Translate

Hidizs AP60: Wer auf die USB-DAC Funktion verzichten kann, findet bei der Konkurrenz teils weitaus bessere Alternativen - [Review] 🇩🇪

Prolog:

Hidizs Technology (http://www.hidizs.com/) ist ein chinesischer Hersteller von Audio-Produkten (hauptsächlich digitale Audio-Spieler), der Anfang 2014 gegründet wurde und in Dongguan, China,
ansässig ist. Im vergangenen Jahr hat die Firma ihren Markt ausgebaut und beliefert nun auch andere asiatische, europäische und amerikanische Länder.
Der Markt an portablen digitalen Audio-Playern, kurz „DAPs“ genannt, entwickelt sich stetig, und so hat Hidizs erst kürzlich einen preiswerten DAP mit Touch-Kontrolle vorgestellt, der lediglich 89,00$ kostet (http://penonaudio.com/Hidizs-AP60), jedoch einige Features verspricht. So sollen etwa ein AKM DAC-Chip, DSD-Wiedergabe, eine sehr geringe Ausgangsimpedanz, Bluetooth mit aptX, zwei Gain-Modi, ein Micro SD-Kartenschacht und womöglich sogar die Möglichkeit, einen externen DAC an die USB-Buchse anzuschließen, vorhanden sein.

Klingt dies zu gut, um wahr zu sein, oder kann der AP60 all diese Versprechen tatsächlich halten? Das soll dieses Review klären.

Erhältlich ist der AP60 übrigens auch bei Amazon: http://amzn.to/2eyardq


Bevor ich fortfahre, möchte ich mich herzlich bei Penon Audio für das Zusenden eines Testexemplares für den Zweck eines ehrlichen, unbefangenen Reviews bedanken. Wie bei allen Reviews besteht keine weitere Verbindung zwischen mir und den Herstellern/Händlern und ich erhalte auch keine finanzielle Kompensation für das Schreiben.


Technische Daten:

Preis: 89,00$ (http://penonaudio.com/Hidizs-AP60)
Farben: 5 (Schwarz, Rot, Pink, Gelb, Blau)


(Bildquelle technische Daten: https://www.facebook.com/hidizs/photos/pcb.642292095948977/642290442615809/?type=3&theater)


Lieferumfang:

Trotz des verhältnismäßig geringen Preises kommt der AP60 in einer schön gestalteten Pappschachtel, deren Inhalt den Player mit bereits installierter Bildschirmschutzfolie, eine weitere als Ersatz, ein Ladekabel und sogar Earbuds mit Schaumstoffabdeckungen und einen kleinen Transportbeutel umfasst.
Für einen Player im Preisbereich unter 100$ ist das definitiv ziemlich gut.







Optik, Haptik, Verarbeitung:

Der Player sieht ziemlich gut aus und der Bildschirm, auch wenn er nicht den besten
Betrachtungswinkel besitzt, löst sehr ordentlich auf und ist nicht pixelig.
Auf der Unterseite befindet sich neben dem 3,5 mm Kopfhörerausgang eine Micro USB Buchse, denn der AP60 soll durch diese auch im Stande sein, digitale Signale auszugeben und zu empfangen.
Auf der rechten Seite befindet sich eine Micro SD Buchse und der Player nimmt 200 GB große, exFAT-formatierte Karten problemlos an und scannt diese sehr schnell.
Auf der linken Seite des Players befinden sich die Tasten zu Lautstärkeregelung sowie eine Taste zum Ein- und Ausschalten.
Auf der Vorderseite findet man zusätzlich noch 7 Sensortasten vor (hoch/runter/links/rechts/auswählen/Schnelleinstellungen/zurück).








Die Verarbeitungsqualität erscheint gut, wenngleich der Player sich schon spürbar nach Plastik anfühlt.


Bedienung, grafische Nutzeroberfläche:

Firmware Version 0.03beta:

Der Player besitzt eine recht simple Menü-Oberfläche mit einem Ordner-Browser, einer Datenbank (, die wenig verwunderlich den „Album Artist“ Tag nicht unterstützt, aber das tun die wenigsten Player), Musik-Einstellungen und generellen Einstellungen. Etwas verwirrend ist, dass die hauptsächliche Bedienung mit den Hoch- und Runter-Tasten erfolgt und diese auch zum Vor- und Zurückspulen verwendet werden, was sich meiner Logik nicht erschließt (behoben mit 0.05beta).





In den Einstellungen findet man ein paar sehr nette Funktionen, die man bei dem Preis des AP60 nicht erwartet hätte, wie auch etwa einen ziemlich guten und selbst einstellbaren Equalizer.







Der Wiedergabebildschirm zeigt zentral das Album-Cover an; darunter zeigt ein Lauftext die Titelinformationen. Ebenso findet man hier einen Titelzähler und eine Fortschritts-Leiste. Leider ist nicht das gesamte Cover sichtbar, denn es wird skaliert, damit es den gesamten Bildschirm ausfüllt.
Die Statusbar enthält Informationen über den Akkuladezustand, das Menü, in dem man sich gerade befindet, die Wiedergabe-Einstellungen und eingestellte Lautstärke (insgesamt gibt es 120 Stufen).
Berührt man die „Menü“-Taste auf dem Wiedergabebildschirm, öffnet sich ein Kreis mit Schnelleinstellungen.



An die Navigation gewöhnte ich mich recht schnell, auch wenn das Verwenden hauptsächlich der Hoch- und Runter-Tasten mir nicht ganz logisch erscheint (behoben mit 0.05beta). Nichtsdestotrotz muss ich hier ganz klar sagen, dass ich kein Fan der aus Sensor-Tasten bestehenden Steuerelemente bin, da diese beim AP60 nicht zu den präzisesten gehören und es häufig vorkommt, dass man die falsche Taste berührt (insbesondere unterwegs). Ebenfalls gibt es einen Bug, bei dem alle Tasten hängenbleiben, wenn man bei dunklem Bildschirm die Taste zum Verringern der Lautstärke länger gedrückt hält (nur ein Neustart macht die Tasten wieder nutzbar – behoben mit 0.04beta).
Abgesehen davon reagiert der Player aber sehr schnell und flüssig, und auch die lückenlose Wiedergabe von FLAC-Dateien funktioniert perfekt.

Das Design und die Struktur der Benutzeroberfläche ist gut, die Bedienung hingegen nicht (mit der Zeit gewöhnt man sich daran, aber die Bedienung über die Touch-Felder ist einfach nicht so präzise – zumindest für mich).

Firmware Version 0.04beta:

Die Batterie-Anzeige wurde optisch überarbeitet. Auch wurde ein optionaler Tiefschlaf-Standby eingeführt, aber die DAC-Funktion blieb noch immer deaktiviert. Der Fehler, dass die Tasten beim Halten der Lautstärketasten einfrieren, wurde jedoch behoben.

Firmware Version 0.05beta:

Das Steuerkreuz war nun vollständig in den Menüs nutzbar (die Links- und Rechts-Tasten wurden aktiviert) und auf dem Wiedergabebildschirm war es nunmehr auch möglich, den Titel mit diesen beiden Tasten zu wechseln. Meiner Meinung nach waren dies sinnvolle Neuerungen und nun habe ich nichts mehr an der Firmware oder der Menü-Navigation auszusetzen.
Zusätzlich wurde der USB DAC-Eingang aktiviert und der AP60 war endlich als externer DAC mit Windows-Computern (nach einer manuellen Treiber-Installation) und Android-Geräten nutzbar. Nur der USB DAC-Ausgang blieb noch immer deaktiviert und externe DACs wie etwa der Chord Mojo ließen sich noch immer nicht verwenden.
Eine weitere Änderung war die Reduktion der Lautstärkestufen von 120 auf 80. Während die Regelung weiterhin recht feinstufig blieb, waren mir die 120 noch feineren Stufen doch lieber und ich hoffe, dass Hidizs beim nächsten Update wieder zu den 120 Stufen zurück wechselt.

Firmware Version 0.06beta:

Ich nehme an, dass es sich um ein Stabilitäts-Update handelte, denn ich konnte keine Unterschiede zur davor veröffentlichten Version feststellen.

Firmware Version 1.01beta:

Hidizs nennt seine Firmwares noch immer, wie seit der internationalen Veröffentlichung, "beta", nichtsdestotrotz brachte 1.01 endlich die lange versprochene USB-DAC-Ausgabefunktion. Seither ist es mir nun möglich, meinen Chord Mojo DAC an den AP60 anzuschließen, was auch problemlos funktioniert.
Eine weitere Neuerung dieser Firmware war die Möglichkeit, DSD128-Dateien abzuspielen.


Akkulaufzeit:

Für diesen Test schloss ich den preisgünstigen Superlux HD668B an, stellte die Lautstärke auf 60 (Low Gain) und spielte 44.1 kHz/16 Bit FLAC-Dateien in einer Schleife ab. Gelegentlich entsperrte ich den Bildschirm und navigierte in den Menüs.
Unter diesen Bedingungen erreichte der Player eine Akkulaufzeit von etwa 11 Stunden.


Klang:

Die von mir genutzten In-Ears waren mein Shure SE846, Ultimate Ears Triple.Fi 10, Sennheiser IE 800, Etymotic ER-4S und der Ostry KC06A.

Frequenzgang, Ausgangsimpedanz:

An einer einfachen Last zeigt sich dieser ausgegebene Frequenzgang:



Wie man sehen kann, gibt es im tieferen Bass einen Abfall, den man mit Titeln, die tief nach unten reichen, in Verbindung mit In-Ears, die man gut kennt, auch etwas heraushören kann. Dies ist eher schade, da das Abrollen nicht mit dem Widerstand der In-Ears in Verbindung zu stehen scheint und mit höherohmigen Modellen ebenfalls auftritt.

Der Hersteller gibt eine Ausgangsimpedanz von 0,1 Ohm an, also sollte sich der AP60 auch mit kritisch reagierenden Multi-BA In-Ears wie dem Ultimate Ears Triple.Fi 10 im Hochton neutral messen:



Der errechnete Wert liegt eher bei ~ 1,5 Ohm, was höher als angegeben, aber noch immer gut ist.

Rauschen:

Der Hidizs AP60 besitzt einen relativ schwachen Kopfhörerausgang, der sich definitiv besser für In-
Ears und Menschen, die Musik leise hören, als für Kopfhörer mit einem schlechten Wirkungsgrad eignet, dennoch besitzt der Player (ungeachtet des eingestellten Gain) ein recht hohes Grundrauschen, das für empfindliche Menschen in Verbindung mit sehr empfindlichen In-Ears wie dem Shure SE846 oder Ostry KC06A recht laut ausfällt (und auch mit meinem Sennheiser IE 800 noch ganz geringfügig wahrnehmbar ist).
Bei Audio-Spielern mit einem kraftvollen Kopfhörerverstärker kann ich ein erhöhtes (/lautes) Grundrauschen ja noch teilweise nachvollziehen, aber für einen solchen, recht schwachen Player, ist es doch recht überraschend hoch.

Transparenz, Präzision, Bühne:

Nun zum ganz klar subjektiveren Teil meines Reviews. Meine Ansicht und Erfahrung bezüglich des Verstärker- und Geräteklanges stellt sich wie folgt dar: Verstärker- und Geräteklang gibt es in begrenztem Umfang und er ist hörbar, jedoch sollte er nicht überschätzt werden – die grundlegende Charakteristik eines Kopfhörers wird durch ein (sauber konstruiertes) Gerät nicht verändert, jedoch „formt“ das Wiedergabegerät den Klang des Kopfhörers manchmal minimal, was sich aber (wenn überhaupt, dann) eher in Nuancen ausdrückt und sich oft auch anhand der Eigenschaften oder Messwerte erklären lässt (einen etwas ausführlicheren Bericht über den Eigenklang von Audiogeräten gibt es unter dem folgendem Link).
Nun also weiter mit meinen subjektiven Eindrücken über den 3,5 mm Klinkenausgang:

Durch das Rauschen und die Grundrausch-Modulation klingt der Player ein wenig warm.
Die Bühne erscheint normal mit einer normalen Instrumententrennung und der Bass ist schnell sowie trocken anstatt weich. Dennoch erscheint der Hochton recht stumpf/platt und ist einfach nur vorhanden, wenngleich ohne wirkliche Raffinesse oder Separation.

Gut hingegen ist die feinstufige Lautstärkeregelung mit 120 (später 80) einzelnen Stufen, die es auch ermöglicht, sehr leise mit dem Player Musik zu hören.

Ich würde sagen, dass der Klang in Ordnung ist, dennoch sollte das Rauschen für einen solch schwachen Player geringer ausfallen und auch der Hochton könnte differenzierter klingen. Ebenfalls kann man mit entsprechender Musik und wenn man seine In-Ears sehr gut kennt, das Abrollen im Tiefton etwas heraushören.
Abgesehen von der feinstufigen Lautstärkeregelung sehe ich klanglich im Player wirklich keinen Vorteil gegenüber einem eher niederohmigen, preisgünstigen Smartphone – eher im Gegenteil.

Bluetooth, USB-DAC:

Die Bluetooth-Qualität stellte sich in Verbindung mit dem MEE audio Air-Fi Matrix² und Mass Fidelity Relay als sehr gut heraus. Da sowohl der MEE und Mass Fidelity als auch der Hidizs den aptX-Codec unterstützen, ist das übertragene Signal klar, transparent, sauber und hörbar besser als bei manchen anderen Quellen ohne aptX (z.B. mein Laptop) und ein wenig besser als beim AGPTek C05, der zwar kein aptX unterstützt, aber dennoch ein sehr sauberes kabelloses Signal ausgibt, das nur geringfügig hinter guten aptX-Quellen wie dem AP60 oder meinem geliebten, ehemaligen BlackBerry Q10 liegt.

Der AP60 soll angeblich als digitale Quelle zum Anschluss externer USB-DACs dienen, dennoch funktionierte dies selbst mit der „0.05beta“ Firmware weder mit meinen Chord Mojo noch Leckerton UHA-6S.MKII oder anderen DACs (Shozy Lancea, StarTech.com Interface).

Mit Firmware "1.01beta" geschah es endlich: die USB-DAC-Ausgabe wurde aktiviert. Seither ist es möglich, externe DACs an den AP60 anzuschließen. Mit meinem Chord Electronics Mojo gibt es keinerlei Probleme nach dem Anschluss - dies macht den Hidizs wohl zum günstigsten "Transport-Device" mit USB- und Bluetooth-Ausgabe, wenn man günstige Android-Smartphones nicht mit einbezieht.

Mit der „0.03beta“ Firmware wurde der AP60 selbst auch nicht als DAC erkannt (auf dem Bildschirm des Players stand „DAC“, aber er gab keinen Ton aus) (Windows 7 Laptop, Nexus 7 (zweite Generation) Tablet). Ich nehme an, dass der DAC Ein- und Ausgang erst noch mittels eines zukünftigen Firmware-Updates freigeschaltet werden muss, jedoch war es bereits jetzt schön zu sehen, dass der Bildschirm die Abtastrate, Auflösung und Lautstärke anzeigt.
Nach dem Erscheinen der „0.05beta“ Firmware konnte man den AP60 endlich als portablen USB DAC mit vielen portablen Android-Geräten (wie etwa meinem Asus Google Nexus 7 der zweiten Generation) nutzen und auch an Windows-Computern gab er nun ein Audio-Signal aus, nachdem ich die im Firmware-Ordner enthaltenen Treiber manuell installiert hatte. Die Verbindungsqualität und -stabilität ist sehr gut und was ich sehr mag, ist, dass auf dem Bildschirm des AP60 Informationen über die Bit-Tiefe, Abtastrate und eingestellte Lautstärke angezeigt werden.

---------


Vergleiche:



SanDisk Sansa Clip Zip (RockBox Alternativfirmware):
Mit RockBox ist die Navigation in den Menüs sowie die Nutzeroberfläche beim Sansa besser, jedoch liegt der Hidizs nicht zu weit zurück. Die Bedienung erfolgt aufgrund seiner physischen Tasten beim Clip Zip dennoch merklich besser.
Was die Ausstattung betrifft, besitzt der Hidizs den Vorteil eines DAC Ein- und Ausganges (der aber in der ursprünglichen 0.03beta Firmware noch nicht freigegeben ist) sowie Bluetooth mit aptX, wohingegen der Sansa ein FM-Radio und ein Mikrofon für Sprachaufnahmen sowie einen zusätzlichen internen Speicher besitzt.
Der Hidizs besitzt das deutlich höhere Grundrauschen während die Laustärke bei beiden Playern feinstufig geregelt wird (120/80 gegenüber 87 Stufen) und man mit beiden auch sehr leise hören kann.
Der Sansa besitzt die noch etwas niedrigere Ausgangsimpedanz, wobei beide Player in dieser Hinsicht gut sind. Der Clip Zip besitzt im Tiefbass keinen Abfall.
Gleicht man die Lautstärke beider Player messtechnisch an, kann man mit hochauflösenden In-Ears wie dem SE846 hören, dass der AP60 den etwas festeren und saubereren Bass besitzt während der der des Sansa etwas verwaschen, weich und undefiniert im Vergleich wirkt. Der Sansa Klingt im Vergleich ein wenig dunkler. Im Hochton besitzt der Clip Zip jedoch den besser separierten und transparenteren Hochton, auch wenn es auch im günstigen Bereich Player gibt, die hier nochmals geringfügig besser abschneiden.
Was die Bühne betrifft, kann ich beide Audio-Player nicht auseinanderhalten.

AGPTek C05:
Beide besitzen eine etwas ungewöhnliche und stellenweise ein wenig eigenartige Bedienung und Navigation in den Menüs (behoben mit 0.05beta), jedoch lässt sich der C05 aufgrund seiner Hardware-Tasten besser steuern. Was die Software/Datenbank betrifft, ist der AP60 der bessere Player und sortiert Ordner in der korrekten alphabetischen Reihenfolge während der AGPTek diese nach Änderungsdatum sortiert.
Der AP60 besitzt einen DAC Ein- und Ausgang (der aber in der ursprünglichen 0.03beta Firmware noch nicht freigegeben ist) wohingegen der AGPTek mit einem FM-Radio ausgestattet ist, ein Mikrofon für Sprach-Memos und einen zusätzlichen internen Speicher besitzt.  Beide besitzen Bluetooth, der Hidizs jedoch unterstützt aptX und klingt kabellos ein wenig transparenter.
Der Hidizs besitzt den hörbar höheren Rauschteppich wenngleich auch die feinstufigere Lautstärkeregelung (120/80 gegenüber 30 Stufen) und man kann auch leiser mit dem AP60 hören.
Beide besitzen eine vergleichbar geringe Ausgangsimpedanz (die des C05 ist nur minimalst geringer) aber der AGPTek besitzt im Tiefbass kein moderates Abrollen.
Gleicht man die Lautstärke beider Player messtechnisch an und benutzt hochauflösende In-Ears wie etwa den SE846, zeigt sich bei beiden Playern ein gleich präziser Bass wohingegen der C05 insgesamt etwas sauberer und klarer klingt, nicht zuletzt mit der etwas höheren Transparenz aufgrund des deutlich weniger stark vorhandenen Grundrauschens. Im Hochton klingt der AGPTek auch besser separiert, differenziert und nicht platt.
Was die Bühne betrifft, erscheint die des C05 etwas größer und auch ein wenig besser getrennt.
Was den Klang betrifft, sehe ich den AGPTek also vorne, wobei der Hidizs in Sachen Nutzeroberfläche/Ausstattung punkten kann.


Fazit:

Der Hidizs AP60 besitzt für seinen Preis viele Funktionen, wie etwa (potentiell endlich) einen USB-DAC Ein- und Ausgang, großartige Karten-Kompatibilität mit schnellen Lesegeschwindigkeiten, eine sehr hohe Bluetooth-Qualität, perfekte lückenlose Wiedergabe mit FLAC-Dateien, eine feinstufige Lautstärkeregelung, die es einem auch erlaubt, sehr leise zu hören, eine recht niedrige Ausgangsimpedanz, eine insgesamt gut strukturierte und schöne grafische Menüoberfläche, einen tadellos funktionierenden Ordner-Browser und eine gute Auswahl an inkludiertem Zubehör.

Dennoch gibt es auch einige Dinge, die nicht so toll sind: Die DAC-Funktionen sind (noch) nicht aktiviert, der Player besitzt einen moderat abrollenden Pegel im unteren Bass sowie einen für die geringe Ausgangsleistung hohen Rauschteppich, der Hochton wirkt etwas undifferenziert und platt, es gibt noch manche Firmware-Bugs (die Eingabeelemente reagieren nicht mehr, wenn man die „Lautstärke verringern“-Taste bei deaktiviertem Bildschirm länger gedrückt hält, gelegentliche Abstürze) und der „Album Artist“ Tag wird nicht unterstützt (, was jedoch auf den Großteil der auf dem Markt erhältlichen Player zutrifft). Zudem ist die Navigation aufgrund der Sensortasten ungenau – besonders unterwegs (entweder liebt oder hasst man diese Steuerung – für mich ist Letzteres eher der Fall).

Die negativen Aspekte überwiegen hier im Moment und dem Player kann ich somit nicht mehr als maximal 2,3 von 5 möglichen Sternen geben. Durch ein paar Software-Updates könnte ich mir vorstellen, dass der Player in den ~ 3 Sterne-Bereich aufsteigen könnte, mehr aber definitiv nicht erzielen würde. Dann, wenn die DAC-Funktionen per Update freigeschaltet werden, eignet er sich meiner Ansicht nach besonders für Menschen, die ihn als reines Transport-Gerät für einen externen DAC oder Bluetooth-Kopfhörer verwenden wollen.

Nach (langer) Zeit wurden die versprochenen Funktionen (USB-DAC-Ein- und Ausgang) endlich freigeschaltet und machen den AP60 nun endlich zum vor Veröffentlichung versprochenen Audio-Player. Nun funktioniert der DAC-Ausgang endlich und man kann einen externen DAC an den AP60 anschließen, wie etwa den Chord Mojo.
Während der AP60 nun endlich als "Transport-Device" nutzbar ist und dafür auch günstig ausfällt, nerven Hardware-Mängel wie die schlecht bedienbaren Sensortasten oder der schlecht implementierte interne Audio-Aufbau für den Direktanschluss eines Kopfhörers.
Durch den nun endlich freigeschalteten USB-DAC-Ausgang kann ich dem AP60 endlich die 3 Sterne geben, von denen ich sagte, dass er sie maximal erzielen könnte. Für eine höhere Wertung hingegen sind der analoge Audio-Ausgang und die Sensor-Tasten einfach nicht gut genug.