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Knowledge Zenith ZS5: Hybrider Sound im Zeichen des Lagerfeuers - [Review] 🇩🇪

Prolog:

Knowledge Zenith, ein In-Ear-Hersteller aus China, hat in den vergangenen Jahren den Markt an sehr preiswerten In-Ears definitiv, zusammen mit anderen Herstellern wie Xiaomi, etwas revolutioniert. Konnte man vor ein paar Jahren im Preisbereich um 10 oder 20€ eigentlich nur mit etwas Glück allenfalls halbwegs brauchbar klingende In-Ears finden, wobei dies auch eher die Ausnahme war, stellten die Mehrheit doch technisch recht mäßige und tonal relativ unausgewogene und unnatürliche Modelle dar (Ausnahmen gab es aber auch, beispielsweise den Logitech/Ultimate Ears UE200 oder Fostex TE-02, wobei bei beiden die UVP und der von mir gezahlte Preis höher als beim Abverkauf am Ende des Produktionszeitraumes war).

Nicht so hingegen bei manchen Modellen von Xiaomi oder Knowledge Zenith, die trotz ihres geringen Preises in einigen Fällen angesichts des Preises sowohl tonal als auch technisch ziemlich gut klingen, auch wenn man sich von der Utopie, die In-Ears könnten es mit Modellen im dreistelligen Preisbereich aufnehmen, verabschieden muss, den im besten Fall „mausen“ die günstigen Ohrkanalhörer lediglich im Bereich der In-Ears um 30 oder 50€.
Auch wenn ich „privat“ hauptsächlich mit In-Ears und Kopfhörern im drei- und vierstelligen Eurobereich Musik höre, übt der asiatische Budget-Bereich unter 20€ doch einen gewissen Reiz aus und weckt gelegentlich mein Interesse, weshalb ich schon das eine oder andere Modell von Knowledge Zenith zum Spaß gekauft oder auch rezensiert habe.




Ist der vor nicht allzu langer Zeit angekündigte fünffach-BA In-Ear des asiatischen Herstellers scheinbar bis jetzt noch nicht erhältlich, wurde erst kürzlich ein weiteres Modell des Herstellers von In-Ears im Billigst-Segment überraschend auf den Markt gebracht, nämlich der Knowledge Zenith ZS5, der ein hybrider In-Ear ist, welcher je Seite auf zwei dynamische und zwei Balanced Armature Treiber zur Musikreproduktion setzt, aber nicht das erste Modell der asiatischen Firma darstellt, die auf mehrere Treiber und unterschiedliche Treiber-Arten je Seite zurückgreift.


Was der günstige In-Ear, der in zwei Farben und mit verschiedenen Kabel-Optionen erhältlich ist, zu bieten hat, habe ich in dieser Rezension zusammengefasst.


Erhältlich ist der ZS5 momentan bei AliExpress: https://goo.gl/aRYBr1

… sowie GearBest: https://goo.gl/DLNRya


... und Amazonhttp://amzn.to/2tRgNsF


Bedanken möchte ich mich, bevor ich fortfahre, noch beim AliExpress-Shop namens „Shop2847025 Store“, der mir den In-Ear freundlicherweise unentgeltlich für eine Rezension zur Verfügung gestellt hat, dabei aber keinen Druck ausgeübt und auch keine Bedingungen gestellt hat.


Technische Daten:

Preis: ~ 30-37$

Treiber je Seite: 4
Typ: hybrider In-Ear (je Seite 2x BA & 2x dynamische Treiber)
Impedanz: 18 Ohm
Empfindlichkeit: 106 dB/mW
Frequenzgang: 20 – 20000 Hz


Über hybride In-Ears:

Der ZS5 unterscheidet sich von den meisten gängigen In-Ears und setzt nicht lediglich auf dynamische oder Balanced Armature Schallwandler, sondern kombiniert beide – bei ihm handelt es sich um einen hybriden In-Ear, einer in den letzten Jahren vermehrt aufkommenden Bauweise.

Die meisten In-Ears verwenden dynamische Treiber für die Audiowiedergabe. Diese haben den Vorteil, ohne allzu großen Aufwand das gesamte für den Menschen hörbare Frequenzspektrum abzudecken und ebenfalls ohne große Mühe einen stark angehobenen Bassbereich zu erzielen. Hochwertigen dynamischen In-Ears wird allgemein ein körperhafter, musikalischer Bassbereich nachgesagt, der im Ausklang jedoch meist eher weich als hart und analytisch ist. Im Gegensatz zu anderen Wandlerprinzipen besitzen dynamische Treiber jedoch meist auch eine etwas niedrige Detailauflösung.

Im höherpreisigen und professionellen Bühnenbereich findet man fast nur In-Ears mit Balanced Armature Treibern vor, welche in der Regel eine höhere Auflösung als ihre dynamischen Konsorten besitzen und sehr detailreich, schnell, präzise und auch sehr pegelfest aufspielen, was insbesondere für Bühnenmusiker von Bedeutung ist. Auf der Schattenseite steht, dass ein einzelner BA-Treiber kaum oder nur mit größerem Abstimmungsaufwand den größten Teil des hörbaren Frequenzspektrums abdecken kann und dabei nur mit größerem Aufwand, wie mehreren und voluminösen Treibern für den Tiefton in der Lage ist, extremere Betonungen zu erzielen. Einige Menschen empfinden den Klang von In-Ears mit BA Treibern auch als analytisch, leblos, klinisch oder kalt (in meinen Jahren der Mitgliedschaft, Reviews und Kaufberatung in einem großen deutschen Onlineforum für Audio sind mir diese Begriffe schon mehrfach in Bezug auf die Wahrnehmung von BA-basierten In-Ears, insbesondere bezogen auf den Tiefton,  begegnet).

Hybride In-Ears vereinen die positiven Aspekte aus beiden Welten und setzen auf einen dynamischen Schallwandler für die tiefen Frequenzen und mindestens einen BA Wandler für die mittleren und hohen. Dadurch bleien der Körper und der oft als „musikalisch“ beschriebene Charakter des dynamischen Basses und die Detailauflösung und Präzision des Balanced Armature Mittelhochtöners erhalten – und auf genau diese hybride Technologie setzt Knowledge Zenith mit den ZS5 und spricht damit diejenigen an, welche den klinisch-schnellen Bass eines BA-Treibers als unnatürlich empfinden, jedoch die Auflösung, Schnelligkeit und Präzision in den Mitten und Höhen beibehalten wollen.


Lieferumfang:

Im Lieferumfang des In-Ears, der in der internationalen Variante in einem kleinen Karton mit Plastik-Sichtfenster geliefert wird, befinden sich drei unterschiedlich große Paare an Silikonaufsätzen und ein noch nicht angebrachtes, dunkles Kabel mit 2-Pin Steckern.


Ordert man das Silber-Upgrade-Kabel, wird dieses in einer separaten kleinen Verpackung geliefert.
Ein Transport-Etui hingegen sucht man vergeblich, was in diesem geringen Preisbereich leider aber auch eher die Norm als die Ausnahme darstellt.





Optik, Haptik, Verarbeitung:

Manche der Modelle von Knowledge Zenith lehnen sich, freundlich ausgedrückt, optisch stark an bekannte und etablierte sowie erfolgreiche Modelle großer Hersteller an, so gab es in der Vergangenheit etwa schon In-Ears des asiatischen Herstellers, deren optische Gemeinsamkeit mit Modellen von Herstellern wie Audio Technica oder InEar sich nicht abstreiten ließ.
Beim ZS5 wird diese „Tradition“ fortgesetzt und optische Gemeinsamkeiten mit so manchem In-Ear des amerikanischen Herstellers ALO Audio/Campfire Audio sind sicherlich nicht dem Zufall entsprungen.

Persönlich empfinde ich das Design von Campfire Audio als eines der gelungensten des 21. Jahrhunderts, weshalb mir auch die Optik des ZS5 besonders gut gefällt, auch wenn Knowledge Zenith bei der Formensprache kaum Variation zum Vorbild zeigt und somit fast eine eins-zu-ein Kopie bereitstellt.
Die Kunststoff-Gehäuse mit blauem Metallic-Effekt sind gut verarbeitet und wirken robust. Die schwarzen Schallröhrchen bilden wie beim Vorbild ein separates Element.


Die Faceplate der In-Ears wird von einem Pyramiden-artigen Logo geziert, unter welchem „Four Drivers“ steht.
Auf der Unterseite des Gehäuses steht „ZS5“, „dynamic x2“ und „armature x2“.


Eine Besonderheit bei dem geringen Preis des In-Ears ist, dass die Kabel tauschbar sind und auf den bewährten und robusten 2-Pin Standard setzen.
Das Standard-Kabel ist qualitativ okay, aber etwas unflexibel und Gummi-artig, weshalb ich dazu raten würde, den im Vergleich zu gängigen Kabeln geringen Aufpreis zu zahlen und das Upgrade-Kabel gleich mit zu ordern, denn es ist sehr flexibel, sieht gut aus und besteht unterhalb des Y-Splitters aus vier einzelnen, verdrillten Litzen, die oberhalb des Y-Splitters in verdrillte, aber vergossene Kabel enden.

Beim Anbringen der Kabel an den In-Ears sollte man darauf achten, dass der Buchstabe auf dem Kabel-Stecker nach außen zeigt, damit die Polarität der In-Ears stimmt – zumindest sollte man das meinen, denn beim Exemplar des Kabels, das ich erhielt, stimmten sowohl die Polarität als auch die Seiten nicht. Auch wenn sich dies durch einfaches Tauschen der Seiten und Invertieren eines Kanals einfach korrigieren lässt, ist dies ein Fehler bei der Qualitätskontrolle, der wirklich nicht hätte auftreten müssen.


Tragekomfort, Isolation:

Allzu kleine Ohrmuscheln sollte man wohl lieber nicht besitzen, damit der ZS5 gut passt, aber Menschen mit durchschnittlicher Ohr-Größe sollten bereits keine Probleme mit der Gehäuse-Größe mehr haben.
In meinen großen Ohrmuscheln zumindest sitzt der In-Ear sehr bequem sowie sicher und ich kann auch nach längerer Tragezeit keine Druckstellen bei mir feststellen.

Wie im professionelleren Sektor und bei den meisten höherpreisigen Modellen im drei- und vierstelligen Euro- und Dollar-Preisbereich üblich, sieht es das Gehäusedesign in Verbindung mit der Kabelführung vor, dass die Kabel über den Ohren getragen werden. Deshalb besitzen die Bügel auch ein eingearbeitetes und formbares Stück Draht.
Dies sorgt neben einem besseren Sitz und Halt auch für verminderte Kabelgeräusche, die trotz des fehlenden Kinnschiebers erfreulich mild ausfallen.


Wie angesichts der belüfteten Gehäuse bereits zu erwarten war, ist die Geräuschisolation weder sonderlich gut noch sonderlich schlecht, sondern fällt recht durchschnittlich aus und ist nur geringfügig besser als bei den 1More E1001 Triple-Driver In-Ears ausgeprägt.


Klang:

Ich nutzte den ZS5 während des kritischen Hörens mit den größten Silikonaufsätzen aus dem Lieferumfang und dem Silber-Upgrade-Kabel.

Meine hauptsächlich verwendeten Quellgeräte waren der iBasso DX200 (AMP1 Modul) sowie Stoner Acoustics UD125 und HiFime 9018d.

Tonalität:

Auf der Gehäuse-Innenseite des ZS5 befindet sich eine Belüftungsöffnung („Vent“), die sich, je nachdem, wie stark sie verdeckt wird, was von der individuellen Ohr-Anatomie des Trägers abhängt, direkt auf die Bassquantität des In-Ears auswirkt. Bei gänzlich offenen Vents beträgt diese etwa 9 dB im Vergleich zu einem im Bass Diffusfeld-neutralen In-Ear wie etwa dem Etymotic ER-4SR/ER-4S, wohingegen sie bei gänzlich geschlossen Vents um die 13 dB beträgt.
Bei der Anatomie meiner Ohren ist Letzteres der Fall.

Besonders positiv erwähnenswert ist übrigens die trotz des geringen Preises sehr gute Kanalgleichheit.

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Generell lässt sich der Klang des ZS5 als relativ badewannig beschreiben und ist der Abstimmung des 1More E1001 bis auf den unteren Mittelton recht ähnlich, aber darauf werde ich weiter unten in einem gesonderten Vergleichs-Abschnitt näher und genauer eingehen.

So besitzt der hybride Quad-Driver In-Ear von Knowledge Zenith einen kräftigen Midbass und noch immer kräftig betonten Tiefbass, leistet sich in den unteren Mitten aber ein paar Dezibel zu wenig Pegel, was einhergehend mit der gleichmäßigen Anhebung des oberen Mitteltons zu einer im Stimmbereich hintergründigen und dünnen sowie etwas ausgehöhlten Präsentation führt.
Im Bereich der mittleren Höhen ist der Pegel wieder etwas zurückgenommen, um Headroom für die Betonung der oberen Mitten und des weiter oben folgenden beginnenden Superhochtons, welcher aber nicht stark betont, sondern recht sanft wirkt, zu schaffen.

Sibilanz gibt es im Mittelton glücklicherweise nicht, aber dennoch ist dieser Bereich definitiv nicht die Stärke des ZS5 – durch den etwas zurückgenommenen unteren Mittelton zusammen mit dem gleichmäßig ansteigenden Bereich der oberen Mitten wirken Stimmen distanziert, ausgehöhlt und auch dünner, als sie eigentlich sollten. Dies gilt auch für in diesem Bereich beheimatete Instrumente wie etwa Trompeten, denen es folglich ein wenig an Natürlichkeit in der Darstellung fehlt und die etwas zu dünn wirken.
Der Versuch, hier durch die Betonung für Klarheit zu sorgen, ist meiner Meinung nach nicht gänzlich geglückt, wenn die Natürlichkeit des Stimmbereiches zu sehr darunter leidet. Auch schon bei Pop-Musik macht sich dies leider meist bemerkbar und die Präsentation wirkt durch die ausgehöhlt erscheinenden Mitten nicht ganz harmonisch und zusammenhängend. Einzig bei elektronischer Musik ohne oder mit einem nur nebensächlichen vokalen Anteil fällt dieser Makel kaum auf und die Betonung sorgt dann tatsächlich für mehr Klarheit und Brillanz in der Wiedergabe, ohne mit Schärfe oder Sibilanz einherzugehen.

Die Bassbetonung beginnt, bei ca. 400 Hz langsam anzusteigen und peakt bei etwa 60 Hz mit einer Erhöhung von etwa 13 dB im Vergleich zu einem im Bass Diffusfeld-neutralen In-Ear. Bis in den untersten Tiefbass kann dieser Klimax beinahe vollständig gehalten werden und der In-Ear verliert ganz unten nur sehr geringfügig an Energie und bleibt auch im echten Tiefbass noch kräftig betont. Sofern die Aufnahme es hergibt, bekommt man also einen schön tiefen Bass ohne ein wirkliches Abrollen im unteren Tiefbass.
Die Art, wie die Bassbetonung ansteigt und erst recht tief ihren Höhepunkt erreicht, ist gut gelungen, denn dadurch wird ein warmer und dröhnender Grundton als auch unterer Mittelton vermieden, dennoch wäre etwas mehr Pegel im oberen Grundton/unteren Mittelton als ausgleichende Wärme zu den angehobenen oberen Mitten nicht völlig verkehrt gewesen.
Was im Grundton vermieden wird, spielt sich hingegen zu einem gewissen Grad im Midbass ab, der gelegentlich ein wenig dröhnend wirken kann.

Mit einem Sinusgenerator höre ich, dass der Pegel im Mittelton von 1 gen 3,5 kHz gleichmäßig ansteigt; darüber fällt der Pegel wieder etwas ab und mündet in einer zwischen 5 und 6 kHz vorhandenen Senke.
Bei 9 kHz befindet sich der Pegel in meinen Ohren auf einem neutralen Normal-Niveau, mit einer folgenden Betonung zwischen 10 und 13 kHz. Bis 14,5 kHz ist der Superhochtonumfang noch gut, fällt darüber aber im nicht mehr wirklich relevanten Bereich ab.

Der obere Hochton ist für die Preisklasse ziemlich gut und weist keine große Metalligkeit auf und klingt weder zu schnell noch zu langsam ab.

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Zusammenfassen würde ich sagen, dass sich die tonale Abstimmung besonders gut für Drum & Bass sowie elektronische Musik eignet (, solange diese nicht besonders stimmlastig ist und der Text eher Nebensache ist), der Mittelton je nach persönlicher Präferenz für Vokal-lastigere Musik jedoch ein wenig zu hohl wirken kann. So klingt zeitgenössischer Pop zwar nicht völlig daneben, aber das Timbre erscheint ohne Equalizer-Maßnahmen im Mittelton doch gelegentlich etwas zu sehr „off“.
Akustische Musik und Vokaljazz hingegen funktioniert mit dem ZS5 fast überhaupt nicht und wirkt unnatürlich ausgehöhlt. Für Klassik ist das Timbre im Mittelton auch etwas zu unnatürlich, aber letztlich entscheidet auch hier wieder einzig der persönliche Geschmack des Zuhörers.

Auflösung:

Für den Preis ist das Detailniveau des ZS5 gut – besonders im Mittel- und Hochton wirkt der In-Ear verhältnismäßig detailliert und ordentlich separiert, ohne jedoch die Auflösung und Trennung mancher Modelle der >100€-Klasse zu erreichen.

Zwar ist der Bass für den Preis qualitativ angemessen, besitzt aber ultimativ dennoch nicht die höchste Geschwindigkeit, Kontrolle, Festigkeit oder Definition und wirkt etwas stumpf sowie weich, wodurch er einen manchmal etwas dröhnenden Charakter bekommt.
Auch wenn man viel mehr beim Preis nicht wirklich erwarten darf, macht dies der Xiaomi Hybrid Pro HD dann doch etwas besser und bietet den knackigeren und schnelleren Tiefton, leistet sich jedoch den unruhigeren und schärferen Hochton.

Im Mittel- und Hochton hingegen leistet sich der ZS5 keine wirkliche Schwäche und trennt einzelne Elemente ordentlich voneinander und verrichtet für einen Backup- oder Budget-In-Ear einen wirklich guten Dienst.

Räumliche Darstellung:

Wo der ZS5 gut punkten kann, ist die räumliche Präsentation, die sich, was ihre Präzision betrifft, von so einigem Budget-In-Ears abgrenzt.
Die Bühnengröße des In-Ears ist nicht besonders erwähnenswert und stellt sich in ihrer Ausprägung als recht durchschnittlich groß, aber nicht eingeengt dar, mit einer Breite-zu-Tiefe-Verteilung von etwa 65 zu 35%.
Die Instrumentenseparation und Ortungsgenauigkeit hingegen ist gut und man erhält somit das Gefühl einer recht genauen und zusammenhängenden Bühne, der es zur Perfektion im Budget-Bereich nur noch etwas an mehr Genauigkeit bei der Darstellung von Leere zwischen einzelnen Instrumenten fehlt.

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Im Vergleich mit dem 1More E1001:

Zuerst einmal das Offensichtliche: der 1More ist ein Triple-Hybrid (1x DD, 2x BA) mit fest angebrachtem Kabel und Metall-Gehäusen, die für eine Trageweise nach unten entwickelt wurden, während der ZS5 ein Quadruple-Hybrid (2x DD, 2x BA) In-Ear mit austauschbarem 2-Pin Kabel und recht ergonomisch geformten Kunststoff-Gehäusen sowie einer Trageweise mit dem Kabel über den Ohren ist. Was den Preis angeht, kostet der 1More etwa doppelt bis dreimal so viel wie der Knowledge Zenith In-Ear.
Was die Trageweise und die Beschaffenheit des (Upgrade-) Kabels betrifft, bevorzuge ich persönlich den ZS5. Das Design der Gehäuse finde ich hingegen bei beiden In-Ears sehr ansprechend.

Tonal sind sich beide In-Ears gar nicht mal so unähnlich und weisen einige Gemeinsamkeiten auf,
ohne letztlich jedoch völlig identisch zu klingen.
Der 1More besitzt ein wenig mehr Bassquantität als der ZS5 und den im Vergleich etwas wärmeren Grundton.
Auch beim E1001 klingen Stimmen etwas hintergründig und ein wenig ausgehöhlt, wenngleich etwas weniger deutlich als beim In-Ear von Knowledge Zenith, wodurch der 1More ultimativ die besseren, aber nichtsdestotrotz ebenfalls nicht perfekten Mitten besitzt.
Der obere Hochton/beginnende Superhochton des 1More ist stärker akzentuiert und wirkt als Folge dessen metallischer.

Was die Auflösung betrifft, befindet sich zwischen beiden In-Ears keine große Kluft (ganz im Gegenteil sogar, denn beide spielen in dieser Angelegenheit sehr dicht beieinander), aber der E1001 besitzt im Mittel- und Hochton insgesamt doch die noch etwas höhere Detailfülle und bessere Separation einzelner Noten.
Im Bassbereich besitzen beide In-Ears nicht den besten dynamischen Treiber und klingen recht weich und eher langsam. Auch wenn der 1More hier den im Vergleich geringfügig trockeneren Bass besitzt, ist die Textur beim Tiefton des Knowledge Zenith um eine Nuance besser.

Beide In-Ears besitzen eine ähnlich große Bühne mit einem kleinen Ausdehnungs-Vorteil für den In-Ear von Knowledge Zenith. Dem ZS5 gelingt die Darstellung von Leere etwas besser, wohingegen der 1More die etwas präzisere Instrumententrennung besitzt.

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Auch wenn der 1More insgesamt im Mittel- und Hochton die im Vergleich geringfügig höhere Detailauflösung bietet, stellt der ZS5 zu einem geringeren Preis eine tonal recht ähnliche Alternative dar.


Fazit:

Technisch ist der günstige Knowledge Zenith ZS5 für den geringen Preis als hybrider In-Ear recht überzeugend und geht in eine tonal sehr ähnliche Richtung wie der sehr beliebte E1001 Triple-Driver von 1More, mit einem hier und da mal besseren oder schlechteren tonalen und Auflösungs-technischen Bereich, ist aber wie auch schon der 1More insgesamt nicht perfekt und besitzt nicht die trockenste oder schnellste Implementierung des dynamischen Basstreibers und wirkt im Mittelton etwas ausgehöhlt sowie distanziert. Im Mittel- und Hochton hingegen löst er gut auf und besitzt ebenfalls eine überzeugende und recht präzise räumliche Abbildung.


So besitzt der In-Ear eine durchaus gelungene Spaßabstimmung mit etwas weniger gut gelungenen Mitten, die definitiv nicht unbedingt jedermanns Geschmack treffen werden.
Beispielsweise harmoniert diese Abstimmung im Mittelton aus meiner Sicht mit elektronischer Musik sowie Drum & Bass besonders gut, wirkt bei stimmlastigen Titeln hingegen nicht so natürlich und wäre hier nicht unbedingt meine persönliche erste Wahl.


Durch den geringen Preis, die überzeugende technische Präsentation und die ergonomischen Gehäuse mit austauschbaren Kabeln komme ich schließlich trotz des Tieftons, der in Sachen Geschwindigkeit und Trockenheit noch etwas besser sein könnte und trotz der etwas ausgehöhlt erscheinenden Mitten doch noch zu einem insgesamt positiven Resümee, denn wie bereits beim E1001 überwiegen auch beim ZS5 letztlich trotz der gewissen Imperfektionen noch die positiven klanglichen Aspekte.