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GGSDY/GSWORDY S7730C: Die Geschichte vom hässlichen Entlein - [Review] 🇩🇪

Prolog:

Dieses Review habe ich eigentlich schon vor ein paar Wochen bei Amazon veröffentlicht, mich jedoch dazu entschlossen, die Formatierung etwas anzupassen und geschwind ein paar neue Bilder (ooc, freihand) hochzuladen, denn klanglich konnte mich der asiatische No-Name Lautsprecher überzeugen – weshalb ich ihn doch eher nicht empfehlen würde, wird dieses Review zeigen.
Hier nun also meine Original-Rezension mit Formatierung und neuen Bildern:

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Ich wurde vom Händler/Hersteller bezüglich eines Reviews des Bluetooth-Lautsprechers kontaktiert.
Daraufhin erhielt ich ihn unter dem Versprechen, eine Rezension abzugeben. Bedingungen wurden nicht gestellt, ich erhalte keine finanzielle Kompensation dafür und wie üblich habe ich auch keine Scheu davor, auf Mängel auch gnadenlos einzugehen.

Ich versuche, meine Rezension so kurz wie möglich zu halten – bei Reviews von Audioprodukten kann eine solche Bewertung von mir gut und gern in 10 und mehr Seiten reiner Text in MS Word ausufern.


Erhältlich ist der Lautsprecher bei Amazon für 38,99€: http://amzn.to/2g4sm8w


Lieferumfang:


Im Lieferumfang befinden sich der Lautsprecher, eine Bedienungsanleitung, ein Karabinerhaken, ein Ladekabel und ein AUX-Kabel.



Optik, Haptik, Verarbeitung, Anschlüsse:

Das Chassis besteht aus Kunststoff, mit einem umlaufenden Gitter, welches aufgeschraubt ist. Darüber befindet sich eine Gummi-Hülle, die auch besser dran bleiben sollte, denn sonst wirkt der
ohnehin schon recht billig aussehende Lautsprecher noch billiger.
Auf der Vorderseite gibt es einen 3,5 mm AUX-Eingang und auf der linken Seite eine Klappe, hinter welcher sich der Ladeeingang, Akku-Status-LEDs und ein USB-Ausgang befinden – der Lautsprecher kann nämlich auch als Powerbank dienen und teilt dann seinen 7000 mAh starken Akku mit dem Ausgang und den Lautsprechern. Dass man den Akku-Ladezustand einsehen kann, ist sehr praktisch.
Alle Anschlüsse sind wasserabweisend mit einer Gummi-Klappe abgedeckt.
Auf der anderen Seite befinden sich die fünf Bedienelemente, welche zum Einschalten des Lautsprechers und der Wiedergabe- und Lautstärke-Steuerung sowie zum Tätigen von Anrufen dienen; ein Mikrofon ist nämlich auch ins Gehäuse eingebaut.



Der Lautsprecher ist recht schwer und wirkt dadurch massiv, sieht aber sehr billig aus und fühlt sich auch so an. Hier kenne ich auch im günstigen Preisbereich hochwertigere Modelle.
Dafür möchte ich einen Stern abziehen.




Verbindung:

Drückt man lange auf die mittlere Taste, schaltet man den Lautsprecher ein und aktiviert gleichzeitig auch den Pairing-Modus. Mein Asus Google Nexus 7 (zweite Generation) Tablet wollte sich leider ums Verrecken nicht mit dem Lautsprecher verbinden und zeigte diesen nicht einmal bei den verfügbaren Geräten an, was eigenartig ist, da sonst alle möglichen Bluetooth-Geräte in meinem Inventar (da gibt es auch einige nicht Audio-relevante Sachen) problemlos sichtbar waren. Dafür gibt es schon mal einen Stern Abzug.
Mit meinem iPhone hingegen klappte die Verbindung problemlos und auch ohne Abbrüche. Die Lautstärke kann dann voneinander unabhängig am Lautsprecher (Gedrückt Halten der entsprechenden Tasten) und dem iPhone selbst verändert werden.
Der AUX-Eingang kam schließlich für das Tablet zum Einsatz und lieferte einen sauberen Klang mit nur sehr wenig Rauschen.




Klang:

Hier nutzte ich mein iPhone kabellos und mein Nexus Tablet kabelgebunden. Im kabelgebundenen Betrieb bleiben die Höhen bei höheren Lautstärke-Pegeln länger sauber und clippen bei der kabellosen Verbindung früher.
Leistung besitzt der Lautsprecher für mich in Genüge, aber ich stelle hier auch keine Referenz dar und höre in der Regel nicht sonderlich laut.

Bevor ich die technische Seite vergesse, kommt sie hier: Der Lautsprecher besitzt auf der Vorderseite zwei Breitbänder, die Stereo-Klang wiedergeben. Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich ein sehr langer Passivradiator. Ist der Lautsprecher wie vorgesehen aufgestellt, strahlen die beiden Breitbänder schräg nach oben, was gut ist, und der Passivradiator strahlt schräg nach unten.

Tonalität:

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich einen klanglich unausgewogenen Brei erwartet hatte. Dies bestätigte sich dann zum Glück nicht und man merkt, dass der Designer des Lautsprechers diesen auch sauber simuliert hat, denn dieser klingt recht natürlich und ausgewogen, mit einer nur minimalst vorhandenen Topfigkeit.
Stellt man den Lautsprecher wie angedacht auf, besitzt er einen ausgewogenen und gleichmäßigen Klang mit einer Betonung im tieferen Grundton und dem Beginn des Kickbasses, was hauptsächlich daran liegt, dass der Passivradiator nach schräg unten strahlt. Legt man den Lautsprecher flach hin, sodass der Passivradiator direkt nach hinten und nicht mehr nach unten strahlt, ist die Wärme im Grundton größtenteils verschwunden und auch der beginnende Kickbass flacher.
„Free-Air“ und hochkant aufgestellt ist der Tiefton dann neutral, aber der Bass fällt auch früher ab – die Oberfläche und Umgebung wurde beim Design des Lautsprechers anscheinend absichtlich mit einbezogen und so wird bei der angedachten Aufstellung eine gefällige Wärme und ein ordentlicher, aber nicht überzogener Kick im Oberbass generiert, ohne dass etwas in den Stimmbereich großartig einstrahlt. Und wenn man es mal etwas neutraler im Tiefton haben möchte, stellt man den Lautsprecher eben flach auf, wodurch der Passivradiator nicht mehr nach schräg unten strahlt.

Die Quantität des Tieftons wurde nun eruiert, also geht es weiter zum Tiefgang. Wenig überraschend
kommt aus der Gehäusegröße kein abgrundtiefer Bass heraus, sondern er beginnt schon im unteren Grundton, abzufallen. Bei der vom Hersteller intendierten Aufstellung kann der Lautsprecher den beginnenden Kickbass noch wiedergeben, fällt darunter aber schnell ab.
Bei der tonal neutraleren Aufstellung beginnt der Pegel, bereits vor dem Kickbass abzufallen.
Besonders beeindruckend ist der Tiefgang also nicht – manch anderer kleiner Lautsprecher wie der „Xiaomi Mi Square Box“ Bluetooth-Lautsprecher kommt da etwas tiefer, bei gleichzeitig etwas mehr Neutralität im Vergleich zur Aufstellung mit dem nach unten strahlenden Passivradiator (wie aber auch schon erwähnt, kann man den Tiefton je nach Gusto neutraler werden lassen, wenn man die Aufstellung verändert).

Für den Mittel- und Hochton kann ich nur positive Worte finden, denn der Stimmbereich ist natürlich und gleichmäßig, und auch der Hochton zeigt keine Peaks oder Unebenheiten und klingt Pegel-mäßig korrekt.

Auflösung:

Pegelfest ist der Lautsprecher für seine Größe, das muss man ihm lassen. Insgesamt verzerrt er auch erst bei höheren Lautstärken als der just erwähnte Xiaomi-Lautsprecher und bleibt länger sauber und differenziert.
In den für einen Qualitäts-Urteil relevanten Bassbereich reicht der Tiefton nicht mehr mit genug Pegel herein, also kann ich über die Festigkeit und Geschwindigkeit beziehungsweise Kontrolle des Tieftons auch nicht allzu viel sagen. Nichtsdestotrotz schlagen beide Membranen und auch der Passivradiator selbst bei sehr hohen Lautstärken nicht aus und nichts klingt im Tiefton verzerrt. Der tiefer reichende Bass des Xiaomi klingt jedoch etwas schneller, solange eine gewisse Lautstärke-Grenze nicht überschritten wird, denn dann ist dieser Powerbank-Lautsprecher im Vorteil.
Besonders angetan hat es mir der Mittelton, denn dieser klingt für die Größe und den Preis sehr detailliert und auch die Sprachverständlichkeit lässt wirklich keine Wünsche offen. Hier sehe ich diesen Lautsprecher auch vor dem Xiaomi, den ich im Preisbereich unter 50€ liebe. Der Mi klingt dann aber im Hochton etwas differenzierter und detaillierter als dieser Lautsprecher von Ggsdy.

Wie zuvor erwähnt, clippt der Hochton bei höherer Lautstärke im Bluetooth-Modus. Kabelgebunden ist hingegen alles okay.

Bühnendarstellung:

Ich habe definitiv keine gute Meinung von All-in-One und Bluetooth-Lautsprechern, was die räumliche Wiedergabe betrifft.
Bei diesem hier kommt ein wenig zu meiner Überraschung jedoch trotz der Größe ein kleiner Bühnen-Effekt auf und der Klang kommt nicht immer nur aus der Mitte, sondern manchmal tatsächlich ein wenig von links und rechts.

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Insgesamt sehe ich diesen Lautsprecher von Ggsdy in etwa gleichauf mit meinem Xiaomi, welchen ich aber trotzdem viel mehr mag, da es bei ihm keinerlei Verbindungsprobleme mit meinem Nexus 7 Mk. II gibt und er viel wertiger aussieht und sich auch so anfühlt.
Der Lautsprecher von Ggsdy besitzt die höhere Pegelfestigkeit, löst im Mittelton besser auf und besitzt etwas, das man definitiv als eine Art klangliche Bühne bezeichnen kann. Der Xiaomi hingegen löst im Hochton etwas besser auf, klingt bei der gleichen Aufstellung im Tiefton neutraler und besitzt den besseren Tiefgang.


Fazit:

Klanglich überzeugt dieser Lausprecher. Sein absoluter Tiefgang könnte zwar besser sein, aber dies gleicht er mit einem relativ ordentlichen Stereo-Effekt und einer wirklich guten Auflösung im Mittelton aus. Klanglich gibt es also von meiner Seite aus wirklich nichts in Anbetracht der Größe und des Preises auszusetzen.
Nichtsdestotrotz wirkt der Lautsprecher ziemlich billig auf mich – selbst im gleichen Preisbereich gibt es andere wasserabweisende Modelle, die hochwertiger erscheinen und eleganter sind, trotz ihrer Robustheit (hierfür gibt es den ersten Abzug eines Sterns).
Und dann sind da noch die Verbindungsprobleme mit manchen Geräten, bei denen die Kopplung mit allen anderen Bluetooth-Geräten jedoch gut funktioniert (dies bringt den zweiten Abzug eines Sterns).

3 von 5 möglichen Sternen.