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Bluedio BS-3: I'm Blue (Da Ba Dee, Da Ba Di) - [Review] 🇩🇪

Prolog:

Gab es noch vor ein paar Jahren kaum (brauchbare) portable Bluetooth-Lautsprecher im Preisbereich bis 50€, haben diese in den letzten Jahren einen regelrechten Boom erlebt. Besonders in China scheinen neue Firmen geradezu wie Pilze aus dem Boden zu sprießen und bieten auf den ersten Blick Lautsprecher mit einer guten Ausstattung für wenig Geld an – und manche dieser Lautsprecher haben die Bezeichnung „Miniklangwunder“ tatsächlich verdient, so produzieren sie angesichts ihrer Größe und ihres Preises tatsächlich einen ordentlichen, gar guten Klang (mein persönlicher Budget-Favorit ist ganz klar der Xiaomi Mi Square Box Speaker), auch wenn sie natürlich keine Kompakt-Anlage
oder gar vollwertige Hi-Fi-Anlage ersetzen können (dies können die kleinen Lautsprecher nämlich nicht mal im Ansatz – als portabel einsetzbare Beschallung und zum entspannten und Unkritischen Musik-Genuss taugen einige Exemplare jedoch).


Bluedio ist eine dieser recht neuen chinesischen Firmen, die neben akkubetriebenen Bluetooth-Kopfhörern auch noch diverse Bluetooth-Kopfhörer produziert, die mich jedoch so gut wie gar nicht interessieren. Der BS-3 Lautsprecher hingegen hatte mein Interesse geweckt, zumal er mit knapp 30€ sehr preiswert ist, schick aussieht und auch klanglich zu taugen scheint. Deshalb habe ich ein Testmuster angefragt und den kompakten Lautsprecher auch mit dem Xiaomi-Lautsprecher, meinem trotz Schwächen absoluten Liebling unter 50€, verglichen.

Erhältlich ist der BS-3 unter anderem bei Amazonhttp://amzn.to/2iFZTb9



Der BS-3 wurde mir von Bluedio kostenlos und ohne Bedingungen zur Verfügung gestellt. Ob ich eine Rezension verfasse oder nicht, wurde mir überlassen.


Optik/Haptik/Verarbeitung:


Der Lautsprecher sieht auf den ersten Blick schick und wertig aus und erinnert auch ein wenig an den Bose SoundLink Mini.
Sein Gehäuse besteht aus (nicht unbedingt schlechtem, sich aber auch nicht unbedingt hochwertig anfühlenden) Kunststoff und die Abdeckungen auf der Vorder- und Rückseite aus lackiertem Metallgitter. Die Tasten sind „Gummi-Hütchen“.

Beim näheren Betrachten fallen jedoch ungleichmäßige Klebestellen hinter den Gittern auf. Für den Preis geht das gerade noch in Ordnung, sorgt jedoch trotzdem für etwas Punktabzug.





Anschlüsse:

Neben einem Ladeanschluss (Micro USB) bietet der BS-3 ebenfalls einen 3,5 mm Klinkeneingang, um externe Audio-Spieler mit ihm zu verbinden. Für beide Anschlüsse werden die passenden Kabel mitgeliefert.



Verbindung, Bedienung:

Insgesamt gibt es fünf Tasten auf der Oberseite – Mute, 3D, lauter, leiser und On/Off.
Durch einen sehr langen Druck auf die On/Off Taste versetzt man den Lautsprecher in den Pairing-Modus und kann ein Bluetooth-Gerät zum ersten Mal mit dem Lautsprecher verbinden.
Das Ein- und Ausschalten des Lautsprechers wird mit einer (sehr) lauten Ansage kommentiert, was mich etwas stört. Weshalb die Tastentöne (erreichen der maximalen Gerätelautstärke, Aktivieren/Deaktivieren des 3D-Klanges) manchmal sehr laut und manchmal leise wiedergegeben werden, hat sich mir bis jetzt auch noch nicht wirklich erschlossen (hauptsächlich sind sie von der eingestellten Verstärker-Lautstärke des BS-3 abhängig, werden selten aber trotzdem sehr laut wiedergegeben, wenn das Bluetooth-Quellgerät die Lautstärkeregelung übernimmt und der Lautsprecher selbst leise eingestellt ist (-> geringe Gesamtlautstärke dadurch möglich), was nicht gerade logisch ist).


Die Mute-Taste scheint wohl nur bei Telefonaten für das integrierte Mikrofon zu funktionieren, denn weder ein kurzer, noch ein langer Druck bewirkte bei mir etwas.

Die Lautstärke des Bluedio wird separat durch das Quellgerät (in meinem Fall mein Asus Google Nexus 7 II) und den Lautsprecher selbst geregelt, was ich gut finde. Somit ist es auch möglich, leise zu hören, was leider bei manchen Bluetooth-Lautsprechern nicht ohne Umwege möglich ist. Sehr lobenswert ist auch, dass der Bluedio praktisch nicht rauscht (zwei Handlängen entfernt vom Ohr hört man bei stillen Audio-Dateien nichts mehr).

Ein kurzer Druck auf die On/Off Taste pausiert die Wiedergabe/setzt sie fort, während man den aktuellen Titel wechseln kann, indem man lange auf die „lauter“/„leiser“ Taste drückt.

Auf die 3D-Taste gehe ich später gesondert ein. Eingeschaltet wird der 3D-Modus durch einen kurzen Tastendruck, während ein langer ihn deaktiviert.


Klang:

Hier nutzte ich ausschließlich mein Asus Google Nexus 7 Tablet (zweite Generation) im Bluetooth-Betrieb.

Vorne hinter dem Abdeckgitter des Lautsprechers befinden sich zwei Breitbänder, die im Stereo-Betrieb spielen, während sich auf der Rückseite zwei kleine, runde Passivradiatoren befinden.

Tonalität:

3D deaktiviert:

Tonal spielt der BS-3 so in der Standard-Einstellung ziemlich ausgewogen, mit etwas angehobenen Höhen, die er sich aber leisten kann (hier klingt er nie scharf und nervt auch nie).
Je nach Aufstellung ist der Bassbereich neutral bis im Kickbass und tiefen Grundton ganz geringfügig angehoben. Unterhalb von 100 Hz kommt nicht mehr viel, was aufgrund der Größe zu erwarten war, doch hätte ich trotzdem ein klein wenig mehr Tiefgang erwartet, da es der Xiaomi Mi Square Box Bluetooth Speaker trotz geringerer Abmessungen schafft, geringfügig tiefer linear herunterzuspielen (, dafür aber weniger pegelfest ist und schneller und stärker verzerrt – für mich als Leise-Hörer ist dies aber irrelevant).
Der Mittelton befindet sich etwas auf der hohlen und dosigen Seite – ich vermute eine Senke im Grundton, habe aber noch nicht explizit mit einem Sinus-Generator danach gesucht. Davon abgesehen gibt es aber keine anderen tonalen Mängel zu berichten und ohne diese leichte Dosigkeit im Mittelton hätte ich an der Abstimmung nichts zu bemängeln.

Kurz zusammengefasst könnte man sagen, dass der Standard-Sound auf „sanft, aber brillant“ getrimmt wurde.


3D aktiviert:


Tonal verändert sich durch Aktivieren der 3D-Funktion der Bassbereich, welcher nun hörbar angehoben wird und auch den Grundton nicht unangetastet lässt, denn dieser wird nun merklich voluminöser und die leichte Dosigkeit, die es bei deaktiviertem 3D-Klang gab, ist nun verschwunden. Dafür strahlt der Grundton aber auch merklich in den Mittelton ein und lässt diesen warm und voll klingen.
Der Tiefgang des Lautsprechers verändert sich übrigens nicht, denn unterhalb von 100 Hz kommt keinesfalls mehr Pegel rüber. Pseudo-akustisch voluminöser wirkt der Bluedio aufgrund des angehobenen Grundtons trotzdem; jener kann jedoch mit der Zeit auch ein wenig störend wirken – hier wäre es vielleicht besser, wenn die Grundtonbetonung nicht so sehr in den Mittelton einstrahlen würde.

Zusammengefasst könnte man also sagen, dass der Klang im 3D-Modus eine warme und voluminöse Badewannenabstimmung darstellt.

Auflösung:

Hier schlägt sich der Lautsprecher für den Preis und seine Größe gut. Gut gefällt mir, dass der Hochton sauber separiert ist und einzelne Noten nicht als „verzerrter Brei“ wiedergegeben werden. An der Detaildarstellung im Mittelton habe ich auch nichts auszusetzen und die Sprachverständlichkeit ist gut, wenngleich wenig verwunderlich nicht ganz so gut wie bei einem größeren und/oder teureren Lautsprecher.
Der Bassbereich (oder was der Lautsprecher davon besitzt) ist sowohl bei aktiviertem als auch ausgeschaltetem 3D-Sound geringfügig weich, aber nicht schwammig (da der Lautsprecher keinen nennenswerten Midbass besitzt, kann er auch nicht wirklich schwammig aufspielen).


Bühnendarstellung:

3D deaktiviert:

Wenig verwunderlich aufgrund seiner Größe kann der BS-3 keine imaginäre Bühne erzeugen, und nur ganz selten sind kleine Links-Rechts-Effekte wahrnehmbar.

3D aktiviert:

Der Unterschied ist nur gering zur deaktivierten 3D-Funktion. Nur selten bei entsprechenden Liedern kommt ein geringer Rechts-Links-Unterschied zustande.

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Vergleich mit dem Xiaomi Mi SquareBox Bluetooth Speaker:

Der Xiaomi ist aus Aluminium und stabilem Kunststoff gefertigt und wirkt optisch als auch haptisch viel wertiger als der Bluedio.




Der Bluedio besitzt mehr Tasten und auch eine eigene Lautstärkeregelung – dadurch kann man mit ihm auch leise hören, was beim Xiaomi mit einem Android-Gerät als Zuspieler leider nicht ohne zusätzliche Apps möglich ist. Dafür sind die Ansagen des Bluedio aber leider sehr laut.
Tonal besitzt der Mi etwas mehr Bass und Grundton als der BS-3 mit ausgeschaltetem 3D-Sound, ebenso wie den etwas besseren Tiefgang. Der Xiaomi ist im Mittel- und Hochton neutraler. Schaltet man beim Bluedio den 3D-Klang ein, klingt der BS-3 bassiger und voluminöser als der Xiaomi, besitzt aber auch den präsenteren Hochton – man kann also sagen, dass der Mi recht neutral/ausgewogen klingt, mit einer moderaten Bass- und Grundtonbetonung, während der Bluedio dann einen badewannigen Klang besitzt.
In Sachen Detailauflösung sind sich beide recht ähnlich – der Bluedio hat im Hochton die Nase vorn und trennt Noten und tonale Elemente feiner und sauberer voneinander, während der Xiaomi den etwas schnelleren und festeren Bass besitzt. Im Mittelton ist die Detailauflösung der beiden Lautsprecher in etwa identisch. Der BS-3 besitzt den Vorteil der höheren Pegelfestigkeit und geringeren Verzerrungen, während der Xiaomi im Bassbereich trotz der geringeren Größe etwas tiefer nach unten kommt.


Fazit:

Viel falsch kann man mit dem Bluedio BS-3 für etwa 30€ nicht machen und besonders bei
aktiviertem 3D-Sound besitzt er einen badewannigen, aber angenehmen Klang mit einer für die Größe wirklich ordentlichen Detailauflösung (die Performance größerer Lautsprecher sollte man selbstredend jedoch nicht erwarten). Sehr gut finde ich auch, dass es möglich ist, mit dem Lautsprecher auch leise hören zu können und dass er bereits bei geringer Distanz nicht mehr rauscht.
Bemängeln kann man bei ihm jedoch die bei genauem Hinsehen ungleichmäßige Verklebung hinter den Lautsprechergittern, die (manchmal trotz niedriger Lautstärke-Einstellung) sehr hohe Lautstärke der Ansagen und den bei deaktiviertem 3D-Klang geringfügig dosigen Mittelton. Deshalb reicht es auch nicht ganz zur Höchstwertung in seiner Klasse und der BS-3 erreicht 3,75 von 5 möglichen Sternen.