Translate

Brainwavz B150: Brainwavz is BAck again - [Review] 🇩🇪

Prolog:

Es ist endlich soweit! Es ist endlich soweit! Es ist endlich soweit! Es ist endlich soweit! Es ist endlich soweit! Es ist endlich soweit! Es ist endlich soweit! Es ist endlich soweit! Es ist endlich soweit!

Ein paar Jahre, nachdem Brainwavz die Produktion der B2 Dual-BA In-Ears eingestellt hat, ist die chinesische Firma, die der GPGSHK gehört, zurück und stellt endlich wieder In-Ears mit Balanced
Armature Treibern her. Dies war insgeheim schon seit einiger Zeit ein Wunsch von mir, und ich bin sehr froh darüber, dass dieser Wunsch nun endlich Wirklichkeit wird und es neue Modelle von Brainwavz mit BA Treibern gibt. Ja, ich schrieb „Modelle“, denn neben einem Nachfolger des B2, welchen ich leider nie selbst gehört habe, da die Produktion, als ich ihn als günstige Alternative zu ein paar meiner teureren Multi-BA In-Ears kaufen wollte, bereits eingestellt war, hat Brainwavz ebenfalls zwei Single-BA In-Ears vorgestellt, nämlich den B100 sowie B150.

Als mich Pandoras Nachricht erreichte, dass ein paar Prototypen fertig seien und zum Testen an Reviewer wie mich versendet würden, freute mich sehr auf die neuen Modelle. Kurze Zeit darauf erreichte mich auch schon der B150. Den anderen In-Ear würde ich erhalten, sobald mehr Exemplare produziert seien, sagte man mir.

Obwohl es sich um einen Prototyp handelt, wurde mir versichert, dass die klangliche Abstimmung sich nicht von der Variante unterscheide, die später in Produktion gehen werde. Jene wird lediglich ein etwas verändertes Zubehörpaket erhalten und hochwertiger verarbeitet sein.

Erhältlich ist der B150, zusammen mit dem B100 und B200, mittlerweile übrigens auch bei Amazonhttp://amzn.to/2rSxByx


Technische Daten:

Preis: < 110$
Treiber: 1x BA je Seite


Lieferumfang:

Mein Vorserien-Rezensionsmuster besaß keinen Verpackungskarton, sondern kam in der für Brainwavz typischen schwarz-roten Aufbewahrungstasche, in der sich neben dem In-Ear noch drei Paare an Silikonaufsätzen, ein Paar an Schaumstoffaufsätzen und ein Shirt-Clip befanden.
Die roten Aufsätze werden bei der Produktions-Version durch schwarze ersetzt.





Optik, Haptik, Verarbeitung:

Die Gehäuse bestehen aus semi-transparentem Kunststoff, der widerstandsfähig erscheint. Die Produktions-Version wird ein anderes, verdrilltes Kabel bekommen und ebenfalls integrierte Ohrbügel mit Memory-Draht.







Tragekomfort, Isolation:

Die In-Ears werden mit dem Kabel über den Ohren getragen, was im Gegensatz zur bei günstigen In-Ears hauptsächlich vorzufindenden Trageweise mit dem Kabel nach unten den Vorteil von minimierten Kabelgeräuschen und einem sichereren Sitz sorgt.
Die B150 In-Ears sitzen in meinen Ohren bequem sowie gut und isolieren auch gut, was aber auch zu erwarten war, zumal ihre Gehäuse geschlossen sind.


Klang:

Meine hauptsächlich genutzten Quellgeräte waren mein iBasso DX90 und der iBasso DX80.

Zum Hören verwendete ich die größten Silikonaufsätze aus dem Lieferumfang.

Tonalität:

Manche Menschen assoziieren mit einem Single-BA In-Ear häufig einen dünnen, bassarmen oder mittenlastigen Klang. Auf den B150 trifft keine dieser Beschreibungen zu, denn er besitzt einen betonten Tiefton, der stark ist, aber nicht jenen gefallen wird, die auf der Suche nach einem basslastigen und wirkungsvollen Tiefton sind. Vielmehr könnte der B150 den „Fall der fehlenden 6 dB“ (https://www.etymotic.com/media/publications/erl-0137-1982.pdf) mit einem geringen Plus an Quantität adressieren, denn sein Tiefton besitzt nicht die Gewichtigkeit und den „Slam“, den andere Multi-BA und dynamische In-Ears mit einer vergleichbaren Betonung ‘rüberbringen (der Brainwavz könnte sogar als sehr ausgewogen im Tiefton beschrieben werden, denn der Logitech/Ultimate Ears UE200, der in etwa die gleiche Bassquantität wie der B150 besitzt, wurde auch größtenteils als ausgewogen bis neutral beschrieben, da er auch nicht jene „Gewichtigkeit“/jenen „Slam“ im Bassbereich ‘rüberbringt, obwohl sein Tiefton objektiv nicht wirklich gering ausfällt).

Die Bassbetonung findet primär im unteren Grundton und Oberbass statt und beginnt um 650 Hz, langsam anzusteigen. Bei ca. 120 Hz erreicht sie ihren Höhepunkt, der bis 80 Hz linear gehalten wird und dann langsam gen Tiefbass abfällt. Der Abfall ist nicht stark ausgeprägt, sondern eher mild – der
untere Midbass und beginnende Tiefbass bei 40 Hz sind noch immer präsent und mit guter Quantität hörbar, wenngleich unterhalb von 33 Hz kaum noch etwas kommt.

Der Mittelton (untere Mitten) befindet sich etwas stärker auf der wärmeren und dunkleren (oberer Mittelton) Seite, ohne zu sehr verfärbt zu sein, obwohl man ihm eine gewisse Wärme und Kolorierung nicht abstreiten kann und er in die entspanntere, sanftere Richtung tendiert, was daran liegt, dass der Bereich zwischen 1,3 und 3 kHz eine moderate Senke aufweist, die für diese inoffensive Mittelton-Darstellung verantwortlich ist.

Der mittlere Hochton um 5 kHz und der Rest bis 12 kHz zeigt dann wieder mehr Präsenz, wenngleich sich der Pegel hier gleichmäßig moderat unterhalb einer neutralen Kennlinie befinden und dem Klang somit eine geringfügig dunkle sowie entspannte Note verleiht und Hi-Hats die Schärfe nimmt.

Auflösung:

Hier mache ich es kurz – der B150 klingt behände und schnell, leichtfüßig und detailliert, kohärent und gut gerendert.

Der Bass ist nicht ganz so fest und schnell wie bei manchen Multi-BA In-Ears und dem Etymotic ER-4S, doch mangelt es ihm insgesamt definitiv nicht an Geschwindigkeit und er befindet sich nur
geringfügig (!) auf der weicheren Seite und ist um ein gutes Stück besser kontrolliert und schneller als die meisten In-Ears mit einem dynamischen Treiber im gleichen Preisbereich.

Der Mittelton besitzt eine gute Sprachverständlichkeit und Aufdeckrate feiner Details, wie es auch von einem (Single-) BA-In-Ear erwartet werden darf.

Im Hochton gibt es ebenfalls eine gute Detailliertheit und gute Separation von Noten, die zwar nicht elitär, für den Preis aber gut ist. Zumindest vermisse ich nichts wirklich.

Der Klang ist, wenig überraschend, sehr gut zusammenhängend, weswegen ich dem B150 auch den Vorzug vor dem Dual-BA In-Ear von Apple geben würde, denn auch wenn dieser im Mittel- und Hochton in Sachen Detailauflösung dem Single-BA von Brainwavz überlegen ist und insgesamt feiner klingt, ist sein Klang nicht so zusammenhängend wie bei den meisten Single-BA In-Ears im oberen zweistelligen/unteren dreistelligen Bereich, inklusive des B150, der kohärenter klingt.

Räumliche Darstellung:

Mit dem B150 bekommt man weder eine sehr große noch sehr kleine Bühne. Ich würde sagen, ihre Größe ist etwas größer als durchschnittlich, wenngleich nicht deutlich. Das Verhältnis zwischen Breite und Tiefe stimmt und die Staffelung erfolgt auch angenehm genau. Die Positionierung von Instrumenten erfolgt auch recht präzise, auch wenn es nicht so viel Luft zwischen Instrumenten wie bei teureren Multi-BA In-Ears gibt.

---------

Im Vergleich mit anderen Single-BA In-Ears:


MEE audio A151 (zweite Generation):
Der A151 gehört definitiv nicht zu den dünn klingenden Single-BA In-Ears und ist ein Modell, das etwas mehr Bass und Wärme als ein flach abgestimmter Monitor besitzt, doch besitzt er ca. 3 dB weniger Quantität als der B150, während beide im Hochton vergleichbar ein wenig dunkel aufspielen.
Der MEE besitzt den geringfügig festeren und minimal schnelleren Bass und klingt auch im Hochton ein wenig differenzierter, während ich den B150 geringfügig in Sachen Mitteltonauflösung und Sprachverständlichkeit vorn sehe.

HiSoundAudio HA-2:
Während der HA-2 auch nicht 100% neutral ist, besitzt er doch weniger Bass als der B150 und etwas mehr Hochtonenergie. Von den beiden ist er (der HA-2) definitiv der neutralere In-Ear.
Der HA-2 besitzt den geringfügig schnelleren und festeren Bass und spielt im Hochton auch ein wenig detaillierter, wenngleich der Unterschied nicht groß ist.
Während der B150 eine gute Bühnendarstellung besitzt, ist die des HiSoundAudio größer sowie luftiger. Generell besitzt dieser In-Ear eine der größten Single-BA Bühnen, die ich kenne.

Etymotic Research ER-4S:
Der Klassiker – die Legende – der King. Der Etymotic ist der womöglich neutralste In-Ear überhaupt, wenn man die Diffusfeld-Kurve als Referenz ansieht (nur sein Nachfolger soll dieser angeblich noch etwas näher kommen), und klingt um ein ganzes Stück anders als der B150, so klingt er viel neutraler, mit einem sehr flachen Bass, einem flachen Mittelton mit einem geringen Boost im Präsenzbereich und einem extrem gleichmäßigen Hochton, der mehr Quantität als der eher etwas dunkel spielende Hochton des B150 besitzt.
Der (teurere) ER-4S befindet sich definitiv auf einem höheren Niveau, was die Detailauflösung über den gesamten Frequenzbereich betrifft. Auch sein Bass ist schneller sowie fester.
Die Bühne des Ety ist nur ein wenig größer als die des Brainwavz, jedoch insbesondere präziser.


Fazit:

Brainwavz Audio stellt endlich wieder In-Ears mit Balanced Armature Treibern her.
Der B150 ist die richtige Wahl für alle, die die Leichtfüßigkeit, Kohärenz und Sprachverständlichkeit eines Single-BA In-Ears zu schätzen wissen, sich aber keinen dünnen und flachen, sondern etwas gewichtigeren und wärmeren, jedoch noch immer ausgewogenen Klang wünschen, aber keine Bassheads sind. Die Performance des B150 ist ebenfalls überzeugend und sein Gegenwert für den Preis ist gut, wenngleich er die Leitschiffe der Single-BA In-Ears in seiner Klasse nicht aussticht.


Da ich mich beim B150 Vorserien-Prototyp mit finalisiertem Klang nur den Klang bewerten kann (das Kabel wird bei der Produktions-Variante nämlich ein gänzlich anderes sein), komme ich auf ein Endergebnis von 3,82 von 5 möglichen Sternen basierend auf dem Klang und Gegenwert.

GearBest