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Fostex x Massdrop TH-X00 (Mahogany): "Du, die Wanne ist voll" - [Review] 🇩🇪

Einleitung:

Nachdem ich diese Rezension eigentlich schon vor einem guten Jahr schreiben wollte, sie aber immer wieder aufschob, habe ich mir endlich die Zeit genommen, meinem Fostex x Massdrop TH-X00 (Mahogany) ein Review zu widmen. Gekauft habe ich den Kopfhörer vor einem guten Jahr bei Massdrop.


Foster Electric, die Firma, die Kopfhörer unter dem weltbekannten Namen „Fostex“ herstellt, aber auch als OEM-Hersteller für etliche andere bekannte Kopf- und Ohrhörer anderer großer Firmen verantwortlich ist, benötigt nicht wirklich noch eine weitere ausführliche Einleitung, die sich bereits etwa in meiner Rezension des TE-02 In-Ears finden lässt.
Massdrop hingegen ist vielleicht noch nicht jedem Audio-Enthusiasten bekannt. Die amerikanische Firma stellt die gleichnamige Gruppenkauf-Plattform bereit, die hauptsächlich ein männliches Publikum anspricht und neben Audio-Produkten auch andere Sparten wie Bekleidung und Computer-Technik bedient. Die angebotenen Produkte werden dabei in festgelegten Schritten günstiger, je mehr Personen den (zeitlich und quantitativ begrenzten) Deal wahrnehmen.
An sich ist dies nichts Außergewöhnliches, doch sind bei Massdrop auch einige interessante, exklusive Kollaborationen entstanden, aus denen Kopfhörer und andere Audio-Produkte in Zusammenarbeit mit Massdrop und den jeweiligen Herstellern hervorgingen, die auf bekannten und beliebten Modellen basieren, jedoch ein eigenständiges Design aufweisen, teilweise akustisch verändert wurden und preislich günstiger als das Vergleichsprodukt des Herstellers angeboten werden.



Eine dieser exklusiven Massdrop-Kollaborationen ist der Fostex x Massdrop TH-X00, der auf Fostex‘ TH-Baureihe basiert, aber akustisch unter anderem durch die anderen Polster akustisch angepasst und eine Neuentwicklung ist.
Der zwischenzeitlich in drei Iterationen angebotene Kopfhörer (Mahagoni („Mahogany“), Amaranth („Purpleheart“) und Ebenholz („Ebony“)), von denen jede laut Messschrieben etwas anders klingen soll, war immer nur als zeitlich limitierte Ausführung erhältlich, doch insbesondere die Mahagoni-Variante taucht bei Massdrop häufiger wieder auf und entwickelte sich zu einem Verkaufs-Schlager.
Da mich der Kopfhörer interessierte, stieg ich im Jahr 2016 beim Drop ein und kaufte den Kopfhörer, der in weniger als vier Wochen sicher hier in Deutschland eintraf. Bezahlt habe ich mit Einfuhrumsatzsteuer und Zoll ich ca. 500€ für meinen TH-X00 Mahogany (498,xx€ waren es, wenn ich mich nicht gänzlich täusche).

Wie der „Woodie“ klingt und ob er dem Preis gerecht wird, zeigt sich in dieser Rezension.


Erhältlich ist der TH-X00 ausschließlich bei Massdrop (oder auf dem Gebrauchtmarkt): https://www.massdrop.com/r/DGTD89



Technische Daten:

Preis: 399,99$
Bauweise: geschlossen
Treiber: 50 mm, dynamisch, Biozellulose
Impedanz: 25 Ohm
Empfindlichkeit: 94 dB/mW
Maximale Eingangsleistung: 1800 mW
Magnetische Flussdichte: > 1 Tesla
Kabellänge: 3 m
Gewicht (ohne Kabel): 350 g
Gewicht (mit Kabel): 482 g
Garantie: 2 Jahre


Lieferumfang:

Im Lieferumfang des großen Umkartons befinden sich ein billiger 6,3 auf 3,5 mm Adapter, den man besser gleich „entsorgen“ sollte (Adapter wie der hier verlinkte sind wesentlich besser (weitaus weniger belastend) für die Kopfhörerbuchse des Quellgeräts und den verlinkten nutze ich selbst) sowie der eigentliche schwarze Karton des Kopfhörers, in welchem sich neben dem TH-X00 noch ein Kunstleder-Beutel zur Aufbewahrung befindet.


Optik, Haptik, Verarbeitung:

Alle schwarzen Elemente des TH-X00, die man sehen kann, bestehen aus leichtem Magnesium. Kunststoff wurde für die außenliegenden Elemente des Gehäuses und Kopfbandes nicht verwendet (soweit ich weiß, besteht lediglich die Aufnahme der Ohrpolster aus Plastik). Durch die matte Pulverbeschichtung wirken diese Teile, auch in Kontrast zu den silbern glänzenden Streben des Verstellmechanismus, hochwertig und edel.



Sehr schön ist das mit glänzendem Klarlack lackierte Mahagoni-Holz, dessen Maserung, die je nach Kopfhörer unterschiedlich ausfällt, sich schön erkennen lässt.
Je nach Exemplar kann die Farbe des Holzes natürlich etwas von hell zu dunkel variieren, jedoch wird die Mehrheit der Kopfhörer in der Realität etwas dunkler als auf den Produktfotos von Massdrop erscheinen, da der Kopfhörer nur unter direktem Sonnenlicht oder hellerem Kunstlicht eine ähnlich helle Färbung aufweist.



Die allgemeine Verarbeitung und der allgemeine visuelle Eindruck in Sachen Hochwertigkeit sind sehr gut. Als einzig negativ würde ich auflisten, dass bei genauer Betrachtung das Holz, das man durch den Spalt zwischen den Holzmuscheln und dem Magnesium-Ring sehen kann, nicht klarlackiert ist.

Die Scharniere und Streben zur Höhenverstellung des Kopfhörers machen einen soliden und wertigen Eindruck.



Das Kabel ist leider fest angebracht, was in dieser Preisklasse ein wenig schade ist. Direkt am Kopfhörer besitzt es einen guten Knickschutz, den man auch am 6,3 mm Klinkenstecker findet. Sowohl unterhalb als auch oberhalb des Y-Splitters besitzt das Kabel eine geflochtene Nylon-Ummantelung.
Wiederkehrende Leser werden wahrscheinlich wissen, dass ich persönlich nicht unbedingt der größte Fan jener Art von Kabeln bin, da sie ausfransen und Flüssigkeiten aufnehmen können, doch kann ich dies verschmerzen, wenn die Ummantelung nur unterhalb des Y-Splitters vorhanden ist (wie etwa beim Kabel meines Sennheiser HD 800). Nichtsdestotrotz stört mich die Ummantelung oberhalb des Y-Splitters beim Fostex nicht so sehr, da das Kabel hier etwas dünner ist. Dennoch wäre mir ein glattes Kabel persönlich etwas lieber.


Tragekomfort, Isolation:

Eigentlich hätte ich den TH-X00 noch ein paar Monate früher gekauft, wäre da nicht meine Befürchtung gewesen, meine großen Ohrmuscheln könnten nicht vollständig in die eher kleinen Ohrpolster passen und, was noch schlimmer wäre, die Polster könnten keine gute Abdichtung erzielen, wodurch der Bass verloren ginge.
Entgegen meiner Befürchtung hatte ich Glück und der größte Teil meiner Ohrmuscheln passt in die Öffnung, während nur ein geringer Teil der Polster auf meinen Ohrmuscheln aufliegt. Glücklicherweise sind die Ohrpolster jedoch weich und besitzen einen großzügig dimensionierten Rand, wodurch der TH-X00 trotzdem einwandfrei abdichtet – dass ich hier nochmal Glück hatte, darf man ruhig doppelt erwähnen.



Abgesehen von den Ohrpolstern ist auch das Kopfband angenehm weich. Zwar ist es nicht so dick wie die Ohrpolster selbst gepolstert und eher schmal, doch besitzt es die Besonderheit, dass es eine horizontale Mulde aufweist, durch die der Druck auf dem Kopf auf zwei Bögen verteilt wird und sich das Kopfband besser an die Rundung anpassen kann. Da dies sehr gut funktioniert, kann ich den Kopfhörer auch über einen längeren Zeitraum bequem tragen, ohne den Sitz nachjustieren zu müssen.

Beim Tragen auf dem Kopf empfinde ich den Kopfhörer als ziemlich leicht und angenehm, bin aber auch unter anderem den schweren Audeze LCD-X gewohnt.



Der Anpressdruck der Ohrmuscheln ist eher moderat ausgeprägt, wodurch keine Druckstellen entstehen sollten. Dennoch sitzt der Kopfhörer gerade stramm genug, sodass er nicht versehentlich verrutscht.


Wer gedenkt, den Fostex draußen einzusetzen, sollte diesen Gedanken direkt verwerfen, denn auch wenn der TH-X00 auf den ersten und zweiten Blick ein geschlossener Kopfhörer ist, besitzt er einen umlaufenden Belüftungsschlitz am Magnesium-Ring. Dementsprechend isoliert er nur sehr mäßig – Lüftergeräusche eines Laptops dämpft er ein wenig, aber schon eine entspannte Nutzung im Garten an einem sonnigen Sommertag ist undenkbar, wenn man sich von der Umwelt abschotten möchte.


Klang:

Auch, wenn sich dies beim Fostex aufgrund der kleinen Polster kaum bis gar nicht bemerkbar machen dürfte, sollte erwähnt sein, dass ich Koteletten-Träger bin und sich die Haarmenge um die Ohren bei Kopfhörern mit größeren Ohrmuscheln durchaus etwas auf den Hochton auswirken kann.



Tonalität:

Der Fostex ist ganz klar ein Spaßkopfhörer, der eine präsente, drückende Tieftonbetonung besitzt, die sich insbesondere im Mid- und Tiefbass abspielt, gekoppelt mit einem akzentuierten oberen Hochton. Wer eine lineare oder weitestgehend gemäßigte tonale Abstimmung sucht, ist beim TH-X00 ganz klar an der falschen Adresse.
Nichtsdestotrotz übertreibt er es mit der Abstimmung anders nicht übermäßig, auch wenn er von einer natürlichen Abstimmung (im Sinne von „nicht zu weit weg von neutralem Klang“) dann doch ein gutes Stück entfernt ist.

Bei etwa 500 Hz startet die Betonung des Tieftons, der von da an abwärts bis 60 Hz, wo sich der Klimax befindet, gleichmäßig ansteigt. Bemerkenswert dabei ist, dass der Pegel darunter noch immer konstant aufrechtgehalten werden kann und der TH-X00 Mahogany auch im wahren Tiefbass unter 40 Hz nicht abrollt, sondern den Pegel beinahe bis 20 Hz konstant halten kann. Das ist schon (ganz) große Klasse.
Dadurch, dass die Betonung des Bassbereichs gleichmäßig und allmählich ansteigt, besitzen der Tief- und Midbass mehr Pegel als der Kickbass und Grundton, weshalb Stimmen nicht unnötig aufgedickt und angefettet werden. Der Kick- und obere Midbass besitzen dennoch etwas mehr Pegel, um von einer „reinen“/ausschließlichen Tiefbassanhebung zu sprechen, wenngleich der Fostex wohl einer der wenigen Bügelkopfhörer, wenn nicht gar der einzige ist, welcher dem am nächsten kommt.
Zumindest funktioniert diese allmählich ansteigende Betonung mit sich gleichmäßig steigerndem Druck sehr gut (auch wenn für meinen persönlichen Geschmack der Kickbass und untere Grundton manchmal ruhig bis zu 3 dB weniger akzentuiert sein könnten).

Verglichen mit einem wirklich neutral und flach abgestimmten Abhörwerkzeug besitzt der Fostex eine Betonung im Tief- und Midbass, die etwa 8 dB beträgt, wenn man eine gute Abdichtung erreicht, was auf den ersten Blick vielleicht gar nicht mal so mächtig erscheinen mag, sich in Wirklichkeit aber bedeutender ausdrückt, da der Fostex ganz ordentlich Druck aufbauen kann (womöglich auch durch die großen Treiber und das geschlossene Gehäuse, aber hauptsächlich, da es sich nicht um eine ausschließliche Tiefbassanhebung handelt).

Bei 1 kHz gibt es einen sehr flachen, nur mit Sinus-Sweeps hörbaren „Buckel“, den ich bereits von meinem Fostex T50RP Mk3 kenne, gefolgt von einer kleinen Senke bei 4 kHz, einem kleinen Buckel bei 5 kHz, einer erneuten kleinen Senke zwischen 7 und 8 kHz und schließlich einer stärkeren breitbandigen Betonung zwischen etwa 10 und 14 kHz.


Stimmen stehen, nicht arg verwunderlich bei einer Loudness- beziehungsweise Badewannenabstimmung, etwas im Hintergrund, ohne eine wirkliche Verfärbung oder Einfärbung durch den Hoch- oder Tiefton aufzuweisen.

Der Hochton ist allgemein trotz der Betonung als eher inoffensiv anzusehen, was daran liegt, dass die Anhebung mit der Platzierung im beginnenden Superhochton sehr hoch gelegen ist und somit typische Schärfe-verursachende Frequenzen zwischen 7 und 9 kHz umgangen werden.
Dennoch besitzt der TH-X00 Mahogany nicht unbedingt den perfekt natürlichen oberen Hochton und etwa Schlagwerk klingt ein wenig ausgedünnt, ohne aber spitz zu werden.

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Ja, der TH-X00 ist ganz klar ein Spaßhörer, der insbesondere bei elektronischer Musik, Hip Hop/Rap, besser gemastertem Rock und Pop sowie Drum & Bass Spaß macht, während intimere oder stimmlastige Aufnahmen mit einem hohen Fokus auf den sprachlichen Inhalt (oder das „typische, audiophile Test-Gedudel“…) weniger geeignet scheinen, wobei den persönlichen die Abstimmung betreffenden Vorlieben natürlich keine Grenzen gesetzt sind.
Wer einen Kopfhörer mit einem drückenden, tiefen Bass in Verbindung mit einem hellen, jedoch nicht spitzen oder unangenehmen Superhochton und tonal recht korrekten, eher im Hintergrund stehenden Mittelton ohne Einfärbungen sucht, dürfte mit dem Fostex x Massdrop TH-X00 Mahogany (sehr) glücklich werden.

Auflösung:

Der Fostex wird, was das Auflösungsverhalten betrifft, dem Preis gerecht und liefert etwa die Performance ab, die man erwarten würde.

In die Klasse eines Sennheiser HD 800 schafft er es nicht ganz (hierzu fehlt es dem Fostex im Vergleich zu Sennheisers offenem Bügelkopfhörer etwas an der Separation in den Höhen und dem letzten Bisschen an Straffheit im Oberbass), übertrifft aber Hörer wie etwa den Beyerdynamic DT770 Pro (250 Ohm) oder Meze 99 Classics, was die durchschnittliche Auflösung angeht.
Insgesamt sehe ich den TH-X00 Mahogany, was die Auflösung betrifft, mehr oder minder geringfügig über dem Niveau des HiFiMan HE-400, wobei jener im Bass noch ein wenig trockener und straffer ist, der Fostex dafür für Tiefbass-Freunde durch die gleichmäßig ansteigende Betonung untenrum mehr Pegel liefert (, wobei der HE-400 Tiefbass-Freunden auch sehr gefallen dürfte, denn auch wie beim Audeze LCD-X gelingt es ihm, die Bassquantität des Mid- und Oberbasses bis in den Tiefbass konstant aufrechtzuerhalten, ohne abzurollen), im Mittelton den Vorteil einer höheren Natürlichkeit bietet, den Hochton geringfügig besser separiert und die etwas besser dargestellte Leere zwischen Instrumenten vermittelt.



Der Bass des TH-X00 bleibt trotz der kräftigen Anhebung auch bei schnellen und anspruchsvollen Aufnahmen gut kontrolliert und straff, gehört bei den Kopfhörern mit dynamischem Treiber gar zu den schnelleren und trockeneren Modellen und wirkt nur im Vergleich zum straffen dynamischen Bass des Sennheiser HD 800 oder trockenen Bass des orthodynamischen HiFiMan HE-400 ein wenig weich.

Der Mittelton löst gut auf und wirkt nur aufgrund der Badewannenabstimmung ein wenig matt – an Details mangelt es ihm absolut gesehen hingegen keinesfalls, was man unter anderem an der guten Sprachverständlichkeit und Auflösung kleinerer sprachlicher und gesanglicher Details merkt.

Der Hochton des Kopfhörers, der aus einer Kollaboration zwischen Fostex und Massdrop hervorging, steht dem Mittel- und Tiefton in Sachen Details in nichts hinterher und wirkt sowohl aufgrund der geschickten Platzierung der Betonung als auch wegen des guten Detailniveaus nicht nervig oder sibilant. Bemängeln könnte man vielleicht einzig, dass er ein wenig zu schnell abzuklingen scheint und dass die Separation in den Höhen, wenn man In-Ears mit Balanced Armature-Treibern gewohnt ist, nicht die gleiche Präzision besitzt.



Mit eher gut aufgenommenem und produziertem Musikmaterial will der Fostex dennoch gefüttert werden, macht er mit platt gemasterten und übersteuerten Aufnahmen nämlich nicht ganz so viel Spaß, da er diese nicht gerade sonderlich kaschiert (im Präsenzbereich und mittleren Hochton ist er nämlich im Gegensatz zu meinem Audeze LCD-X, der trotz seiner hohen Auflösung sehr wohlwollend mit mäßigen Aufnahmen umgeht, nicht so stark zurückgesetzt).

Räumliche Darstellung:

Für einen eigentlich geschlossenen Kopfhörer besitzt der TH-X00 Mahogany, zumindest für meine Ohren, eine sehr gelungene Bühnendarstellung.

Im Vergleich mit einigen gängigen offenen Bügelkopfhörern bis etwa 400€ (Sennheiser HD 600, AKG K701, Beyerdynamic DT880 Edition (600 Ohm)) wirkt die räumliche Reproduktion des Fostex nicht ganz so groß, sondern eher durchschnittlich, besitzt für einen prinzipiell geschlossenen Bügelkopfhörer jedoch eine (sehr) gute Darstellung, die größer und insbesondere offener als bei sehr vielen geschlossenen Konkurrenten ausfällt.



Die Bühne des TH-X00 Mahogany besitzt ein sehr ausgewogenes Verhältnis zwischen Tiefe und Breite und wirkt keineswegs flach. Zu einem Teil trägt die tonale Abstimmung dazu bei, aber auch bei „neutralisiertem“ Klang mittels Equalizer bleibt der überzeugende Eindruck bestehen und der Fostex behält den Großteil seiner räumlichen Tiefe.
Schön ist, dass es überhaupt keine hörbaren Anzeichen von Hall-Reflexionen gibt, wie sie bei manchen geschlossenen Kopfhörern zu einem geringen oder größeren Teil in Erscheinung treten können.

Überzeugen kann mich die Bühne des Fostex auch in Sachen Instrumententrennung, Kontrolle bei dicht besetzten, schnellen und komplexen Aufnahmen, Genauigkeit der Tiefenstaffelung sowie die Reproduktion von Leere zwischen einzelnen Instrumenten betreffend.


Fazit:

Der Fostex x Massdrop TH-X00 (Mahogany) ist ein sowohl optisch als auch haptisch sehr gelungener Bügelkopfhörer, der klanglich auf Spaß setzt und einen kräftigen, sehr tiefreichenden und gut kontrollierten Bass besitzt, dem eine hoch angesetzte, helle, aber nicht zischelnde Betonung des beginnenden Superhochtons ausgleichend gegenübersteht.
Gepaart mit der für einen geschlossenen Kopfhörer gelungenen und offenen sowie präzisen räumlichen Abbildung ist das ausschließlich bei Massdrop erhältliche Modell ein feiner Spaßkopfhörer für Momente, in denen Neutralität und Natürlichkeit nicht im Vordergrund stehen.



Fans des Beyerdynamic DT770 Pro dürften den Fostex übrigens ebenfalls sehr mögen, denn aus meiner Sicht stellt er ein direktes Upgrade ebenjenes deutschen Bügelkopfhörers dar (stärker auf den Tiefbass konzentrierte Betonung, weniger unnatürlicher/metallischer oberer Hochton, höhere Auflösung und genauere, offenere Bühne).