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DUNU Titan 1es: Tolle technische Basis mit unnatürlichem Timbre - [Review] 🇩🇪

Prolog:

Was DUNU betrifft, besitze ich persönlich ein paar In-Ears der Firma und habe mehrere getestet, und während manche dieser vielleicht nicht die beste Wahl für Hochton-empfindliche Menschen darstellen, hat mich keines der Modelle (bis auf den I5C, der nicht meine Erste Wahl im Vergleich zu
anderen preislich ähnlichen Single-BA In-Ears wäre,) auf der technischen Ebene enttäuscht.
Was In-Ears mit einem einzigen dynamischen Treiber je Seite betrifft, insbesondere im Preisbereich unter 150€, sind es die Modelle aus der „Titan“ Reihe der nun schon 22 Jahre alten chinesischen Firma, die zu meinen persönlichen Favoriten zählen und denen ich auch ein gutes Preis-Leistungsverhältnis zuspreche (der einzige Nachteil ist, dass diese dünn und quäkig klingen können, wenn die Belüftungsöffnungen etwas zu weit vom Ohr entfernt sitzen, aber glücklicherweise kann ich sagen, dass ich Glück habe und meine Ohren sehr gut mit der Vent-Platzierung der In-Ears harmonieren, weshalb ich keinen dünnen oder quäkigen Klang von den In-Ears bekomme, solange ich die Belüftungsöffnungen nicht absichtlich weiter von meinen Ohren entferne).

In der „Titan“-Reihe gibt es ein Modell, welches den Titan-beschichteten dynamischen Treiber beibehält, jedoch leichter, in drei Farben erhältlich und mit einer etwas anderen und innovativen Kabelführung ausgestattet sowie noch Budget-freundlicher ist, da er nur halb so viel wie die anderen „Titan“ In-Ears kostet. Die Rede ist vom DUNU Titan 1es (http://www.dunu-topsound.com/titan1es.html), der eine gewisse Zeit nach dem erfolgreichen Titan 1 vorgestellt wurde.
In diesem Review werde ich herausfinden, inwieweit er sich vom Titan 1 unterscheidet und wie er sich im Vergleich mit einem anderen von mir geliebten In-Ear mit Titan-beschichteten Treibern, den Fidue A65, schlägt.

Erhältlich ist der Titan 1 auch bei Amazon: http://amzn.to/2e41qKV


Bevor ich fortfahre, möchte ich mich bei Vivian von DUNU für das Bereitstellen eines Exemplars des Titan 1es für ein ehrliches, unbefangenes Review bedanken.


Technische Daten:

Preis: ~ 50 - 60€ (z.B. Amazon, Lend Me Ur ears oder Penon Audio)
Treiber: dynamisch, 14 mm, Titan-beschichtet
Impedanz: 16 Ohm
Gewicht: 13 g
SPL: 102 (+/- 2) dB


Lieferumfang:

Wer DUNUs andere In-Ears kennt, dem wird auffallen, dass die Verpackung des Titan 1es kleiner ist, aber definitiv DUNUs Design mit den großen Logos, der guten Beschreibung und der magnetischen Klappe wiederspiegelt.
Im Inneren findet man die In-Ears, eine runde Aufbewahrungstasche, die ich bereits von den Alpha 1 Earbuds kenne, Ohrbügel, einen Shirt-Clip, drei Paare an schwarzen Silikonaufsätze mit rotem Kern und drei Paare an grauen und längeren Silikonaufsätzen vor.
Im Vergleich zum Titan 1 gibt es also weniger Aufsätze und eine weniger hochwertige Aufbewahrungstasche, die aber noch immer recht gut ist.








Optik, Haptik, Verarbeitung:

Die Titan 1es In-Ears haben die „UFO“-Form der anderen Modelle aus der Titan Reihe übernommen, sind aber aus Kunststoff gefertigt und auch ein wenig kleiner. Auf der Innenseite der Gehäuse kann man im Vergleich zum Titan 1 nur eine statt mehrerer Belüftungsöffnungen finden.
Die permanent angebrachten Kabel sind transparent und man kann durch sie hindurch die versilberten Adern sehen. Ganz anders als beim Titan 1 gibt es unterhalb des Y-Splitters keine Nylon-Ummantelung, was ich aber als besser empfinde, da das Kabel somit nicht ausfransen kann und sich auch nicht mit Schweiß vollsaugt. Selbstverständlich darf DUNUS patentiertes Kabel-Management-Tool aus Silikon nicht am Kabel fehlen.
Der Y-Splitter mit dem Kinn-Schieber sowie der gewinkelte 3,5 mm Klinkenstecker sind aus silberfarbenem Metall gefertigt und besitzen einen guten Knickschutz, der direkt an den In-Ears jedoch leider fehlt.
Das Kabel fühlt sich gut an und ist flexibel, wenngleich auch minimal federartig.









Anders als bei den anderen Titan In-Ears besitzt der Titan 1es eine recht praktische Einkerbung, die es ermöglicht, die In-Ears sowohl mit dem Kabel nach oben als auch nach unten zu tragen, was auch auf der Innenseite der Verpackung gut demonstriert wird.





Tragekomfort, Isolation:

In meinen Ohren ist der Komfort gut. Das Kabel kann nun auch nativ über die Ohren geführt getragen werden, was ich als großes Plus empfinde, so verbessert diese Trageweise den Komfort und ist generell sicherer und reduziert Kabelgeräusche. Diese fallen übrigens äußerst gering aus, wenn man das Kabel über den Ohren trägt und den Kinnschieber etwas nach oben zieht.

Die Isolation ist definitiv nicht die beste, wenngleich sie etwas höher als beim sehr offenen Titan 1 ausfällt. Nichtsdestotrotz würde ich den Titan 1es in einer (sehr) lauten Umgebung definitiv nicht empfehlen, sofern eine ordentliche Geräuschabschirmung gewünscht wird.


Klang:

Als Wiedergabegeräte dienten hauptsächlich mein iBasso DX90, der Cowon Plenue M2 als auch der iBasso DX80. Am Computer nutze ich den LH Labs Geek Out IEM 100 und HiFime 9018d mit foobar 2000 als Software-Player für meine CDs.

Zum Hören verwendete ich die größten mitgelieferten Silikonaufsätze mit rotem Kern.

Tonalität:

Wie auch bei den anderen Titan In-Ears gibt es beim Titan 1es eine Belüftungsöffnung vor dem Treiber, die direkt dort platziert ist, wo sie höchstwahrscheinlich von der Ohrmuschel verdeckt wird. Wie auch bei den anderen Titan In-Ears ist die Distanz zwischen dieser Belüftungsöffnung und der Ohrmuschel (und dementsprechend die Intensität der Verdeckung dieser Öffnung) für die wahrgenommene Bassmenge direkt verantwortlich.
Mir war dies während meiner Reviews der anderen In-Ears aus der Titan Reihe nicht wirklich bewusst und ich wunderte mich ob der teils stark unterschiedlichen Impressionen innerhalb der deutschen als auch internationalen/amerikanischen Community. Nach ein paar akustischen Messungen mit offenen und gänzlich geschlossenen sowie teilweise verdeckten Belüftungsöffnungen des Titan 3 und Titan 5 war mir dann auch bewusst, dass Menschen, die keinen (sehr) nahen Sitz der In-Ears in den Ohrmuscheln erzielen können, besonders mit dem Titan 3 einen dünnen und unausgewogenen Klang bekommen.
Ich, der dies aufgrund meiner Ohranatomie noch nie mit den In-Ears der Titan Reihe erlebt habe, da die Belüftungsöffnung der In-Ears in meinen Ohren recht ordentlich verdeckt wird, habe dann durch ein Experiment, in dem ich durch Abstandshalter die Distanz der Belüftungsöffnung zu meinem Ohr künstlich erhöhte, auch den Eindruck eines unausgewogenen, dünnen und kreischenden statt etwas warmen, sanften und ausgewogenen Klanges beim Titan 3 nachvollziehen können.
Dieses Phänomen, dass der Abstand der Belüftungsöffnung zur Ohrmuschel die Bassquantität beeinflusst, tritt auch beim Titan 1es auf. Bei einer etwas offeneren Belüftungsöffnung klingt er etwas mittenbetont und ausgewogen, während er bassig aber nicht basslastig klingt und ebenfalls prominente Mitten besitzt, wenn die Belüftungsöffnung stärker verdeckt wird. Bei meiner Ohranatomie ist der letztere Fall eher die Regel.

Wie klingt der Titan 1es nun in meinen Ohren? Überraschenderweise ein gutes Stück anders als der Titan 1, auf den ich in einem separaten Abschnitt genauer eingehen werden.
In meinen Ohren besitzt der Titan 1es ziemlich genau 6 dB mehr Bassquantität als ein Diffusfeld-neutraler In-Ear wie der Etymotic ER-4S (je nach Ohranatomie kann dieser Wert abweichen). Beim Hören von Sinussignalen höre ich, dass der Tiefton um 500 Hz anzusteigen beginnt und um 200 Hz seinen Höhepunkt erreicht, der bis 20 Hz aufrecht gehalten werden kann. Darauf folgt in meinen Ohren ein präsenter und recht vordergründiger Mittelton – ja, ich würde den Titan 1es als mittenbetont bezeichnen (, was aber nach meiner Wahrnehmung nicht auf den Titan 3 zutrifft, der in meinen Ohren recht ausgewogen klingt und einen warmen Bass- und Grundtonbereich besitzt). Manchmal kann dieser auch schon plärrig und dosig klingen. Was das Timbre im Mittelton betrifft, spielt der Titan 1es relativ akkurat auf, wenngleich ganz tiefe und ganz hohe Stimmen aufgrund der Betonung im unteren Grundton und mittleren Hochton etwas wärmer respektive heller als neutral klingen können. Die mittleren Mitten sind hingegen nicht verfärbt aber betont.
Nun zum Hochton: Um 3 sowie 8/9 kHz befindet sich dieser in meinen Ohren etwas im Hintergrund, weshalb der Titan 1es definitiv nicht so hell wie die anderen Sprösslinge aus der Titan Reihe klingt. Beinahe könnte man ihn sogar als geringfügig dunkel klingend beschreiben, wäre da nicht diese Betonung um 5 kHz im mittleren Hochton. Wie auch bei den anderen Titan In-Ears ist dieser Bereich angehoben. Wer empfindlich darauf reagiert, sollte den Titan 1es ebenfalls eher meiden und wird ihn hier wahrscheinlich als unangenehm empfinden. Ich habe mit diesem Bereich keine größeren Probleme und meist stört mich eine Betonung hier auch nicht großartig, aber zusammen mit dem vordergründigen Mittelton würde ich mir hier dann doch weniger Pegel um 5 kHz wünschen, damit der Klang weniger anstrengend und ermüdend wäre. Diese 5 kHz Betonung mit ansonsten keiner Betonung im Hochton lässt den Klang auch etwas unharmonisch, unnatürlich und unstimmig erscheinen. Hier finde ich die Tonalität der anderen drei Titan In-Ears im Vergleich dann doch (viel?) besser gelöst, da diese eine im Hochton generell helle Abstimmung aufweisen, die meiner Meinung nach besser zur gesamten tonalen Balance und Abstimmung passt. Beim Titan 1es hingegen stelle ich mir ernsthaft die Frage, ob die Betonung des Mitteltons und um 5 kHz zusammen mit dem ansonsten etwas hintergründigen Hochton denn überhaupt hätte sein müssen, da die Abstimmung dadurch nicht nur künstlich, sondern auch ermüdend und erdrückend ist (zumindest für mich).
So sehr ich die anderen drei Titan In-Ears auch sehr mag/liebe, bekommt der Titan 1es definitiv nicht meine volle Zustimmung, was hauptsächlich daran liegt, dass seine w-förmige Tonalität auf mich nicht natürlich wirkt, sei es subjektiv oder objektiv. Bei qualitativ guter aber vollständig elektronisch produzierter Musik, die ich unterwegs und zwischendurch sehr gern höre, fällt dies so gut wie gar nicht auf, aber für alles andere, das echte Instrumente im Hochton besitzt (Schlagwerk, Trompeten, Pianos, Violinen), ist die tonale Balance in den höheren Frequenzen meiner Meinung nach einfach nicht gegeben und zu sehr vom Ideal und von Natürlichkeit entfernt. Becken-Anschläge und Trompeten klingen… einfach nur falsch.

Wer einen Equalizer benutzt, dem würde ich raten, den mittleren Mittelton um ein paar dB abzusenken (große Bandbreite), den Pegel um 5 kHz um ein paar dB zu senken (geringe Bandbreite), den Pegel um 2,5 und 3 kHz geringfügig anzuheben (mittlere Bandbreite) und auch den Bereich zwischen 7 und 12 kHz um ein paar dB anzuheben (große Bandbreite).

Wer sich nicht vor einem hellen und betonten Hochton scheut, dem würde ich statt dem Titan 1es eher den FiiO EX1 empfehlen, der im Grunde ein günstigerer DUNU Titan 1 ist.

Auflösung:

Die Titan-beschichteten Treiber enttäuschen nicht – wie auch schon bei den anderen drei Titan In-Ears würde ich den Titan 1es ebenfalls zu den besten/besseren dynamischen In-Ears unter 200€ zählen, was die technische Qualität betrifft.
Der Klang und Bass fühlt sich schnell, sehr gut kontrolliert und nicht im Geringsten matschig oder langsam an. Der Tiefton ist schnell, sauber und detailliert. Keine Langsamkeit ist wahrnehmbar und sowohl Anschlag als auch Ausklang sind schnell und kontrolliert. Meiner Meinung nach gehört der Tiefton definitiv zu dem der besten In-Ears mit einem dynamischen Treiber je Seite.
Im Mittelton ist das Detailniveau gut, aber wie auch schon beim Titan 1 finde ich, dass im Vergleich zum Tief- und Hochton noch das letzte Quäntchen an Auflösung und Feinzeichnung fehlt.
Der Hochton klingt sauber und gut separiert.

Räumliche Darstellung:

Der Titan 1es generiert eine nicht ganz so große und offene Bühne wie der Titan 1, aber der präsentierte Raum ist keineswegs klein und meiner Wahrnehmung nach sogar ziemlich offen und groß, wodurch die Bühne des In-Ears größer als durchschnittlich erscheint und auch den Raum in meinem Kopf und zwischen meinen Ohren verlässt. Der Titan 1es präsentiert also ebenfalls eine ziemlich breite und auch tiefe Bühne mit viel Platz zwischen und um Instrumente sowie sauber und scharf getrennte tonale Elemente. Was die Offenheit betrifft, sehe ich den In-Ear auch etwas vor dem Titan 3 und Titan 5, die zwar keine kleine, wenngleich aber eher durchschnittlich große Bühne besitzen.

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Im Vergleich mit anderen In-Ears:


DUNU Titan 1:
Was die Verarbeitungsqualität betrifft, fühlt sich der Titan 1 hochwertiger an und obwohl ich kein Fan seines Nylon-ummantelten Kabels bin, ist dieses flexibler. Im Winter hingegen sind die (qualitativ guten) Plastik-Gehäuse des Titan 1es zur Verwendung im Freien besser geeignet.

Die Bassquantität der beiden In-Ears ist in meinen Ohren in etwa identisch, doch erscheint der Titan 1 dünner im direkten Vergleich, da er den hörbar helleren Hochton besitzt.
Im Mittelton ist der Titan 1 so ziemlich das Gegenteil des Titan 1es, der recht vordergründig im Vergleich zum eher distanziert spielenden teureren Bruder klingt.
Der Titan 1 ist im Hochton heller. Auch er ist hier nicht der realistischste In-Ear, aber ich finde die tonale Harmonie bei ihm gut und ihm steht die generelle tonale Abstimmung auch gut zu Gesicht, ohne zu künstlich zu erscheinen. Der Titan 1 klingt im Vergleich zum Titan 1es auch hörbar natürlicher, trotz seiner ebenfalls angehobenen mittleren Höhen.

Was die technischen Qualitäten betrifft, sehe ich keinen klaren Sieger und würde sagen, dass sich beide In-Ears auf dem gleichen Niveau bewegen. Beide besitzen einen identisch präzisen und schnellen Bass in Verbindung mit einem sauber getrennten Hochton, und der einzige Bereich, in dem ich den Titan 1 geringfügig vorn sehe, ist der Mittelton, der bei diesem im Direktvergleich ein kleinwenig präziser erscheint.

Die Bühne des Titan 1es ist gar nicht mal viel kleiner sondern nur ein wenig, während die Instrumententrennung und -platzierung bei beiden In-Ears gleich gut ausfällt.

Fidue A65:
Due lackierten Kupfer-Gehäuse des A65 sehen viel hochwertiger aus, aber der Titan 1es besitzt den etwas praktischeren Lieferumfang.

Was die Tonalität betrifft, besitzt der Fidue insgesamt etwas weniger Bass sowie den etwas abfallenden Tiefbass und klingt insgesamt auch ein wenig wärmer und dunkler.
Im Mittelton ist der DUNU hörbar vordergründiger, obwohl der Fidue hier keine Senke besitzt.
Der A65 klingt (viel) gleichmäßiger, natürlicher und realistischer im Hochton (selbst ohne Direktvergleich).

Auf der technischen Seite sehe ich beide beinahe gleichauf: Der A65 besitzt einen technisch ebenso guten Bass für einen In-Ear mit dynamischen Treibern, mit identischer Anschlaggeschwindigkeit und Kontrolle, aber dem im Vergleich geringfügig langsameren Ausschwingen, das den Eindruck von etwas mehr Körper generiert, ohne den Klang aber auch nur im Geringsten weich erscheinen zu lassen.
Im Mittelton nehme ich den Fidue als etwas differenzierter spielend wahr, wie ich es auch schon bei meinem Vergleich mit dem ursprünglichen DUNU Titan 1 tat. Im oberen Hochton klingt der Titan 1es für meine Ohren zeitlich ziemlich richtig aus, wohingegen der Fidue eine Spur zu schnell ausklingt.

Was die Bühne betrifft, ist die Präsentation der beiden In-Ears recht unterschiedlich: Die Bühne des DUNU ist groß und klingt offen, wohingegen die des Fidue ziemlich klein und intim ist. Dennoch klingt sie keineswegs eingeengt sondern vielmehr beeindruckend präzise für einen In-Ear mit dynamischem Treiber und stellt Instrumente sehr akkurat in den imaginären Raum, wodurch die Bühne keinen Deut weniger präzise als die des DUNU ist, obgleich dieser aufgrund der schieren Größe seines dargestellten Raumes mehr Raum und Luft um Instrumente generieren kann. Keine der Bühnen der beiden In-Ears klingt jedoch neblig oder ungenau.


Fazit:

Auf der technischen Seite kann der Titan 1es sehr überzeugen. Seine Titan-beschichteten dynamischen Treiber klingen schnell, sauber und kontrolliert, und seine Bühne erscheint ebenfalls präzise. Außerdem lässt sich der In-Ear nativ mit dem Kabel um die Ohren gelegt tragen, was nach meiner Ansicht auch ein klares Plus ist.
Bei der Tonalität hingegen sehe ich potenzielle (große) Probleme: Die Betonung des Mitteltons und mittleren Hochtons um 5 kHz und der ansonsten eher zurückhaltende Hochton klingt eher unnatürlich und auch anstrengend sowie ermüdend, zumindest für mich. Dies mag zwar mit vollkommen elektronischer Musik ganz gut funktionieren, aber Musik, die Klaviere, Trompeten, hoch spielende Streicher oder Schlagwerk besitz, wird sehr wahrscheinlich ziemlich künstlich klingen (, solange man keinen Equalizer benutzt).

Insgesamt komme ich bei meiner Bewertung des Klanges (Tonalität, technische Qualität; 70% Gewichtung) und des Lieferumfanges/der Verarbeitungsqualität (30% Gewichtung) noch immer auf ein Endergebnis von 3,7975 von 5 möglichen Sternen, was gerundet 4 ergibt und nur an den technischen Stärken des In-Ears liegt. Wer hingegen keinen EQ nutzen möchte und ein weites Musikspektrum hört, sollte den Titan 1es definitiv nach Möglichkeit vor dem Kauf probehören, denn die klangliche Abstimmung kann entweder gut passen oder ein Misserfolg sein.