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xDuoo X3: Der wahrscheinlich günstigste Audio-Player mit zwei Micro SD-Schächten - [Review] 🇩🇪

Einleitung:

xDuoo ist eine chinesische Firma im Audio-Bereich, die sich hauptsächlich darauf spezialisiert hat, portable digitale Audio-Spieler herzustellen. Das erste Modell von xDuoo war der X1, der, ganz wie der Apple iPod Shuffle oder Shozy Alien, keinen Bildschirm besaß und stattdessen über vier Tasten und ein Rad zum Einstellen der Lautstärke gesteuert wurde. Auf einen erweiterbaren Speicher musste man bei ihm ebenfalls verzichten. Eine wirkliche Schönheit war der Player nicht, was ihn aber scheinbar nicht davon abhielt, doch eine kleine Fangemeinde zu erlangen.
Sein Nachfolger nannte sich X2, besaß einen kleinen Bildschirm sowie einen Micro SD-Schacht und war optisch im Gegensatz zu seinem Vorgänger gelungen.
Nach der Namensgebung der ersten beiden Player von xDuoo war es nur eine logische Konsequenz, dass der Nachfolger X3 heißen würde. So kam es dann auch, doch bot das damalige Firmen-Flaggschiff noch wesentlich mehr, nämlich unter anderem einen zusätzlichen Line Out Ausgang als auch zwei Micro SD-Steckplätze, was ihn zum wohl günstigsten portablen Audio-Player mit mehr als einem Speicherkartenschacht machte.





Den xDuoo X3 wollte ich schon seit längerer Zeit haben. Mit einem Kauf zögerte ich letztlich jedoch eine ganze Weile, da ich glaubte, zu wissen, dass ich mir den Player nur zum Messen und Ausprobieren zulegen würde, er aber, egal, wie gut er wäre, meine anderen für ihre jeweiligen Anwendungsgebiete genutzten Audio-Player nicht ablösen oder ersetzen würde.
Mit xDuoo stand ich vor etwa zwei Jahren in Kontakt, eine mögliche Rezension des X2 betreffend, die mir zugesagt wurde, doch kam der Player nie mehr an, ich hörte von der Firma seitdem nichts mehr und auf mehrere Kontaktaufnahmen kam ebenfalls keine Reaktion.
Letztlich hatte ich an den X3 gar nicht mehr wirklich gedacht, als GearBest mir den xDuoo für eine Rezension ohne irgendwelche Bedingungen oder Vorgaben kostenlos zur Verfügung stellte – hierfür möchte ich mich an dieser Stelle auch obligatorisch bedanken. Durch diese Review-Möglichkeit ist dann schließlich auch eine Rezension entstanden, die über den Umfang von lediglich Eindrücken und Messdaten hinausgeht (bei Rezensionen meiner selbst gekauften Produkte bin ich manchmal, wenngleich nicht immer, nämlich etwas weniger ausführlich und fasse mich knapper).


Erhältlich ist der xDuoo X3 bei GearBest:
https://goo.gl/uh9hqR

… und auch bei Amazon:
http://amzn.to/2pYrcAH


Technische Daten:

Preis: ~ 80 - 100€

(Bildquelle: http://www.xduoo.com/xduoo/En/ProductView.Asp?ID=3)


Lieferumfang:

Für den Preis ist der schwarze Verpackungskarton aus Pappe mit protektivem, schwarz-weißem Papp-Schuber, auf dem sich eine Abbildung des X3 sowie eine recht ausführliche Beschreibung der technischen Daten und des Players befindet, wirklich gar nicht mal schlecht.



Im Inneren befinden sich dann neben dem Player eine Schutzfolie für den Bildschirm, ein USB-Kabel zum Aufladen des X3 sowie schließlich eine Schnellstartanleitung. Auf in diesem Preissegment früher noch üblich gewesene Earbuds oder In-Ears als Beilage hat xDuoo verzichtet.


Optik, Haptik, Verarbeitung:

Der Player ist gänzlich aus Aluminium gefertigt, was für diesen Preisbereich eher ungewöhnlich ist. Der Namensvetter des etwas größeren FiiO X3 kann, was die Verarbeitungsqualität und Haptik betrifft, daher definitiv punkten.
Bis auf die Vor- und Zurück-Taste, von denen sich beide etwas kantig anfühlen, sind alle Eingabeelemente abgerundet und angenehm anfassbar. Der Druckpunkt der Tasten ist nicht unangenehm, fällt für meinen Geschmack aber ein wenig zu hart (/ungefedert) und kurzhubig aus. Lediglich der Schieber für die Tastensperre, die ich persönlich aber sowieso bei so gut wie keinem Player benötige, ist besonders beim Entsperren des Exemplares, das ich erhalten habe, etwas schwergängig.




Auf der Oberseite des Players findet man den Micro USB-Ladeeingang, während sich der Kopfhörer- und Line-Ausgang auf der Unterseite befinden. Die rechte Seite beherbergt die beiden Micro SD-Kartenschächte (ganz kurze Fingernägel sollte man übrigens lieber nicht haben, um die Karten hineinzustecken und wieder zu entfernen) sowie die beiden gut erreichbaren Tasten zur Regelung der Lautstärke.





Die Vorderseite des Players besitzt ein etwas ungewöhnliches Tasten-Layout, das aber keine Hürde darstellt. So besitzt der X3 zumindest, im Gegensatz zu anderen „China-Playern“, für alle wichtigen Funktionen eine eigenständige Taste, statt die Bedienung durch doppelt belegte Eingabeelemente (langer Druck, kurzer Druck) unnötig zu verkomplizieren.
So befinden sich auf der Vorderseite gesonderte Tasten zum Ein-/Ausschalten (bzw. Sperren/Entsperren des Bildschirms (Standard-Firmware)) des Players, Wechseln (/Spulen) der Titel, Starten/Pausieren der Wiedergabe, um die Optionen aufzurufen und um ins Hauptmenü zurückzukehren.





Der Bildschirm:

Der recht kleine, sich auf der Vorderseite befindende monochrome OLED-Bildschirm misst 1,3 Zoll im Querformat. Auch wenn der Kontrast gut ist und man alles gut ablesen kann, fällt die maximale Helligkeit recht gering aus, weshalb sich der Player nicht sonderlich gut für den Einsatz in einer sehr hellen Umgebung eignet.





Bedienung, grafische Nutzeroberfläche:

Das originale Betriebssystem von xDuoo habe ich schnell nach dem Eintreffen des Players durch das Open-Source Projekt RockBox, einer Firmware, mit der ich bereits bei meinem SanDisk Sansa Clip + und Sansa Clip Zip gute Erfahrungen gemacht habe, ersetzt.
Auch wenn mir die originale xDuoo-Firmware persönlich gefiel und ich an ihr, was die Bedienung angeht, nichts auszusetzen hatte, besitzt sie doch einen gravierenden Fehler: 16-Bit Dateien mit einer Abtastrate von 44,1 kHz werden nicht mit der korrekten Geschwindigkeit wiedergegeben, sondern ein wenig zu langsam abgespielt. Dies ist ein absolutes No-Go, bei dem xDuoo dringend nachbessern muss.
Mit Rock Box als Betriebssystem tritt dieser Fehler nicht mehr auf.


Bei der Installation habe ich mich an folgende Anleitung gehalten: 
http://www.head-fi.org/t/803844/rockbox-xduoo-x3#post_12474241

Beachten sollte man dabei, dass man nach erfolgreicher Installation von RockBox die originale Firmware beibehält und in diese noch immer booten kann, indem man die Tastensperre vor dem Einschaltvorgang aktiviert.
Wichtig zu wissen ist auch, dass sowohl die erste als auch die zweite Micro SD-Karte, egal mit welcher Speicherkapazität, für den RockBox-Betrieb im FAT32-Format formatiert sein muss und dass sich auch in der zweiten ein „.rockbox“-Ordner befinden muss.





RockBox Version 0b7bf80-170403:

Die RockBox-Oberfläche erscheint sehr vertraut und auch die Navigation stellt keine Ausnahme dar. Neben einer guten Musik-Bibliothek zusätzlich zum Ordner-Browser sind unter anderem auch „RockBox-Standards“ wie etwa Crossfeed, ReplayGain oder ein parametrischer Equalizer vorhanden und auch einige kleine Videospiele sind mit an Bord.
Kurzum, was den erweiterten Funktionsumfang betrifft, lohnt sich RockBox definitiv auch beim X3 und ist sogar Pflicht, wenn man nur gängige 16-Bit-44,1-kHz-Dateien hört, welche von der originalen xDuoo-Firmware mit inkorrekter Geschwindigkeit wiedergegeben werden.

Die zweite Micro SD-Karte wird unter RockBox übrigens als eigenes Verzeichnis angezeigt, während in der „Files“-Übersicht nach dem Verzeichnis „<microSD1>“ (entspricht der zweiten Micro SD-Karte) alle Ordner und Dateien der ersten Speicherkarte in der korrekten Reihenfolge angezeigt werden (die erste Speicherkarte wird von RockBox als „interner“ Speicher interpretiert, weshalb die zweite Speicherkarte als „externer“ Speicher wahrgenommen und dementsprechend „<microSD1>“ genannt wird).

127 Lautstärke-Schritte in 1 dB-Abstufungen über den gesamten Regelbereich bietet RockBox (Vergleich xDuoo-Firmware: 100 Schritte). Eine sehr feinstufige Lautstärkeregelung, die auch sehr geringe Abhörlautstärken gerade über der Wahrnehmbarkeitsschwelle erlaubt, erlangt der X3 also ebenfalls durch RockBox, was für Leise-Hörer wie mich ein großer Vorteil ist.

Gapless Playback, also die lückenlose Wiedergabe zweier aufeinander folgender Musikstücke ohne hörbare Pause während des Überganges, wird durch RockBox ebenfalls möglich.


Kurzum: Ohne RockBox ist die originale xDuoo-Firmware bis auf den gravierenden Fehler mit der Wiedergabegeschwindigkeit gut, mit RockBox hingegen wird der Funktionsumfang des Players deutlich erweitert und man erhält eine Firmware, die Community-erprobt ist und bei der ich bisher bei der Musikwiedergabe keine Einschränkungen oder Fehler erkennen konnte. Somit mag ich den xDuoo X3 mit RockBox als Firmware, was die Bedienung und Anpassbarkeit an die Nutzer-Bedürfnisse angeht, ebenso sehr wie meinen SanDisk Sansa Clip Zip, auf dem ebenfalls RockBox läuft.
Während ich meinen Clip Zip neben meinem Apple iPod Nano 6G als Audio-Spieler beim Sport verwende, hat es der X3 dank RockBox geschafft, meinen iPod Nano 7G als Player zum Wandern und Spazierengehen als „Sidekick“ zu ergänzen, auch wenn ich mir anfangs sicher war, dass der xDuoo dies nicht schaffen könnte.


Akkulaufzeit:

Um die Akkulaufzeit des X3 (wohlgemerkt mit RockBox als Betriebssystem) zu testen, schloss ich den Superlux HD668B an den Kopfhörerausgang des Players an, stellte die Lautstärke auf -53 dB und spielte ein Lied im CD-Format (16 Bit/44,1 kHz; FLAC) in Endlosschleife ab. Dabei entsperrte ich von Zeit zu Zeit den Bildschirm und navigierte durch die Menüs.
Unter diesen Voraussetzungen hielt der Akku genau 11 Stunden und 55 Minuten.


Klang:

Frequenzgang, Ausgangsimpedanz:

Jeder Audio-Spieler, DAC und Verstärker, egal, wie günstig oder teuer er ist, sollte heutzutage auch in der Lage sein, den Audio-relevanten Bereich zwischen 20 und 20000 Hz ohne angeschlossene Last komplett linear wiederzugeben. Leider gelingt dies (insbesondere im Bereich der günstigen „China-Player“) nicht allen und sie zeigen im schlimmsten Fall schon ohne angeschlossenen Kopfhörer unerwünschte Anomalien wie etwa einen starken Bass- oder Hochtonabfall, permanente Anhebungen oder gezielt gesetzte Senken (z.B. Shozy Lancea oder Hidizs AP60).

Ohne angeschlossene Last misst sich der Kopfhörerausgang des X3 wie folgt:




Der Frequenzgang ist exakt so linear, wie er sein soll. Hier hat xDuoo die Audio-Chips also korrekt implementiert und keine Fehler begangen.

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Der Line-Ausgang des X3, also der Ausgang zum Anschluss des Players an einen externen Verstärker misst sich so:



Wie man sehen kann, rollt der xDuoo im Tiefbass mit ~ 1 dB ein wenig ab. Dies ist zwar im Vergleich zu einer geraden Linie nicht so schön, in der Praxis aber weitestgehend irrelevant.

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Besitzt ein Audio-Gerät, an das man einen Kopfhörer anschließen kann, einen linearen Frequenzgang ohne Last und misst sich also so, wie man es erwarten würde, kann die ganze Angelegenheit völlig anders aussehen, sobald man einen Kopfhörer anschließt.
Manche Kopfhörer und In-Ears besitzen einen nicht gleichbleibenden Widerstand, was heißt, dass sie etwa im Bass oder Hochton beispielsweise eine Impedanz haben, die vom Wert im Mittelton abweicht. Insbesondere bei Multi-BA In-Ears mit mehreren unterschiedlichen Treibern und einer (mahl mehr und mal weniger) komplexeren Frequenzweiche ist dies die Regel.
Damit diese Kopfhörer und In-Ears neutral und unverfälscht „angetrieben“ werden können, ist es zwingend erforderlich, dass das Wiedergabegerät einen geringen Ausgangswiderstand besitzt, vorzugsweise unter 1 Ohm. Ist dies nicht der Fall, wird der Klang der In-Ears/Kopfhörer, abhängig von deren individuellem Impedanzgang, verfälscht.

Der xDuoo misst sich mit meinem Ultimate Ears Triple.Fi 10 In-Ear, einem recht zickigen und Quell-kritischen Vertreter seiner Sorte, wie folgt:




Wie man sehen kann, bleibt trotz der angeschlossenen zickigen In-Ears der ausgegebene Frequenzgang des X3 vom Tiefbass bis in den oberen Superhochton nahezu unverändert, was sehr gut ist.
Aus dieser Messung unter komplexer Last kann man nun auch den Ausgangswiderstand des Players ableiten. Beim xDuoo X3 beträgt dieser nur etwa geringe 0,1 Ohm, was ein idealer und erstrebenswerter Wert ist. Somit eignet sich der xDuoo für alle Kopfhörer und In-Ears, zumindest solange einem die Ausgangsleistung genügt, gleichermaßen, denn auch kritische Multi-BA In-Ears mit variierendem Widerstand über deren Frequenzbereich treibt der asiatische Audio-Player dank seines sehr geringen Ausgangswiderstandes neutral und unverfälscht an.

Rauschen:

Ich bin jemand, der sich selbst als recht rauschempfindlich beschreiben würde. Sofern ein auch nur sehr geringes Grundrauschen des Gerätes, an das die In-Ears angeschlossen werden, vorhanden ist, kann ich es in Verbindung mit sehr empfindlichen In-Ears (beispielsweise mit meinem Shure SE846, Pai Audio MR3 oder dem Ostry KC06A) gewöhnlicherweise auch hören.

Beim X3 habe ich von mindestens einem Nutzer gelesen, der zwei Exemplare des Players besaß, die sich in der Intensität des Rauschens unterschieden. Hat xDuoo hier etwa eine stille Revision eingeführt? Erfahren werden wir dies wohl nie.

Der X3, den ich hier habe, rauscht mit sehr empfindlichen In-Ears wie meinem Shure SE846 definitiv hörbar – ich habe zwar auch Audio-Spieler gehört, die stärker rauschten, aber diese besaßen auch in der Regel eine noch etwas höhere Ausgangsleistung als der xDuoo. Player und Verstärker mit ähnlichen Leistungsangaben oder höheren Werten als der xDuoo und trotzdem klar geringerem Rauschen habe ich aber ebenfalls gehört. Ebenso aber auch Leistungs-technisch schwächere Player mit einem höheren Grundrauschen.
Mit weniger empfindlichen In-Ears als dem „Rausch-Columbo“ SE846, etwa dem UE Triple.Fi 10 oder dem noch etwas weniger empfindlichen Noble SAVANNA und Brainwavz B150, ist nur noch ein geringes beziehungsweise sehr geringes/so gut wie gar kein Rauschen mehr vorhanden.




Mit den meisten In-Ears mit dynamischen Treibern, die mehrheitlich weniger empfindlich sind, wird man auch als Rausch-sensitive Person beim X3 kein oder nur ein sehr geringes, kaum wahrnehmbares Rauschen feststellen. Nichtsdestotrotz wäre es schön, wenn das Grundrauschen in Verbindung mit sehr empfindlichen In-Ears geringer ausfiele – einen Shure SE846 wird im Gegensatz zu mir eher kaum jemand am xDuoo betreiben, beim preiswerten Ostry KC06A, der ein wirklich extrem empfindlicher Vertreter der Klasse dynamischer In-Ears ist, wird die Sache vermutlich aber anders aussehen.

Transparenz, Präzision, Bühnenwiedergabe:

Nun zum klar subjektiveren Teil meines Reviews. Meine Ansicht und Erfahrung bezüglich des „Verstärker- und Geräteklanges“ stellt sich wie folgt dar: Verstärker- und Geräteklang kann es in begrenztem Umfang geben und er kann hörbar sein, jedoch sollte er nicht überbewertet werden – die grundlegende Charakteristik eines Kopfhörers wird durch ein (sauber konstruiertes) Gerät nicht verändert, jedoch „formt“ das Wiedergabegerät den Klang des Kopfhörers manchmal minimal, was sich aber (wenn überhaupt, dann) eher in Nuancen ausdrückt und sich oft auch anhand der Eigenschaften oder Messwerte erklären lässt (einen etwas ausführlicheren Bericht über den Eigenklang von Audiogeräten gibt es unter 
folgendem Link). Bei korrekt angeglichener Lautstärke sind die Unterschiede zwischen sauber konstruierten Geräten nur sehr gering. Bei meinen folgenden Eindrücken handelt es sich also keineswegs um beschriebene „Welten“ oder „Tag-und-Nacht-Unterschiede“, wie sie von manchen Nutzern propagiert werden, sondern um Nuancen.




Etwaige Vergleiche zwischen den genannten Audio-Spielern fanden mit den gleichen Musikstücken, deaktivierten Klang-Anpassungen, denselben In-Ears und bei messtechnisch angeglichenem Lautstärkepegel (weniger als 1 dB Unterschied, wenn möglich noch weniger) statt.

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Nun also weiter mit meinen subjektiven Eindrücken über den 3,5 mm Klinkenausgang (zum kritischen Hören nutzte ich insgesamt meinen Shure SE846, Ultimate Ears Triple.Fi10, Shure SE425, UERM, den Ostry KC06A, Brainwavz B150 und NobleAudio SAVANNA):

Wie aufgrund der soliden Messwerte, die ich durch RMAA-Messungen selbst größtenteils bestätigen konnte, zu erwarten war, leistet sich der X3 klanglich keine Ausreißer und klingt subjektiv wahrgenommen ziemlich neutral, ohne einen wirklichen Einschlag zur geringfügig „sanften“ (z.B. iBasso DX80, Chord Mojo) oder geringfügig „aggressiven“ (z.B. iBasso DX90, HiFiMe 9018d, Zorloo ZuperDAC) Seite zu haben. Da er auch unter Last nicht messtechnisch „einbricht“, sondern stabil bleibt, waren größere Ausreißer aber auch auszuschließen.
Man kann zu Recht sagen, der xDuoo macht „alles richtig“.

Positiv fiel mir beim vergleichenden Hören auf, dass der xDuoo in Sachen räumlicher Reproduktion einen recht offenen Raum aufspannt, der etwas größer als etwa beim FiiO X3, AGPTek C05 oder Hidizs AP60 ausfällt und an den iBasso DX80 erinnert, mit einer jedoch geringfügig elliptischen Präsentation.

In Sachen „Transparenz“ gibt es nichts auszusetzen – diese ist einwandfrei und liegt meiner Wahrnehmung nach geringfügig oberhalb der des Sansa Clip Zip und beinahe gleichauf mit der des FiiO X3. Etwas transparenter klingende Geräte sind beispielsweise der AGPTek C05 oder iBasso DX90.




Die Basswiedergabe des xDuoo ist einwandfrei, hat mit hochauflösenden Multi-BA In-Ears jedoch einen geringfügig weichen Charakter, wie er etwa auch beim Clip Zip oder auch FiiO X3, bei letzterem jedoch in etwas abgeschwächter Form, auftritt. Ein deutlicher Unterschied ist dies jedoch nicht – meine Vermutung ist, dass das etwas erhöhte Grundrauschen des xDuoo teilweise dafür verantwortlich ist.

Während an der Hochton-Reproduktion grundsätzlich nichts auszusetzen ist, erscheint sie mit im oberen Bereich eher hell abgestimmten als auch hochauflösenden In-Ears geringfügig unsauber – nicht etwa wie beim Hidizs AP60, bei dem der Hochton „stumpf“ und etwas „undifferenziert“ klingt, sondern einfach nicht ganz „rein“, so als gäbe es geringe, doch wahrnehmbare Verzerrungen, Artefakte oder Sonstiges; bei Violinen und Becken ist dieser Effekt im Vergleich zu anderen Audio-Playern hörbar und äußert sich in einer, wie ich es beschreiben würde, tendenziell „zittrigen“ Reproduktion. Verzerrungen kann ich anhand der RMAA-Messungen ausschließen – könnte es sich also um unnatürlich erhöhte Jitter-Werte, einen Effekt der Modulation durch das Grundrauschen oder tatsächliche Artefakte handeln? Ausfindig machen können werde ich den Ursprung wohl nicht.

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Würde ich den xDuoo X3 folgenden Playern ausgehend von meinen persönlichen Ansprüchen vorziehen? Findet es heraus:

FiiO X3:
Mit RockBox als Betriebssystem ziehe ich die Bedienung sowie grafische Nutzeroberfläche des xDuoo der des FiiO ganz klar vor. Auch die beiden Micro SD-Schächte sowie die feinere Lautstärkeregelung und auch die Positionierung der Tasten zur Lautstärkeregelung sind ein Vorteil des xDuoo.
Klanglich kann es der xDuoo mit dem FiiO mehr oder minder bis auf das höhere Grundrauschen und den Hochton aufnehmen und bietet die etwas größere, offenere Bühne.
Trotz der schlechteren Bedienung und weniger feinen Lautstärkeregelung fiele meine persönliche Wahl wohl auf den FiiO – sein geringeres Grundrauschen mit empfindlichen In-Ears sowie sein sauberer Hochton als auch geringfügig trockenerer Bass wären für mich letztlich ausschlaggebend.

AGPTek C05:
Die Bedienung des X3 mit RockBox als auch die Tastenanordnung ist dem C05 klar überlegen. So verhält es sich auch mit der wesentlich feineren Lautstärkeregelung des xDuoo, wie auch beim allgemeinen Dateisystem (ohne Hilfsmittel ist die Sortierung von Ordnern und Titeln beim C05 fehlerhaft). Dafür besitzt der AGPTek jedoch trotz seines sehr geringen Preises ein wirklich gutes FM-Radio und Bluetooth.
Klanglich sehe ich den AGPTek etwas vor dem X3 – er klingt etwas transparenter und rauscht weniger, dazu ist sein Hochton sauberer. Der xDuoo hingegen klingt etwas räumlicher.
Letztlich fiele meine Wahl wohl, es sei denn, ich wäre auf der Suche nach einem Audio-Spieler mit eingebautem FM-Radio, auf den xDuoo – die bessere Bedienung, viel feinere Lautstärkeregelung und das korrekt funktionierende Dateisystem wären ausschlaggebend.

Hidizs AP60:
Der Hidizs ist mit Funktionen „vollgestopft“ und besitzt Bluetooth mit aptX, kann über seine Micro USB-Schnittstelle mit einem externen DAC verbunden werden und lässt sich auch selbst am Computer als DAC verwenden. In Sachen Bedienung ist der X3 dem AP60 jedoch aus meiner Sicht klar überlegen, denn zumindest mich nerven die kleinen Touch-Elemente zur Navigation des Hidizs, da unterwegs eine Bedienung dadurch fast schon unmöglich wird. Auch die feinere Lautstärkeregelung des X3 sehe ich als Vorteil.
Klanglich würde ich dem xDuoo klar den Vorzug geben – der AP60 ist im Bass zwar geringfügig trockener, besitzt in jenem Bereich aber einen permanenten Abfall gen Tiefbass und kann in Sachen Ausgangsimpedanz (ca. 1,5 Ohm) auch nicht ganz mithalten, zudem wirkt der Hochton des AP60 stumpf, was ich weniger als die geringe „Unsauberkeit“ des X3 mag.
Letztlich ist die Entscheidung für mich einfach: den X3 würde ich dem AP60 klar vorziehen.

SanDisk Sansa Clip Zip:
Beide Player sind bei mir mit RockBox als Betriebssystem versehen worden, liegen in Sachen grafischer Nutzeroberfläche also gleichauf. Die Bedienung ist aufgrund der gleichen Anzahl an Tasten auch vergleichbar. Den Formfaktor, den Clip sowie das FM-Radio des Sansa sehe ich hingegen als Vorteil.
Klanglich sehe ich den xDuoo geringfügig vorn, auch wenn das Grundrauschen des Sansa geringer ausfällt. Die etwas höhere Transparenz des xDuoo kann man mit guten In-Ears merken (, auch wenn der Unterschied in der Praxis außer beim konzentrierten Direktvergleich weniger ins Gewicht fällt).
Da ich den Clip Zip aufgrund seiner Größe, des Clips und teils auch wegen des FM-Radios zum Sport nutze, würde ich den X3 hier als Alternative nicht wirklich in Betracht ziehen – der Sansa ist für mich in diesem Anwendungsgebiet einfach praktischer.


Fazit:




xDuoo hat mit dem X3 einen preiswerten digitalen Audio-Spieler geschaffen, der durch eine gute Verarbeitung des Vollaluminium-Gehäuses, zwei Micro SD-Steckplätze und gute klangliche Eigenschaften (sehr geringe Ausgangsimpedanz, Laststabilität, Bühnenreproduktion) überzeugen kann, auch wenn sein Grundrauschen in Verbindung mit sehr empfindlichen In-Ears ein wenig zu hoch ausfallen könnte und auch der Hochton mit hochauflösenden sowie hell abgestimmten In-Ears ein wenig unsauber wirkt. Insgesamt ist der Player aus meiner Sicht somit definitiv empfehlenswert, zudem hat er es entgegen meiner Überzeugung, dass er mein Inventar an Audio-Playern nicht sinnvoll erweitern würde, geschafft, eben dies zu tun, und kommt nun gelegentlich neben meinem iPod Nano 7G als Audio-Spieler beim Spazieren und Wandern zum Einsatz.
Einzig als wirklichen Mangel erachte ich, dass die Installation von RockBox als alternativer Firmware Pflicht ist, da die originale xDuoo-Firmware Musikstücke nicht mit der korrekten Geschwindigkeit wiedergibt, was durch RockBox behoben wird.


Endwertung: 4,07 von 5 möglichen Sternen.