digitalausgang.
Ein paar Monate später folgt nun ein neuer Audio-Player der chinesischen Firma, welcher den Namen „L3 Pro“ trägt. Neben ein paar optischen Veränderungen (Rückseite aus Holz statt Carbon, geringfügig andere Farbgebung, etwas höherwertige Tasten) wurde der Player auch intern ein wenig verändert und kostet 100$ mehr als sein Bruder ohne den Pro-Schriftzug. Luxury & Precision hat zudem den internen Speicher des L3 Pro im Vergleich zur Non-Pro Version verdoppelt.

Lasst uns nun also gemeinsam herausfinden, wie viel „Luxus und Präzision“ der Luxury & Precision L3 Pro (, der übrigens auch nativ DSD-Dateien abspielt,) bietet und wie er sich vom L3 unterscheidet.




Bevor ich zu meinem eigentlichen Review übergehe, möchte ich mich bei John Yang sowie Herr Wan für die Möglichkeit dieses Tests sowie des Zusendens eines Exemplars des Luxury & Precision L3 für eine ehrliche, unbefangene Bewertung bedanken.
Wie ihr wahrscheinlich feststellen werdet, ist dieses Review des L3 Pro dem des L3 sehr ähnlich, da es beide Audio-Player ebenfalls sind, und es einfach nicht sinnvoll wäre, Absätze, welche die gleichen Eigenschaften beschreiben, vollkommen neu zu schreiben.


Technische Daten:

UVP: 499$
32 GB interner Speicher, Micro SD bis zu 128 GB (FAT32-formatiert)
DAC Chip: Cirrus Logic CS4398 (x2)
Operationsverstärker: SOLO (x2)
Kopfhörerverstärker-Chip: Crown 1812A (x2)
Coprozessor: 1812M
Abtastraten bis 32 Bit/768 kHz, unterstützt DSD256
USB: Abtastraten bis 24 Bit/192kHz
Leistungsausgabe: 1,25 V (3,5mm Single-Ended Ausgang), 2,5 V (2,5mm Balanced Ausgang)


Lieferumfang:

Der L3 Pro kommt in einer bereits vom L3 bekannten, länglichen schwarzen Pappschachtel, die sich bei näherem Hinsehen als zwei einzelne herausstellt, die mit einer schwarzen Banderole mit glänzend schwarzem „Luxury & Precision“ Logo zusammengehalten werden.
Schiebt man die obere Schachtel heraus, findet man auf ihrem Deckel das gleiche schwarz glänzende Logo vor. Im Inneren befindet sich dann der Audio-Player selbst, sicher eingebettet in Schaumstoff und schwarzem Samtstoff. Ein Briefumschlag befindet sich ebenfalls in der Packung, war bei meinem Exemplar jedoch leer. Beim L3 befand sich damals jedoch die Bedienungsanleitung nebst einer Garantiekarte und zweiten Bildschirmschutzfolie in ihm.
Die zweite Schachtel ist mit dem englischen Wort für „Zubehör“ bedruckt. In ihrem Inneren befinden sich zwei kleinere Schachteln, in denen sich ein USB-Kabel beziehungsweise eine Leder-Hülle befinden.






Was mich recht überraschte, da ich dies bei noch keinem anderen Audio-Player gesehen hatte, war, dass ebenfalls ein Visitenkarten-Holster und Lesezeichen aus Echtholz in der Verpackung enthalten waren. Diese sind jedoch nicht Teil des regulären Lieferumfangs, sondern als Dankeschön der Firma Luxury & Precision für die Zeitaufwendung der Tester und Reviewer gedacht. An dieser Stelle möchte ich mich auch für diese schöne kleine Dreingabe und Geste bedanken.





Obwohl die gesamte Aufmachung der Verpackung doch eher schlicht und nicht sonderlich luxuriös wirkt, besteht der Inhalt (Audio-Player sowie Lederhülle) definitiv aus optisch sehr schönen und hochwertigen Produkten, welche einen die unauffällige Erscheinung schnell vergessen und verzeihen lassen.


Optik, Haptik, Verarbeitung:

Ehrlich gesprochen empfinde ich das Design des L3 Pro, wie auch schon beim L3, als extrem gut
gelungen und kann auch nicht abstreiten, dass es mich zu einem gewissen Grad an die Formensprache von Porsche Design erinnert (beim L3 Pro aufgrund der Rückseite aus Echtholzfurnier vielleicht etwas weniger).
Das Gehäuse ist an den Seiten und auf der Vorderseite aus mattem, CNC-gefrästem Aluminium gefertigt und sieht nicht nur sehr gut als auch hochwertig sowie massiv aus, sondern fühlt sich auch so an. Die Rückseite besteht aus einer schönen Platte aus sehr schönem, oberflächenbehandeltem Echtholzfurnier. Zum L3 ist dies ein kleiner Kontrast, denn dessen Vorderseite bestand aus gebürstetem Aluminium und die Rückseite wurde von einer Carbon-Platte geziert. Nichtsdestotrotz finde ich, dass beide Player vergleichbar gut aussehen. Es gibt aber auch Bereiche, in denen ich den L3 Pro optisch dem L3 vorziehen würde, so ist der Farbton des Aluminiums des Pro-Modells dunkler und somit mehr grau als silberfarben, und die in die Tasten eingefrästen Symbole verleihen dem gesamten Erscheinungsbild eine hochwertigere Optik, obwohl es sich nur um ein kleines optisches Element handelt.

Der große Touchscreen des L3 Pro besitzt zwar keine Smartphone-typische Auflösung, ist für ein Audio-Wiedergabegerät jedoch noch immer crisp genug – und dieser große Bildschirm passt wunderschön in das optische Gesamtbild.
Oberhalb des Bildschirms befinden sich in der linken Hälfte drei Tasten (die rechte sperrt und
entsperrt den Bildschirm beziehungsweise versetzt den Player bei einem längeren Druck in den Hold-Modus; die anderen beiden sind frei konfigurierbar), bei denen die Symbole eingraviert sind. Rechts gibt es ein Dreh-Potentiometer, mit welchem man die Lautstärke regelt. Verglichen zum Poti des L3 lässt es sich einfacher drehen (je nach Situation kann dies ein Nachteil sein, aber glücklicherweise lässt es sich in den Einstellungen sperren) und besitzt die etwas knackigeren einzelnen Stufen.
Insgesamt gibt es 60 Lautstärke-Abstufungen und obwohl ich persönlich auch nichts gegen die doppelte Menge einzuwenden hätte (möglicherweise in den Einstellungen zuschaltbar), ist die geringstmögliche Lautstärke noch immer gering genug, um auch mit recht empfindlichen In-Ears noch verhältnismäßig leise hören zu können – dennoch, beim Einsatz von extrem empfindlichen In-Ears hätte ich manchmal abends nichts dagegen, wenn ich noch etwas leiser
hören könnte, wenn ich ganz leise Hintergrundbeschallung wünsche; aber da bin ich wohl etwas übermäßig pingelig und der L3 Pro kann leiser als einige andere Player spielen, namentlich der Cowon Plenue D oder die günstigen Geräte von AGPTek.
Auf der rechten Seite befinden sich in der oberen Hälfte drei Tasten mit eingravierten Logos zur Wiedergabesteuerung (die „Play“-Taste dient ebenfalls zum Ein- und Ausschalten), darunter gibt es einen einzelnen Einschub für Micro SD Karten (leider müssen diese im FAT32-Format formatiert sein, denn exFAT unterstützt der L3 Pro leider nicht). Zusätzlich bietet der Luxury & Precision Player noch 32 GB an internem Speicherplatz, was ich recht praktisch finde und was doppelt so viel wie beim L3 ist.
Die Unterseite bietet eine recht üppige Auswahl an Anschlussmöglichkeiten: neben einem regulären, unsymmetrischen 3,5 mm Kopfhörerausgang gibt es daneben noch einen symmetrischen 2,5 mm Ausgang sowie eine kombinierte Line Out/digitale Koax-Buchse nebst einem Micro-USB Eingang zum Laden, Datenaustausch und für die Verwendung des L3 als DAC.




















Alle der mit eingravierten Symbolen ausgestatteten Knöpfe sind übrigens gut erreichbar und besitzen einen angenehmen Druckpunkt.

Die im Lieferumfang enthaltene, khaki-/beigefarbene Lederhülle ist einfach nur wunderschön, fühlt sich enorm hochwertig an und besitzt eine Oberfläche, die mich ein wenig an Alcantara erinnert. Ihre optischen als auch haptischen Qualitäten passen perfekt zum L3 Pro Audio-Player und kleine Akzente wie die schöne Rückennaht oder die präzise eingeprägten Logos runden die ganze Sache nochmals ab. Zusätzlich passt die Hülle dem Player wie angegossen und sitzt sehr fest, weshalb dieser auf natürliche Weise nicht herausfallen kann.











Bedienung, grafische Nutzeroberfläche:

Firmware Version 0.9.0.0:

Der L3 Pro besitzt, genau wie der L3, eine recht simple wenngleich gut strukturierte
Nutzeroberfläche, die identisch mit der seines Bruders ohne den Pro-Zusatz ist: nach dem kurzen Startvorgang wird man von einer simplen Bibliotheksdarstellung empfangen,  die einen (von unten nach oben) zwischen einer „Album“-Ansicht (leider ohne Miniaturansicht der Albumcover), „Artist“-Sortierung (leider und nicht arg überraschend jedoch ohne Unterstützung des „Album Artist“ Tags, einem Tag, den nur wenige Player beherrschen), Anzeige aller Titel sowie Ansicht der internen und externen Ordnerstruktur wählen lässt. Dumm nur ist hierbei, dass die Ordner nicht in alphabetischer Reihenfolge sondern dem Datum der letzten Änderung sortiert werden, weshalb man für die richtige Reihenfolge ein Programm wie „FATsorter“ über die Karte laufen lassen muss – bei dem Preis des Players ist dies eigentlich ein Unding.
Eine darüber liegende virtuelle  Schaltfläche, welche die Musikbibliothek neu einliest, wenn man auf sie tippt, ist ebenfalls störend, denn es kann recht einfach passieren, diese versehentlich zu berühren, was mir des Öfteren passiert ist. In den Systemeinstellungen wäre diese Option wohl besser aufgehoben.

Darüber wiederum befinden sich drei Kacheln, die man auf jedem der drei Haupt-Bildschirme wiederfindet und die einen mit einer Berührung in die Bibliothek, zum Wiedergabebildschirm und in die Einstellungen bringen, was ich recht praktisch finde.
Ganz oben gibt es eine Statusbar, die Informationen über den aktuellen Wiedergabezustand, die eingestellte Lautstärke sowie den Akkuladezustand gibt. Aktiviert man die Hold-Funktion (Taste für die Bildschirm-Sperre länger gedrückt halten), erscheint ein kleines Schloss neben der Akkuanzeige und beim Nutzen des Line Out gibt es ebenfalls ein zugehöriges Symbol.

Die Einstellungen des L3 Pro haben mich ziemlich positiv überrascht: neben selbstverständlichen
Dingen wie dem Wiedergabemodus und einfachen EQ-Voreinstellungen (einen frei konfigurierbaren Equalizer gibt es leider nicht), kann man auch entscheiden, ob man sich den Musiktext oder die ID3 Tags anzeigen lässt – eine Option, die für manche vielleicht interessant sein könnte.
Ebenfalls gibt es Einstellungen für den elektrisch koaxialen Digitalausgang, wie etwa DoP over S/PDIF (welcher koaxial und nicht optisch ist) (wobei ich mir nicht sicher bin, welche DACs dies überhaupt unterstützen), neben verschiedenen Digitalfiltern (slow und sharp roll-off) und schließlich eine Möglichkeit, die Ausgangsphase um 180° zu drehen, was das erste Mal ist, dass ich diese Option bei einem Audioplayer sehe (das einzige andere portable Gerät, das ich kenne und das diese Funktion unterstützt, ist der ifi Audio micro iDSD DAC-Amp).
Einstellungen für die Helligkeit, Bildschirmaktivität, einen Sleep-Timer, verschiedene Sprachen oder das automatische Abschalten gibt es zusätzlich auch noch, aber das war noch nicht alles, denn man kann, wie bereits weiter zuvor erwähnt, zwei der Tasten individuell frei mit verschiedenen Funktionen belegen (nichts, Wiedergabemodus, Liedtext, S/PDIF, Digitalfilter, Ausgangsphase, Bibliothek, Systemeinstellungen, Wiedergabebildschirm, Zurück-Taste), was ich als sehr praktische Funktion erachte. Aber dies war noch immer nicht alles und man kann etwa die seitlichen Tasten oder den Lautstärkeregler sperren, den USB-Modus auswählen (Massenspeicher oder DAC), eine USB-DAC-Audioverzögerung aktivieren (kurz oder lang) und bestimmen, ob der L3 Pro Strom vom USB-Gerät bezieht oder den integrierten Akku benutzt.





Was nun noch übrig bleibt, ist der Wiedergabebildschirm, der recht rudimentär gestaltet ist und
dennoch alle wichtigen Informationen anzeigt (Albumcover, Auflösung/Abtastrate, Wiedergabemodus, Künstler, Titel, Zeitleiste, Titelzähler). Neben den virtuellen Tasten zur Wiedergabesteuerung auf dem Bildschirm ist der Wiedergabebildschirm leider überhaupt nicht interaktiv und ich denke, dass es zeitgemäß wäre, sofern man mit einem Druck auf das Wiedergabemodus-Symbol diesen auch ändern könnte und wenn man die Musik mit dem Finger auf der Zeitleiste vor- und zurückspulen könnte, was aktuell nur über Gedrückt Halten der Vor-/Zurück-Tasten möglich ist (auch wenn das Spulen dann schnell vonstattengeht, wäre eine iOS-ähnliche Spulfunktion praktischer).
Was auch etwas störend ist, ist der Mangel von einwandfrei lückenloser Wiedergabe mit FLAC Dateien (bei unterbrechungsfreien Aufnahmen gibt es zwischen den einzelnen Titeln eine kurze Unterbrechung beim L3 Pro).

Neben dem Bildschirm kann man auch die seitlichen Tasten zur Wiedergabesteuerung verwenden, um
durch die Menüs zu navigieren, sodass beinahe der gesamte Player ohne Nutzung des Touchscreens verwendet werden kann. Und ich denke auch, dass die Bedienoberfläche ursprünglich so vorgesehen war, denn in Listen oder langen Ordnern/Menüs kann man nicht intuitiv scrollen, sondern muss mit zwei virtuellen Tasten auf dem Bildschirm durch die „Seiten“ blättern, was relativ umständlich ist. Insgesamt frage ich mich hier deshalb auch ein wenig, weswegen man überhaupt einen Touchscreen verwendet hat, wenn die Software und Bedienung (zu diesem Zeitpunkt) eigentlich so rudimentär gestaltet ist.

Es ist ja nicht so, als wäre die grafische Nutzeroberfläche schlecht (mir persönlich gefällt das schlichte, minimalistische Design sogar recht gut, zusammen mit dem sehr reaktiven und verzögerungsfreien Touchscreen/UI), aber es sind die kleinen Dinge, die sich summieren und trotz der intelligenten Einstellungen für etwas Zwiespalt sorgen (Umständliches Scrollen durch Ordner, keine alphabetische Ordnersortierung, Position der „Media Library Update“ Schaltfläche, nur FAT32 Unterstützung, kein Touch-Scrolling, kaum mögliche Interaktion auf dem Wiedergabebildschirm). Ja, ist mag das Design und die Einfachheit sowie Übersicht der verschiedenen Menüs, aber auf der Software-Seite gibt es noch ordentlich Raum für Verbesserungen.






Insgesamt ist es zwar nett zu sehen, dass Luxury & Precision den L3 Pro seitens der Verarbeitungsqualität und Hardware etwas verbessert hat, dennoch gibt es Software-seitig doch noch einige Sachen, die besser gemacht werden könnten (besonders eine korrekte Sortierung im Ordnerbrowser). Und während ich es wertschätze, dass die Software anders als bei den meisten anderen Audio-Playern gänzlich selbst geschrieben wurde, denke ich doch, dass es besser für die Firma gewesen wäre, eine vorkonfigurierte Firmware zu nutzen oder auf Android/Linux zu setzen.

Übrigens, obwohl sich die Firmwares des L3 und L3 Pro optisch bis aufs Haar gleichen und sonst auch keine Unterschiede aufweisen, muss man für den jeweiligen Player eine andere Datei herunterladen.


Akkulaufzeit:

Mein Test der Akkulaufzeit bestand daraus, den günstigen Superlux HD668B am unsymmetrischen Ausgang mit einer Lautstärkeeinstellung von 30 mit circa 70% CD-Format (16 Bit/44,1 kHz) und 30% 24 Bit Hi-Res FLAC Dateien zu bespielen. Dabei entsperrte ich von Zeit zu Zeit den Bildschirm und navigierte in den Menüs.
Mit dieser Testmethode hielt der Akku ziemlich genau 10 Stunden und 10 Minuten – ein Wert, den ich auch mit dem L3 erreichte.
Erwähnenswert ist hierbei gleich auch, dass die Batterieanzeige viel zu früh rot wird, obwohl die Kapazität noch für mindestens zwei bis drei Stunden ausreicht. Möglicherweise und hoffentlich wird dies zukünftig mit Firmware-Updates behoben.


Klang:

Auf der technischen Seite besitzt der L3 Pro im Vergleich zum L3 einen anderen Operationsverstärker und einen zusätzlichen Schaltkreis, um eine stabile Spannungsausgabe zu gewährleisten. Zusätzlich wurde der Line Out etwas überarbeitet, da es manche Nutzer anscheinend mochten, ihre Kopfhörer direkt über diesen Ausgang ihres L3 zu betreiben.
Die beiden Kopfhörerausgänge hingegen sind bei beiden Playern gleich laut, um besser für portable Kopfhörer geeignet zu sein.

Frequenzgang, Ausgangsimpedanz (unsymmetrisch):

Wenig überraschend ist der Frequenzgang ohne angeschlossene Last perfekt linear und somit so, wie er sein sollte:




Um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen, geht es mit der Messung von Multi-BA In-Ears weiter, denn diese benötigen ein Quellgerät mit einer sehr geringen Ausgangsimpedanz (möglichst unter 1 Ohm), um ohne Abweichung des Frequenzganges angetrieben zu werden. Mit meiner üblichen Mess-Referenz, dem Ultimate Ears Triple.Fi 10, welcher recht kritisch auf einen erhöhten Ausgangswiderstand reagiert, erhalte ich das:




Mit ein paar anderen In-Ears (Multi-BA, hybrid und dynamisch) zeigt sich ein ähnliches Bild, das zu der Schlussfolgerung führt, dass die Ausgangsimpedanz im unsymmetrischen Betrieb nach modernen Standards nicht sehr gering ausfällt, aber auch nicht enorm hoch ist:





Die daraus errechnete Ausgangsimpedanz beträgt demnach um die 3+ Ohm, was zwar mehr oder weniger tolerabel ist, jedoch nicht so gering ist, wie es möglich wäre – der Ausgangswiderstand ist
weder sehr schlecht noch vorbildlich gut und für die meisten Mehrtreiber In-Ears nicht mehr ganz ideal. Definitiv könnte der Widerstand dennoch nach modernen Standards um ein gutes Stück geringer sein. Ob der Widerstand noch in Ordnung ist, um Mehrtreiber-In-Ears zu betreiben oder nicht, bleibt eine persönliche Entscheidung, da jeder einfach seine eigenen Ideale und Grenzen besitzt und die Grenzen da teilweise fließend sind. Zum konzentrierten und semi-stationären Betrieb zumindest wäre die Ausgangsimpedanz für mich in Verbindung mit Multi-BA In-Ears und jene ohne einen flachen Impedanzgang zumindest zu hoch, da die Abweichungen für mich doch bereits sehr gut wahrnehmbar bei In-Ears sind, die ich gut kenne. Mit den meisten dynamischen In-Ears hingegen (, welche meist einen geradlinigen Impedanzgang aufweisen und denen der Ausgangswiderstand somit praktisch egal ist, wie hier mit dem Sennheiser IE 800 zu sehen,) sowie in Verbindung mit Bügelkopfhörern jedoch ist der L3 Pro sehr gut geeignet, da letztere ebenfalls nicht vom Ausgangswiderstand beeinflusst werden, da ihr Widerstand entweder merklich höher oder der Impedanzgang geradlinig ist und es dadurch zu keinen Abweichungen im Frequenzgang kommt. Mobil wäre die Impedanz für mich gegebenenfalls manchmal auch mit manchen Multi-BA In-Ears halbwegs tolerierbar, wobei es sich dabei um eine Grenzentscheidung handeln würde.
Auf der individuellen Seite kann ich mir aber vorstellen, dass sich manche Menschen, die nicht so sehr auf Messwerte bedacht sind, nicht zu sehr an der Ausgangsimpedanz stören würden, so gibt es andere Geräte wie etwa den AK240, der sich im single-ended Betrieb mit dem SE846 fast gleich misst (Quelle dieser Behauptung ist eine Messung in einem deutschen Audio-Forum).
Nun, wenigstens gibt es keinen Bassabfall mit niederohmigen In-Ears, wie es noch zu Zeiten des Colorfly C4 der Fall war.

Da der Kopfhörerverstärker-Chip (Crown 1812A) identisch zu dem im L3 genutzten ist, wundert es mich gar nicht, die gleichen gemessenen Abweichungen im Frequenzgang mit komplexen Lasten wie beim L3 ohne Pro-Zusatz zu sehen.

Rauschen:

Hier kann der L3 Pro vollends überzeugen, genau wie bereits der L3: Ich selbst bezeichne mich als recht Rausch-empfindliche Person und höre Musik bei recht geringer Lautstärke, womit ein rauschfreies Gerät für mich beim sehr konzentrierteren stationären Hörern eine hohe Priorität besitzt.
Der Ostry KC06A ist ein extrem rauschempfindlicher In-Ear und obwohl er nur ein dynamisches Exemplar ist, deckt er Rauschen noch früher auf als manche andere enorm empfindliche In-Ears wie etwa der Shure SE846 oder Pai Audio MR3. Ja, er ist so empfindlich, dass er wirklich das geringste Rauschen aufdeckt.
Und genau diesen In-Ear nutzend, gehört der L3 Pro zur selben Gruppe der perfekt rauschfreien Geräte wie mein iBasso DX90, der Luxury & Precision L3 und nicht zuletzt mein Gain-reduzierter Leckerton UHA-6S.MKII. Somit ist er, was das Rauschverhalten betrifft, noch besser als Geräte wie der Cowon Plenue D, den ich einst besaß, oder der Chord Mojo, den ich auch vor nicht allzu langer Zeit gekauft habe. Und während der Cowon und Chord bereits richtig rauscharm sind, gibt es mit enorm empfindlichen In-Ears doch noch ein relativ geringes Grundrauschen. Mit dem DX90, Gain-reduzierten UHA-6S.MKII und dem Luxury & Precision L3 Pro sowie L3, gibt es kein Rauschen. Gar nichts. Nur Stille.

Transparenz, Präzision, Bühne:

Nun zum ganz klar subjektiveren Teil meines Reviews. Meine Ansicht und Erfahrung bezüglich des Verstärker- und Geräteklanges stellt sich wie folgt dar: Verstärker- und Geräteklang gibt es in begrenztem Umfang und er ist hörbar, jedoch sollte er nicht überschätzt werden – die grundlegende Charakteristik eines Kopfhörers wird durch ein (sauber konstruiertes) Gerät nicht verändert, jedoch „formt“ das Wiedergabegerät den Klang des Kopfhörers manchmal minimal, was sich aber (wenn überhaupt, dann) eher in Nuancen ausdrückt und sich oft auch anhand der Eigenschaften oder Messwerte erklären lässt (einen etwas ausführlicheren Bericht über den Eigenklang von Audiogeräten gibt es unter folgendem Link).
Nun also weiter mit meinen subjektiven Eindrücken über den 3,5 mm Klinkenausgang:

Aufgrund der nicht idealen Ausgangsimpedanz nutzte ich lediglich dynamische In-Ears und Bügelkopfhörer zum Testen, was mein übliches Vorgehen ist, wenn ich hörbare Frequenzabweichungen mit meinen Mehrtreiber In-Ears feststelle. Die Modelle, die ich verwendete, waren der DUNU Titan 5, Sennheiser IE 800, Ostry KC06A, Audeze LCD-X, sowie Fostex TH-X00, allesamt Kopfhörer, deren Impedanzgang entweder flach ist oder deren Widerstand so hoch ist, dass er nicht mehr relevant für die Ausgangsimpedanz des L3 Pro ist.
Und wie ihr feststellen werdet, sind die folgenden Eindrücke fast gänzlich mit denen des L3 ohne Pro-Zusatz identisch, da ich ganz sicher kein Geld darauf setzen würde, beide in einem echten Blindtest auseinanderhalten zu können, aber mehr dazu weiter unten im „Vergleiche“ Abschnitt.

Was ich dann höre, ist ein sehr sauberer und neutraler Klang. Zuerst mit den In-Ears beginnend, höre

ich einen dynamischen und transparenten, gut kontrollierten Klang, mit einer Lautstärke, die auch sehr hoch gehen kann. Das subjektiv empfundene Timbre ist neutral und natürlich, wenngleich der obere Frequenzbereich dem einen oder anderen vielleicht aufgrund der rauschfreien Wiedergabe hell erscheinen mag, obwohl der Klang neutral ist (auch ein subtil im Hintergrund stehendes Grundrauschen sorgt häufig für einen sanfter wahrgenommenen Klang). Der Anklang von Instrumenten sowie der Hochton klingen weder aggressiv noch sanft, sondern einfach richtig und so, wie sie sollen.
Der Bass erscheint subjektiv geringfügig fülliger im Vergleich zu anderen Geräten, was daran liegen könnte, dass er minimal weicher als bei Verwendung der In-Ears an anderen Playern einschlägt, wenngleich er an sich nicht langsam ist (immerhin sprechen wir hier noch immer von subtilen, geringen Unterschieden und nicht Welten). Die könnte womöglich am geringeren Dämpfungsfaktor aufgrund der Ausgangsimpedanz liegen.
Auf mich wirkt die Bühne relativ durchschnittlich in ihrer Ausdehnung, mit gleich viel Tiefe wie Breite. Instrumente erscheinen gut im imaginären Raum dargestellt.
Zusammenfassend kann man sagen, dass es am Klang nichts Schlechtes gibt und er mit einem sauberen, neutralen, jedoch weder aggressiven noch sterilen Charakter überzeugt.

Weiter geht es also mit den oben genannten, einfach anzutreibenden Bügelkopfhörern, mit denen es noch immer ausreichend Lautstärkereserven gibt. Die dynamischen Kopfhörer klingen dabei praktisch wie an jeder beliebigen anderen Quelle, nur beim LCD-X konnte ich einen geringen Unterschied feststellen, da dieser zwar im Mittel- und Hochton sehr transparent spielt, im Bass jedoch verglichen mit manchen anderen Quellen (z.B. DX90 und Geek Out IEM 100) minimal weicher erscheint, wenngleich er fester als beispielsweise an einem MacBook Air ist – aber auch hier sollte einem bewusst sein, dass ich über eher subtile Unterschiede spreche.

Für leistungshungrigere Kopfhörer wie etwa den Sennheiser HD 800 oder Beyerdynamic DT880 Edition in der Ausführung mit 600 Ohm, wird der reguläre 3,5 mm Ausgang für viele Menschen wohl zu leise sein, weshalb diese sich nach einem anderen Audio-Player oder separaten Kopfhörerverstärker umsehen sollten oder alternativ mithilfe eines dedizierten Kabels den Balanced Ausgang des L3 Pro nutzen könnten.

Line Out, Digitalausgang, USB-DAC, Balanced Ausgang:

Wie bei den meisten anderen Geräten auch gibt der Line Out des L3 Pro einen sauberen und neutralen Klang aus.
Wenn ich dieses Signal mit dem Line Out der meisten anderen Audio-Spieler vergleiche, meinen Leckerton UHA-6S.MKII als Verstärker nutzend, kann ich keine reproduzierbaren klanglichen Unterschiede feststellen, im Gegensatz zu den manchmal geringen Unterschieden über den Kopfhörerausgang.

Wenn ich den L3 Pro in den „self power supply“ Modus versetze und den DAC aktiviere, kann ich den Player mittels des Apple LOD mit meinem iPhone verwenden. Die Lautstärke wird dabei am Luxury & Precision geregelt, wenngleich es leider keine Lautstärke-Anzeige mehr gibt.
Beim ersten Anschließen an meinem Windows 7 Laptop wurden die Treiber automatisch installiert und jedes Mal danach wurde der Player automatisch erkannt und verbunden. Das ist Plug & Play, wie es sein sollte – jedoch, gänzlich stimmt dies nicht, denn jedes Mal, wenn ich den L3 Pro an den PC anschloss, wurde er zwar sofort erkannt, gab jedoch keinen Ton aus. Daher musste ich ihn entfernen und erneut anschließen, woraufhin die Tonausgabe endlich funktionierte.
Nachdem man den Player neu startet, gehen übrigens die DAC-Einstellungen verloren und man muss sie erneut setzen – hier hoffe ich auf Nachbesserung mit zukünftigen Firmware-Updates.
In dieser Hinsicht teilt sich der L3 Pro also diese kleinen Schwächen mit dem L3.

Mit einem koaxialen Kabel lässt sich der L3 Pro ganz einfach als digitale Quelle für einen externen DAC verwenden, nachdem man diese Option in den Einstellungen aktiviert. Mit meinem Leckerton UHA-6S.MKII und Chord Electronics Mojo funktionierte dies problemlos.

Etwas mehr oder minder Besonderes in diesem Preisbereich ist der symmetrische 2,5 mm „Balanced“ Ausgang. Während ich kein Fan von Upgrade-Kabeln bin (, was an meiner „keine Modifikationen“-Einstellung liegt,) und deshalb keine solchen symmetrischen Kabel für meine In-Ears besitze (was

vielleicht ein Fehler ist, so nehme ich an, dass die Ausgangsimpedanz im „Balanced“ Modus geringer ist), kam mein Audeze LCD-X mit zwei Kabeln, eines davon in symmetrischer Ausführung, weshalb ich dafür einen Adapter lötete.
Wie bei den meisten symmetrischen Ausgängen gibt auch der L3 Pro über diesen eine höhere Spannung aus, weshalb mit leistungshungrigeren Kopfhörern eine höhere Lautstärke erzielt werden kann.
Mit meinem LCD-X reduzierte ich die Lautstärke, damit diese mit dem unsymmetrischen Pegel übereinstammte (zumindest so gut es ging und mit einer Abweichung von nur 0,28 dB zugunsten des unsymmetrischen Ausganges). Was ich hörte, war eine geringfügig größere Bühne sowie ein etwas festerer Bass im Vergleich zum 3,5 mm Ausgang (was sich jedoch, wie bereits gesagt, aber eher in Nuancen ausdrückte).
Mit dem Fidue Sirius hingegen, der bereits von Werk aus mit einem symmetrischen Kabel terminiert ist, bestätigte sich dieser Eindruck und auch hier gab es am symmetrischen Ausgang eine etwas geräumigere Bühnendarstellung sowie einen geringfügig festeren Bass. Rauschen oder Ähnliches konnte ich trotz der höheren Ausgangsleistung mit dem Fidue auch nicht hören.
Der Unterschied zwischen dem unsymmetrischen und symmetrischen Ausgang ist beim L3 Pro minimal geringer als beim L3, weshalb ich sagen würde, dass ersterer den etwas besseren symmetrischen Ausgang als sein Bruder ohne Pro-Anhängsel besitzt.

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Vergleiche:
Selbstverständlich wurde die Lautstärke der Player messtechnisch so präzise wie möglich angeglichen, um einen objektiveren Vergleich zu gewährleisten. Weil es für mich aufgrund der unterschiedlichen Ausgangsimpedanz zu einfach gewesen wäre, die Player mit Mehrtreiber-In-Ears auseinanderzuhalten, habe ich ausschließlich dynamische In-Ears mit einem geradlinigen Impedanzgang (Sennheiser IE 800, Ostry KC06A, DUNU Titan 5) sowie den Etymotic ER-4S für diese Direktvergleiche verwendet, nebst Bügelkopfhörern (Audeze LCD-X, Fostex x Massdrop TH-X00). Zum Hören nutze ich den unsymmetrischen Kopfhörerausgang, da ich einfach kein Fan von Modifikationen und Drittanbieter-Kabeln bin.
Wie ihr gleich feststellen könnt, stimmen die folgenden Vergleiche größtenteils mit dem überein, was ich bereits in meinem L3 Review schrieb (, dennoch gibt es teils ein paar Unterschiede). Ihr könnt mir glauben, dass ich all diese Direktvergleiche auch tatsächlich durchgeführt und mir auch die Zeit genommen habe, die Geräte messtechnisch in der Lautstärke anzugleichen, aber da der L3 und L3 Pro praktisch gleich klingen, wenn man sie gegeneinander antreten lässt, sehe ich keinen Grund dafür, die Vergleiche neu zu schreiben, um dann doch nur zur selben Aussage zu gelangen.


FiiO X3 (erste Generation):
Was den Klang betrifft, macht der X3 eine Menge richtig und bietet einen richtig guten Gegenwert für das Geld. Meine Kritik äußert sich aber in Sachen Navigierung/Bedienung: die Tastenanordnung ist gewöhnungsbedürftig und durch die Menüs zu navigieren besonders seit dem finalen Update etwas umständlich.

Der L3 Pro besitzt die bessere Tastenanordnung und lässt sich einfacher bedienen und navigieren, jedoch unterstützt der FiiO exFAT Karten und sortiert die Ordner alphabetisch korrekt, was der L3 Pro ohne Umwege leider nicht beherrscht. Der X3 besitzt eine sehr geringe Ausgangsimpedanz wohingegen die des L3 Pro höher ist; dafür besitzt letzterer einen symmetrischen Ausgang.
Was das Rauschverhalten betrifft, ist der L3 Pro perfekt wohingegen der X3 mit empfindlichen In-Ears moderat rauscht.
Der L3 Pro erscheint mir etwas klarer aufgrund der Abwesenheit des Rauschens, bei vergleichbarer Bassperformance und vielleicht ganz minimal präziserer Bühnenreproduktion.

iBasso DX80:
Der DX80 ist ein ebenfalls sehr gut ausgestatteter Player mit einem sehr kraftvollen Ausgang und besitzt sogar zwei Speicherkartenschächte sowie Digitalausgänge. Und was die Nutzeroberfläche betrifft, hat iBasso meiner Ansicht nach wirklich sehr gute Arbeit geleistet – zur Perfektion fehlen meiner Meinung nach lediglich eine Suchfunktion sowie Sortierung nach dem „Album Artist“ Tag. Die Schattenseite stellt dann jedoch die Implementierung der DAC-Chips zusammen mit der hohen Verstärkerleistung dar, denn der Player rauscht recht merklich und gibt beim Pausieren/Titelwechsel manchmal ein tieffrequentes „Pump-Geräusch“ von sich.

Was das optische Erscheinungsbild angeht, bevorzuge ich das silberfarbene Aluminium des L3 Pro, zusammen mit seinen Alu-Bedienelementen, im Vergleich zu den Plastikbeplankungen an den Seiten des DX80.
Was jedoch die Bedienung und Nutzeroberfläche betrifft, ist der DX80 meiner Meinung nach deutlich besser.
Während beide einen sehr schönen und großen Touchscreen besitzen, löst der des iBasso etwas besser auf. Der DX80 ist es auch, der die feinstufigere Lautstärkeskalierung zusammen mit mehr Verstärkerleistung besitzt.

Beide Player besitzen die gleichen DAC-Chips und sind intern gänzlich symmetrisch aufgebaut, wobei der DX80 keinen symmetrischen Audioausgang besitzt.
Mit empfindlichen In-Ears wie dem KC06A oder Titan 5 gibt der DX80 ein für mich recht merkliches Rauschen aus. Mit weniger empfindlichen In-Ears wie dem IE 800 hingegen ist das Rauschen fast gänzlich abwesend.
Was den Klang betrifft, ist der DX 80 etwas wärmer und sanfter, „organischer“ klingend. Nichtsdestotrotz klingt er ganz minimal transparenter, bei (Rausch-bedingt) etwas weniger Klarheit im Hochton. Die Bühne des DX80 wirkt auf mich etwas größer und der Bassbereich ist ebenfalls etwas fester, wahrscheinlich durch den besseren Dämpfungsfaktor.

Es ist nicht ganz einfach für mich zu sagen, welchen ich auf der klanglichen Seite bevorzuge – der DX80 besitzt eine sehr geringe Ausgangsimpedanz, rauscht jedoch merklich, und der L3 Pro verbiegt den Frequenzgang von Mehrtreiber-In-Ears aufgrund seines erhöhten Ausgangswiderstandes, ist aber rauschfrei. Mit dynamischen In-Ears gefällt mir der L3 Pro ganz persönlich ein wenig besser.
In Sachen Software und Nutzeroberfläche sehe ich den DX80 jedoch merklich vorne.

Shanling M2:
Was die Bedienung und Nutzeroberfläche angeht, war ich anfangs skeptisch, den M2 betreffend. Völlig zu Unrecht, denn die Navigation dieses Players hat sich als sehr intuitiv und schnell für mich herausgestellt. Am Kopfhörerausgang hingegen gibt es noch Verbesserungspotential für empfindliche Mehrtreiber-In-Ears, da der Shanling ein recht hohes Grundrauschen und eine recht hohe Ausgangsimpedanz besitzt. Währen der Kopfhörerausgang sehr kraftvoll ist, finde ich persönlich dennoch, dass der M2 als Quellgerät mit einem externen Verstärker oder DAC doch besser etwas geeignet ist als als eigenständiges Wiedergabegerät. Für diesen Vergleich jedoch habe ich selbstredend den Kopfhörerausgang verwendet.

Während der M2 schön verarbeitet ist und ich sein Design sehr mag, ist der L3 Pro doch eine Klasse höher und wirkt etwas luxuriöser und massiver, wozu auch der große Touchscreen beiträgt (, der jedoch eine geringere Pixeldichte als der des Shanling besitzt).
Was die Benutzeroberfläche und Bedienung betrifft, muss ich zugeben, dass ich den Shanling doch recht merklich bevorzuge, da sich dessen Navigation einfach intuitiver und schneller anfühlt.
Mit dem DUNU und Ostry lassen sich beide recht einfach unterscheiden (hörbares Rauschen mit dem M2). Mit dem IE 800 hingegen wird es schon schwieriger, da es praktisch kein Rauschen in Verbindung mit dem Shanling gibt.
Obwohl der M2 recht stark rauscht (Rauschen wird häufig als ein etwas sanfterer Klang wahrgenommen), finde ich, dass der er etwas aggressiver/„heller“ im Anschlag von Noten klingt und trotzdem noch neutral ist.
Was die Bühne betrifft, empfinde ich die des Shanling als geräumiger als die des L3, welcher jedoch insgesamt transparenter klingt, obgleich sein Bass marginal langsamer einschlägt, obwohl der M2 die höhere Ausgangsimpedanz und dadurch den schlechteren Dämpfungsfaktor besitzt. Aber auch hier gilt, dass es sich um Nuancen und keine gravierenden Unterschiede handelt.

Was das UI und die Bedienung betrifft, würde ich den M2 dem L3 Pro vorziehen. Letzterer wäre hingegen für den direkten Betrieb von portablen Kopfhörern und In-Ears meine erste Wahl zwischen den beiden Playern (aufgrund der geringfügig höheren Transparenz, der Abwesenheit von Rauschen und der geringeren wenngleich ebenfalls nicht perfekten Ausgangsimpedanz).

iBasso DX90:
Während die Nutzeroberfläche des DX90 eher simpel gehalten ist, liebe ich seine Qualitäten als Audio-Player sehr: sein (intern ebenfalls vollständig symmetrisch aufgebauter Signalweg, jedoch ohne symmetrischen) Kopfhörerausgang gibt ein sehr sauberes, transparentes, klares und rauschfreies Signal aus und bietet zudem noch eine sehr geringe Ausgangsimpedanz, zusammen mit einer sehr feinstufig skalierten Lautstärkeregelung. Einzig könnte seine Bühne im Vergleich zur Breite ein wenig mehr räumliche Tiefe vertragen.

Was die Verarbeitung und Optik betrifft, wirkt der Luxury & Precision hochwertiger.
Der L3 Pro besitzt den größeren und auch etwas höherauflösenden Bildschirm. In Listen jedoch lässt sich der DX90 etwas besser navigieren, da man mit ihm wirklich scrollen kann und da Ordner nativ alphabetisch sortiert werden. Was der L3 Pro in Sachen UI dennoch besser macht, ist ein Titelzähler auf dem Wiedergabebildschirm, welcher dem iBasso leider fehlt.
Die Lautstärkeskalierung des DX90 ist genauer und feinstufiger.

Weiter geht es mit dem Klang: beide liegen in Sachen „subjektiv empfundenem ‚Timbre‘“ nicht weit auseinander, aber der iBasso besitzt den geringfügig aggressiveren Anklang von Noten und im Hochton, was wohl für dieses typische „SABRE-Glitzern“ sorgt und ihn minimal dünner klingen lässt, wohingegen der L3 Pro den Hochtonanschlag subjektiv wahrgenommen ein wenig „neutraler“ und „runder“ klingen lässt.
Beide Player sind so ziemlich perfekt, was das Rauschverhalten angeht.
In meinen Ohren ist der Bass des DX90 ein wenig schneller während der des L3 Pro minimal fülliger erscheint, was am minimal weicheren Einschlag liegt, welcher womöglich durch den Ausgangsimpedanz-bedingten etwas schlechteren Dämpfungsfaktor hervorgerufen wird. Wenn es um die „Transparenz“ geht, empfinde ich den DX90 ebenfalls als etwas vorne liegend.
In Sache räumlicher Darstellung nehme ich die Bühne des DX90 als etwas breiter als die des L3 Pro wahr, welche jedoch runder klingt und gleich viel Breite wie Tiefe besitzt.
Aber auch hier gilt, dass die Unterschiede objektiv betrachtet am Ende eher gering ausgeprägt sind, wenn man dynamische Kopfhörer verwendet.

Luxury & Precision L3:
Die Software/das UI ist bei beiden Playern identisch und so stellt es sich auch bei der Ausgangsleistung dar.
Im Gegensatz zum L3, welcher 16 GB internen Speicher besitzt, ist der L3 Pro mit 32 GB intern bestückt, was ich persönlich ziemlich praktisch finde.
Was die Optik betrifft, gefällt mir der L3 bereits sehr gut mit seiner Kohlefaser-Rückseite, aber ich muss gestehen, dass mir die hölzerne Rückseite des L3 Pro mindestens ebenso gut gefällt.
Der L3 Pro ist aus etwas dunklerem Aluminium gefertigt und bei ihm sind die Symbole auch direkt in die Tasten eingraviert, was nochmal etwas hochwertiger wirkt.
Zusätzlich fühlt sich das Lautstärke-Rad beim L3 pro etwas crisper bei den einzelnen Stufen an und ist leichtgängiger, weswegen man etwas vorsichtiger sein muss, um die Lautstärke nicht versehentlich zu verstellen (zumindest stellt es sich so bei meinen beiden Exemplaren dar).
Am Rande erwähnt empfinde ich die Lederhülle des L3 Pro auch als etwas eleganter als die des L3, aber dies ist Geschmackssache.

Was den Klang betrifft, sind beide Player so ziemlich gleich. Bei meinen Beobachtungen bin ich mir nicht hundertprozentig sicher, ob sie wirklich existieren, und würde definitiv kein Geld darauf setzen, beide Player in einem verblindeten Test auseinanderzuhalten, was der nächste Schritt zu meinen bereits durchgeführten messtechnischen Lautstärkeabgleichen wäre.
Nach der Möglichkeit, beide Player direkt nebeneinander über mehrere Stunden hinweg im Laufe von ein paar Tagen direkt miteinander zu vergleichen, würde ich sagen, dass der L3 Pro vielleicht die geringfügig bessere Instrumentenseparation, geringfügig größere Transparenz und einen ebenfalls geringfügig festeren und besser kontrollierten Bass besitzt (am unsymmetrischen Ausgang).
Wenn wir schon bei sehr kleinen Unterschieden sind, meine ich auch, vielleicht wahrzunehmen, dass der L3 im Hochton den geringfügig „aggressiveren“ Anschlag besitzt, wohingegen der L3 Pro hier etwas „runder“ klingt, jedoch nicht so sehr wie der Chord Mojo, der im Hochton manchmal doch ein wenig zu entschärft und etwas „rundgelutscht“ erscheint, wodurch es ihm bei Becken etwas an der „natürlichen Aggressivität“ fehlt.
Über den symmetrischen Ausgang habe ich das geringe Gefühl, dass der L3 Pro womöglich die minimal präzisere Bühne ausgibt, aber hier würde ich mich definitiv nicht festlegen.
Was ich hiermit eigentlich ausdrücken will, ist, dass beide ebenbürtig gut klingen und dass der L3 Pro über den  unsymmetrischen Ausgang vielleicht geringfügig besser ist, hauptsächlich die Bassqualität betreffend.
Es ist einfach so, dass es heutzutage kein Hexenwerk mehr ist, ein sauber und transparent klingendes Gerät zu bauen, und wäre eines den anderen in einem Vergleich mit messtechnisch angeglichener Lautstärke klanglich einfach hörbar deutlich unterlegen, wäre es schlichtweg schlecht designt. Und keiner der beiden Luxury & Precision noch einer der anderen Player ist wirklich schlecht konstruiert, weshalb es unter kontrollierten Bedingungen nicht sonderlich verwunderlich ist, dass sich die Qualitativen Unterschiede in Grenzen halten und sich irgendwo zwischen „unhörbar“ und „eher gering“ bewegen als „Tag- und Nacht-Unterschiede“ darzustellen.
Wenn ich die geringen Unterschiede zwischen dem L3 Pro und L3 also benennen müsste, würde ich wahrscheinlich sagen, dass ersterer womöglich den ganz geringfügig weniger „aggressiven“ Hochtonanschlag, die minimal präzisere Bühne und einen moderat trockeneren Bass über den unsymmetrischen Ausgang besitzt.


Fazit:

Der L3 ist bereits ein einwandfrei klingender Player und der L3 Pro klingt wenigstens ebenbürtig gut.
So genau wie möglich messtechnisch in der Lautstärke angeglichen über ein paar Stunden hinweg

verglichen, würde ich sagen, dass der L3 Pro im unsymmetrischen Betrieb womöglich den geringfügig präziseren Raum darstellt, ein wenig runder im Hochton klingt, im Bass etwas trockener klingt und womöglich geringfügig transparenter ist. Aber festlegen würde ich mich nicht und bin mir nicht sicher, ob ich die Unterschiede in einem gänzlich verblindeten Test heraushören könnte. Was zu sagen bleibt, ist, dass beide Player sehr gut „klingen“.
Perfekt sind sie letztendlich dennoch nicht, da ihre Ausgangsimpedanz geringer ausfallen müsste, um den Frequenzgang von komplexen Mehrtreiber In-Ears nicht mehr oder minder deutlich zu verbiegen.

Das Design und die optische als auch haptische Präsentation des L3 Pro Audio-Players sind

zumindest exzellent und bieten definitiv „Luxury & Precision“, also „Luxus & Präzision“. Und somit fühlt sich der L3 Pro nochmal etwas hochwertiger als sein Bruder an, der mich hier schon überzeugen konnte.
Abgesehen vom Exterieur ist die interne Struktur mit dem vollsymmetrischen Aufbau und dem symmetrischen 2,5 mm TRRS Klinkenausgang neben der regulären symmetrischen 3,5 mm Klinkenbuchse auch nicht von schlechten Eltern.

Beachtet man alle positiven Eigenschaften aber mal für einen Moment nicht und blendet diese aus, bleibt die Software übrig, welche definitiv nicht aktuell ist geschweige denn mit der Konkurrenz mithalten kann. Während die Navigations- und Eingabegeschwindigkeit sehr hoch ist und Eingaben sofort registriert werden, sind Dinge wie die fehlende Scrollfunktion mit Wischgesten oder eine nicht alphabetische Sortierung im Ordnerbrowser Mängel, die den sonst guten Eindruck schon etwas trüben.

Wem würde ich den L3 Pro also empfehlen? Jedem, der hauptsächlich dynamische In-Ears/Bügelkopfhörer verwendet und/oder dem eine gewisse Verbiegung des Frequenzganges von Multi-BA In-Ears aufgrund der Ausgangsimpedanz nicht so viel ausmacht. Auch Menschen, die einen sauberen, neutralen, transparenten und insbesondere gänzlich rauschfreien Audio-Player suchen, kann ich den L3 Pro ans Herz legen, ebenso wie Enthusiasten, die Wert auf einen vollsymmetrischen internen Aufbau mit symmetrischem 2,5 mm Ausgang legen. Und wer sich nicht an einer (noch?) nicht ganz idealen und fertig erscheinenden Firmware stört, dem wird dieser Mangel des L3/L3 Pro ebenfalls nichts ausmachen.

Am Ende komme ich damit auf ein Endergebnis von 3,575 von 5 möglichen Sternen.


Details des Endergebnisses:
- 0,3 Sterne für die Ausgangsimpedanz, die im single-ended Modus niedriger sein könnte
- 0,25 Sterne für das Fehlen einer „Album Artist“ Sortierfunktion und andere Kleinigkeiten (leider fehlt diese Sortierung den meisten Audio-Playern, weshalb man eine gute Ordnerstruktur haben sollte)
- 0,3 Sterne für eine noch immer etwas unfertig erscheinende Software ohne alphabetische Ordnersortierung sowie fehlendes Gapless Playback
- 0,3 Sterne für die etwas behelfsmäßige Bedienung (virtuelle Testen statt „richtigem“ Scrollen)
- 0,2 Sterne dafür, dass nur FAT32-formatierte Micro SD Karten unterstützt werden
- 0,075 Sterne für den geringfügig weichen Bass im unsymmetrischen Betrieb