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Lichtstark, kompakt und mit einer guten Akkulaufzeit: Ein portables Foto- und Video-Licht von Neewer im Test - [Lounge-Tech] 🇩🇪

Vorwort:

Nach einer doch eher längeren Kamera-Abstinenz habe ich mir gegen Ende des letzten Jahres die kompakte und günstige Sony Alpha 6000 DSLM als Ablöse für meine Canon EOS 60D, die ich vor einiger Zeit verkauft hatte, zugelegt und verwende sie hauptsächlich mit recht preiswerten Festbrennweiten-Objektiven von Sigma (meist mit dem Sigma 30 mm f2,8 DN).
Als kompakte und leichte sowie günstige Kamera mit einem dennoch guten APS-C Sensor schien sie die meisten meiner Kriterien zu erfüllen, um der Nachfolger meiner 60D zu werden, die ich aufgrund ihrer Größe und des Gewichts leider nicht so häufig bei mir hatte, wie ich wollte, wodurch ich sie nur zu bestimmten Anlässen mitnahm und somit gelegentlich den einen oder anderen schönen Moment verpasste.

Insgesamt bin ich mit der Alpha 6000 zufrieden und würde sie als würdige kompakte Ablöse meiner Canon bezeichnen, auch wenn sie in manchen Bereichen der Canon unterlegen ist (teils Farbreproduktion, Funktionsumfang, künstliche Software-Beschränkung bei Nicht-Sony-Linsen, der elektronische Sucher, der in manchen Situationen dem optischen unterlegen ist, Akkulaufzeit, ...), in manchen jedoch der Canon DSLR einen Schritt voraus ist (Dynamikumfang (ich fotografiere und fotografierte ausschließlich im RAW-Format, wo sich dieser Aspekt bei der Entwicklung doch ziemlich bemerkbar macht und sich in den sehr hellen und sehr dunklen Bereichen der Sony mehr Bilddetails retten lassen als bei der EOS 60D), Kompaktheit, Gewicht, ...).

Anyway, in der Vergangenheit bot sich mir auf anderen Plattformen gelegentlich die Möglichkeit, Kamera-Zubehör des chinesischen Herstellers Neewer zu testen und zu rezensieren. Gut finde ich, dass der Hersteller transparent und offen ist und nichts gegen Kritik und schlechte Bewertungen einzuwenden hat, ja sogar auf diese eingeht und die Produktion so anpasst, dass die Mängel bei späteren Chargen behoben werden. Eigentlich müsste dies bei allen Herstellern die Regel sein, sollte man zumindest meinen, aber ich habe leider auch schon Hersteller/Händler (glücklicherweise meist hauptsächlich fernab des Audio-Bereichs) erlebt, denen es nicht um eine offene und ehrliche Bewertung und Kommunikation ging, sondern denen lediglich eine positive Bewertung wichtig war und berechtigte Kritik nicht akzeptiert wurde (manche Hersteller gingen dabei sogar so weit, dass sie andere Rezensenten darum baten, alle Bewertungen, die auf die Mängel eines Produktes eingehen, als "nicht hilfreich" zu markieren). In solchen Fällen gehe ich keine weitere Review-Kollaboration mit dem Hersteller/Händler ein, melde diesen auf der Plattform und reagiere nicht auf seine (manchmal sehr penetranten) Forderungen, meine Rezension zu bearbeiten und die Mängel zu verschleiern, denn dies hilft weder dem potentiellen Käufer noch meiner Reputation.


Gefragt wurde ich neulich also von Neewer, ob ich Interesse an einem Test und einer Rezension eines Akku-betriebenen LED-Panels mit variabler Farbtemperatur, das auch auf Amazon erhältlich ist (https://www.amazon.de/dp/B01N9R8SZX/), hätte. In der Tat hatte ich großes Interesse und bekam daraufhin kostenlos und bedingungslos das LED-Panel zugeschickt.
Seit etwas über einer Woche habe ich es nun also bei mir und habe es in dieser Zeit ausgiebig getestet und im familiären Bereich für Fotos und Videos eingesetzt.
Hier folgt nun also meine Rezension des Neewer YLED-300S, das mittlerweile fast schon zu einem ständigen Begleiter geworden ist:


Einleitung:

Bei diesem portablen LED-Panel sehe ich persönlich insbesondere drei Anwendungsbereiche im semi-professionellen oder Hobby-Bereich: Urban Explorers, reguläre Videografen und Fotografen.
Persönlich nutze ich das Panel, je nach Lichtsituation, als gewöhnliches Aufhelllicht, aber hauptsächlich als Führungs- oder Fülllicht bei privaten Videos und gelegentlich auch Fotos von Personen bei kontrastreichen Lichtverhältnissen.
Soviel möchte ich schon verraten: das kompakte LED-Panel überzeugt mich sehr!


Lieferumfang:


Das Set besteht aus dem LED-Panel mit bereits montierter Diffusorscheibe und ebenfalls schon angebrachtem Schwenkkopf-Adapter mit Cold Shoe. Des Weiteren findet man noch die beiden Akkus, das zu ihnen passende Ladegerät mit EU-Steckdosenadapter und ein Auto-Ladegerät (jenes dürfte für passioniertere Urban Explorer nicht ganz uninteressant sein) vor.
Ein Netzkabel zum stationären Betrieb ist nicht inkludiert, doch bei der vornehmlich mobilen Ausrichtung dieses Produktes meiner Meinung nach auch eher irrelevant (zudem besitze ich von einem größeren, eher stationären LED-Panel ein kompatibles Netzteil).


Haptik, Verarbeitung, Bedienung:

Das Panel ist aus Aluminium sowie robustem Kunststoff gefertigt und noch relativ kompakt. Zu schwer ist es auch noch nicht und lässt sich damit gut häufig mitnehmen, ohne dass man überlegen muss, ob man die Beleuchtung doch nicht zu Hause lässt.
Drei Stativgewinde-Aufnahmen gibt es am Rahmen der Halterung – von diesen kann man in eine den Cold Shoe Adapter mit Kugelkopf einschrauben. Der Adapter selbst ist gänzlich aus Metall gefertigt.
Was die Verarbeitung und haptische Qualität betrifft, habe ich nichts zu bemängeln. Das Panel wirkt sehr solide, robust und hochwertig.

•280 LEDs gibt es insgesamt, davon 140 gelbe und ebensoviele weiße. Diese lassen sich in der Farbtemperatur von 3200 bis 5600 Kelvin regeln. Gemischt bei einem 1:1 Verhältnis beträgt die abgegebene Farbtemperatur logischerweise 4400 Kelvin.
Die Intensität der beiden LED-Gruppen und damit auch die Farbtemperatur wird durch zwei Dreh-Potentiometer auf der Rückseite geregelt. Mir persönlich wäre ein Regler zum Mischen der Farbtemperatur der beiden Gruppen sowie ein Regler zum Einstellen der Gesamthelligkeit zwar etwas lieber, jedoch habe ich diese Funktion bis jetzt nur bei Beleuchtungs-Einheiten gesehen, die doch recht merklich teurer als das Panel von Neewer sind. Zudem arbeiten beide Potentiometer bei meinem Exemplar glücklicherweise synchron, weshalb gleich eingestellte Potis auch die gleiche Helligkeit beider Leuchtgruppen bedeuten.



•Auf der Rückseite befindet sich ein Schalter, durch den man das Panel ausschalten und zwischen Netz- als auch Akku-Betrieb umschalten kann. Etwas weniger als eine Sekunde vergeht nach Umlegen des Schalters übrigens, bis die LEDs leuchten.

•Die beiden Akkus (Neewer NP-F550, je 2600 mAh und 19,2 Wh bei 7,4 V) rasten sicher und fest auf der Rückseite des Panels ein. Möglich ist es übrigens auch, das Panel bei voller Leuchtkraft mit nur einem einzigen Akku zu verwenden, wodurch die Akkulaufzeit jedoch logischerweise geringer ausfällt.


Einsatz/Praxis:

Mein Einsatzgebiet habe ich ja bereits in der Einleitung beschrieben, erwähne es hier also nicht erneut.

•Hervorheben möchte ich zu Beginn direkt die sehr gute Akkulaufzeit – mit der Stoppuhr gemessen habe ich diese zwar nicht, aber 4-5 Stunden bei voller Helligkeit sind gut machbar.

•Im Blitzschuh meiner Sony Alpha 6000 hält der Cold Shoe des LED-Panels leider nicht so gut und löst sich immer mal wieder nach nicht allzu langer Zeit. Im Blitzschuh meiner günstigen analogen Spiegelreflexkamera (siehe Bildanhang, da die SC4 (/CT1 Super) grob mit der ILCE-600 vergleichbar ist, was die Abmessungen des Gehäuses betrifft) hingegen tritt dieses Problem nicht auf und das Panel sitzt bombenfest und verwacklungssicher darin.
Ich schätze, dass dies daran liegt, dass der Blitzschuh meiner Sony DSLM lackiert ist und durch den Lack die Reibung nicht so hoch ist. Abhilfe hat das Anbringen eines Dichtungsringes aus Gummi am Cold Shoe gebracht und nun sitzt das LED-Panel auch sicher, wenn ich es an meiner Alpha 6000 befestige.



•Die Diffusorscheibe aus dem Lieferumfang ist übrigens meiner Meinung nach abgesehen vom Schutz der LEDs nicht wirklich nützlich – für weichere Schatten sorgt sie nur minimal, schluckt dafür jedoch etwas Lichtleistung, macht die Farbtemperatur geringfügig wärmer und lässt die Beleuchtung etwas weitwinkliger werden. Die Entstehung von Hotspots verhindert sie auch nicht, weil diese gar nicht erst entstehen – nur bei einer Beleuchtungseinheit mit Klappen („Scheunentore“) wäre dies von Bedeutung, hier jedoch nicht.
Deswegen nutze ich die Diffusorscheibe in der Mehrheit der Anwendungsfälle auch gar nicht erst.
Das Licht des Panels würde ich allgemein übrigens weder als wirklich hart noch wirklich weich bezeichnen, sondern als Mittelding beschreiben.

•Die Farbtemperaturen 3200 K, 5600 K und 4400 K lassen sich in der Praxis wenig verwunderlich einfach und schnell einstellen. Zwischenwerte sind bei der Produktfotografie, für die ich das Panel auch selten mal einsetze, nicht nötig, bei Portraits und Filmaufnahmen hingegen für einen korrekten Hautton bei einer/einem gleichzeitig Farbtemperatur-mäßig korrekten Umgebung/Hintergrund hingegen schon. Durch etwas Herumprobieren beim Mischverhältnis der beiden Regler (Leuchten mit einer präzisen Einstellung der Farbtemperatur kenne ich wie gesagt leider nur im höheren Preisbereich) lässt sich die Farbtemperatur dann trotzdem meist treffsicher finden.

Auch scheinen die angegebenen Werte für 3200, 5600 und 4400 Kelvin recht genau zu sein, da der manuelle Weißabgleich der Kamera auf diese Werte in einem dunklen Raum bei testweise gemachten Bildern beinahe das gleiche Ergebnis erzielt.

•Der CRI-Wert (Farbwiedergabe-Indexwert) des Panels  ist mit 96+ angegeben, was ein sehr hoher Wert ist. Verifizieren kann ich ihn nicht, doch muss er recht gut sein, da bei Innenraumaufnahmen im Gegensatz zu meiner früher genutzten Schreibtischlampe als Beleuchtung die Farben zueinander passen und nicht mehr in der Postproduktion neu aufeinander abgestimmt werden müssen (der CRI-Wert meiner Schreibtischlampe scheint dahingehend recht mies zu sein).

•Im Einsatz beim Filmen und Fotografieren im Freien hat sich das LED-Panel bei mir fast schon zur ständigen Begleitung entwickelt. Die Leuchtkraft des kompakten Panels ist sehr gut und ist in Situationen mit stärkerem Gegenlicht sehr willkommen.
Einen 35 m²-Raum kann man auch gut mit ihm ausleuchten und trotz der kompakten Abmessungen überzeugt mich das Panel auch nachts in der Dunkelheit (siehe Beispielbild im Wald – eine helle Ausleuchtung von ein paar Metern ist gut möglich, wenngleich das Licht im Gegensatz zu einer Taschenlampe zur Ferne hin schneller abnimmt und sich hauptsächlich für den Nahbereich eignet).
Wenn die LEDs mal länger am Stück auf voller Helligkeit standen (z.B. eine Stunde), sind sie sehr warm, aber nicht heiß.



Fazit:

Das 
Neewer YLED-300S LED-Panel hat sich bei mir zum häufig mitgenommenen Begleiter bei Foto- und Video-Aufnahmen im privaten Rahmen etabliert. Die gute Lichtleistung bei gleichzeitig kompakten Abmessungen und einstellbarer Farbtemperatur sind dafür ideal und die Akkulaufzeit kann auch überzeugen.
Als Gesamtset mit dem bereits beinhalteten Zubehör überzeugt das Kit dann umso mehr, da man zur Verwendung keine weiteren Utensilien kaufen muss. Ausstattung, Funktion und Leuchtkraft überzeugen sowieso.