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AAW Nebula 2: Hybrider Klang aus Singapur zum fairen Kurs - [Review] 🇩🇪

Prolog:

Advanced AcousticWerkes, in der Kurzform als AAW bekannt, ist eine aus Singapur stammende
Manufaktur für maßgefertigte In-Ears (sog. „CIEMs“). Vor nicht allzu langer Zeit hat die Firma eine Reihe an In-Ears mit universellem Gehäuse vorgestellt, die nicht etwa die nicht-maßgefertigten Pendants zu den CIEMs, sondern eine ganz eigenständige Produktlinie repräsentieren.

Manche dieser Produkte gehören zu einer Produktlinie, die „Nebula“ genannt wird und momentan zwei In-Ears umfasst, für die proprietäre Treiber entwickelt wurden. Einer dieser In-Ears, der Nebula One, besitzt einen Titan-beschichteten dynamischen Treiber mit 10 mm Durchmesser je Seite, während der Nebula 2 ein hybrider In-Ear ist, bei dem neben einem Balanced Armature Treiber für den Mittel-/Hochton auch ein dynamischer 10 mm Treiber für den Tiefton zum Einsatz kommt.
Dieses Review soll primär den Nebula 2 (https://www.aaw.me/collections/universal-in-ear/products/aaw-nebula-two-universal-in-ear-monitor) genauer beleuchten.


Bevor ich fortfahre, möchte ich mir die Zeit nehmen, um mich bei Advanced AcousticWerkes für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares der Nebula Two In-Ears für den Zweck eines ehrlichen, unbefangenen Tests und Reviews zu bedanken.


Technische Daten:

Preis: ~ 149 US$
Treiber: ein proprietärer dynamischer 10 mm Treiber und ein proprietär abgestimmter Balanced Armature Treiber je Seite
Impedanz: 12 Ohm
Tonumfang: 10 Hz – 40 kHz
Empfindlichkeit (dB SPL @ 1 mW): 101 dB
Eingangsleistung: 3 mW
Kabellänge: 1,2 m
Android/Apple Kabelfernbedienung


Über hybride In-Ears:

Wie man den technischen Daten und der Einleitung bereits entnehmen kann, unterscheidet sich der Nebula 2 von den meisten gängigen In-Ears und setzt nicht lediglich auf dynamische oder Balanced Armature Schallwandler, sondern kombiniert beide – bei ihm handelt es sich um einen hybriden In-Ear, einer in den letzten Jahren vermehrt aufkommenden Bauweise.

Die meisten In-Ears verwenden dynamische Treiber für die Audiowiedergabe. Diese haben den Vorteil, ohne allzu großen Aufwand das gesamte für den Menschen hörbare Frequenzspektrum abzudecken und ebenfalls ohne große Mühe einen stark angehobenen Bassbereich zu erzielen. Hochwertigen dynamischen In-Ears wird allgemein ein körperhafter, musikalischer Bassbereich nachgesagt, der im Ausklang jedoch meist eher weich als hart und analytisch ist. Im Gegensatz zu anderen Wandlerprinzipen besitzen dynamische Treiber jedoch meist auch eine etwas niedrige Detailauflösung.

Im höherpreisigen und professionellen Bühnenbereich findet man fast nur In-Ears mit Balanced Armature Treibern vor, welche in der Regel eine höhere Auflösung als ihre dynamischen Konsorten besitzen und sehr detailreich, schnell, präzise und auch sehr pegelfest aufspielen, was insbesondere für Bühnenmusiker von Bedeutung ist. Auf der Schattenseite steht, dass ein einzelner BA-Treiber kaum oder nur mit größerem Abstimmungsaufwand den größten Teil des hörbaren Frequenzspektrums abdecken kann und dabei nur mit größerem Aufwand, wie mehreren und voluminösen Treibern für den Tiefton in der Lage ist, extremere Betonungen zu erzielen. Einige Menschen empfinden den Klang von In-Ears mit BA Treibern auch als analytisch, leblos, klinisch oder kalt (in meinen Jahren der Mitgliedschaft, Reviews und Kaufberatung in einem großen deutschen Onlineforum für Audio sind mir diese Begriffe schon mehrfach in Bezug auf die Wahrnehmung von BA-basierten In-Ears, insbesondere bezogen auf den Tiefton,  begegnet).

Hybride In-Ears vereinen die positiven Aspekte aus beiden Welten und setzen auf einen dynamischen Schallwandler für die tiefen Frequenzen und mindestens einen BA Wandler für die mittleren und hohen. Dadurch bleien der Körper und der oft als „musikalisch“ beschriebene Charakter des dynamischen Basses und die Detailauflösung und Präzision des Balanced Armature Mittelhochtöners erhalten – und auf genau diese hybride Technologie setzt AAW mit seinem Nebula 2 und spricht damit diejenigen an, welche den klinisch-schnellen Bass eines BA-Treibers als unnatürlich empfinden, jedoch die Auflösung, Schnelligkeit und Präzision in den Mitten und Höhen beibehalten wollen.


Lieferumfang:

Mich erreichte kein Verpackungskarton bei meinem Review-Exemplar, sondern ein Plastikbeutel, welcher jedoch das gesamte Zubehör besaß, das da wäre: ein schönes Aufbewahrungsetui, vier Paare an Silikonaufsätzen (1x S, 2x M, 1x L), drei Paare an Schaumstoff-Aufsätzen, ein Flugzeugadapter, ein 6,3 auf 3,5 mm Adapter und selbstverständlich die In-Ears selbst.






Optik, Haptik, Verarbeitung:

Die In-Ears sind aus schwarzem Metall auf der Außen- und semi-transparentem Kunststoff auf der Innenseite gefertigt. Die Schallröhrchen bestehen aus silberfarbenem Metall. Das Design mit den
eingravierten „AAW“ Logos auf der Außenseite gefällt mir gut und durch die sich auf der Außenseite befindenden Ausschnitte der Belüftungsöffnungen kann man auch ein Metallgitter erblicken.
Die In-Ears sind Puck-förmig und besitzen fest angebrachte Kabel mit Drahtbügeln. Vom Kabel sprechend: Dieses ist das gleiche, das auch bei den sehr günstigen Knowledge Zenith In-Ears zum Einsatz kommt, jedoch habe ich schon ein- oder zweimal erwähnt, dass dieses besser als so manches Kabel mancher In-Ears im 200€/$-Bereich ist, weshalb AAW hier meiner Meinung nach alles richtig gemacht hat, wenngleich es ein wenig gummiartig ist (so, wie auch das Kabel der Knowledge Zenith Modelle).
Der Knickschutz am gewinkelten 3,5 mm Anschluss ist gut, aber an den anderen Übergängen nur dürftig implementiert. Glücklicherweise gibt es jedoch einen Kinnschieber und sogar eine Fernbedienung mit drei Tasten und einem Mikrofon. Diese ist semi-transparent und man kann ihre Bauteile erkennen, was ich optisch als sehr ansprechend und interessant erachte.




Abgesehen vom teils mäßig eingesetzten Knickschutz ist die Verarbeitungsqualität der In-Ears sehr gut.


Tragekomfort, Isolation:

Obwohl ich große Ohren besitze, war ich anfangs besorgt, die Form der In-Ears könnte problematisch für mich sein, denn die Puck-förmigen Gehäuse mit eher kurzen und angewinkelten Schallröhrchen waren für mich bei schon manch anderem In-Ear ein Grund für Komfortprobleme. Umso glücklicher bin ich, dass ich berichten kann, dass AAWs Nebula In-Ears sehr gut in meinen Ohren sitzen, gut abdichten und enorm komfortabel sind.
Das Kabel wird über die Ohren geführt und von den eingearbeiteten Drahtbügeln gesichert. Ich weiß, dass manche Menschen dies nicht mögen, aber ich mag die Bügel und finde, dass sie sehr gut mit den In-Ears funktionieren. Das Kabel leitet keine Kabelgeräusche weiter, selbst wenn man den Kinnschieber nicht nach oben zieht, was eine gute Sache ist.

Die Geräuschisolation ist gering. Sehr gering sogar. Vielleicht sogar so gering wie beim DUNU Titan 1.


Klang:

Die hauptsächlich genutzten Quellgeräte waren der iBasso DX80, HiFime 9018d und Cowon Plenue M2.

Zum Hören nutzte ich die größten Silikonaufsätze, die sich im Lieferumfang befanden.

Tonalität:

Der Nebula 2 (nachfolgend manchmal „N2“ genannt) besitzt, wie auch der Nebula One (nachfolgend
manchmal „N1“ genannt), eine nach innen gerichtete Belüftungsöffnung, die während des Tragens aufgrund der Gehäuseform der In-Ears wahrscheinlich gänzlich blockiert wird. Wie bei so gut wie allen In-Ears mit einer Belüftungsöffnung vor dem Treiber, beeinflusst diese die Bassquantität und solange man keine ungewöhnliche Ohranatomie besitzt, welche die Belüftungsöffnung offen lässt, wird der Nebula 2 ein sehr bassiger wenn nicht gar basslastiger In-Ear sein (die genaue Quantität hängt dann noch immer ein wenig von der individuellen Ohranatomie und demzufolge wie stark die Belüftungsöffnung verdeckt wird, ab – in meinem Fall wird sie beinahe gänzlich verdeckt, was auch die Intention zu sein scheint, um für einen bassstarken Klang zu sorgen).

Was man beim Hören gleich bemerkt, ist der ziemlich starke Oberbass, der beinahe omnipräsent ist – manchmal kann er gar ein wenig wie ein Vorschlaghammer wirken. Dies mag zwar recht negativ und/oder wertend klingen, ist aber gar nicht so gemeint – ich bin wie ein Chamäleon und kann mich an fast alle tonalen Abstimmungen anpassen und diese sogar mögen, solange der Mittelton nicht zu stark verfärbt ist, obwohl ich insbesondere stationär einen ausgewogenen und sogar Diffusfeld-neutralen Klang bevorzuge.
Ja, der Oberbass ist schon ziemlich stark. Trotzdem hält er sich noch relativ gut aus dem Mittelton heraus, wenn man die Bassquantität im Hinterkopf behält, und fettet den Klang nicht zu sehr an oder lässt ihn weich erscheinen, sondern sorgt lediglich für etwas moderate Fülle im unteren Mittelton. Bei basslastigeren Aufnahmen hingegen wird der Mittelton manchmal etwas von der Basswand verdeckt, geht aber niemals unter und klingt auch nicht eingeengt.
Um 600 Hz beginnt der Tiefton anzusteigen und ist im Oberbass bereits ziemlich kräftig. Im Midbass gewinnt er nochmals etwas an Pegel, wenngleich nicht viel. Auch der Tiefbass ist kräftig vorhanden und fällt nur unterhalb von 30 Hz äußerst moderat ab. Die Betonung beläuft sich auf etwa 12 dB nördlich eines Diffusfeld-neutralen In-Ears.
Zwischen 600 Hz und 3 kHz ist der Mittelton des N2 laut meinen Ohren flach und neutral, mit einer
ganz minimalen und breitbandigen Anhebung um 5 kHz und einer etwas stärkeren zwischen 8 und 12 kHz. Der Hochton beginnt oberhalb von 14 kHz, abzurollen.

Nein, der Nebula 2 ist kein typisch badewanniger hybrider In-Ear. Es stimmt schon, dass Becken ein wenig angehoben werden, aber nur genug, sodass der Klang seine nötige Klarheit trotz der Basspräsenz beibehält.
Ich würde sagen, dass beim Nebula 2 die Abstimmung eines bassstarken Klanges ordentlich gemacht wurde, wenngleich für meinen Geschmack ruhig weniger Oberbass im Verhältnis zum Midbass und Tiefbass vorhanden sein dürfte, was aber insbesondere im mobilen Einsatz nicht unbedingt eine schlechte Sache ist. Außerdem finde ich gut, dass der Mittelton präsent bleibt und nicht eingeengt oder zu unnatürlich vom starken Bass überdeckt scheint. Zusätzlich ist der Hochton gut implementiert und nie sibilant oder uneben und besitzt auch keine kleinen Spitzen. Insgesamt klingen der Mittel- und Hochton auch recht natürlich und realistisch.

Auch wenn ich mich auf der subjektiven Seite nicht an etwas weniger Oberbass stören würde, finde ich auf der objektiven Seite kaum einen tonalen Mangel – trotz des starken Basses wird der Mittelton nicht wirklich beeinträchtigt, dazu klingen Stimmen natürlich und nie eingeengt. Zusätzlich ist der Hochton recht gleichmäßig und nicht uneben/spitz. Der Mittel- und Hochton klingt ziemlich natürlich und relativ realistisch.

Auflösung:

Bei einer Bassbetonung im Bereich von 12 dB und mehr im Vergleich zu einem Diffusfeld-neutralen In-Ear kann es schnell passieren, dass der Klang überfordert, matschig und weich wird. Glücklicherweise jedoch klingt der Nebula 2 trocken, fest, schnell und insbesondere gut kontrolliert im Tiefton. Sein Bass ist nicht ganz so schnell wie beim iBasso IT03,  aber um ein ganzes Stück schneller als bei den beiden hybriden Modellen von Fidue in preislicher Reichweite. In der Attacke gibt es geringe Weichheit, die aber im Ausklingen ausbleibt, wodurch der Bass schön schnell abklingt und weder überfordert noch ungenau klingt. Metal und schnelle elektronische Musik stellen für den dynamischen Treiber kein Problem dar und er folgt dem Beat mühelos und bleibt dabei sehr gut kontrolliert.
Wie bereits genannt, klingt der Mittelton trotz des starken Basses nicht zu eingeengt oder
komprimiert. Details sind gut vorhanden und die Sprachverständlichkeit ist auch hoch.
Die Kohärenz der beiden Treiber ist auch gelungen und obwohl sie nicht ganz so hoch wie bei manch teurerem hybridem In-Ear ausfällt, finde ich den Übergang zwischen den beiden Treibern um ein ganzes Stück weniger merklich als beim Fidue A73 oder Trinity Audio Engineering Delta V-II, zwei In-Ears, die im gleichen Preisbereich wie der Nebula liegen (und gerade im Vergleich zu ersterem soll dies etwas heißen, denn dieser ist ein In-Ear, den ich schlichtweg liebe).
Dem Hochton mangelt es definitiv auch nicht an Details oder Luftigkeit und nur im oberen Hochton sehe ich ein wenig Verbesserungspotenzial hin zu geringfügig besser separierten Noten.

Räumliche Darstellung:

Die Bühne wirkt eher offen, aber nicht unbedingt groß oder größer als durchschnittlich auf mich. Die Breite ist gut vorhanden und auch über die Ausprägung der räumlichen Tiefe beschwere ich mich definitiv nicht, obgleich sie nicht so präsent wie die seitliche Ausdehnung ist.
Die Instrumententrennung ist gut und die Bühne wirkt nicht neblig, Instrumente werden aber auch nicht messerscharf getrennt, was angesichts des Preises aber keinen Mangel darstellt.

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Im Vergleich mit anderen In-Ears:

Mal sehen, wie sich der Nebula 2 gegen ein paar andere In-Ears im ähnlichen und höheren Preisbereich schlägt.



Fidue A73:
Der A73 ist ein In-Ear, den ich als exzellenten hybriden In-Ear in seinem Preisbereich, der mit dem des N2 identisch ist, bezeichnen würde.
Tonal besitzt der Fidue weniger Bassquantität, rollt gen Tiefbass etwas ab (er klingt eher Midbass-fokussiert) und ist im Grundton etwas wärmer trotz weniger Bassquantität. Im Mittelton klingt der Fidue etwas heller, aber nicht sibilant oder scharf. Im oberen Hochton ist er ebenfalls vordergründiger und klingt frischer sowie etwas klarer, was an ebendieser Betonung liegt. Dennoch ist sein oberer Hochton auch ein kleinwenig besser separiert.
Was die Bassqualität betrifft, liegt der Nebula 2 vorn – sein Tiefton ist nicht nur schneller, sondern auch kontrollierter und löst besser auf. Der N2 besitzt die detaillierteren unteren Register und löst auch im unteren Mittelton besser auf. Der Unterschied ist bereits groß genug, um zu sagen, dass der AAW definitiv den qualitativ besseren Bass besitzt. Im Mittel- und Hochton hingegen empfinde ich beide als gleichwertig detailliert und der Fidue klingt nur aufgrund seiner etwas helleren Abstimmung klarer.
Was die Bühne betrifft, ist die des Fidue in meinen Ohren etwas offener, breiter und tiefer, zusammen mit der etwas besseren Trennung von Instrumenten und tonalen Elementen. Dieser Vorteil jedoch ist weniger signifikant als der qualitativ bessere Bass des N2, weswegen ich geneigt bin, zu sagen, dass der AAW das Rennen macht, was die technische Qualität betrifft, aber am Ende sind es natürlich die persönlichen Vorlieben bezüglich der Tonalität, die weitaus entscheidender sind.

PMV A 01:
In meinen Ohren sitzt der N2 deutlich besser.
Der A 01 könnte dünn klingen, sofern er nicht ganz dicht im Ohr sitzt. Ansonsten besitzt er definitiv genug Basspräsenz. In meinen Ohren ist der Bass des PMV um etwa 4 dB weniger präsent als der des AAW, jedoch konzentriert er (der Bass des A 01) sich stärker auf den Tiefbass und unteren Midbass, statt wie der N2 manchmal einen Vorschlaghammer-artigen Oberbass zu besitzen. Der A 01 ist hörbar heller im oberen Mittelton und manchmal auch ein wenig sibilant. Im Hochton ist er ebenfalls der heller klingende In-Ear.
Der AAW besitzt den etwas besser kontrollierten Bassbereich. Im Mittel- und Hochton könnte der A 01 im ersten Moment etwas detaillierter klingen, doch der Eindruck täuscht und es ist nur seine hellere Abstimmung, die das suggeriert. In Wirklichkeit ist es aber nach einem recht kurzen Vergleich recht offensichtlich der Nebula 2, welcher mehr Details aufdeckt und diese besser abbildet.
Was die Bühnendarstellung betrifft, besitzt der PMV etwas mehr räumliche Tiefe in meinen Ohren, während die Breite bei beiden In-Ears vergleichbar scheint. Auch die Instrumententrennung scheint sich auf einem identischen Niveau zu bewegen.

UPQ Q-music QE80 (OEM des Fidue A83):
Der QE80 besitzt weniger Bass, der im Tiefbass aber auch ein wenig abrollt. Im Mittel- und Hochton ist er der hörbar hellere In-Ear, der generell ziemlich hell abgestimmt ist und einen vom Mittelton zum oberen Hochton gleichmäßigen Anstieg besitzt, der jedoch gleichmäßig und harmonisch wirkt, was in meinen Ohren nicht sehr vielen hell abgestimmten In-Ears gelingt. Sein einziger Mangel ist, dass Trompeten etwas quietschig wiedergegeben werden.
Der N2 besitzt den etwas schnelleren Bass. Im Mittel- und Hochton könnte ich keinen Sieger ausmachen. Nur im oberen Hochton separiert der QE80 einzelne Noten etwas genauer.
Der UPQ besitzt die offener wirkende Bühne in meinen Ohren, in Verbindung mit etwas besser getrennten Instrumenten.
Ich sehe beide relativ dicht beieinander, während der N2 den schnelleren Bass besitz und beim QE80 die Bühne und der obere Hochton etwas besser separiert sind. Dennoch sprechen beide total unterschiedliche Interessenten an, was die Tonalität betrifft.

iBasso IT03:
Insgesamt besitzt der IT03 weniger Bass, der sich hauptsächlich auf den Tiefbass konzentriert, der wiederum nur ein kleinwenig geringer als beim AAW ausfällt. Im Midbass und Oberbass hingegen ist der iBasso zurückhaltender und zeigt etwas, das einer perfekten Tiefbassbetonung ohne Aufdringlichkeit und großartiger Akzentuierung der anderen Tieftonfrequenzen sehr nah kommt und sich auch insgesamt feiner anhört. Im oberen Mittelton ist der IT03 etwas heller.
Der teurere IT03 besitzt den festeren und besser kontrollierten Bass, der definitiv zu den besten hybriden Bässen gehört, was die Geschwindigkeit und Kontrolle betrifft. Im Mittel- und Hochton erscheint der IT03 ebenfalls differenzierter und klingt detaillierter. Ja, insgesamt sehe ich ihn um ein ganzes Stück vorne, obwohl der Nebula 2 hier bereits ziemlich gut ist.
Was die räumliche Präsentation betrifft, besitzen beide In-Ears eine vergleichbar breite Bühne, während die des iBasso etwas tiefer ausfällt. Der IT03 jedoch besitzt die hörbar präzisere Instrumententrennung sowie die ebenfalls genauere Staffelung in die Tiefe.

Advanced AcousticWerkes Nebula One:
Ehrlich gesagt erwartete ich, dass beide In-Ears ziemlich unterschiedlich klingen, was zu meiner Überraschung jedoch nicht eintraf: Der Nebula One klingt dem Nebula 2 sehr ähnlich, was die tonale Abstimmung betrifft. Der Unterschied beläuft sich darin, dass der N1 etwas mehr als 2 dB mehr Bass als der N2 in meinen Ohren besitzt und den geringfügig dunkleren und volleren Mittelton hat. Im mittleren Hochton um 5 kHz besitzen beide die gleiche winzige Anhebung während der Nebula One im oberen Hochton weniger Präsenz zeigt, was ihn zum insgesamt bassigeren und sanfteren In-Ear macht. Dass beide dieselben Gene besitzen, ist aber definitiv unverkennbar.
Ich würde sagen, dass der N1 durch den Einsatz nur eines Treibers je Hörerseite kohärenter klingt, obgleich der N2 den weniger weichen und besser kontrollierten Bass besitzt, was insbesondere im Tiefbass auffällt, der ebenfalls besser kontrolliert wirkt, obgleich der Nebula One sich hier auch keine wirkliche Blöße gibt. Im Mittel- und Hochton klingt der Nebula 2 etwas differenzierter.
Der Unterschied zwischen den beiden In-Ears ist definitiv nicht groß, nichtsdestotrotz klingt der Nebula 2 wie eine verfeinerte Version des Nebula One.
Was die räumliche Präsentation betrifft, scheint der N1 etwas mehr Bühnentiefe zu besitzen, während der Nebula 2 etwas mehr Breite und die geringfügig bessere Instrumententrennung bietet.


Fazit:

Der AAW Nebula 2 ist ein starker hybrider In-Ear mit guten Qualitäten auf der technischen Seite und bietet einen guten Gegenwert für seinen Preis. Die Verarbeitungsqualität ist sehr gut, der Komfort ist
in meinen Ohren großartig (, was ich anfangs nicht angenommen hatte), sein Bass ist kontrolliert und trotz der starken Betonung schnell, sein Mittelton und Hochton klingen natürlich und der Klang ist zusammenhängend. Wer jedoch keinen stark angehobenen Bassbereich sucht, sollte den Nebula 2 eher meiden, ebenso jeder, dem Geräuschisolation wichtig ist.
Denjenigen jedoch, die einen hybriden In-Ear mit einem kräftigen Tiefton zu einem fairen Preis suchen, sollte der AAW Nebula 2 höchstwahrscheinlich eine Menge Hörfreude und Klang bieten.


Bei meiner üblichen 30% Verarbeitung/Komfort (92,5) zu 70% Klang/Gegenwert/Preis (96,5) Gewichtung komme ich auf ein Endergebnis von 4,765 von 5 möglichen Sternen.

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