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UMI BTS3: Ein kompakter und überraschend schwerer Bluetooth-Lautsprecher im Test - [Review] 🇩🇪

Prolog:

Die chinesische Firma UMI ist mir schon mal flüchtig aufgefallen, als ich neulich eine
englischsprachige Rezension des BTS3 Bluetooth-Lautsprechers im Internet sah. Selbst hätte ich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit kein Rezensionsmuster angefragt, aber so traf es sich nicht allzu schlecht, als ich neulich von UMI DIGI bezüglich eines deutschsprachigen Reviews eben jenes Lautsprechers auf Amazon ohne irgendwelche Auflagen/Bedingungen kontaktiert wurde, woraufhin ich schließlich nach etwas Überlegen die Möglichkeit wahrnahm, da der Aufwand von nur einer Rezension in nur einer Sprache wesentlich geringer ist und ich für Amazon-„exklusive“ Rezensionen in der Regel weniger aufwendige Vorbereitungen treffe (vereinfachte Fotografien, weniger ausführliche Sinus-Sweeps).


Wie schon bei einigen wenigen anderen Rezensionen habe ich das Format meiner Rezension an den Blog, den Text auf Fehler korrekturgelesen und dann ansonsten unbearbeitet hier hochgeladen.


Der UMI BTS3 Lautsprecher ist hier bei Amazon verfügbar: http://amzn.to/2hCQB32


Optik/Haptik/Verarbeitung:

Der UMI BTS3 besitzt ein umlaufendes Metallgitter, hinter dem man die beiden Breitbänder sowie einen Passivradiator erkennen kann. Die Ober- und Unterseite besitzt je eine Gummi-Matte, die auf die verschraubte Boden-/Deckenplatte aufgezogen wurde.
Optisch gefällt mir der Lautsprecher sehr gut.
Statt des Gummis hätte ich mir persönlich jedoch Kunststoff mit Gummi-Füßen gewünscht.



Anschlüsse:

Abgesehen von der Bluetooth- und NFC-Verbindung ist es auch möglich, den Lautsprecher kabelgebunden mittels eines (im Lieferumfang enthaltenen) 3,5 mm Klinkenkabels an ein Quellgerät anzuschließen. Neben dieser sich auf der Rückseite befindenden Buchse gibt es noch eine Micro USB-Buchse (zum Laden) sowie einen Ein-/Aus-Schalter.



Verbindung, Bedienung:


Auf der Oberseite befinden sich sechs Tasten, mit denen sich die Wiedergabe steuern, Lautstärke regulieren und der Lautsprecher zwischen kabelgebundenem und kabellosem Betrieb umschalten lässt. Dies funktioniert alles sehr gut.
Nachdem man den eigentlichen Schalter auf der Rückseite in die „Ein“-Position geschoben hat, schaltet der Lautsprecher automatisch in den Pairing-Modus. Befindet sich der BTS3 im kabelgebundenen Betrieb, lässt er sich mit der „Play“-Taste stummschalten.



Klang:

Hier nutzte ich hauptsächlich mein Asus Google Nexus 7 Tablet (zweite Generation) im Bluetooth-Betrieb.
Der Klang im Bluetooth-Betrieb ist übrigens mit dem im kabelgebundenen weitestgehend identisch und der einzige hörbare Unterschied besteht darin, dass der Lautsprecher im kabellosen Betrieb bei höheren Lautstärken im Hochton früher anfängt, zu clippen. Für mich als Leise-Hörer ist dies jedoch nicht von Bedeutung.

Ein wenig Rauschen gibt der Lautsprecher auch von sich, jedoch ist dieses bereits bei einem Abstand von ca. 1,5 Metern so gut wie verschwunden (bei wiedergegebener Musik ist es nicht mehr hörbar) und ab 2 Metern Abstand auch bei leeren Audio-Dateien nicht mehr hörbar.

Tonalität:

An alle, die meinen, der Lautsprecher hätte zu wenig Bass: dem ist definitiv nicht so, denn im Vergleich zu einem wirklich neutralen Abhörmonitor besitzt der UMI einen sanft angehobenen Oberbass und unteren Grundtonbereich. Einen wie von vielen Computer-Systemen bekannten, stark angehobenen Dröhn-Bass, der Volumen vortäuschen soll, besitzt der BTS3 jedoch nicht. An mangelnder Quantität im Oberbass und unteren Grundton kann man sich also eigentlich nicht wirklich beschweren. Dass der Pegel gen Midbass unterhalb von 100 Hz stark und steil abfällt, ist jedoch nicht wirklich verwunderlich, gemessen am Gehäusevolumen, das den Breitbändern mit dem Passivradiator zur Verfügung steht. Mittels DSP ließe sich der Tonumfang gen 60 Hz vielleicht noch etwas strecken und verbessern, aber für diesen Preis darf man das nicht erwarten. Für den Preis und die Größe ist der Tiefgang okay und ich habe (wenngleich auch selten) schon bei im Vergleich zum UMI weitaus größeren „Küchenradios“ einen schlechteren Tiefgang erlebt.

Der Klang des UMI lässt sich als eher badewannig charakterisieren, was bedeutet, dass im Vergleich zu einem stockneutralen Monitoring-Lautsprecher der Bass- und Hochtonbereich etwas angehoben ist und der Mittelton im Vergleich dazu etwas im Hintergrund steht.
Die Betonung beim BTS3 findet hier hauptsächlich im unteren Grundton sowie Kickbass als auch mittleren Hochton statt. Stimmen befinden sich ein wenig im Hintergrund, werden aber nicht überschattet und besitzen einen hellen Touch. Im Vergleich zur milden Bassbetonung fällt die des Hochtons etwas prägnanter aus und verleiht dem oberen Frequenzbereich einen Charakter, der in die leicht metallische Richtung geht. Durch die Badewannenabstimmung wird aber auch etwas Klarheit suggeriert.

Auflösung:

Für den Preis und die Größe ist die Detailauflösung in Ordnung. Wirkliche Schwächen leistet sich der Lautsprecher nicht, aber für eine Betonung des Hochtons muss die Auflösung schon recht gut sein, damit der Lautsprecher sich diese gut leisten kann. Beim UMI, dessen Auflösung wie gesagt „nur durchschnittlich“ ist, kann der Hochton deshalb auch schon manchmal etwas nerven und on-axis etwas kantig klingen. Off-axis klingt der Hochton definitiv sanfter und weniger kantig.
Ansonsten scheint der Tiefton nicht überfordert und bei höherer Lautstärke (wobei dies relativ ist, denn Party-Lautstärke wird man mit dem BTS3 wohl eher nicht erreichen) bleibt der Klang auch überraschend kontrolliert und die Verzerrungen steigen nicht übermäßig an. Auch einzelne tonale Elemente werden zu meiner Verwunderung recht gut voneinander getrennt.
Die Sprachverständlichkeit und Mitteltonauflösung ist okay, aber nicht beeindruckend.

Bühnendarstellung:

Wie von den meisten anderen Lautsprechern in diesem Größen- und Preisbereich bereits bekannt, darf man eine wirkliche Bühnendarstellung oder Links-Rechts-Effekte auch vom UMI nicht erwarten.

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Im Vergleich mit dem Xiaomi Mi Square Box Bluetooth Speaker:

Der Mi ist im Vergleich zum UMI merklich leichter und besitzt in etwa nur die halbe Tiefe und das halbe Innenvolumen im Gehäuse. Mit seinem Aluminium-Rahmen wirkt der Xiaomi-Lautsprecher edler und wertiger.
An Funktionen und Anschlüssen ist der UMI der klare Gewinner, denn abgesehen von einem Ladeanschluss und einer multifunktionalen Taste bleibt das Gehäuse des Xiaomi frei von sonstigen funktionalen Elementen.


Tonal sind beide Lautsprecher recht unterschiedlich – der Xiaomi ist relativ neutral mit einer ganz kleinen Prise Wärme und Bass abgestimmt, der UMI hingegen badewannig und besitzt einen helleren Hochton, der kantiger als der geradlinige des Xiaomi spielt und auch stärker ausgeprägt ist. In Sachen Bassquantität fallen beide annähernd gleich aus, mit vielleicht eineinhalb dB mehr Pegel beim UMI.
Der Tiefgang beider Lautsprecher fällt in etwa gleich aus, mit einem ganz kleinen Vorteil für den Xiaomi – für die geringere Gehäusetiefe des Xiaomi ist dies sehr beachtlich.
Die Auflösung ist bei beiden Lautsprechern ziemlich gleich und der Xiaomi besitzt nur im Mittelton einen kleinen Vorteil. Der Bass des UMI ist im Gegenzug geringfügig knackiger, besser kontrolliert und fester, während der Mi hier bereits in Anbetracht seiner Größe gut punkten kann. Im Hochton spielen beide Lautsprecher vergleichbar, aber durch seine fehlende Betonung hier wirkt der Mi harmonischer.
Der UMI besitzt die etwas bessere Instrumententrennung und weniger Verzerrungen/Vibrationen bei höheren Lautstärke-Pegeln, was für Menschen, die eher laut hören, definitiv ein Vorteil sein dürfte. Bei geringeren Lautstärke-Pegeln ist der Unterschied nicht ganz so groß, aber doch zeigt sich auch hier für den BTS3 ein kleiner Vorteil.
Keiner der beiden Lautsprecher besitzt eine überzeugende Bühnenreproduktion.


Mir persönlich gefällt der Xiaomi etwas besser. Ausschlaggebend hierfür sind der hochwertigere Eindruck, der tonal ausgewogenere Klang und die noch geringere Größe. Für den UMI sprechen hingegen sein Funktionsumfang sowie der etwas sauberer getrennte Klang.


Fazit:

Überzeugen kann der UMI mit einem gelungenen Design, dessen Gummi-Elemente mir persönlich aber nicht so gut gefallen. Klanglich überzeugend sind seine in Anbetracht der Größe und des Preises gute Trennung von Instrumenten/tonalen Elementen und die Verzerrungsarmut. Auch die Funktionen und Anschlüsse können überzeugen.
Auf der negativen Seite steht für mich nur, dass mir die Gummi-Elemente nicht zu 100% gefallen und dass der angehobene Hochton/die Badewannenabstimmung des Lautsprechers (insbesondere on-axis) etwas spitz und effekthascherisch wirken kann.

-> ~ 3,85 von 5 möglichen Sternen