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Brookstone Axent Wear Wireless Bluetooth Cat Ear Headphones: Entfessle deine innere Katze - [Review] 🇩🇪



Prolog:

Oh je, worauf habe ich mich da nur eingelassen… ;-)

Die virtuelle Kopfhörer-Lounge  ist eigentlich als seriöse und ernsthafte Seite gedacht, auf der ich Artikel und hauptsächlich Rezensionen zum Thema Audio und insbesondere Kopfhörer veröffentliche und dabei auf Exemplare aus meinem persönlichen Inventar aus dem Einsteiger- bis zum High-End Bereich im vierstelligen Preisbereich sowie Rezensionsmuster zugreife und ehrlich teste. In den ernstzunehmenden Hi-Fi Bereich passt der folgende Kopfhörer, auf den sich dieser Test bezieht, aber nicht wirklich…

Wie kam es dazu?
Zufällig bin ich im Internet vor etlichen Monaten auf einen Kopfhörer gestoßen, der sich von allen
anderen Modellen, die es wohl gibt, unterscheidet und sich von der Masse abhebt – die Brookstone Axent Wear Cat Ear Headphones. Ich fand die Idee einfach zu kurios und witzig und fragte schließlich spaßeshalber ein Rezensionsmuster des Kopfhörers mit LED-beleuchteten Katzen-Ohren, die auch als zuschaltbare Lautsprecher dienen, an. Nach ein paar Monaten bekam ich dann auch eine Antwort, dass man mir tatsächlich ein Exemplar der nächsten Generation zusenden werde. Erneut vergingen ein paar Monate – ich hatte den Kopfhörer zu diesem Zeitpunkt bereits vergessen – und bei einem mysteriösen Paket, das mit FedEx zugestellt wurde, handelte es sich doch tatsächlich um die Brookstone Axent Wear Wireless Bluetooth Cat Ear Headphones (http://www.brookstone.com/pd/wireless-bluetooth-cat-ear-headphones/317857p.html), von denen es sogar eine limitierte „Ariana Grande“-Edition gibt, womit die Zielgruppe wohl offensichtlich sein sollte.

Obwohl ich im Moment beim Verfassen dieser Zeilen herzhaft lache und meinen Kopf schüttele, dass ich nun doch tatsächlich solch einen Kopfhörer teste, versuche ich, meinen Test wenigstens halbwegs ernsthaft zu gestalten.


Disclaimer:
Dieses Review geschieht aus freien Stücken und basiert auf einem kostenfreien Rezensionsmuster, bei dem es keine Auflagen bezüglich meines Textes gab, denn unter solchen Umständen würde ich keine Rezension schreiben und habe in der Vergangenheit schon mehrfach Anfragen mit gewissen Auflagen abgelehnt – der Test der Cat Ear Headphones spiegelt auch nichts weniger als meine ehrliche und uneditierte Meinung wieder. Auch handelt es sich, wie bei jedem anderen Produkt und Testbericht/Artikel in der Kopfhörer-Lounge, um kein Sponsoring und ich erhalte keinen einzigen Cent für das Schreiben oder die Bilder/Videos.


Technische Daten:

Preis: 139,99$
Treiber (Kopfhörer): 40 mm, 32 Ohm, 20 Hz – 20 kHz
Treiber (Cat Ear Speaker): 32 mm, 200 Hz – 18 kHz
Wiedergabezeit: bis zu 5 Stunden je Ladung


Lieferumfang:

Im Verpackungskarton, der Zielgruppen-orientiert, jedoch nicht quietschbunt gestaltet ist, befindet sich ein großes und praktisches Hardcase, in welchem der Kopfhörer sicher verstaut werden kann. Praktischerweise besitzt es auch zwei Schlaufen, welche das 3,5 mm Klinkenkabel zum kabelgebundenen Betrieb sowie das Micro USB Ladekabel platzsparend zusammenhalten.
Eine in diesem Fall recht nützliche Bedienungsanleitung befindet sich ebenfalls im Lieferumfang.





4,5/5


Optik, Haptik, Verarbeitung:

Der Kopfhörer ist gänzlich aus Kunststoff gefertigt, wirkt zu meiner Überraschung aber keineswegs
billig, sondern grundsolide und nicht im Geringsten klapprig oder fragil. Auf das bei einigen Kopfhörern billig anmutende, gummierte Soft-Touch Plastik hat man bei den Cat Ear Headphones glücklicherweise auch verzichtet.
Lediglich die Abdeckungen der Cat Ear Speakers wirken mit ihren silberfarbenen Umrandungen aus direkter Nähe betrachtet etwas billig.

Nein, in Sachen Verarbeitungsqualität kann ich mich wirklich nicht beklagen, und auch wenn der Kopfhörer nicht so wertig wie ein höherpreisiges Modell wirkt, erweckt er nicht den billigen Anschein mancher Modelle im niedrigeren Preisbereich.







4,25/5


Tasten, Funktionen, Anschlüsse:

Hier lasse ich einfach mal zwei Seiten der Bedienungsanleitung für sich sprechen, denn diese geben all dies, was ich in einen ausführlichen Text packen könnte, knackiger und präziser wieder:



Ja, der Kopfhörer lässt sich also sowohl kabellos (Bluetooth 2.1) als auch kabelgebunden nutzen. Aber auch im kabelgebundenen Betrieb müssen die Akkus geladen sein, denn die Kopfhörer-Elektronik (eingebauter Verstärker-Chip) muss immer aktiv sein, damit der Kopfhörer funktioniert. Die Akku-Laufzeit ist mit etwa 5 Stunden leider eher bescheiden.



4,75/5


Die LEDs und Katzenohren:

Was wäre dies denn für ein Review, wenn ich nicht auf das Hauptargument für diesen Kopfhörer eingehen würde?! ;-)

Als Party-Gag ganz lustig ist vielleicht die Funktion, den Kopfhörer auch als Lautsprecher nutzen zu können. Zu diesem Zweck befinden sich in den Katzenohren eigene Lautsprecher. Über die „Speakers On/Off“ Taste kann man dann wählen, ob nur der Kopfhörer, nur die Katzenohren-Lautsprecher oder beide Schallquellen aktiv sind.
Über die Klangqualität der Katzenohren-Lautsprecher werde ich nicht viele Worte verlieren – mehr als ein lustiges Gimmick sind sie nämlich nicht, denn sie klingen sehr telefonisch, also Mittelton-lastig, und scheppern bei erhöhter Lautstärke. Mit einem kleinen, portablen Lautsprecher hat man definitiv mehr Freude als mit den in den dreieckigen Ohren eingebauten Lautsprechern.




Zusätzlich sind noch die bunten LEDs (8 verschiedene Farben gibt es) und verschiedenen Licht-Modi eine Eigenschaft, die wohl bei der angestrebten Zielgruppe eines der für einen Kauf ausschlaggebenden Features darstellt. Wie auch bei den Tasten und Funktionen halte ich einen Auszug aus der Bedienungsanleitung zum Veranschaulichen am besten geeignet:



Dies sind alle Farben:











Langsam „atmen“ kann man die eingestellte Farbe ebenfalls lassen:




Zusätzlich gibt es noch einen automatischen Farbwechsel-Modus:




Auch ein Modus, bei dem die eingestellte Farbe im Beat der Musik blinkt, ist vorhanden (die im kabelgebundenen Betrieb eingestellte Lautstärke muss hierfür leider ziemlich hoch sein):




Und schließlich gibt es noch einen Stroboskop-Modus, bei dem die eingestellte Farbe langsam blinkt:




4,75/5


Tragekomfort, Isolation:

Das Kopfband ist sehr breit und weich sowie dick gepolstert, weshalb der Kopfhörer auch bequem sitzt, wozu die ovalen Ohrpolster beitragen, die ebenfalls recht weich sind. Ein weiterer Faktor für den guten Tragekomfort ist, dass die Ohrmuscheln in nahezu alle Richtungen anpassbar sind.







Auch wenn der Anpressdruck des Kopfhörers nicht wirklich hoch ausfällt, ist seine Außengeräuschisolation gut.

4,5/5


Klang:

Als Abspielgerät (kabelgebunden) dienten mir hauptsächlich der iBasso DX80 und Cowon Plenue M2 sowie der HiFime 9018d.

Im kabellosen Betrieb waren mein iPhone und der Hidizs AP60 meine hauptsächlich genutzten Abspielgeräte.

Die kabellose Klangqualität des Kopfhörers ist okay, aber nicht ganz so gut wie im kabelgebundenen Betrieb. Den Kopfhörer nutzte ich deshalb auch nur im kabelgebundenen Betrieb. In jenem rauscht der Kopfhörer leider ebenfalls etwas, da der Signal-Rauschabstand der immer eingeschalteten Aktivelektronik nicht der beste ist. In leisen Passagen der Musik kann dies schon etwas stören.

Nervig: auch im kabelgebundenen Betrieb setzt die Abschaltautomatik nach 20 Minuten ein, wenn man nicht gerade bei Disco-Pegeln hört. Dann muss man das Kabel ein- und wieder ausstecken, damit man wieder Musik hören kann.

Tonalität:

Wer eine ganz miese Abstimmung erwartet, wird enttäuscht sein, denn obwohl der Kopfhörer nicht ganz perfekt ist, besitzt er doch keine wirklichen Mängel bei der Abstimmung.

Kurz und knackig: Der Klang geht in die dunkle, bassige und etwas warme Richtung:

Etwas ausführlicher: Der Bassbereich ist angehoben, aber nicht dominant angehoben – der Fostex x Massdrop TH-X00 geht hier stärker zu Werke und besitzt eine kräftigere Betonung im Tiefton, die
jedoch etwas mehr auf den unteren Bassbereich verlagert ist, welcher beim Brookstone Kopfhörer abrollt. Die Betonung der Katzenohren-Kopfhörer konzentriert sich hauptsächlich auf den Oberbass und Grundton. Der obere Midbass ist fast genauso stark wie der Kickbass betont, doch schon der mittlere Midbass besitzt weniger Pegel und gen Tiefbass, welchen man jedoch noch immer hören kann, fällt der Pegel nochmals weiter ab. Statt zu schieben, kickt der Bass des Brookstone-Hörers also.
Der Mittelton des Kopfhörers besitzt eine einladende Wärme, die aber auch etwas bedeckt wirken kann, da der Hochton des Kopfhörers sich auf der dunklen Seite befindet, wodurch etwas ausgleichende Helligkeit entweder im oberen Mittelton oder den oberen Höhen nicht ganz schlecht wäre, um dem Klang etwas Frische zu verleihen.
Mumpfig oder bedeckt klingt der Kopfhörer aber nicht, denn der bassig-warm-dunkle Klang wirkt stimmig.

Detaillierter mit dem Sinusgenerator: Bei etwa 900 Hz beginnt die Betonung im „Tiefton“, anzusteigen und erreicht dann um 200 Hz ein erstes Plateau, das um 100 Hz nochmals geringfügig gesteigert wird. Im Vergleich zu einem neutralen Kopfhörer beträgt diese Betonung circa 7 dB. Ab 80 Hz abwärts nimmt der Bass dann langsam und gleichmäßig ab, kann den beginnenden Tiefbass bis 35 Hz jedoch noch etwas andeuten. Darunter ist aber Schluss. Ein basslastiger Kopfhörer ist der Brookstone also nicht, auch wenn der Grundton füllig ist und auch in den unteren Mittelton einstrahlt und diesen anfettet und warm erscheinen lässt.
Oberhalb von 1 kHz ist der obere Mittelton/Hochton zurückgesetzt, was dem Kopfhörer einen entspannten und dunklen Charakter verleiht. Bei 6, 10 und 13 kHz kann ich in meinen Ohren je einen geringen Anstieg ausmachen, doch befindet sich der Pegel trotz dieser an diesen Stellen noch immer im hörbar zurückgesetzten und entspannten Bereich.

„Unaufdringlich“ ist insgesamt auch ein Wort, das mir beim Beschreiben des Klanges in den Sinn kommt. Zusammenhängend ist der Klang zumindest und auch nicht zu unnatürlich, auch wenn ich mir persönlich etwas weniger Pegel im oberen Grundton wünschen würde, um diesen etwas weniger „grummelnd“ erscheinen zu lassen, auch wenn der Mittelton nicht zu stark verfärbt wirkt.

4/5

Auflösung:

Hier erleben wir ein zweischneidiges Schwert – teils schlägt sich der Kopfhörer recht wacker, teils besitzt er recht markante Schwächen.

Der Bassbereich ist definitiv eine recht deutliche Schwäche der Cat Ear Headphones – er klingt holzig, stumpf und undefiniert. Im Tiefton schnelle und komplexe Aufnahmen mag der Kopfhörer nicht, denn mit diesen wirkt er überfordert und verzerrt. Dass es hier qualitativ besser geht, zeigen einige günstigere Kopfhörer.

Im Mittel- und Hochton hingegen kann ich keine gravierenden Mängel feststellen – nach 140$ klingt die Auflösung hier definitiv nicht, ist aber nicht arg weit von derer der günstigen Modelle von Superlux im Preisbereich zwischen 20 und 30€ entfernt. Ein klangliches Wunder mit messerscharfer Trennung der tonalen Elemente darf man nicht erwarten, aber durchaus einen soliden Klang, für den ich durchaus gewillt wäre, bis zu 80€ (Obergrenze) auszugeben, wäre da nicht der qualitativ ziemlich miese Bassbereich, der einfach doppelt erwähnt werden muss, so schlecht wie er sich qualitativ leider darstellt – schade.

1,5/5

Räumliche Darstellung:

Meine ersten Gedanken waren, dass der Kopfhörer eine sehr überzeugende Raumabbildung besitzt, mit einer guten sphärischen Darstellung und einer tiefen Bühne – nach nur sehr kurzer Zeit (weniger als ein Titel) wendete sich dieser Eindruck aber und ich merkte, zu realisieren, dass was ich hörte Reflektionen in der Ohrmuschel waren, denn diese scheint hinter dem Treiber nur sehr spärlich oder gar nicht bedämpft zu sein, was auch die mangelhafte Bassqualität erklären würde.
Überzeugen kann mich der Raumeindruck des Kopfhörers eigentlich, aber manchmal merkt man die zu präsenten Gehäusereflektionen dann doch zu sehr.

Hier gibt es also einiges an verschenktem Potential, denn durch einfache Modifikationen ließen sich sowohl die Gehäusereflektionen als auch die Mängel im Bassbereich größtenteils beheben.

2/5

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Vergleiche erspare ich mir an dieser Stelle – die Cat Ear Headphones sind eine Klasse für sich und mit keinen anderen Kopfhörern wirklich vergleichbar. ;-)
Der kompakte 1More MK801 übertrumpft en Katzenohren-Kopfhörer, was die Gesamtleistung angeht, und auch der Superlux HD681 ist insgesamt besser als der Brookstone-Hörer, insbesondere im Bassbereich.


Fazit:

Audiophile sind wohl eher nicht die Zielgruppe dieses Kopfhörers, was sich aber wohl jeder denken kann. Ich schätze, die hauptsächliche Zielgruppe stellen asiatische Mädchen im Teenager-Alter dar.


Tonal kann der Kopfhörer überzeugen, aber in Sachen Detailauflösung, insbesondere im Tiefton, leistet er sich dann doch einige Schwächen, die beim aufgerufenen Preis nicht hätten sein müssen. Mit recht einfach durchführbaren mechanischen Modifikationen ließen sich diese Mängel zwar größtenteils beheben, aber dass die Zielgruppe sich dieser annehmen wird, bezweifle ich doch stark.

Die Licht-Funktionen sind sehr überzeugend, auch wenn im kabelgebundenen Betrieb Disco-Pegel vonnöten sind, damit die LEDs im Takt der Musik blinken.
Die Akkulaufzeit dürfte gern besser sein.
Die Abschaltautomatik im kabelgebundenen Betrieb, die nach 20 Minuten greift, wenn man nicht gerade bei (sehr) hoher Lautstärke hört, ist nervig.
Schade ist auch, dass der Verstärker-Chip im Kopfhörer etwas rauscht.

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Ich finde die Idee des Kopfhörers (für seine Zielgruppe allemal) sehr gelungen und auch die tonale Abstimmung kann mich größtenteils überzeugen, doch gibt es insgesamt einige Mängel, die nicht sein müssten und die auf der Hard- oder Software-Seite ohne großen Aufwand behoben werden könnten.