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Stoner Acoustics UD125: 256 statt 420 - [Review] 🇩🇪

Prolog:

Stoner Acoustics ist eine 2012 gegründete malaysische Firma, die es sich nach eigener Aussage zum Ziel gesetzt hat, ihre Produkte zu einem erschwinglichen Preis anzubieten.
Zu Anfang war Stoner Acoustics noch ein kleiner Blogger-Blog mit nur einem Produkt im Angebot, doch hat sich Stoner Acoustics mittlerweile zu einer kleinen Firma entwickelt, die mehrere Produkte vertreibt.

Anders, als man es beim Firmennamen vielleicht vermuten könnte, hat Stoner Acoustics jedoch nichts mit Suchtmitteln zu tun, sondern vertreibt Audio-Produkte; hauptsächlich DACs, um genau zu sein – wobei der Audio-Bereich auch eine gewisse addiktive Wirkung besitzen kann.


Wer sich von der Legalität der abgebildeten "Accessoires" überzeugen möchte, darf sich dazu gern mein Making Of-Foto ansehen. Ja, mein Humor ist zugegebenermaßen recht speziell...

Was recht kompakte USB-DACs betrifft, ist der UD125 (https://stoneracoustics.com/ud125/) bis jetzt Stoner Acoustics aufwändigstes semi-portables Produkt mit einer feinstufigen digitalen Lautstärkeregelung, vier Digitalfiltern und dem Einsatz eines DAC-Chips von AKM sowie Verstärkerelements von Texas Instruments und einer recht hohen Ausgangsleistung. Dennoch ist er preislich sehr fair positioniert und geht selbst mit Einfuhrumsatzsteuer nicht über den zweistelligen Eurobereich hinaus.
Somit stellt er eine potentielle Alternative zu dem von mir geliebten HiFime 9018d dar, den ich auch als den stärksten Konkurrenten betrachte, was die Ausstattung betrifft und Vergleichbarkeit.


Wird der UD125 meinen Ansprüchen gerecht? Und was hat er allgemein zu bieten? Diesen Fragen widme ich mich in dieser deutschsprachigen Rezension des kompakten USB-DAC von Stoner Acoustics.
Außerdem kläre ich die Frage, wie es zur Entstehung des Firmennamens kam.


Bevor ich fortfahre, möchte ich mir noch die Zeit nehmen, mich bei Stoner Acoustics zu bedanken, die mir freundlicherweise ein Rezensionsmuster des UD125 kostenfrei und ohne weitere Bedingungen oder Einschränkungen zukommen lassen haben sowie auf meine Fragen und Anregungen freundlich und kompetent eingegangen sind.


Technische Daten:

Preis: 85 US$ (+ 6 USD internationaler Versand)
USB-Prozessor: Savitech SA9037
DAC:AKM AK4490
Verstärker: TI TPA6120A
Maximale Ausgangsspannung: 4,88 V RMS
Maximale Ausgangsleistung: 2x 350 mW
Abmessungen (B x L x H) & Gewicht: 58 mm x 89 mm x 17 mm; 90 g


Über den Firmennamen:

Einen kleinen Absatz möchte ich hier der Geschichte hinter der Entstehung des Firmennamens widmen.
Der Name „Stoner Acoustics“ dürfte bisher sicherlich schon für die eine oder andere hochgezogene Augenbraue gesorgt haben, doch sollte die Firma ursprünglich „Stone Acoustics“ heißen, die ruhige und beständige Natur eines Felsens assoziativ im Sinn habend. Phonetisch jedoch war der Klang dieses ursprünglichen Firmennamens nicht so flüssig wie der letztlich gewählte, weshalb der Firmeninhaber beim Registrierungsprozess „Stoner Acoustics“ eintrug, nicht ahnend, welche Bedeutung der Begriff im englischsprachigen Raum im Slang-Gebrauch besitzt.
Im Laufe der Zeit kamen Pläne auf, den Firmennamen anzupassen, so gab es scheinbar zu einem Zeitpunkt in Bezug auf den Namen ein paar Probleme mit den lokalen malaysischen Behörden, doch sei dies nicht mehr so einfach, da die Firma bereits einen gewissen Grad der Bekanntheit erlangt habe, teilte man mir mit.


Lieferumfang:

Geliefert wird der UD125 zusammen mit einem praktischen sowie protektiven Reißverschluss-Softcase, das Größen-mäßig perfekt zu den Abmessungen des DAC inklusive des ebenfalls mitgelieferten USB-Kabels passt.



Auf eine gedruckte Bedienungsanleitung muss man verzichten, kann sie jedoch auf der Produktseite des Herstellers ansehen und auch herunterladen.





Optik, Haptik, Verarbeitung:

Das Gehäuse des UD125 ist aus schwarzem sowie silberfarbenem Metall hergestellt und dennoch relativ leicht. Die Vorder- und Rückseite sind mit messingfarbenen Schrauben befestigt.
Wenngleich der DAC sehr stabil, ohne Mängel und sauber verarbeitet ist, besitzt er subjektiv, was die Wertanmutung betrifft, nur eine seinem Preis entsprechenden Wertigkeit und mutet nicht wie ein teureres Gerät an – ich denke, dies liegt vornehmlich am eher geringen Gewicht, denn am Gehäuse gibt es definitiv nichts auszusetzen.



Sehr gut gefällt mir die Oberseite des DAC, denn auf ihr befindet sich eine schematische Darstellung des Innenaufbaus, einhergehend mit einer Legende, welche den Nutzer darüber informiert, welche Farbe der LED welchem der vier Digitalfilter zugeordnet ist.



Etwas schade ist, dass am UD125 keine Gummifüße auf der Unterseite angebracht sind und diese sich auch nicht im Lieferumfang des Wandlers befinden.


Funktionen, Anschlüsse:

Die Rückseite des Audio-Wandlers beherbergt einen Mini USB-Anschluss. Auch wenn dieser etwas antiquiert zu Zeiten von Mini USB und USB C erscheinen mag, finde ich die Wahl persönlich gut, da die Buchse sehr stabil erscheint.



Zentral auf der Vorderseite befindet sich eine kleine LED, welche dem Nutzer anzeigt, welcher der vier Digitalfilter gewählt ist. Dabei kennt sie die Zustände „Aus“, „Rot“, „Blau“ und „Lila“. Dass sich die Legende zu den Farben auf der Oberseite des Gerätes befindet, ist dabei sehr praktisch.

Links auf dem Front-Panel befindet sich eine 3,5 mm Klinkenbuchse, an welcher man Kopfhörer sowie externe Verstärker betreiben kann. Gut gefällt mir, dass die Stecker satt und präzise einrasten.



Rechts auf der Vorderseite ist der Wipp-Drück-Schalter lokalisiert, also eine Lautstärke-Wippe, die sich aber auch drücken lässt, um den Digitalfilter zu wechseln.


Anschluss an den Computer:

Nach dem ersten Anschließen mit meinem Windows 7-Computer wurden die Treiber automatisch heruntergeladen und installiert – eine manuelle Einrichtung des DAC ist also nicht notwendig, sondern er funktioniert mit Plug and Play, was die Einrichtung erheblich erleichtert.


Die Lautstärkeregelung:

Was ich an vielen Geräten für mich persönlich bemängele, ist, dass die Lautstärkeregelung häufig zu grob, nicht-linear und auf der niedrigsten Stufe unter Umständen zu hoch ist. Nur wenige Geräte nutzen eine von mir präferierte digitale Lautstärkeregelung mit 256 linearen Stufen mit einer Regelgröße von je 0,5 dB.

Positive Ausnahmen sind dabei beispielsweise mein iBasso DX90 sowie der HiFime 9018d.

In die Reihe der positiven Beispiele reiht sich auch der UD125 von Stoner Acoustics ein, denn auch dieser setzt auf jene von mir bevorzugte Skalierung und Anzahl an einzelnen Schritten. Somit ist es mit ihm auch möglich, selbst mit sehr empfindlichen In-Ears und dem Wunsch einer sehr niedrigen Lautstärke eine angenehme Position zu finden, denn mit dem DAC kann man dank jener gewählten Anzahl an Lautstärkeschritten theoretisch auch unterhalb der Wahrnehmbarkeitsgrenze hören.
Dank der feinen linearen Schrittgröße von 0,5 dB ist es auch so, dass man nie den Wunsch hat, zwischen zwei Stufen eine dritte zu besitzen.

Geregelt wird die Lautstärke über den Wipp-Drück-Schalter an der Vorderseite des Gehäuses. Eine visuelle Anzeige, ob man sich im eher unteren oder oberen Bereich der Skala befindet, gibt es leider nicht – lediglich beim Erreichen der niedrigsten beziehungsweise höchsten Stufe blinkt die LED in der Mitte dreimal rot beziehungsweise blau.
Eine Anzeige der aktuellen Lautstärkeeinstellung am Computer gibt es auch nicht, da die Software-Lautstärke von Windows im Gegensatz zum LH Labs Geek Out IEM 100 nicht auch die Lautstärke des DAC anzeigt. Sollte Stoner Acoustics ein Windows-Programm, das den aktuell eingestellten Lautstärke-Wert anzeigen kann, programmieren, wäre dies meiner Meinung nach eine klare Bereicherung, da man ansonsten nie sicher sein kann, ob der DAC beim Verbinden mit dem Computer nicht vielleicht zu laut eingestellt sein könnte.

Um die Lautstärke zu erhöhen oder zu verringern, kann man statt jedes Mal die Wippe erneut zu betätigen, diese auch in gehaltener Position belassen, woraufhin die Lautstärke allmählich ansteigt oder abschwillt. Dies erfolgt eher langsam, wodurch gewährleistet wird, dass man nicht versehentlich einen großen Laustärke-Sprung ausführt. Will man die Lautstärke schnell erhöhen oder verringern, ist einem dies durch diesen linearen Lautstärke-An- und Abstieg jedoch nicht möglich.
Stummschalten kann man den DAC, indem man den Wipp-Drück-Schalter für mindestens eine Sekunde gedrückt hält. Wiederholt man den Vorgang, wird die Stummschaltung wieder aufgehoben.

Der letzte Lautstärke-Wert wird, wie auch der eingestellte Digitalfilter, übrigens gespeichert und beim erneuten Anschließen an einen Computer wieder abgerufen.

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Für einen Nachfolger des UD125 würde ich mir definitiv ein einfaches Display zum Anzeigen der Lautstärke wünschen, bei einer Beibehaltung der Lautstärkewippe, die mir sehr gut gefällt.


Klang:

Genutzt wird vom UD125 der AK4490 DAC-Chip von AKM, in Verbindung mit dem Texas Instruments TPA6120 Verstärker. Auch wenn beide auf dem Papier gute Komponenten sind, ist es (wie immer) die finale Implementation der Chips, die entscheidend dafür ist, ob der Wandler etwas taugt oder nicht, weshalb die Nennung der Komponenten allein zunächst nicht mehr bietet, als einen groben Richtwert.

Ausgangsimpedanz, Frequenzgang:

Jeder Audio-Spieler, DAC und Verstärker, egal, wie günstig oder teuer er ist, sollte heutzutage auch in der Lage sein, den Audio-relevanten Bereich zwischen 20 und 20000 Hz ohne angeschlossene Last komplett linear wiederzugeben. Leider gelingt dies (insbesondere im Bereich der günstigen „China-Player“) nicht allen und sie zeigen im schlimmsten Fall schon ohne angeschlossenen Kopfhörer unerwünschte Anomalien wie etwa einen starken Bass- oder Hochtonabfall, permanente Anhebungen oder gezielt gesetzte Senken (z.B. Shozy Lancea oder Hidizs AP60).

Ohne angeschlossene Last misst sich der Kopfhörerausgang des UD125 mit dem Standard-Filter wie folgt:



Der Frequenzgang ist somit exakt so linear, wie er sein soll, mit dem für den AKM-Chip typischen, wenngleich auch geringen und für das Gehör irrelevanten kleinen Abfall bei 20 kHz. Hier hat Stoner Acoustics die Audio-Chips also korrekt implementiert und keine Fehler begangen.

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Besitzt ein Audio-Gerät, an das man einen Kopfhörer anschließen kann, einen linearen Frequenzgang ohne Last und misst sich also so, wie man es erwarten würde, kann die ganze Angelegenheit völlig anders aussehen, sobald man einen Kopfhörer anschließt.
Manche Kopfhörer und In-Ears besitzen einen nicht gleichbleibenden Widerstand über ihren Frequenzgang, was bedeutet, dass sie etwa im Bass oder Hochton beispielsweise eine Impedanz haben, die vom Wert im Mittelton abweicht und geringer oder größer ist. Insbesondere bei Multi-BA In-Ears mit mehreren unterschiedlichen Treibern und einer (mahl mehr und mal weniger) komplexeren Frequenzweiche ist dies die Regel.
Damit diese Kopfhörer und In-Ears neutral und unverfälscht „angetrieben“ werden können, ist es zwingend erforderlich, dass das Wiedergabegerät einen geringen Ausgangswiderstand besitzt, vorzugsweise unter 1 Ohm. Ist dies nicht der Fall, wird der Klang der In-Ears/Kopfhörer, abhängig von deren individuellem Impedanzgang, verfälscht.

Der UD125 misst sich mit meinem Ultimate Ears Triple.Fi 10 In-Ear, einem recht zickigen und Quell-kritischen Vertreter seiner Sorte, wie folgt:



Die Abweichung von der Messung ohne Last ist nur äußerst minimal, was bei einer Ausgangsimpedanz-Diva wie dem Triple.Fi 10 sehr gut ist.
Aus dieser Messung lässt sich dann der Ausgangswiderstand des UD125 ableiten, welcher demnach lediglich ungefähr winzige 0,1 Ohm beträgt – ein exzellentes und erstrebenswertes Ergebnis.
Somit eignet sich der Stoner Acoustics DAC uneingeschränkt für alle Kopfhörer und In-Ears gleichermaßen, was die verfärbungsfreie Reproduktion angeht, denn auch kritische Multi-BA In-Ears mit variierendem Widerstand über ihren Frequenzbereich treibt der asiatische DAC dank seines sehr geringen Ausgangswiderstandes neutral und unverfälscht an.

Die vier Digitalfilter:

Insgesamt vier wählbare Digitalfilter bietet der DAC-Chip des UD125.

Digitalfilter nehmen, vereinfacht gesagt, insbesondere auf das obere Ende des Frequenzspektrums Einfluss und beeinflussen auch die Impulsantwort. Solange ein Digitalfilter nicht aus dem Rahmen fällt, sind die hörbaren Unterschiede jedoch von vernachlässigbarer Natur, solange der Filter den oberen Frequenzbereich nicht zu sehr verändert.
Ins Detail darüber, welcher Filter die Impulsantwort in welcher Form verändert, werde ich nicht gehen (dazu gibt es für Interessierte im Internet nämlich bereits einige anschauliche Beiträge, Seiten und Dokumente, wie etwa ein PDF von Ayre, „The Ayre MP Series“ genannt, das neben den eher uninteressanten esoterischen und Marketing-Aspekten die Impulsantwort und den Frequenzgang verschiedener Digitalfilter-Implementationen aufzeigt), sondern den Frequenzgang der verschiedenen Filter messen und herausfinden, ob ich einen hörbaren Unterschied zwischen ihnen feststellen konnte.

Die vier Filter im Detail:

Filter „0“ (Standard-Filter): minimum phase, sharp roll-off
Filter 1: minimum phase, slow roll-off
Filter 2: linear phase, slow roll-off
Filter 3: linear phase, sharp roll-off (der am weitesten verbreitete digital Audio-Filter)



Filter 0 und 3 sowie 1 und 2 unterscheiden sich nicht im Frequenzgang. Dennoch sind sie nicht identisch und würden eine andere Impulsantwort aufzeigen, sofern man sie mäße (0 und 1 mit weniger „Pre-Ringing“, dafür mehr „Post-Ringing“; bei 2 und 3 ist der Anteil an Pre- und Post-Ringing gleich).
Ein „besser“ oder „schlechter“ gibt es dabei nicht, sondern jede der Implementierungen besitzt in der Theorie ihre Vor- und Nachteile. Den „einen“ perfekten Filter kann es einfach nicht geben.

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Was höre ich nun, wenn ich die verschiedenen Filter miteinander vergleiche?
Genau das, was zu erwarten war: es lässt sich kein verlässlicher und reproduzierbarer Unterschied zwischen den Filtern feststellen.
Mit empfindlichen In-Ears meine ich, bei den Filtern 0 und 1 im Vergleich zu den anderen beiden eine minimal breitere Bühnenabbildung wahrzunehmen, was aber genauso gut auch Einbildung sein könnte, denn der nuancierte Unterschied, sofern überhaupt vorhanden, wäre dabei so minimal, dass ich ihn in einem echten Blindtest ganz sicher nicht erkennen würde.
Dies war aber auch anzunehmen und ist ein gutes Ergebnis, denn deutlich hörbare Unterschiede zwischen den Digitalfiltern würden beispielsweise auf eine unsaubere Implementation hinweisen.

Rauschen:

Ich bin jemand, der sich selbst als recht rauschempfindlich beschreiben würde. Sofern ein auch nur sehr geringes Grundrauschen des Gerätes, an das die In-Ears angeschlossen werden, vorhanden ist, kann ich es in Verbindung mit sehr empfindlichen In-Ears (beispielsweise Shure mit meinem SE846, Pai Audio MR3 oder dem Ostry KC06A) gewöhnlicherweise auch hören.

Der UD125 rauscht mit sehr empfindlichen In-Ears wie dem Ostry hörbar. Dabei befindet er sich etwa im (unteren) Mittelfeld. Im Vergleich zu stark rauschenden Geräten wie dem iBasso DX50, HiFime 9018d, Shanling M2 oder iBasso DX80 rauscht der UD125 ein klar hörbares Stück weniger, wenn man empfindliche In-Ears verwendet, ist jedoch von rauschfreien/fast rauschfreien Geräten wie etwa dem iBasso DX90, Cowon Plenue 2, iBasso DX200 oder Luxury & Precision L3 Pro ebenfalls noch ein gutes Stück entfernt.
Nutzt man empfindliche, jedoch nicht extrem empfindliche In-Ears wie etwa den Ultimate Ears Triple.Fi 10 oder die UERM, ist das hörbare Grundrauschen bei leeren Dateien nur noch sehr gering.

Subjektive Empfindung von „Transparenz“ und „Bühnendarstellung“ in Verbindung mit In-Ears:

Nun zum klar subjektiveren Teil meines Reviews. Meine Ansicht und Erfahrung bezüglich des „Verstärker- und Geräteklanges“ stellt sich wie folgt dar: Verstärker- und Geräteklang kann es in begrenztem Umfang geben und er kann hörbar sein, jedoch sollte er definitiv nicht überbewertet werden – die grundlegende Charakteristik eines Kopfhörers wird durch ein (sauber konstruiertes) Gerät nicht verändert, jedoch „formt“ das Wiedergabegerät den Klang des Kopfhörers manchmal minimal, was sich aber (wenn überhaupt, dann) eher in Nuancen ausdrückt und sich oft auch anhand der Eigenschaften oder Messwerte erklären lässt (einen etwas ausführlicheren Bericht über den Eigenklang von Audiogeräten gibt es unter folgendem Link).
Bei korrekt angeglichener Lautstärke sind die Unterschiede zwischen sauber konstruierten Geräten nur sehr gering. Bei meinen folgenden Eindrücken handelt es sich also keineswegs um beschriebene „Welten“ oder „Tag-und-Nacht-Unterschiede“, wie sie von manchen Nutzern propagiert werden, sondern lediglich um Nuancen.

Etwaige Quervergleiche zwischen den unten genannten Geräten fanden mit den gleichen Musikstücken, denselben In-Ears und bei messtechnisch angeglichenem Lautstärkepegel (weniger als 1 dB Unterschied, wenn möglich noch weniger) statt.

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Nun also weiter mit meinen subjektiven Eindrücken des Stoner Acoustics UD125 (zum kritischen Hören und Vergleichen nutzte ich insgesamt meinen Ultimate Ears Triple.Fi 10, meine Ultimate Ears Reference Monitors, den Ostry KC06A und den Custom Art Ei.3):

Der UD125 weist klanglich keine Auffälligkeiten auf und klingt prinzipiell auch subjektiv völlig neutral, ohne einen Eigenklang oder eine „Einfärbung“ aufzuweisen.
Mit empfindlichen In-Ears genutzt könnte man ihm im Vergleich zu anderen Geräten eine sehr geringe „Sanftheit“ im Anschlag von Becken attestieren, die sich aber nur als minimal darstellt und weniger stark als etwa beim iBasso DX80 oder Chord Mojo ausgeprägt ist. Ganz so „hart“ wie beim HiFime 9018d oder iBasso DX90 ist der Hochton des UD125 dennoch nicht.
Wie bei Allem sollte man sich hier jedoch vor Augen halten, dass es sich bei diesen Unterschieden um Nuancen handelt, die man mit empfindlichen In-Ears im Direktvergleich beim bewussten Vergleichen wahrnehmen kann, die sich aber unter realen Bedingungen als kaum relevant erweisen.

Was die „Transparenz“ mit hochauflösenden In-Ears betrifft, gibt sich der UD125 ebenfalls keine Schwäche und klingt so sauber und durchhörbar, wie es sein sollte und wie man es von einem Gerät mit guten Messwerten auch erwarten darf. Hier sehe ich den UD125 auf Augenhöhe mit dem HiFime 9018d, iBasso DX90 oder Cowon Plenue M2.

In Sachen Basswiedergabe gibt sich der UD125 auch keine Blöße, auch wenn er hier im Vergleich zu Geräten wie dem HiFime, DX90 oder Plenue M2 ein wenig weicher in Verbindung mit empfindlichen In-Ears aufspielt, wenngleich er im Bass nicht ganz so „soft“ wie der SanDisk Sansa Clip +/Clip Zip erscheint. Mit In-Ears wie etwa den UERM merkt man den Unterschied bei konzentriertem Hören jedoch, wenn man den Stoner Acoustics DAC beispielsweise gegen den HiFime oder DX90 antreten lässt. Aber auch hier handelt es sich wieder nur um Nuancen und keine deutlichen Unterschiede. Nutzt man Bügelkopfhörer, ist kein Unterschied mehr feststellbar.

Überzeugen kann der UD125, was die räumliche Wiedergabe betrifft. Darf man hier absolut betrachtet zwischen verschiedenen Geräten auch nur eher kleine Unterschiede erwarten, präsentiert der UD125 mit meinen UERM doch eine etwas größere als durchschnittliche (z.B. FiiO X3 (erste Generation), Chord Mojo oder iPhone 4) Bühne, die in den Abmessungen etwa der des iBasso DX80 entspricht.
Was die räumliche Präzision betrifft, sind alle Geräte gleichwertig.

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Im Vergleich mit dem HiFime 9018d:

Der HiFime 9018d ist bei mir ein „Stammspieler“, der am Laptop, an dem ich meine Rezensionen schreibe, bei so gut wie jeder Evaluation eines Kopfhörers zum Einsatz kommt – unter Anderem, um den Frequenzgang per EQ-Gegencheck mit anderen Hörern und dem Einsatz einer Sinusgenerator-Software per Gehör zu ermitteln (das Aufzeichnen des Frequenzganges mit Messinstrumenten hingegen erfolgt mit dem LH Labs Geek Out IEM 100 und meinem Vibro Labs Veritas Messmikrofon/-kuppler).
Der HiFime eignet sich dafür einfach sehr gut, da sein Ausgangswiderstand mit ~0,1 Ohm extrem gering und somit sehr Multi-BA-In-Ear-freundlich ausfällt, zudem ist seine digitale Lautstärkeregelung sehr fein (0,5 dB je Stufe über den gesamten Regelbereich mit 255 Stufen) und erlaubt es dem Nutzer auch, bei sehr geringer Lautstärke zu hören. Gekrönt wird dies noch von einer digitalen Display-Anzeige der aktuellen Sampling-Rate und Lautstärke.

Auch „privat“ nutze ich den 9018d regelmäßig. Eigentlich wäre er der perfekte USB-DAC, wenn sein Grundrauschen mit empfindlichen In-Ears nicht so hoch wäre.

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Das Gehäuse des HiFime ist etwas flacher und abgerundet als das des Stoner Acoustics DAC. Dazu besitzt der 9018d ein Display, welches die Abtastrate sowie Lautstärke anzeigt. Zusätzlich lässt sich über seine 3,5 mm Klinkenbuchse auch ein optisches Digitalsignal ausgeben.
Der UD125 besitzt kein Display und keinen Digitalausgang, kostet dafür aber auch etwas weniger als der HiFime. An Digitalfiltern besitzt der Stoner Acoustics DAC zwei Filter mehr als der HiFime, die sich im Gegensatz zu diesem auch während des Betriebes umschalten lassen.

Was die Abmessungen und Eigenschaften betrifft, ähneln sich beide Geräte jedoch, was sie für mich auch so interessant und sehr vergleichbar macht, denn beide DACs besitzen eine sehr präzise Lautstärkeregelung mit 256 Stufen mit einer linearen Schrittweite von 0,5 dB. In dieser Hinsicht sind beide Wandler für mich gleichermaßen perfekt.

Beide Geräte besitzen einen enorm geringen Ausgangswiderstand, weshalb sie auch die „zickigsten“ Multi-BA In-Ears linear und ohne Frequenz-Verbiegungen antreiben können.

Was das Rauschverhalten betrifft, sind beide DACs nicht perfekt, wenn man extrem empfindliche In-Ears an ihnen nutzt. Dennoch rauscht der UD125 um ein gutes Stück weniger als der 9018d – während der HiFime mit einem nicht super-empfindlichen Multi-BA In-Ear wie den Ultimate Ears Reference Monitors hörbar rauscht, bleibt der UD125 mit demselben Modell annähernd stumm. Mit sehr empfindlichen Modellen wie etwa dem dynamischen Ostry KC06A oder den Multi-BA Hörern Shure SE846 und Pai Audio MR3, alle drei unter den empfindlichsten ihrer Zunft, rauscht auch der UD125 klar hörbar, wenngleich logischerweise nicht so sehr wie der 9018d, welcher hier sehr deutlich und laut rauscht.
Was das Rauschverhalten mit empfindlichen In-Ears betrifft, ist der Stoner Acoustics DAC hier also definitiv im Vorteil.

Vergleicht man beide direkt und bewusst miteinander, wirkt der HiFime ein wenig „härter“ in den Höhen, wo der UD125 etwas weicher/sanfter erscheint. Um einen großen Unterschied handelt es sich aber definitiv nicht, ebenso wie beim Bass, der, wenn man hochauflösende In-Ears nutzt, beim Stoner Acoustics DAC im Vergleich geringfügig weicher wirkt.

In Sachen „Transparenz“ sehe ich beide gleichauf – mit extrem empfindlichen In-Ears wie dem Shure SE846 gibt es keinen Sieger, wenngleich der UD125 mit mittelmäßig empfindlichen In-Ears wie den UERM etwas sauberer wirkt, was aber wohl hauptsächlich daran liegt, dass der HiFime mit ihnen hörbar rauscht, der UD125 jedoch nur sehr gering.

Was die Bühne betrifft, besitzt der UD125 im Vergleich zum eher breit als flach aufspielenden 9018d mehr räumliche Tiefe, generiert gleichzeitig aber auch den noch geringfügig breiteren Raum. Aber auch hier handelt es sich eher um Nuancen.

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Beide USB-DACs sind sehr gut. Besonders lobenswert sind bei beiden die extrem niedrige Ausgangsimpedanz sowie die sehr feinstufige Lautstärkeregelung. Aus meiner Sicht ist der große Vorteil des HiFime 9018d sein Display, welches die Lautstärke anzeigt, wohingegen der Stoner Acoustics UD125 das hörbar bessere, wenngleich ebenfalls nicht perfekte Rauschverhalten mit sehr empfindlichen In-Ears besitzt.


Fazit:



Um auf die Ausgangsfrage zurückzukommen: Wird der Stoner Acoustics UD125 meinen Ansprüchen gerecht? Ja, in den meisten Kategorien wird er es. So besitzt er etwa ein schickes Design, eine sehr geringe und extrem Multi-BA-freundliche Ausgangsimpedanz von winzigen 0,1 Ohm, eine sehr überzeugende digitale Lautstärkeregelung mit 256 Schritten mit einer Abstufung von je 0,5 dB und klingt einwandfrei sauber sowie transparent. Zusätzlich gefällt mir das Design mit dem schematischen Schaltplan auf der Oberseite des Gehäuses mit integrierter Legende der Digitalfilter gut und auch die Lautstärkewippe mag ich sehr.
Zum HiFime 9018d stellt er meiner Ansicht nach dementsprechend definitiv eine würdige Alternative dar, wenn man einen guten USB-DAC mit niedriger Ausgangsimpedanz und einer sehr präzisen Lautstärkeregelung unter/um 100€ sucht. Was das Rauschverhalten mit empfindlichen In-Ears betrifft, schneidet der UD125 sogar um ein gutes Stück besser ab, wenngleich auch er nicht perfekt ist und mit extrem empfindlichen In-Ear ruhig noch etwas rauschärmer sein könnte. Der einzige klare Vorteil, den der HiFime bietet, ist das Display. Ansonsten ist der UD125 ein sehr ernstzunehmender Gegner und eine gute Alternative.

GearBest